Einführung in den ersten Brief des Petrus

Einführung, der erste Brief des Petrus

Das 60. Buch der Bibel, das 21. im Neuen Testament


Der erste Brief des Petrus erwähnt als Empfänger vor allem Personengruppen, die im westlichen, zentralen und nördlichen Kleinasien (heutiges Anatolien in der Türkei) beheimatet sind.

Vornehmlich sind die messianischen Juden gemeint (Stichwort Diaspora in Kapitel 1, Vers 1), allerdings werden im Brief gezielt auch Heidenchristen, in den gemeinsam besuchten Gemeinden, angesprochen (z. B. Kapitel 2,9 bis 10 und in Kapitel 4,3).

Es ist jedoch auch möglich, dass der Verfasser mit Diaspora (altgriechisch, auf Deutsch etwa Zerstreuung) die gesamte Christenheit meint.

Und generell betreffen die Anliegen und Ermahnungen des ersten Petrusbriefes auch alle Christen jeglicher Abstammung. 🙂

In seinem ersten Brief erfolgt von dem Apostel Petrus immer wieder der Hinweis, dass ein Nachfolger Jesu nicht zu diesem Weltsystem gehört, sondern sein irdisches Leben hier lediglich als ein Fremdling führt!
Das wahre Bürgerrecht jedes Gläubigen liegt demnach in Gottes Reich und hat keinen vergänglichen, sondern einen ewigen Charakter.

Als der Verfasser des ersten Petrusbriefes wird dieser gleich in Kapitel 1 im ersten Vers genannt.
Aufgeschrieben wurde der Brief von seinem Mitarbeiter Silvanus, wie aus Kapitel 5, 12 hervorgeht.

Schon die ersten Kirchenväter haben an der Verfasserschaft des Apostels nicht gezweifelt.
Aus dem Schreiben geht eindeutig hervor, dass dem Autor, die Lehre und das Leben von Jesus Christus sehr vertraut ist.

Als Absendeadresse des ersten Petrusbriefes ist Babylon angegeben, was vermutlich jedoch als Synonym für Rom zu verstehen ist.
Keine einzige Überlieferung oder Tradition erwähnt eine Anwesenheit des Petrus in Babylon.
Auch wenn es keinen geschichtlichen Beweis gibt, liegen uns doch viele antike Berichte vor, die bezeugen, dass Petrus unter Nero (römischer Kaiser von 54 bis 68 n. Chr.) in Rom den Märtyrertod starb.

Der erste Petrusbrief legt einen Entstehungszeitraum zwischen den Jahren 63 und 67 unserer Zeitrechnung nahe.
In diesem Zeitraum begann das Christentum seinen Schutz, als Teil der von Rom gewährten Toleranz gegenüber dem jüdischen Glauben, zu verlieren.
Und Petrus scheint auch den Inhalt der späteren Paulusbriefe, jene aus der Gefangenschaft des Apostels Paulus, zu kennen.

Die großen Themen des ersten Petrusbriefes sind die gegenwärtigen Leiden und die daraus resultierende Herrlichkeit der Gläubigen in der Zukunft, sowie die angemessene Lebensführung eines Nachfolgers Christi in einer unchristlichen, feindlichen Umwelt.


Gliederung des 1. Petrusbriefs:


Kapitel 1, Vers 1 bis 12 – Hoffnung auf das Einssein mit Christus und das zukünftige Erbteil der Gläubigen

Kapitel 1, Vers 13 bis 25 – Ermahnungen zu einem heiligen Lebensstil

Kapitel 2, Vers 1 bis 10 – Die hohe Berufung der Christenheit

Kapitel 2, Vers 11 bis Kapitel 4, Vers 6 – Unser Leiden und das Leiden Jesu – Lehre wie wir Gott zur Ehre leben können

Kapitel 4, Vers 7 bis Kapitel 5, Vers 14 – Leiden in Bezug auf die letzte Zeit, Ermahnungen an die Leiter der Gemeinden, Segen und Grüße


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