{"id":355,"date":"2023-12-20T19:34:45","date_gmt":"2023-12-20T18:34:45","guid":{"rendered":"http:\/\/lionofjudah.info\/?p=355"},"modified":"2026-02-09T17:58:34","modified_gmt":"2026-02-09T16:58:34","slug":"lukas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lionofjudah.info\/?p=355","title":{"rendered":"Lukas"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Das Evangelium nach Lukas<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\"><style>.wp-block-kadence-advancedbtn.kb-btns355_c49f44-88{gap:var(--global-kb-gap-xs, 0.5rem );justify-content:flex-end;align-items:center;}.kt-btns355_c49f44-88 .kt-button{font-weight:normal;font-style:normal;}.kt-btns355_c49f44-88 .kt-btn-wrap-0{margin-right:5px;}.wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns355_c49f44-88 .kt-btn-wrap-0 .kt-button{color:#555555;border-color:#555555;}.wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns355_c49f44-88 .kt-btn-wrap-0 .kt-button:hover, .wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns355_c49f44-88 .kt-btn-wrap-0 .kt-button:focus{color:#ffffff;border-color:#444444;}.wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns355_c49f44-88 .kt-btn-wrap-0 .kt-button::before{display:none;}.wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns355_c49f44-88 .kt-btn-wrap-0 .kt-button:hover, .wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns355_c49f44-88 .kt-btn-wrap-0 .kt-button:focus{background:#444444;}<\/style>\n<div class=\"wp-block-kadence-advancedbtn kb-buttons-wrap kb-btns355_c49f44-88\"><style>ul.menu .wp-block-kadence-advancedbtn .kb-btn355_4c3567-f9.kb-button{width:initial;}<\/style><a class=\"kb-button kt-button button kb-btn355_4c3567-f9 kt-btn-size-standard kt-btn-width-type-auto kb-btn-global-fill  kt-btn-has-text-true kt-btn-has-svg-false  wp-block-kadence-singlebtn\" href=\"https:\/\/lionofjudah.info\/?p=2271\"><span class=\"kt-btn-inner-text\">Einf\u00fchrung<\/span><\/a>\n\n<style>ul.menu .wp-block-kadence-advancedbtn .kb-btn355_d8dee3-79.kb-button{width:initial;}<\/style><a class=\"kb-button kt-button button kb-btn355_d8dee3-79 kt-btn-size-standard kt-btn-width-type-auto kb-btn-global-fill  kt-btn-has-text-true kt-btn-has-svg-false  wp-block-kadence-singlebtn\" href=\"http:\/\/lionofjudah.info\/?page_id=366\"><span class=\"kt-btn-inner-text\">B\u00fccher der Bibel<\/span><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n<style>.kb-table-of-content-nav.kb-table-of-content-id355_cf2be9-2f .kb-table-of-content-wrap{padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kb-table-of-content-nav.kb-table-of-content-id355_cf2be9-2f .kb-table-of-contents-title-wrap{padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;}.kb-table-of-content-nav.kb-table-of-content-id355_cf2be9-2f .kb-table-of-contents-title{font-weight:regular;font-style:normal;}.kb-table-of-content-nav.kb-table-of-content-id355_cf2be9-2f .kb-table-of-content-wrap .kb-table-of-content-list{font-weight:regular;font-style:normal;margin-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);margin-right:0px;margin-bottom:0px;margin-left:0px;}<\/style>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 1<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vorwort &#8211; weshalb Lukas sein Evangelium schreibt<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Weil bekanntlich schon viele es unternommen haben, einen Bericht \u00fcber die Begebenheiten, die sich unter uns erf\u00fcllt haben, so abzufassen,<br>2 wie die M\u00e4nner sie uns \u00fcberliefert haben, die von Anbeginn an Augenzeugen und (alsdann) Diener des Wortes gewesen sind,<br>3 habe auch ich mich entschlossen, nachdem ich allen Tatsachen von den Anf\u00e4ngen an sorgf\u00e4ltig nachgegangen bin, alles f\u00fcr dich, hochedler Theophilus, in richtiger Reihenfolge aufzuzeichnen,<br>4 damit du dich von der Zuverl\u00e4ssigkeit der Nachrichten, in denen du unterwiesen worden bist, \u00fcberzeugen kannst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">I. Die Vorgeschichte (1,5-2,52)<\/h3>\n\n\n\n<p>5 Es lebte zur Zeit des j\u00fcdischen K\u00f6nigs Herodes ein Priester namens Zacharias aus der Priesterabteilung Abia; der hatte eine Frau aus der Zahl der T\u00f6chter Aarons, die Elisabeth hie\u00df.<br>6 Sie waren beide gerecht vor Gott und wandelten in allen Geboten und Satzungen des Herrn ohne Tadel.<br>7 Sie hatten jedoch kein Kind, weil der Elisabeth Mutterfreuden versagt waren, und beide standen schon in vorger\u00fccktem Alter.<br>8 Da begab es sich einst, als er nach der Ordnung seiner Abteilung den Priesterdienst vor Gott zu verrichten hatte,<br>9 da\u00df er nach dem Brauch der Priesterschaft durch das Los dazu bestimmt wurde, in den Tempel des Herrn zu gehen und dort das Rauchopfer darzubringen (2.Mose 30,7; 1.Chr 24,19),<br>10 w\u00e4hrend die ganze Volksmenge drau\u00dfen zur Stunde des Rauchopfers dem Gebet oblag.<br>11 Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars.<br>12 Bei seinem Anblick erschrak Zacharias, und Furcht befiel ihn;<br>13 der Engel aber sagte zu ihm: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet hat Erh\u00f6rung gefunden, und deine Frau Elisabeth wird dir Mutter eines Sohnes werden, dem du den Namen Johannes geben sollst.<br>14 Du wirst Freude und Jubel dar\u00fcber empfinden, und viele werden sich \u00fcber seine Geburt freuen,<br>15 denn er wird gro\u00df vor dem Herrn sein; Wein und (andere) berauschende Getr\u00e4nke wird er nicht genie\u00dfen (Ri 13,4-5; 1.Sam 1,11), und mit heiligem Geist wird er schon von Geburt an erf\u00fcllt werden.<br>16 Viele von den S\u00f6hnen Israels wird er zum Herrn, ihrem Gott, zur\u00fcckf\u00fchren;<br>17 und er ist es, der vor ihm einhergehen wird im Geist und in der Kraft des Elia, um die Herzen der V\u00e4ter den Kindern wieder zuzuwenden (Mal 3,1.23-24) und die Ungehorsamen zur Gesinnung der Gerechten (zu f\u00fchren), um dem Herrn ein wohlbereitetes Volk zu schaffen.\u00ab<br>18 Da sagte Zacharias zu dem Engel: \u00bbWie soll ich das f\u00fcr m\u00f6glich halten? Ich selbst bin ja ein alter Mann, und meine Frau ist auch schon betagt.\u00ab (1.Mose 15,8; 18,11)<br>19 Da antwortete ihm der Engel: \u00bbIch bin Gabriel, der (als Diener) vor Gottes Angesicht steht, und bin gesandt, um zu dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu verk\u00fcndigen.<br>20 Doch nun vernimm: Du wirst stumm sein und nicht reden k\u00f6nnen bis zu dem Tage, an dem diese meine Verhei\u00dfung sich erf\u00fcllt, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die zu ihrer Zeit in Erf\u00fcllung gehen werden.\u00ab<br>21 Das Volk wartete unterdessen auf Zacharias und wunderte sich dar\u00fcber, da\u00df er so lange im Tempel verweilte.<br>22 Als er endlich heraustrat, konnte er nicht zu ihnen reden; da merkten sie, da\u00df er eine Erscheinung im Tempel gesehen hatte; und er seinerseits suchte sich ihnen durch Kopfnicken verst\u00e4ndlich zu machen, blieb aber stumm.<br>23 Als dann die (sieben) Tage seines Priesterdienstes zu Ende waren, kehrte er heim in sein Haus.<br>24 Nach diesen Tagen aber wurde seine Frau Elisabeth guter Hoffnung; sie hielt sich f\u00fcnf Monate lang in tiefer Zur\u00fcckgezogenheit und dachte:<br>25 \u00bbSo hat der Herr an mir getan in der Zeit, die er dazu ersehen hat, meine Schmach bei den Menschen von mir hinwegzunehmen.\u00ab (1.Mose 30,23)<br>26 Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott nach Galil\u00e4a in eine Stadt namens Nazareth gesandt<br>27 zu einer Jungfrau, die mit einem Manne namens Joseph aus dem Hause Davids verlobt war; die Jungfrau hie\u00df Maria.<br>28 Als nun der Engel bei ihr eintrat, sagte er: \u00bbSei gegr\u00fc\u00dft, du Begnadete: der Herr ist mit dir!\u00ab<br>29 Sie wurde \u00fcber diese Anrede best\u00fcrzt und \u00fcberlegte, was dieser Gru\u00df zu bedeuten habe.<br>30 Da sagte der Engel zu ihr: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden!<br>31 Wisse wohl: du wirst guter Hoffnung werden und Mutter eines Sohnes, dem du den Namen Jesus geben sollst.<br>32 Dieser wird gro\u00df sein und Sohn des H\u00f6chsten genannt werden, und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben,<br>33 und er wird als K\u00f6nig \u00fcber das Haus Jakobs in alle Ewigkeit herrschen, und sein K\u00f6nigtum wird kein Ende haben.\u00ab (Jes 9,7; 2.Sam 7,12-13)<br>34 Da sagte Maria zu dem Engel: \u00bbWie soll das m\u00f6glich sein? Ich wei\u00df doch von keinem Manne.\u00ab<br>35 Da gab der Engel ihr zur Antwort: \u00bbHeiliger Geist wird \u00fcber dich kommen und die Kraft des H\u00f6chsten dich \u00fcberschatten; daher wird auch das Heilige, das (von dir) geboren werden soll, Gottes Sohn genannt werden.<br>36 Und nun vernimm: Elisabeth, deine Verwandte, ist ebenfalls trotz ihres hohen Alters mit einem Sohn gesegnet und steht jetzt schon im sechsten Monat, sie, die man unfruchtbar nennt;<br>37 denn bei Gott ist kein Ding unm\u00f6glich.\u00ab (1.Mose 18,14)<br>38 Da sagte Maria: \u00bbSiehe, ich bin des Herrn Magd: mir geschehe nach deinem Wort!\u00ab Damit schied der Engel von ihr.<br>39 Maria aber machte sich in jenen Tagen auf und wanderte eilends in das Bergland nach einer Stadt (im Stamme) Juda;<br>40 dort trat sie in das Haus des Zacharias und begr\u00fc\u00dfte Elisabeth.<br>41 Da begab es sich, als Elisabeth den Gru\u00df der Maria vernahm, da bewegte sich das Kind lebhaft in ihrem Leibe; und Elisabeth wurde mit heiligem Geist erf\u00fcllt<br>42 und brach mit lauter Stimme in die Worte aus: \u00bbGesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!<br>43 Doch woher wird mir die Ehre zuteil, da\u00df die Mutter meines Herrn zu mir kommt?<br>44 Denn wisse: als der Klang deines Gru\u00dfes mir ins Ohr drang, bewegte sich das Kind vor Freude lebhaft in meinem Leibe.<br>45 O selig die, welche geglaubt hat, denn die Verhei\u00dfung, die der Herr ihr gegeben hat, wird in Erf\u00fcllung gehen!\u00ab<br>46 Darauf sprach Maria: \u00bbMeine Seele erhebt den Herrn,<br>47 und mein Geist jubelt \u00fcber Gott, meinen Retter,<br>48 weil er die Niedrigkeit seiner Magd angesehen hat! (1.Sam 1,11) Denn siehe: von nun an werden alle Geschlechter mich selig preisen,<br>49 weil der Allm\u00e4chtige Gro\u00dfes an mir getan hat (5.Mose 10,21). Ja, heilig ist sein Name (Ps 111,9),<br>50 und sein Erbarmen wird von Geschlecht zu Geschlecht denen zuteil, die ihn f\u00fcrchten (Ps 103,17).<br>51 Er wirkt seine Kraft aus mit seinem Arm, er zerstreut, die da hoff\u00e4rtig sind in ihres Herzens Sinn (Ps 89,11)<br>52 er st\u00fcrzt Machthaber von den Thronen und erh\u00f6ht Niedrige (Ps 147,6; Hiob 5,11);<br>53 Hungrige s\u00e4ttigt er mit G\u00fctern und l\u00e4\u00dft Reiche leer ausgehen (Ps 107,9; 34,11; 1.Sam 2,5.7-8).<br>54 Er hat sich Israels angenommen, seines Knechts, um der Barmherzigkeit zu gedenken (Jes 41,8; Ps 98,3),<br>55 wie er es unsern V\u00e4tern verhei\u00dfen hat, dem Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.\u00ab (Mi 7,20; 1.Mose 17,7)<br>56 Maria blieb dann etwa drei Monate bei Elisabeth und kehrte hierauf in ihr Haus zur\u00fcck.<br>57 F\u00fcr Elisabeth aber erf\u00fcllte sich die Zeit ihrer Niederkunft, und sie wurde Mutter eines Sohnes.<br>58 Als nun ihre Nachbarn und Verwandten h\u00f6rten, da\u00df der Herr ihr so gro\u00dfe Barmherzigkeit erwiesen hatte, freuten sie sich mit ihr.<br>59 Am achten Tage kamen sie zur Beschneidung des Kn\u00e4bleins und wollten es mit dem Namen seines Vaters Zacharias benennen;<br>60 doch seine Mutter sagte abwehrend: \u00bbNein, er soll Johannes hei\u00dfen!\u00ab<br>61 Sie entgegneten ihr: \u00bbIn deiner Verwandtschaft gibt es doch keinen, der diesen Namen f\u00fchrt.\u00ab<br>62 Sie winkten nun seinem Vater die Frage zu, wie er ihn benannt haben wolle.<br>63 Der forderte ein T\u00e4felchen und schrieb die Worte darauf: \u00bbJohannes ist sein Name!\u00ab, und alle verwunderten sich dar\u00fcber.<br>64 In demselben Augenblick aber wurde ihm der Mund aufgetan, und das Band seiner Zunge (l\u00f6ste sich): er konnte wieder reden und pries Gott.<br>65 Da kam Furcht \u00fcber alle, die in ihrer Nachbarschaft wohnten, und im ganzen Bergland von Jud\u00e4a wurden alle diese Begebenheiten viel besprochen,<br>66 und alle, die von ihnen h\u00f6rten, nahmen sie sich zu Herzen und sagten: \u00bbWas wird wohl aus diesem Kinde werden?\u00ab Denn auch die Hand des Herrn war mit ihm.<br>67 Und sein Vater Zacharias wurde mit heiligem Geist erf\u00fcllt und sprach die prophetischen Worte aus:<br>68 \u00bbGepriesen sei der Herr, der Gott Israels! (Ps 41,14; 72,18), Denn er hat sein Volk gn\u00e4dig angesehen und ihm eine Erl\u00f6sung geschaffen (Ps 111,4)<br>69 und hat uns ein Horn des Heils aufgerichtet im Hause Davids, seines Knechtes (Ps 132,17; 1.Sam 2,10).<br>70 So hat er es durch den Mund seiner heiligen Propheten von alters her verhei\u00dfen:<br>71 retten will er uns von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen (Ps 106,10),<br>72 um unsern V\u00e4tern Barmherzigkeit zu erweisen (Mi 7,20) und seines heiligen Bundes zu gedenken (Ps 105,8-9; 106,45; 1.Mose 17,7),<br>73 des Eides, den er unserm Vater Abraham geschworen hat (1.Mose 22,16-17; Jer 11,5), er wolle uns erretten aus der Hand unserer Feinde<br>74 und uns verleihen, da\u00df wir ihm furchtlos dienen<br>75 in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen alle Tage unsers Lebens.<br>76 Aber auch du, Kn\u00e4blein, wirst ein Prophet des H\u00f6chsten genannt werden; denn du wirst vor dem Herrn einhergehen, ihm die Wege zu bereiten (Mal 3,1),<br>77 um seinem Volke die Erkenntnis des Heils zu verschaffen, die ihnen durch Vergebung ihrer S\u00fcnden zuteil werden wird (Jer 31,34).<br>78 So will es das herzliche Erbarmen unsers Gottes, mit dem uns der Aufgang aus der H\u00f6he erschienen ist (Jes 60,1-2; Mal 3,20),<br>79 um denen Licht zu spenden, die in Finsternis und Todesschatten sitzen (Jes 9,2), und unsere F\u00fc\u00dfe auf den Weg des Friedens zu leiten.\u00ab \u2013<br>80 Das Kn\u00e4blein aber wuchs heran und wurde stark am Geist und hielt sich in der Ein\u00f6de auf bis zum Tage seines \u00f6ffentlichen Auftretens vor Israel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 2<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Es begab sich aber in jenen Tagen, da\u00df eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, es solle eine Volksz\u00e4hlung im ganzen r\u00f6mischen Reich vorgenommen werden.<br>2 Es war dies die erste Z\u00e4hlung, die zu der Zeit stattfand, als Quirinius Statthalter in Syrien war.<br>3 Da machten alle sich auf, um sich in die Listen eintragen zu lassen, ein jeder in seinem (Heimats-) Ort.<br>4 So zog denn auch Joseph von Galil\u00e4a aus der Stadt Nazareth nach Jud\u00e4a hinauf nach der Stadt Davids, die Bethlehem hei\u00dft, weil er aus Davids Hause und Geschlecht stammte,<br>5 um sich daselbst mit Maria, seiner jungen Ehefrau, die guter Hoffnung war, einsch\u00e4tzen zu lassen.<br>6 W\u00e4hrend ihres dortigen Aufenthalts kam aber f\u00fcr Maria die Stunde ihrer Niederkunft,<br>7 und sie gebar ihren ersten Sohn, den sie in Windeln wickelte und in eine Krippe legte, weil es sonst keinen Platz in der Herberge f\u00fcr sie gab.<br>8 Nun waren Hirten in derselben Gegend auf freiem Felde und hielten in jener Nacht Wache bei ihrer Herde.<br>9 Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie gerieten in gro\u00dfe Furcht.<br>10 Der Engel aber sagte zu ihnen: \u00bbF\u00fcrchtet euch nicht! Denn wisset wohl: ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die dem ganzen Volke widerfahren wird;<br>11 denn euch ist heute ein Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.<br>12 Und dies sei das Erkennungszeichen f\u00fcr euch: Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das in Windeln gewickelt ist und in einer Krippe liegt.\u00ab<br>13 Und pl\u00f6tzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die Gott priesen mit den Worten:<br>14 \u00bbEhre sei Gott in Himmelsh\u00f6hen und Friede auf Erden in den Menschen des (g\u00f6ttlichen) Wohlgefallens!\u00ab<br>15 Als hierauf die Engel von ihnen weg in den Himmel zur\u00fcckgekehrt waren, sagten die M\u00e4nner, die Hirten, zueinander: \u00bbWir wollen doch bis Bethlehem hin\u00fcbergehen und uns die Sache ansehen, die sich dort begeben hat und die der Herr uns hat verk\u00fcnden lassen!\u00ab<br>16 So gingen sie denn eilends hin und fanden Maria und Joseph, dazu das Kind, das in der Krippe lag.<br>17 Als sie es gesehen hatten, teilten sie ihnen die Verk\u00fcndigung mit, die sie \u00fcber dieses Kind vernommen hatten;<br>18 und alle, die es h\u00f6rten, verwunderten sich \u00fcber den Bericht der Hirten.<br>19 Maria aber bewahrte alle diese Mitteilungen im Ged\u00e4chtnis und bedachte sie in ihrem Herzen.<br>20 Die Hirten aber kehrten wieder zur\u00fcck; sie priesen und lobten Gott f\u00fcr alles, was sie geh\u00f6rt und gesehen hatten genau so, wie es ihnen (von den Engeln) verk\u00fcndigt worden war.<br>21 Als dann acht Tage vergangen waren, so da\u00df man das Kind beschneiden mu\u00dfte (3.Mose 12,3), gab man ihm den Namen Jesus (1,31), der schon vor seiner Empf\u00e4ngnis von dem Engel angegeben worden war.<br>22 Als dann die (vierzig) nach dem mosaischen Gesetz (3.Mose 12,2-8) f\u00fcr ihre Reinigung vorgeschriebenen Tage zu Ende waren, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen \u2013<br>23 wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht (2.Mose 13,2.12): \u00bbJedes erstgeborene m\u00e4nnliche Kind, das zur Welt kommt, soll als dem Herrn geheiligt gelten\u00ab \u2013;<br>24 zugleich wollten sie das Opfer nach der Vorschrift im Gesetz des Herrn (3.Mose 12,8) darbringen, n\u00e4mlich ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.<br>25 Und siehe, da lebte ein Mann in Jerusalem namens Simeon; dieser Mann war gerecht und gottesf\u00fcrchtig; er wartete auf die Tr\u00f6stung Israels, und heiliger Geist war auf ihm.<br>26 Vom heiligen Geist war ihm auch geoffenbart worden, er solle den Tod nicht eher sehen, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen h\u00e4tte.<br>27 So kam er denn damals, vom Geist getrieben, in den Tempel; und als die Eltern das Jesuskind hineinbrachten, um nach dem Brauch des Gesetzes mit ihm zu verfahren,<br>28 da nahm auch er es in seine Arme und pries Gott mit den Worten:<br>29 \u00bbHerr, nun entl\u00e4\u00dft du deinen Knecht, wie du ihm verhei\u00dfen hast, im Frieden;<br>30 denn meine Augen haben dein Heil gesehen (Jes 40,5),<br>31 das du vor den Augen aller V\u00f6lker (Jes 52,10) bereitet hast,<br>32 ein Licht zur Erleuchtung der Heiden (Jes 42,6; 49,6) und zur Verherrlichung deines Volkes Israel.\u00ab<br>33 Die beiden Eltern Jesu verwunderten sich \u00fcber das, was da \u00fcber das Kind gesagt wurde.<br>34 Simeon aber segnete sie und sagte zu Maria, seiner Mutter: \u00bbWisse wohl: dieser ist vielen zum Fallen und (vielen) zum Aufstehen in Israel bestimmt und zu einem Zeichen, das Widerspruch erf\u00e4hrt \u2013<br>35 und auch dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen \u2013, auf da\u00df aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden.\u00ab<br>36 Es war da auch eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels aus dem Stamme Asser, die war hochbetagt; nur sieben Jahre hatte sie nach ihrer M\u00e4dchenzeit mit ihrem Manne gelebt<br>37 und war dann Witwe geblieben bis (zum Alter von) vierundachtzig Jahren. Sie verlie\u00df den Tempel nicht und diente Gott mit Fasten und Beten bei Tag und bei Nacht.<br>38 Diese trat auch in eben dieser Stunde hinzu, pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf die Erl\u00f6sung Jerusalems warteten.<br>39 Nachdem sie dann alles nach den Vorschriften im Gesetz des Herrn erf\u00fcllt hatten, kehrten sie nach Galil\u00e4a in ihre Stadt Nazareth zur\u00fcck.<br>40 Der Knabe aber wuchs heran und wurde kr\u00e4ftig und mit Weisheit erf\u00fcllt, und die Gnade Gottes war \u00fcber ihm.<br>41 Seine Eltern pflegten aber alle Jahre zum Passahfest nach Jerusalem zu wandern (2.Mose 23,14-17).<br>42 Als er nun zw\u00f6lf Jahre alt geworden war und sie wie gew\u00f6hnlich zur Festzeit hinaufgezogen waren,<br>43 blieb, als sie die Festtage dort zugebracht hatten und sie sich auf den Heimweg machten, der Knabe Jesus in Jerusalem zur\u00fcck, ohne da\u00df seine Eltern es bemerkten.<br>44 In der Meinung, er befinde sich unter der Reisegesellschaft, gingen sie eine Tagereise weit und suchten ihn bei den Verwandten und Bekannten;<br>45 als sie ihn aber dort nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zur\u00fcck und suchten ihn dort.<br>46 Nach drei Tagen endlich fanden sie ihn, wie er im Tempel mitten unter den Lehrern sa\u00df und ihnen zuh\u00f6rte und auch Fragen an sie richtete;<br>47 und alle, die ihn h\u00f6rten, staunten \u00fcber sein Verst\u00e4ndnis und seine Antworten.<br>48 Als sie ihn dort erblickten, wurden sie betroffen, und seine Mutter sagte zu ihm: \u00bbKind, warum hast du uns das angetan? Bedenke doch: dein Vater und ich suchen dich mit Angst!\u00ab<br>49 Da antwortete er ihnen: \u00bbWie habt ihr mich nur suchen k\u00f6nnen? Wu\u00dftet ihr nicht, da\u00df ich im Hause meines Vaters sein mu\u00df?\u00ab<br>50 Sie verstanden aber das Wort nicht, das er zu ihnen gesagt hatte. \u2013<br>51 Er kehrte dann mit ihnen nach Nazareth zur\u00fcck und war ihnen untertan, und seine Mutter bewahrte alle diese Worte in ihrem Herzen.<br>52 Jesus aber nahm an Weisheit, K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe und Gnade bei Gott und den Menschen zu (1.Sam 2,26).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 3<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II. Einleitung zur \u00f6ffentlichen Wirksamkeit Jesu (3,1-4,13)<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Im f\u00fcnfzehnten Regierungsjahre des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter von Jud\u00e4a war und Herodes Vierf\u00fcrst von Galil\u00e4a, sein Bruder Philippus Vierf\u00fcrst von Itur\u00e4a und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Vierf\u00fcrst von Abilene,<br>2 zur Zeit des Hohenpriesters Hannas und Kaiphas: da erging das Wort Gottes an Johannes, den Sohn des Zacharias, in der W\u00fcste.<br>3 Er durchzog also die ganze Gegend am Jordan und verk\u00fcndigte eine Taufe der Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden,<br>4 wie im Buche der Ausspr\u00fcche des Propheten Jesaja geschrieben steht (Jes 40,3-5): \u00bbEine Stimme ruft laut in der W\u00fcste: \u203aBereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm seine Pfade!<br>5 Alle Vertiefungen sollen ausgef\u00fcllt und alle Berge und H\u00fcgel geebnet werden! Was krumm ist, soll gerade und was uneben ist, soll zu glattem Wege werden,<br>6 und die gesamte Menschheit soll das Heil Gottes sehen!\u2039\u00ab<br>7 So sprach Johannes denn zu den Volksscharen, die zu ihm hinauszogen, um sich von ihm taufen zu lassen: \u00bbIhr Schlangenbrut! Wer hat euch darauf gebracht, dem drohenden Zorngericht entfliehen zu wollen?<br>8 So bringet denn Fr\u00fcchte, die der Bu\u00dfe w\u00fcrdig sind, und la\u00dft euch nicht in den Sinn kommen, bei euch zu sagen: \u203aWir haben ja doch Abraham zum Vater!\u2039, denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus den Steinen hier Kinder zu erwecken.<br>9 Schon ist aber auch die Axt den B\u00e4umen an die Wurzel gelegt, und jeder Baum, der nicht gute Fr\u00fcchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.\u00ab<br>10 Da fragte ihn die Volksmenge: \u00bbWas sollen wir denn tun?\u00ab<br>11 Er gab ihnen zur Antwort: \u00bbWer zwei R\u00f6cke hat, der gebe einen davon dem ab, der keinen hat, und wer zu essen hat, mache es ebenso!\u00ab<br>12 Es kamen auch Z\u00f6llner, um sich taufen zu lassen, und fragten ihn: \u00bbMeister, was sollen wir tun?\u00ab<br>13 Er antwortete ihnen: \u00bbFordert nicht mehr (Geld von den Leuten), als euch vorgeschrieben ist!\u00ab<br>14 Es fragten ihn auch Kriegsleute: \u00bbWas sollen wir tun?\u00ab Er antwortete ihnen: \u00bbTut niemand Gewald an, ver\u00fcbt keine Erpressungen und begn\u00fcgt euch mit eurer L\u00f6hnung!\u00ab<br>15 Als nun das Volk in gespannter Erwartung war und alle sich in ihren Herzen Gedanken \u00fcber Johannes machten, ob er nicht vielleicht selbst der Christus sei,<br>16 antwortete Johannes allen mit den Worten: \u00bbIch taufe euch (nur) mit Wasser; es kommt aber der, welcher st\u00e4rker ist als ich und f\u00fcr den ich nicht gut genug bin, ihm die Riemen seiner Schuhe aufzubinden: der wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen.<br>17 Er hat seine Worfschaufel in der Hand, um seine Tenne gr\u00fcndlich zu reinigen, und er wird den Weizen in seine Scheuer sammeln, die Spreu aber mit unausl\u00f6schlichem Feuer verbrennen.\u00ab<br>18 Auch noch viele andere Ermahnungen richtete er an das Volk und verk\u00fcndigte ihm die Heilsbotschaft.<br>19 Der Vierf\u00fcrst Herodes (V.1) aber, dem er wegen Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen alles B\u00f6sen, das Herodes ver\u00fcbt hatte, Vorhaltungen gemacht hatte,<br>20 f\u00fcgte zu allen \u00dcbeltaten auch noch die hinzu, da\u00df er Johannes ins Gef\u00e4ngnis werfen lie\u00df.<br>21 Es begab sich aber, als das gesamte Volk sich taufen lie\u00df und auch Jesus getauft worden war und betete, da\u00df der Himmel sich auftat<br>22 und der heilige Geist in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn herabschwebte und eine Stimme aus dem Himmel erscholl: \u00bbDu bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden!\u00ab<br>23 Und er, Jesus, war bei seinem Auftreten etwa drei\u00dfig Jahre alt und war, wie man meinte, der Sohn Josephs,<br>24 des Sohnes des Eli, des Matthat, des Levi, des Melchi, des Jannai, des Joseph,<br>25 des Mattathias, des Amos, des Nahum,<br>26 des Esli, des Naggai, des Maath, des Mattathias, des Semein, des Jose, des Joda,<br>27 des Johanan, des Resa, des Serubbabel, des Salathiel, des Neri,<br>28 des Melchi, des Addi, des Kosam, des Elmadam, des Er,<br>29 des Josua, des Elieser, des Jorim, des Matthath, des Levi,<br>30 des Simeon, des Juda, des Joseph, des Jona, des Eljakim,<br>31 des Melea, des Menna, des Matthatha, des Nathan, des David,<br>32 des Jesse, des Jobed, des Boas, des Sala, des Nahason,<br>33 des Amminadab, des Admin, des Arni, des Hezron, des Phares, des Juda,<br>34 des Jakob, des Isaak, des Abraham, des Tharah, des Nahor,<br>35 des Serug, des Regu, des Peleg, des Eber, des Selah,<br>36 des Kainan, des Arphachsad, des Sem, des Noah, des Lamech,<br>37 des Methusalah, des Henoch, des Jared, des Mahalaleel, des Kenan,<br>38 des Enos, des Seth, des Adam, \u2013 Gottes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 4<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Jesus kehrte dann, voll heiligen Geistes, vom Jordan zur\u00fcck und wurde vom Geist vierzig Tage lang in der W\u00fcste (umher) gef\u00fchrt<br>2 und dabei vom Teufel versucht. Er a\u00df in diesen Tagen nichts, so da\u00df ihn hungerte, als sie zu Ende waren.<br>3 Da sagte der Teufel zu ihm: \u00bbBist du Gottes Sohn, so gebiete diesem Steine hier, er solle zu Brot werden!\u00ab<br>4 Doch Jesus antwortete ihm: \u00bbEs steht geschrieben (5.Mose 8,3): \u203aNicht vom Brot allein wird der Mensch leben!\u2039\u00ab<br>5 Hierauf f\u00fchrte ihn der Teufel in die H\u00f6he, zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises<br>6 und sagte zu ihm: \u00bbDir will ich diese ganze Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie \u00fcbergeben, und ich kann sie geben, wem ich will.<br>7 Wenn du also vor mir (niederf\u00e4llst und mich) anbetest, so soll sie ganz dir geh\u00f6ren.\u00ab<br>8 Da gab ihm Jesus zur Antwort: \u00bbEs steht geschrieben (5.Mose 6,13-14): \u203aDu sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!\u2039\u00ab<br>9 Hierauf f\u00fchrte der Teufel ihn nach Jerusalem, stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sagte zu ihm: \u00bbBist du Gottes Sohn, so st\u00fcrze dich von hier hinab!<br>10 Denn es steht geschrieben (Ps 91,11-12): \u203aEr wird seine Engel f\u00fcr dich entbieten, da\u00df sie dich beh\u00fcten,<br>11 und sie werden dich auf den Armen tragen, damit du mit deinem Fu\u00df an keinen Stein sto\u00dfest.\u2039\u00ab<br>12 Da antwortete ihm Jesus: \u00bbEs ist gesagt (5.Mose 6,16): \u203aDu sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen!\u00ab<br>13 Als der Teufel nun mit allen Versuchungen zu Ende war, lie\u00df er von ihm ab bis zu einer gelegenen Zeit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">III. Jesu Wirken in Galil\u00e4a (4,14-9,50)<\/h3>\n\n\n\n<p>14 Jesus kehrte dann in der Kraft des Geistes nach Galil\u00e4a zur\u00fcck, und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Umgegend.<br>15 Er lehrte in ihren Synagogen und wurde (wegen seiner Lehre) von allen gepriesen.<br>16 So kam er denn auch nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, ging dort nach seiner Gewohnheit am n\u00e4chsten Sabbattage in die Synagoge und stand auf, um vorzulesen.<br>17 Da reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja; und als er das Buch aufrollte, traf er auf die Stelle, wo geschrieben steht (Jes 61,1-2; 58,6):<br>18 \u00bbDer Geist des Herrn ist \u00fcber mir, weil er mich gesalbt hat, damit ich den Armen die frohe Botschaft bringe; er hat mich gesandt, um den Gefangenen die Freilassung und den Blinden die Verleihung des Augenlichts zu verk\u00fcnden, die Unterdr\u00fcckten in Freiheit zu entlassen,<br>19 ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen.\u00ab<br>20 Nachdem er dann das Buch wieder zusammengerollt und es dem Diener zur\u00fcckgegeben hatte, setzte er sich, und aller Augen in der Synagoge waren gespannt auf ihn gerichtet.<br>21 Da begann er seine Ansprache an sie mit den Worten: \u00bbHeute ist dieses Schriftwort, das ihr soeben vernommen habt, zur Erf\u00fcllung gekommen!\u00ab<br>22 Und alle stimmten ihm zu und staunten \u00fcber die Worte der Gnade, die aus seinem Munde kamen, und sagten: \u00bbIst dieser nicht der Sohn Josephs?\u00ab<br>23 Da antwortete er ihnen: \u00bbJedenfalls werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: \u203aArzt, mache dich selber gesund!\u2039 Alle die gro\u00dfen Taten, die (von dir), wie wir geh\u00f6rt haben, in Kapernaum vollbracht worden sind, die vollf\u00fchre auch hier in deiner Vaterstadt!\u00ab<br>24 Er fuhr dann aber fort: \u00bbWahrlich ich sage euch: Kein Prophet ist in seiner Vaterstadt willkommen.<br>25 In Wahrheit aber sage ich euch: Viele Witwen gab es in Israel in den Tagen Elias, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate lang verschlossen blieb, so da\u00df eine gro\u00dfe Hungersnot \u00fcber die ganze Erde kam;<br>26 und doch wurde Elia zu keiner einzigen von ihnen gesandt, sondern nur nach Sarepta im Gebiet von Sidon zu einer Witwe (1.K\u00f6n 17,1.9).<br>27 Und viele Auss\u00e4tzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und doch wurde kein einziger von ihnen gereinigt, sondern nur der Syrer Naeman (2.K\u00f6n 5,14).\u00ab<br>28 Als sie das h\u00f6rten, gerieten alle, die in der Synagoge anwesend waren, in heftigen Zorn:<br>29 sie standen auf, stie\u00dfen ihn aus der Stadt hinaus und f\u00fchrten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, um ihn dort hinabzust\u00fcrzen.<br>30 Er ging aber mitten durch sie hindurch und wanderte weiter.<br>31 Er begab sich dann nach der galil\u00e4ischen Stadt Kapernaum hinab und lehrte sie dort am Sabbat.<br>32 Da gerieten sie \u00fcber seine Lehre in Staunen, denn seine Rede beruhte auf (g\u00f6ttlicher) Vollmacht.<br>33 Nun war da in der Synagoge ein Mann, der von einem unreinen Geiste besessen war; der schrie laut auf:<br>34 \u00bbHa! Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Du bist gekommen, um uns zu vernichten! Ich wei\u00df wohl, wer du bist: der Heilige Gottes!\u00ab<br>35 Jesus bedrohte ihn mit den Worten: \u00bbVerstumme und fahre von ihm aus!\u00ab Da warf der b\u00f6se Geist den Mann mitten unter sie zu Boden und fuhr von ihm aus, ohne ihm irgendwelchen Schaden zuzuf\u00fcgen.<br>36 Da gerieten sie alle in Staunen; sie besprachen sich miteinander und sagten: \u00bbWas ist das f\u00fcr ein Machtwort? Mit (g\u00f6ttlicher) Vollmacht und Kraft gebietet er den unreinen Geistern, und sie fahren aus!\u00ab<br>37 Und die Kunde von ihm verbreitete sich in alle Orte der Umgegend.<br>38 Nachdem er dann die Synagoge verlassen hatte, begab er sich in das Haus Simons. Dort war die Schwiegermutter Simons von hohem Fieber befallen, und man wandte sich ihretwegen an ihn.<br>39 Er trat also zu ihr, beugte sich \u00fcber sie und bedrohte das Fieber: da wich es von ihr; sie stand sogleich vom Lager auf und bediente sie (bei der Mahlzeit).<br>40 Als dann die Sonne unterging, brachten alle, welche Kranke mit mancherlei Leiden hatten, sie zu ihm; er aber legte einem jeden von ihnen die H\u00e4nde auf und heilte sie.<br>41 Auch b\u00f6se Geister fuhren von vielen aus, wobei sie laut schrien und ausriefen: \u00bbDu bist der Sohn Gottes!\u00ab Er bedrohte sie jedoch und lie\u00df sie nicht zu Worte kommen; denn sie wu\u00dften, da\u00df er Christus war.<br>42 Bei Tagesanbruch aber entwich er von dort und begab sich an einen einsamen Ort; doch die Volksmenge suchte nach ihm und kam zu ihm hin und wollte ihn zur\u00fcckhalten, damit er nicht von ihnen wegginge.<br>43 Er aber sagte zu ihnen: \u00bbIch mu\u00df auch den anderen St\u00e4dten die Heilsbotschaft vom Reiche Gottes verk\u00fcnden, denn dazu bin ich gesandt.\u00ab<br>44 So predigte er denn in den Synagogen des j\u00fcdischen Landes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 5<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Es begab sich aber (eines Tages), als das Volk ihn umdr\u00e4ngte und das Wort Gottes h\u00f6rte, w\u00e4hrend er selbst am See Gennesaret stand,<br>2 da sah er zwei Boote am Ufer des Sees liegen; die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen ihre Netze.<br>3 Da trat er in eins der Boote, das Simon geh\u00f6rte, und bat ihn, ein wenig vom Lande abzusto\u00dfen; darauf setzte er sich nieder und lehrte die Volksscharen vom Boote aus.<br>4 Als er dann seine Ansprache beendet hatte, sagte er zu Simon: \u00bbFahre auf die H\u00f6he (des Sees) hinaus und werft eure Netze aus, damit ihr einen Zug tut!\u00ab<br>5 Da antwortete Simon: \u00bbMeister, die ganze Nacht hindurch haben wir gearbeitet und nichts gefangen; doch auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.\u00ab<br>6 Als sie das getan hatten, fingen sie eine so gro\u00dfe Menge Fische, da\u00df ihre Netze zerrei\u00dfen wollten.<br>7 Da winkten sie ihren Genossen, die in dem andern Boot waren, sie m\u00f6chten kommen und ihnen helfen; die kamen auch, und man f\u00fcllte beide Boote, so da\u00df sie tiefgingen.<br>8 Als Simon Petrus das sah, warf er sich vor Jesus auf die Knie nieder und rief aus: \u00bbHerr, gehe weg von mir, denn ich bin ein s\u00fcndiger Mensch!\u00ab<br>9 Denn Schrecken hatte ihn und alle, die bei ihm waren, wegen dieses ihres Fischfangs befallen,<br>10 ebenso auch den Jakobus und Johannes, die S\u00f6hne des Zebed\u00e4us, welche Simons Genossen waren. Doch Jesus sagte zu Simon: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht! Von nun an wirst du ein Menschenfischer sein.\u00ab<br>11 Sie brachten nun die Boote an Land, verlie\u00dfen alles und folgten ihm nach.<br>12 Es begab sich darauf, w\u00e4hrend er sich in einer der St\u00e4dte aufhielt, da\u00df ein Mann da war, \u00fcber und \u00fcber mit Aussatz behaftet. Als dieser Jesus sah, warf er sich vor ihm auf sein Angesicht nieder und bat ihn mit den Worten: \u00bbHerr, wenn du willst, kannst du mich reinigen!\u00ab<br>13 Jesus streckte die Hand aus, fa\u00dfte ihn an und sagte: \u00bbIch will\u2019s: werde rein!\u00ab Da verschwand der Aussatz sogleich von ihm.<br>14 Jesus gebot ihm dann, niemand etwas davon zu sagen, und gab ihm die Weisung: \u00bbGehe hin, zeige dich dem Priester und bringe f\u00fcr deine Reinigung das Opfer dar, wie Mose es geboten hat (3.Mose 13,49; 14,10), zum Zeugnis f\u00fcr sie!\u00ab<br>15 Aber die Kunde \u00fcber ihn breitete sich immer weiter aus, und das Volk str\u00f6mte in gro\u00dfen Scharen zusammen, um ihn zu h\u00f6ren und sich von ihren Krankheiten heilen zu lassen.<br>16 Er jedoch zog sich in die Einsamkeit zur\u00fcck und betete dort.<br>17 Eines Tages, als er der Lehrt\u00e4tigkeit oblag, sa\u00dfen auch Pharis\u00e4er und Gesetzeslehrer da, die aus allen Ortschaften Galil\u00e4as und Jud\u00e4as und (besonders) aus Jerusalem gekommen waren; und die Kraft des Herrn war durch ihn wirksam, so da\u00df er Heilungen vollbrachte.<br>18 Da brachten M\u00e4nner auf einem Tragbett einen Mann, der gel\u00e4hmt war, und suchten ihn in das Haus hineinzubringen und vor Jesus niederzusetzen.<br>19 Weil sie aber wegen der Volksmenge keine M\u00f6glichkeit fanden, ihn hineinzubringen, stiegen sie auf das Dach und lie\u00dfen ihn samt dem Tragbett durch die Ziegel hindurch mitten unter die Leute vor Jesus hinab.<br>20 Als dieser ihren Glauben sah, sagte er: \u00bbMensch, deine S\u00fcnden sind dir vergeben!\u00ab<br>21 Da begannen die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er sich Gedanken dar\u00fcber zu machen und sagten: \u00bbWer ist dieser? Er spricht ja Gottesl\u00e4sterungen aus! Wer kann S\u00fcnden vergeben au\u00dfer Gott allein?\u00ab<br>22 Weil nun Jesus ihre Gedanken durchschaute, redete er sie mit den Worten an: \u00bbWas denkt ihr da in euren Herzen?<br>23 Was ist leichter, zu sagen: \u203aDeine S\u00fcnden sind dir vergeben\u2039, oder zu sagen: \u203aStehe auf und gehe umher\u2039?<br>24 Damit ihr aber wi\u00dft, da\u00df der Menschensohn Vollmacht hat, auf der Erde S\u00fcnden zu vergeben\u00ab \u2013 hierauf sagte er zu dem Gel\u00e4hmten: \u00bbIch sage dir: Stehe auf, nimm dein Bett auf dich und gehe heim in dein Haus!\u00ab<br>25 Da stand er augenblicklich vor ihren Augen auf, nahm das (Tragbett), auf dem er gelegen hatte, und ging Gott preisend heim in sein Haus.<br>26 Da gerieten alle au\u00dfer sich vor Erstaunen; sie priesen Gott und sagten voller Furcht: \u00bbUnglaubliches haben wir heute gesehen!\u00ab<br>27 Hierauf ging er (aus dem Hause) hinaus und sah einen Z\u00f6llner namens Levi an der Zollst\u00e4tte sitzen und sagte zu ihm: \u00bbFolge mir nach!\u00ab<br>28 Da verlie\u00df jener alles, stand auf und folgte ihm nach.<br>29 Und Levi richtete ihm zu Ehren ein gro\u00dfes Gastmahl in seinem Hause zu, und eine gro\u00dfe Schar von Z\u00f6llnern und anderen Leuten waren da, die mit ihnen am Mahl teilnahmen.<br>30 Da sagten die Pharis\u00e4er und die zu ihnen geh\u00f6renden Schriftgelehrten unwillig zu seinen J\u00fcngern: \u00bbWarum e\u00dft und trinkt ihr mit den Z\u00f6llnern und S\u00fcndern?\u00ab<br>31 Jesus antwortete ihnen mit den Worten: \u00bbDie Gesunden haben keinen Arzt n\u00f6tig, wohl aber die Kranken;<br>32 ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen zur Bu\u00dfe, sondern S\u00fcnder.\u00ab<br>33 Sie aber sagten zu ihm: \u00bbDie J\u00fcnger des Johannes fasten h\u00e4ufig und verrichten (dabei) Gebete, ebenso auch die (Sch\u00fcler) der Pharis\u00e4er, w\u00e4hrend die deinigen essen und trinken.\u00ab<br>34 Jesus antwortete ihnen: \u00bbK\u00f6nnt ihr etwa von den Hochzeitsg\u00e4sten verlangen, da\u00df sie fasten, solange der Br\u00e4utigam noch bei ihnen weilt?<br>35 Es werden aber Tage kommen, wo der Br\u00e4utigam ihnen genommen ist: dann, an jenen Tagen, werden sie fasten.\u00ab<br>36 Er legte ihnen aber auch noch ein Gleichnis vor: \u00bbNiemand rei\u00dft doch von einem neuen Kleid ein St\u00fcck Zeug ab und setzt es auf ein altes Kleid, sonst w\u00fcrde er nur das neue (Kleid) zerrei\u00dfen, und zu dem alten Kleide w\u00fcrde das St\u00fcck Zeug von dem neuen (Kleide) doch nicht passen.<br>37 Auch f\u00fcllt niemand neuen Wein in alte Schl\u00e4uche; sonst sprengt der junge Wein die Schl\u00e4uche und l\u00e4uft selbst aus, und auch die Schl\u00e4uche gehen verloren.<br>38 Nein, jungen Wein mu\u00df man in neue Schl\u00e4uche f\u00fcllen.<br>39 Und niemand, der alten Wein getrunken hat, mag jungen Wein trinken; denn er sagt: \u203aDer alte ist bek\u00f6mmlich.\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 6<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Es begab sich aber an einem Sabbat, da\u00df er durch die Kornfelder wanderte; dabei pfl\u00fcckten seine J\u00fcnger \u00c4hren ab, zerrieben sie in den H\u00e4nden und a\u00dfen sie.<br>2 Da sagten einige von den Pharis\u00e4ern zu ihnen: \u00bbWarum tut ihr da etwas, das man am Sabbat nicht tun darf?\u00ab<br>3 Jesus antwortete ihnen: \u00bbHabt ihr auch davon nichts gelesen (1.Sam 21,2-7), was David getan hat, als ihn samt seinen Begleitern hungerte?<br>4 Wie er da ins Gotteshaus hineinging, dort die Schaubrote nahm und sie a\u00df und auch seinen Begleitern davon gab, obgleich doch niemand au\u00dfer den Priestern sie essen darf?\u00ab<br>5 Er schlo\u00df mit den Worten: \u00bbDer Menschensohn ist Herr (auch) \u00fcber den Sabbat.\u00ab<br>6 An einem anderen Sabbat aber ging er in die Synagoge und lehrte. Dort war ein Mann, dessen rechter Arm verdorrt war.<br>7 Da lauerten die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er ihm auf, ob er wohl am Sabbat heilen w\u00fcrde, um dann einen Grund zu einer Anklage gegen ihn zu haben;<br>8 er aber kannte ihre Gedanken wohl. Er sagte nun zu dem Manne mit dem gel\u00e4hmten Arm: \u00bbStehe auf und tritt vor in die Mitte!\u00ab Jener stand auf und trat hin.<br>9 Dann sagte Jesus zu ihnen: \u00bbIch frage euch: Darf man am Sabbat Gutes tun, oder soll man B\u00f6ses tun? Darf man ein Leben erhalten, oder soll man es zugrunde gehen lassen?\u00ab<br>10 Nachdem er sie dann alle ringsum (zornig) angeblickt hatte, sagte er zu ihm: \u00bbStrecke deinen Arm aus!\u00ab Jener tat es, und sein Arm wurde wieder hergestellt.<br>11 Jene aber wurden ganz sinnlos vor Wut und besprachen sich miteinander, was sie Jesus antun k\u00f6nnten.<br>12 Es begab sich aber in diesen Tagen, da\u00df er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verbrachte dort die (ganze) Nacht im Gebet zu Gott.<br>13 Als es dann Tag geworden war, rief er seine J\u00fcnger zu sich und w\u00e4hlte zw\u00f6lf aus ihnen aus, die er auch Apostel nannte:<br>14 Simon, den er auch Petrus nannte, und dessen Bruder Andreas; ferner Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholom\u00e4us,<br>15 Matth\u00e4us und Thomas, Jakobus, den Sohn des Alph\u00e4us, und Simon mit dem Beinamen \u203ader Eiferer\u2039,<br>16 Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskarioth, der (sp\u00e4ter) zum Verr\u00e4ter an ihm wurde.<br>17 Als er dann mit ihnen (vom Berge) wieder hinabgestiegen war, blieb er auf einem ebenen Platz stehen samt einer gro\u00dfen Schar seiner J\u00fcnger und einer zahlreichen Volksmenge aus dem ganzen j\u00fcdischen Lande, besonders aus Jerusalem, auch aus dem K\u00fcstenlande von Tyrus und Sidon.<br>18 Alle diese waren gekommen, um ihn zu h\u00f6ren und sich von ihren Krankheiten heilen zu lassen; auch die von unreinen Geistern Geplagten fanden Heilung;<br>19 und die ganze Volksmenge suchte ihn anzur\u00fchren, denn eine Kraft ging von ihm aus und heilte alle.<br>20 Da richtete er seine Augen auf seine J\u00fcnger und sagte: \u00bbSelig seid ihr Armen, denn euer Teil ist das Reich Gottes!<br>21 Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet ges\u00e4ttigt werden! Selig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen!<br>22 Selig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen und wenn sie euch aus ihrer Gemeinschaft ausschlie\u00dfen und euch schm\u00e4hen und euren Namen als ein Schimpfwort verwerfen um des Menschensohnes willen!<br>23 Freuet euch alsdann und jubelt! Denn wisset wohl: euer Lohn ist gro\u00df im Himmel. Ihre V\u00e4ter haben ja an den Propheten ebenso gehandelt.<br>24 Doch wehe euch Reichen, denn ihr habt euren Trost dahin!<br>25 Wehe euch, die ihr jetzt satt seid, denn ihr werdet Hunger leiden! Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen!<br>26 Wehe euch, wenn alle Welt mit Lobesworten von euch redet! Ihre V\u00e4ter haben ja an den falschen Propheten ebenso gehandelt.\u00ab<br>27 \u00bbEuch aber, meinen H\u00f6rern, sage ich: Liebet eure Feinde, tut denen Gutes, die euch hassen,<br>28 segnet die, welche euch fluchen, betet f\u00fcr die, welche euch anfeinden!<br>29 Wer dich auf die Wange schl\u00e4gt, dem halte auch die andere hin, und wer dir den Mantel wegnimmt, dem verweigere auch den Rock nicht!<br>30 Jedem, der dich (um etwas) bittet, dem gib, und wer dir das Deine nimmt, von dem fordere es nicht zur\u00fcck!<br>31 Und wie ihr von den Leuten behandelt werden wollt, ebenso behandelt auch ihr sie!<br>32 Denn wenn ihr (nur) die liebt, die euch lieben: welchen (Anspruch auf) Dank habt ihr dann? Auch die S\u00fcnder lieben ja die, welche ihnen Liebe erweisen.<br>33 Und wenn ihr (nur) denen Gutes erweist, die euch Gutes tun: welchen (Anspruch auf) Dank habt ihr dann? Auch die S\u00fcnder tun dasselbe.<br>34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr (das Geliehene) zur\u00fcckzuerhalten hofft: welchen (Anspruch auf) Dank habt ihr dann? Auch die S\u00fcnder leihen den S\u00fcndern, um ebensoviel zur\u00fcckzuerhalten.<br>35 Nein, liebet eure Feinde, tut Gutes und leihet aus, ohne etwas zur\u00fcckzuerwarten! Dann wird euer Lohn gro\u00df sein, und ihr werdet S\u00f6hne des H\u00f6chsten sein; denn er ist g\u00fctig (auch) gegen die Undankbaren und B\u00f6sen.<br>36 Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist!\u00ab<br>37 \u00bbUnd richtet nicht, dann werdet ihr auch nicht gerichtet werden; und verurteilt nicht, dann werdet ihr auch nicht verurteilt werden; la\u00dft (eure Schuldner) frei, dann werdet ihr auch freigelassen werden.<br>38 Gebt, dann wird auch euch gegeben werden: ein reichliches, festgedr\u00fccktes, ger\u00fctteltes und \u00fcbervolles Ma\u00df wird man euch in den Scho\u00df sch\u00fctten; denn mit demselben Ma\u00df, mit dem ihr zume\u00dft, wird euch wieder zugemessen werden.\u00ab \u2013<br>39 Er legte ihnen dann auch ein Gleichnis vor: \u00bbKann wohl ein Blinder einen Blinden f\u00fchren? Werden sie nicht beide in die Grube fallen? (Mt 15,14)<br>40 Der J\u00fcnger steht nicht \u00fcber seinem Meister: jeder (J\u00fcnger) wird, wenn er v\u00f6llig ausgebildet ist, immer nur wie sein Meister sein (Mt 10,24-25).<br>41 Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, w\u00e4hrend du den Balken in deinem eignen Auge nicht wahrnimmst?<br>42 Oder wie darfst du zu deinem Bruder sagen: \u203aBruder, la\u00df mich den Splitter, der in deinem Auge steckt, herausziehen\u2039, w\u00e4hrend du den Balken in deinem eignen Auge nicht gewahrst? Du Heuchler! Ziehe zuerst den Balken aus deinem Auge, dann magst du zusehen, da\u00df du den Splitter herausziehst, der im Auge deines Bruders steckt.\u00ab<br>43 \u00bbDenn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Fr\u00fcchte bringt, und umgekehrt keinen schlechten Baum, der gute Fr\u00fcchte bringt.<br>44 Jeden Baum erkennt man ja an seinen Fr\u00fcchten; denn von Dornen sammelt man keine Feigen, und von einem Dornbusch kann man keine Trauben lesen.<br>45 Ein guter Mensch bringt aus der guten Schatzkammer seines Herzens das Gute hervor, w\u00e4hrend ein b\u00f6ser Mensch aus der b\u00f6sen (Schatzkammer seines Herzens) das B\u00f6se hervorbringt; denn wovon das Herz voll ist, davon redet sein Mund.\u00ab<br>46 \u00bbWas nennt ihr mich aber \u203aHerr, Herr!\u2039 und tut doch nicht, was ich (euch) sage?<br>47 Wer zu mir kommt und meine Worte h\u00f6rt und nach ihnen tut \u2013 ich will euch zeigen, wem der zu vergleichen ist:<br>48 Er gleicht einem Manne, der, als er ein Haus bauen wollte, bis in die Tiefe ausgraben lie\u00df und die Grundmauer auf den Felsen legte. Als nun Hochwasser kam, stie\u00df die Flut an jenes Haus, vermochte es aber wegen seiner festen Bauart nicht zu ersch\u00fcttern.<br>49 Wer aber (meine Worte) h\u00f6rt und nicht nach ihnen tut, der gleicht einem Manne, der ein Haus ohne feste Grundmauer auf den (lockeren) Erdboden baute. Als dann die Flut dagegen stie\u00df, st\u00fcrzte es sogleich in sich zusammen, und der Einsturz dieses Hauses war gewaltig.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 7<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Nachdem Jesus alle seine Reden an das Volk, das ihm zuh\u00f6rte, beendet hatte, ging er nach Kapernaum hinein.<br>2 Dort lag der Diener eines Hauptmanns, der diesem besonders wert war, todkrank darnieder.<br>3 Weil nun der Hauptmann von Jesus geh\u00f6rt hatte, sandte er \u00c4lteste der Juden zu ihm mit der Bitte, er m\u00f6chte kommen und seinen Diener gesund machen.<br>4 Als diese zu Jesus kamen, baten sie ihn inst\u00e4ndig mit den Worten: \u00bbEr verdient es, da\u00df du ihm diese Bitte erf\u00fcllst;<br>5 denn er hat unser Volk lieb, und er ist es, der uns unsere Synagoge gebaut hat.\u00ab<br>6 Da machte sich Jesus mit ihnen auf den Weg. Als er aber nicht mehr weit von dem Hause entfernt war, sandte der Hauptmann Freunde ab und lie\u00df ihm sagen: \u00bbHerr, bem\u00fche dich nicht, denn ich bin nicht wert, da\u00df du unter mein Dach trittst.<br>7 Darum habe ich mich auch nicht f\u00fcr w\u00fcrdig gehalten, selbst zu dir zu kommen; sprich vielmehr nur ein Wort, so mu\u00df mein Diener gesund werden.<br>8 Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Vorgesetzten steht, und habe Mannschaften unter mir; und wenn ich zu einem sage: \u203aGeh!\u2039, so geht er, und zu einem anderen: \u203aKomm!\u2039, so kommt er, und zu meinem Diener: \u203aTu das!\u2039, so tut er\u2019s.\u00ab<br>9 Als Jesus das h\u00f6rte, wunderte er sich \u00fcber ihn und sagte, zu der ihn begleitenden Volksmenge gewandt: \u00bbIch sage euch: Selbst in Israel habe ich solchen Glauben nicht gefunden!\u00ab<br>10 Als dann die Abgesandten in das Haus (des Hauptmanns) zur\u00fcckkehrten, fanden sie den Diener von seiner Krankheit genesen.<br>11 Kurze Zeit darauf begab es sich, da\u00df Jesus nach einer Stadt namens Nain wanderte, und mit ihm zogen seine J\u00fcnger und eine gro\u00dfe Volksschar.<br>12 Als er sich nun dem Stadttor n\u00e4herte, da trug man gerade einen Toten heraus, den einzigen Sohn seiner Mutter, und die war eine Witwe; und eine gro\u00dfe Volksmenge aus der Stadt gab ihr das Geleit.<br>13 Als der Herr sie sah, ging ihr Ungl\u00fcck ihm zu Herzen, und er sagte zu ihr: \u00bbWeine nicht!\u00ab<br>14 Dann trat er hinzu und fa\u00dfte die Bahre an; da standen die Tr\u00e4ger still, und er sprach: \u00bbJ\u00fcngling, ich sage dir: stehe auf!\u00ab<br>15 Da setzte der Tote sich aufrecht hin und fing an zu reden; und Jesus gab ihn seiner Mutter wieder (1.K\u00f6n 17,23).<br>16 Da kam Furcht \u00fcber alle, und sie priesen Gott und sagten: \u00bbEin gro\u00dfer Prophet ist unter uns erstanden!\u00ab und: \u00bbGott hat sein Volk gn\u00e4dig angesehen!\u00ab<br>17 Die Kunde von dieser seiner Tat aber verbreitete sich im ganzen j\u00fcdischen Lande und in allen umliegenden Gegenden.<br>18 Auch dem Johannes erstatteten seine J\u00fcnger Bericht \u00fcber dies alles. Da rief Johannes zwei von seinen J\u00fcngern zu sich,<br>19 sandte sie zum Herrn und lie\u00df ihn fragen: \u00bbBist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?\u00ab<br>20 Als nun die M\u00e4nner bei Jesus eintrafen, sagten sie: \u00bbJohannes der T\u00e4ufer hat uns zu dir gesandt und l\u00e4\u00dft dich fragen: \u203aBist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen andern warten?\u2039\u00ab<br>21 Jesus heilte in eben jener Stunde viele von Krankheiten, von schmerzhaften Leiden und b\u00f6sen Geistern und schenkte vielen Blinden das Augenlicht.<br>22 So gab er ihnen denn zur Antwort: \u00bbGeht hin und berichtet dem Johannes, was ihr (hier) gesehen und geh\u00f6rt habt: Blinde werden sehend, Lahme gehen, Auss\u00e4tzige werden rein, Taube h\u00f6ren, Tote werden auferweckt, Armen wird die Heilsbotschaft verk\u00fcndigt (Jes 35,5; 61,1),<br>23 und selig ist, wer an mir nicht irre wird.\u00ab<br>24 Als nun die Boten des Johannes wieder weggegangen waren, begann Jesus zu der Volksmenge \u00fcber Johannes zu reden: \u00bbWas wolltet ihr sehen, als ihr (j\u00fcngst) in die W\u00fcste hinauszogt? Etwa ein Schilfrohr, das vom Winde hin und her bewegt wird?<br>25 Nein; aber wozu seid ihr hinausgezogen? Wolltet ihr einen Mann in weichen Gew\u00e4ndern sehen? Nein; die Leute, welche pr\u00e4chtige Kleidung tragen und in \u00dcppigkeit leben, sind in den K\u00f6nigspal\u00e4sten zu finden.<br>26 Aber wozu seid ihr hinausgezogen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja, ich sage euch: Mehr noch als einen Propheten!<br>27 Dieser ist es, \u00fcber den geschrieben steht (Mal 3,1): \u203aSiehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir her bereiten soll.\u2039<br>28 Ja, ich sage euch: Unter den von Frauen Geborenen gibt es keinen gr\u00f6\u00dferen (Propheten) als Johannes; aber der Kleinste im Reiche Gottes ist gr\u00f6\u00dfer als er.<br>29 Und das gesamte Volk, das ihn h\u00f6rte, auch die Z\u00f6llner sind dem Willen Gottes nachgekommen, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen lie\u00dfen;<br>30 aber die Pharis\u00e4er und die Gesetzeslehrer haben den Heilsratschlu\u00df Gottes f\u00fcr ihre Person verworfen, indem sie sich von ihm nicht taufen lie\u00dfen.<br>31 Wem soll ich nun die Menschen des gegenw\u00e4rtigen Zeitalters vergleichen? Wem sind sie gleich?<br>32 Sie sind wie Kinder, die auf einem \u00f6ffentlichen Platze sitzen und einander zurufen: \u203aWir haben euch gepfiffen, doch ihr habt nicht getanzt! Wir haben Klagelieder angestimmt, doch ihr habt nicht geweint!\u2039<br>33 Denn Johannes der T\u00e4ufer ist gekommen, der kein Brot a\u00df und keinen Wein trank; da sagt ihr: \u203aEr ist von Sinnen!\u2039<br>34 Nun ist der Menschensohn gekommen, welcher i\u00dft und trinkt; da sagt ihr: \u203aSeht, ein Fresser und Weintrinker, ein Freund von Z\u00f6llnern und S\u00fcndern!\u2039<br>35 Und doch ist die (g\u00f6ttliche) Weisheit gerechtfertigt worden von allen ihren Kindern.\u00ab<br>36 Es lud ihn aber einer von den Pharis\u00e4ern ein, bei ihm zu speisen; er ging denn auch in die Wohnung des Pharis\u00e4ers und nahm bei Tische Platz.<br>37 Und siehe, eine Frau, die in der Stadt als S\u00fcnderin lebte und erfahren hatte, da\u00df Jesus im Hause des Pharis\u00e4ers zu Gaste sei, brachte ein Alabasterfl\u00e4schchen mit Myrrhen\u00f6l<br>38 und begann, indem sie von hinten an seine F\u00fc\u00dfe herantrat und weinte, seine F\u00fc\u00dfe mit ihren Tr\u00e4nen zu benetzen und sie mit ihrem Haupthaar zu trocknen; dann k\u00fc\u00dfte sie seine F\u00fc\u00dfe und salbte sie mit dem Myrrhen\u00f6l.<br>39 Als nun der Pharis\u00e4er, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er bei sich: \u00bbWenn dieser wirklich ein Prophet w\u00e4re, so m\u00fc\u00dfte er wissen, wer und was f\u00fcr eine Frau das ist, die ihn da ber\u00fchrt, da\u00df sie n\u00e4mlich eine S\u00fcnderin ist.\u00ab<br>40 Da nahm Jesus das Wort und sagte zu ihm: \u00bbSimon, ich habe dir etwas zu sagen.\u00ab Jener erwiderte: \u00bbMeister, sprich!\u00ab<br>41 \u00bbEin Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm f\u00fcnfhundert Denare schuldig, der andere f\u00fcnfzig;<br>42 weil sie aber nicht zur\u00fcckzahlen konnten, schenkte er beiden die Schuld. Wer von ihnen wird ihn nun am meisten lieben?\u00ab<br>43 Simon antwortete: \u00bbIch denke der, dem er das meiste geschenkt hat.\u00ab Jesus erwiderte ihm: \u00bbDu hast richtig geurteilt.\u00ab<br>44 Indem er sich dann zu der Frau wandte, sagte er zu Simon: \u00bbSiehst du diese Frau hier? Ich bin in dein Haus gekommen: du hast mir kein Wasser f\u00fcr die F\u00fc\u00dfe gegeben, sie aber hat mir die F\u00fc\u00dfe mit ihren Tr\u00e4nen genetzt und sie mit ihrem Haar getrocknet.<br>45 Du hast mir keinen Ku\u00df gegeben, sie aber hat, seitdem ich eingetreten bin, mir die F\u00fc\u00dfe unaufh\u00f6rlich gek\u00fc\u00dft.<br>46 Du hast mir das Haupt nicht mit \u00d6l gesalbt, sie aber hat mir mit Myrrhen\u00f6l die F\u00fc\u00dfe gesalbt.<br>47 Deshalb sage ich dir: Ihre vielen S\u00fcnden sind ihr vergeben, denn sie hat viel Liebe erwiesen; wem aber nur wenig vergeben wird, der erweist auch nur wenig Liebe.\u00ab<br>48 Dann sagte er zu ihr: \u00bbDeine S\u00fcnden sind (dir) vergeben!\u00ab<br>49 Da begannen die Tischgenossen bei sich zu denken: \u00bbWer ist dieser, da\u00df er sogar S\u00fcnden vergibt?\u00ab<br>50 Er aber sagte zu der Frau: \u00bbDein Glaube hat dich gerettet: gehe hin in Frieden!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 8<\/h2>\n\n\n\n<p>1 In der folgenden Zeit durchwanderte er dann das Land von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf, indem er \u00f6ffentlich lehrte und die Heilsbotschaft vom Reiche Gottes verk\u00fcndigte. In seiner Begleitung befanden sich die zw\u00f6lf J\u00fcnger<br>2 sowie auch einige Frauen, die er von b\u00f6sen Geistern und Krankheiten geheilt hatte, z.B. Maria, die Magdalena genannt wurde, aus der sieben b\u00f6se Geister ausgefahren waren,<br>3 ferner Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und noch viele andere, die ihnen mit den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln Dienste leisteten.<br>4 Als nun eine gro\u00dfe Volksmenge zusammenkam und die Leute aus allen St\u00e4dten ihm zustr\u00f6mten, sprach er in der Form eines Gleichnisses:<br>5 \u00bbDer S\u00e4mann ging aus, um seinen Samen zu s\u00e4en; und beim S\u00e4en fiel einiges (von dem Saatkorn) auf den Weg l\u00e4ngshin und wurde zertreten, und die V\u00f6gel des Himmels fra\u00dfen es auf.<br>6 Anderes fiel auf felsigen Boden, und als es aufgegangen war, verdorrte es, weil ihm die Feuchtigkeit fehlte.<br>7 Wieder anderes fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen wuchsen mit auf und erstickten es.<br>8 Anderes aber fiel auf den guten Boden, wuchs auf und brachte hundertf\u00e4ltigen Ertrag.\u00ab Bei diesen Worten rief er laut aus: \u00bbWer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re!\u00ab<br>9 Da fragten ihn seine J\u00fcnger nach dem Sinn dieses Gleichnisses;<br>10 und er antwortete: \u00bbEuch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den anderen aber (werden sie) nur in Gleichnissen (vorgetragen), damit \u203asie mit sehenden Augen doch nicht sehen und mit h\u00f6renden Ohren doch nicht verstehen\u2039 (Jes 6,9-10).<br>11 Dies ist aber die Deutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes.<br>12 Die, bei denen der Same auf den Weg l\u00e4ngshin fiel, sind solche, die (das Wort wohl) geh\u00f6rt haben, darauf aber kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen weg, damit sie nicht zum Glauben gelangen und dadurch gerettet werden.<br>13 Die, bei denen der Same auf den felsigen Boden fiel, sind solche, die das Wort, wenn sie es geh\u00f6rt haben, mit Freuden annehmen; doch es kann nicht Wurzel bei ihnen schlagen: eine Zeitlang glauben sie wohl, aber zur Zeit der Versuchung fallen sie ab.<br>14 Was dann unter die Dornen fiel, das deutet auf solche, die das Wort geh\u00f6rt haben, dann aber hingehen und es von den Sorgen und dem Reichtum und den Freuden des Lebens ersticken lassen, so da\u00df sie die Frucht nicht zur Reife bringen.<br>15 Was aber auf den guten Boden fiel, das deutet auf solche, die das Wort, welches sie geh\u00f6rt haben, in einem feinen und guten Herzen festhalten und mit Beharrlichkeit Frucht bringen.\u00ab<br>16 \u00bbNiemand aber, der ein Licht angez\u00fcndet hat, deckt es mit einem Gef\u00e4\u00df zu oder stellt es unter ein Bett, sondern er stellt es auf einen Leuchter, damit die Eintretenden den hellen Schein sehen (Mt 5,15).<br>17 Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar werden wird, und nichts ist geheim, was nicht bekannt werden und ans Tageslicht kommen wird (Mt 10,26; Lk 12,2).<br>18 Darum gebt wohl acht, wie ihr h\u00f6rt! Denn wer da hat, dem wird noch dazugegeben werden, und wer nicht hat, dem wird auch das noch genommen werden, was er zu haben meint.\u00ab (Mt 13,12; 25,29)<br>19 Es stellten sich dann seine Mutter und seine Br\u00fcder bei ihm ein, konnten jedoch wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen.<br>20 Da wurde ihm gemeldet: \u00bbDeine Mutter und deine Br\u00fcder stehen drau\u00dfen und w\u00fcnschen dich zu sehen.\u00ab<br>21 Er aber antwortete ihnen mit den Worten: \u00bbMeine Mutter und meine Br\u00fcder sind diese da, die das Wort Gottes h\u00f6ren und (danach) tun.\u00ab<br>22 Eines Tages begab es sich, da\u00df er mit seinen J\u00fcngern in ein Boot stieg und zu ihnen sagte: \u00bbWir wollen an die andere Seite des Sees hin\u00fcberfahren!\u00ab So stie\u00dfen sie denn vom Lande ab.<br>23 W\u00e4hrend der Fahrt aber schlief er ein. Da fuhr ein Sturmwind auf den See herab, das Boot f\u00fcllte sich mit Wasser, und sie gerieten in Lebensgefahr.<br>24 Da traten sie zu ihm und weckten ihn mit den Worten: \u00bbMeister, Meister, wir gehen unter!\u00ab Er aber stand auf und bedrohte den Wind und das Gewoge des Wassers: da legten sie sich, und es trat Windstille ein.<br>25 Er sagte dann zu ihnen: \u00bbWo ist nun euer Glaube (geblieben)?\u00ab Sie waren aber in Furcht und Staunen geraten und sagten zueinander: \u00bbWer ist denn dieser, da\u00df er sogar den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorsam sind?\u00ab<br>26 Sie fuhren dann nach dem Lande der Gergesener, das Galil\u00e4a gegen\u00fcber liegt.<br>27 Als er dort ans Land gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der von b\u00f6sen Geistern besessen war; schon seit langer Zeit hatte er keine Kleider mehr angezogen, auch hielt er sich in keinem Hause mehr auf, sondern in den Gr\u00e4bern.<br>28 Als er Jesus sah, schrie er auf, warf sich vor ihm nieder und rief laut: \u00bbWas willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des H\u00f6chsten? Ich bitte dich! Qu\u00e4le mich nicht!\u00ab<br>29 Jesus war n\u00e4mlich im Begriff, dem unreinen Geist zu gebieten, aus dem Manne auszufahren; denn dieser hatte ihn schon seit langer Zeit in seiner Gewalt, und man hatte ihn mit Ketten und Fu\u00dffesseln gebunden und in Gewahrsam gehalten; doch er hatte die Bande allemal zerrissen und wurde von dem b\u00f6sen Geiste in die Ein\u00f6den getrieben.<br>30 Jesus fragte ihn nun: \u00bbWie hei\u00dft du?\u00ab Er antwortete: \u00bbLegion\u00ab; denn viele b\u00f6se Geister waren in ihn gefahren.<br>31 Diese baten ihn nun, er m\u00f6chte ihnen nicht gebieten, in den Abgrund zu fahren.<br>32 Nun befand sich dort eine gro\u00dfe Herde Schweine auf der Weide an dem Berge; deshalb baten die Geister ihn um die Erlaubnis, in diese fahren zu d\u00fcrfen, und er erlaubte es ihnen.<br>33 So fuhren denn die Geister aus dem Manne aus und in die Schweine hinein; und die Herde st\u00fcrmte den Abhang hinab in den See und ertrank dort.<br>34 Als nun die Hirten sahen, was geschehen war, ergriffen sie die Flucht und erstatteten Meldung in der Stadt und in den Geh\u00f6ften.<br>35 Da zogen die Leute hinaus, um zu sehen, was vorgefallen war; sie kamen zu Jesus und fanden den Mann, aus dem die Geister ausgefahren waren, bekleidet und ganz vern\u00fcnftig zu den F\u00fc\u00dfen Jesu sitzen und gerieten dar\u00fcber in Furcht.<br>36 Die Augenzeugen erz\u00e4hlten ihnen dann, wie der (fr\u00fcher) Besessene geheilt worden war.<br>37 Da bat ihn die gesamte Bev\u00f6lkerung der Umgegend von Gergesa, er m\u00f6chte ihr Gebiet verlassen; denn sie waren in gro\u00dfe Furcht geraten. So stieg er denn wieder ins Boot und machte sich auf den R\u00fcckweg.<br>38 Hierauf richtete der Mann, von dem die b\u00f6sen Geister ausgefahren waren, die Bitte an ihn, bei ihm bleiben zu d\u00fcrfen; doch Jesus hie\u00df ihn gehen mit den Worten:<br>39 \u00bbKehre in dein Haus zur\u00fcck und erz\u00e4hle dort, wie Gro\u00dfes Gott an dir getan hat!\u00ab Da ging er denn auch hin und verk\u00fcndete in der ganzen Stadt, wie Gro\u00dfes Jesus an ihm getan hatte.<br>40 Als Jesus dann zur\u00fcckkehrte, nahm die Volksmenge ihn mit Freuden in Empfang, denn sie hatten alle auf ihn gewartet.<br>41 Da kam ein Mann namens Jairus, ein Vorsteher der (dortigen) Synagoge, warf sich vor Jesus nieder und bat ihn, in sein Haus zu kommen;<br>42 er hatte n\u00e4mlich eine einzige Tochter von ungef\u00e4hr zw\u00f6lf Jahren, und diese lag im Sterben. W\u00e4hrend Jesus nun hinging, umdr\u00e4ngte ihn die Volksmenge.<br>43 Und eine Frau, die schon seit zw\u00f6lf Jahren am Blutflu\u00df litt und [obgleich sie ihr ganzes Verm\u00f6gen an \u00c4rzte aufgewandt hatte] bei keinem Heilung hatte finden k\u00f6nnen,<br>44 die trat von hinten an ihn heran und fa\u00dfte die Quaste seines Mantels an, und augenblicklich kam der Blutflu\u00df bei ihr zum Stillstand.<br>45 Da fragte Jesus: \u00bbWer hat mich angefa\u00dft?\u00ab Als nun alle es in Abrede stellten, sagte Petrus: \u00bbMeister, die Volksmenge umdr\u00e4ngt und st\u00f6\u00dft dich von allen Seiten!\u00ab<br>46 Jesus aber erwiderte: \u00bbEs hat mich jemand angefa\u00dft, ich habe ja gef\u00fchlt, da\u00df eine Kraft von mir ausgegangen ist.\u00ab<br>47 Als nun die Frau sah, da\u00df sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie zitternd herbei, warf sich vor ihm nieder und bekannte vor dem ganzen Volk, aus welchem Grunde sie ihn angefa\u00dft habe und wie sie augenblicklich gesund geworden sei.<br>48 Da sagte er zu ihr: \u00bbMeine Tochter, dein Glaube hat dir Heilung verschafft: gehe in Frieden!\u00ab<br>49 W\u00e4hrend er noch redete, kam einer von den Leuten des Synagogenvorstehers mit der Meldung: \u00bbDeine Tochter ist gestorben: bem\u00fche den Meister nicht weiter!\u00ab<br>50 Als Jesus das h\u00f6rte, sagte er zu Jairus: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht, glaube nur, dann wird sie gerettet werden!\u00ab<br>51 Als er dann an das Haus gekommen war, lie\u00df er niemand (von den Seinen) mit sich eintreten au\u00dfer Petrus, Johannes, Jakobus und den Eltern des M\u00e4dchens.<br>52 Alle weinten aber und wehklagten laut um sie; er jedoch sagte: \u00bbWeinet nicht! Sie ist nicht tot, sondern schl\u00e4ft nur\u00ab;<br>53 da verlachten sie ihn, weil sie wohl wu\u00dften, da\u00df sie tot war.<br>54 Er aber fa\u00dfte sie bei der Hand und rief ihr laut zu: \u00bbM\u00e4dchen, stehe auf!\u00ab<br>55 Da kehrte ihr Geist zu ihr zur\u00fcck, und sie stand sogleich auf; und er ordnete an, man solle ihr zu essen geben.<br>56 Und ihre Eltern waren vor Erregung ganz au\u00dfer sich; er aber gebot ihnen, keinem etwas von dem Geschehenen zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 9<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Er rief dann die Zw\u00f6lf zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht \u00fcber alle b\u00f6sen Geister sowie zur Heilung von Krankheiten,<br>2 hierauf sandte er sie aus, das Reich Gottes zu verk\u00fcnden und (die Kranken) zu heilen.<br>3 Dabei gab er ihnen die Weisung: \u00bbNehmt nichts mit auf den Weg, weder einen Stock noch einen Ranzen, weder Brot noch Geld; auch sollt ihr nicht jeder zwei R\u00f6cke haben!<br>4 Wo ihr in ein Haus eingetreten seid, dort bleibt und von dort zieht weiter!<br>5 Und wo man euch nicht aufnimmt, da geht aus einer solchen Stadt weg und sch\u00fcttelt den Staub von euren F\u00fc\u00dfen ab zum Zeugnis wider sie!\u00ab<br>6 So machten sie sich denn auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf, indem sie \u00fcberall die Heilsbotschaft verk\u00fcndeten und Heilungen vollf\u00fchrten.<br>7 Es h\u00f6rte aber der Vierf\u00fcrst Herodes von allen diesen Begebenheiten und f\u00fchlte sich dadurch beunruhigt; denn manche behaupteten, Johannes sei von den Toten auferweckt worden;<br>8 andere wieder meinten, Elia sei erschienen; noch andere, einer von den alten Propheten sei auferstanden.<br>9 Herodes aber sagte: \u00bbDen Johannes habe ich enthaupten lassen; wer mag nun dieser sein, \u00fcber den ich solche Dinge h\u00f6re?\u00ab So hegte er denn den Wunsch, Jesus pers\u00f6nlich zu sehen.<br>10 Nach ihrer R\u00fcckkehr berichteten ihm die Apostel alles, was sie getan hatten. Da nahm er sie mit sich und zog sich in die Stille zur\u00fcck in eine Ortschaft namens Bethsaida.<br>11 Als aber die Volksmenge das in Erfahrung gebracht hatte, zogen sie ihm nach, und er lie\u00df sie auch zu sich kommen, redete zu ihnen vom Reiche Gottes und machte die gesund, welche der Heilung bedurften.<br>12 Als der Tag sich dann zu neigen begann, traten die Zw\u00f6lf an ihn heran und sagten zu ihm: \u00bbLa\u00df das Volk ziehen, damit sie in die umliegenden Ortschaften und Geh\u00f6fte gehen und dort Unterkunft und Verpflegung finden; denn hier sind wir in einer \u00f6den Gegend.\u00ab<br>13 Doch er antwortete ihnen: \u00bbGebt ihr ihnen doch zu essen!\u00ab Da erwiderten sie: \u00bbWir haben nicht mehr als f\u00fcnf Brote und zwei Fische; wir m\u00fc\u00dften sonst hingehen und Lebensmittel f\u00fcr dieses ganze Volk einkaufen\u00ab \u2013<br>14 es waren n\u00e4mlich gegen f\u00fcnftausend M\u00e4nner. Er sagte aber zu seinen J\u00fcngern: \u00bbLa\u00dft sie sich in Gruppen von etwa je f\u00fcnfzig Personen lagern.\u00ab<br>15 Sie taten so und brachten alle dazu, sich zu lagern.<br>16 Darauf nahm er die f\u00fcnf Brote und die beiden Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis (Gottes), brach die Brote und gab sie immer wieder den J\u00fcngern, damit diese sie dem Volk vorlegten.<br>17 Und sie a\u00dfen und wurden alle satt; dann las man die Brocken auf, die sie \u00fcbriggelassen hatten, zw\u00f6lf K\u00f6rbe voll.<br>18 Es begab sich hierauf, als er f\u00fcr sich allein betete, da\u00df nur die J\u00fcnger sich bei ihm befanden; da fragte er sie: \u00bbF\u00fcr wen halten mich die Volksscharen?\u00ab<br>19 Sie gaben ihm zur Antwort: \u00bbF\u00fcr Johannes den T\u00e4ufer, andere f\u00fcr Elia, noch andere meinen, einer von den alten Propheten sei auferstanden.\u00ab<br>20 Darauf fragte er sie weiter: \u00bbIhr aber \u2013 f\u00fcr wen haltet ihr mich?\u00ab Da antwortete Petrus: \u00bbF\u00fcr Christus, den Gottgesalbten!\u00ab<br>21 Da gab er ihnen die strenge Weisung und gebot ihnen, sie sollten das niemand sagen,<br>22 und f\u00fcgte noch hinzu: \u00bbDer Menschensohn mu\u00df vieles leiden und von den \u00c4ltesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen werden und den Tod erleiden und am dritten Tage auferweckt werden.\u00ab<br>23 Dann sagte er zu allen: \u00bbWill jemand mein Nachfolger sein, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz Tag f\u00fcr Tag auf sich und folge so mir nach! \u2013<br>24 Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.<br>25 Denn was h\u00fclfe es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gew\u00e4nne, sich selbst aber verl\u00f6re oder einb\u00fc\u00dfte? \u2013<br>26 Denn wer sich meiner und meiner Worte sch\u00e4mt, dessen wird auch der Menschensohn sich sch\u00e4men, wenn er in seiner Herrlichkeit und in der Herrlichkeit des Vaters und der heiligen Engel kommt.<br>27 Ich sage euch aber der Wahrheit gem\u00e4\u00df: Einige unter denen, die hier stehen, werden den Tod nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.\u00ab<br>28 Etwa acht Tage nach diesen Unterredungen nahm er Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf den Berg, um zu beten.<br>29 W\u00e4hrend er nun betete, ver\u00e4nderte sich das Aussehen seines Angesichts, und seine Kleidung wurde leuchtend wei\u00df.<br>30 Und siehe, zwei M\u00e4nner besprachen sich mit ihm, das waren Mose und Elia;<br>31 sie erschienen in (himmlischer) Herrlichkeit und redeten davon, wie sein Lebensausgang sich in Jerusalem vollziehen sollte.<br>32 Petrus aber und seine Genossen waren von schwerer Schl\u00e4frigkeit befallen; weil sie sich aber mit Gewalt wach hielten, sahen sie seine Herrlichkeit und die beiden M\u00e4nner, die bei ihm standen.<br>33 Als diese von ihm scheiden wollten, sagte Petrus zu Jesus: \u00bbMeister, hier sind wir gut aufgehoben; wir wollen drei H\u00fctten bauen, eine f\u00fcr dich, eine f\u00fcr Mose und eine f\u00fcr Elia\u00ab \u2013 er wu\u00dfte n\u00e4mlich nicht, was er da sagte.<br>34 W\u00e4hrend er noch so redete, kam eine Wolke und \u00fcberschattete sie; und sie gerieten in Furcht, als sie in die Wolke hineinkamen.<br>35 Da erscholl eine Stimme aus der Wolke, die rief: \u00bbDies ist mein auserw\u00e4hlter Sohn: h\u00f6ret auf ihn!\u00ab,<br>36 und w\u00e4hrend die Stimme erscholl, fand es sich, da\u00df Jesus allein da war. Und die J\u00fcnger blieben verschwiegen und teilten in jenen Tagen niemand etwas von dem mit, was sie gesehen hatten.<br>37 Als sie aber am folgenden Tage von dem Berge wieder hinabgestiegen waren, kam ihm eine gro\u00dfe Volksmenge entgegen.<br>38 Da rief ein Mann aus der Volksmenge heraus: \u00bbMeister, ich bitte dich: nimm dich meines Sohnes an, er ist ja mein einziger!<br>39 Siehe, ein Geist packt ihn, so da\u00df er pl\u00f6tzlich aufschreit; und er zerrt ihn hin und her, so da\u00df ihm Schaum vor den Mund tritt, und l\u00e4\u00dft nur schwer von ihm ab: er reibt seine Kr\u00e4fte ganz auf!<br>40 Ich habe deine J\u00fcnger gebeten, sie m\u00f6chten ihn austreiben, doch sie haben es nicht gekonnt.\u00ab<br>41 Da antwortete Jesus: \u00bbO ihr ungl\u00e4ubige und verkehrte Art von Menschen! Wie lange soll ich noch bei euch sein und es mit euch aushalten? Bringe deinen Sohn hierher!\u00ab<br>42 W\u00e4hrend nun der Knabe noch auf ihn zuging, ri\u00df der b\u00f6se Geist ihn hin und her und zog ihn krampfhaft zusammen. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist, heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater (gesund) zur\u00fcck.<br>43 Da gerieten alle au\u00dfer sich vor Staunen \u00fcber die gro\u00dfe Macht Gottes. W\u00e4hrend nun alle voll Verwunderung \u00fcber alle seine Taten waren, sagte er zu seinen J\u00fcngern:<br>44 \u00bbLa\u00dft ihr die Worte, die ich euch jetzt sage, in eure Ohren dringen! Denn der Menschensohn wird in die H\u00e4nde der Menschen \u00fcberantwortet werden.\u00ab<br>45 Sie verstanden aber diesen Ausspruch nicht, sondern er blieb vor ihnen verh\u00fcllt, damit sie ihn nicht begriffen; doch scheuten sie sich, ihn wegen dieses Ausspruchs zu befragen.<br>46 Es stieg aber (einmal) der Gedanke in ihnen auf, wer wohl der Gr\u00f6\u00dfte unter ihnen w\u00e4re.<br>47 Da Jesus nun den Gedanken kannte, der sie besch\u00e4ftigte, nahm er ein Kind, stellte es neben sich<br>48 und sagte zu ihnen: \u00bbWenn jemand dieses Kind auf meinen Namen hin aufnimmt, so nimmt er mich auf, und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat; denn wer der Kleinste unter euch allen ist, der ist gro\u00df.\u00ab<br>49 Da nahm Johannes das Wort und sagte: \u00bbMeister, wir haben jemand gesehen, der mit deinem Namen b\u00f6se Geister austrieb, und haben es ihm untersagt, weil er dir nicht mit uns nachfolgt.\u00ab<br>50 Jesus aber erwiderte ihm: \u00bbUntersagt es ihm nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist f\u00fcr euch.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">IV. Wirksamkeit Jesu auf seiner langen Wanderung nach Jerusalem (9,51-19,27)<\/h3>\n\n\n\n<p>51 Als dann aber die Zeit seines Hingangs herankam, richtete er fest entschlossen sein Augenmerk darauf, nach Jerusalem zu ziehen,<br>52 und er sandte Boten vor sich her. Diese machten sich auf den Weg und kamen in ein Dorf der Samariter, um dort ein Unterkommen f\u00fcr ihn zu besorgen;<br>53 doch man nahm ihn nicht auf, weil er die Absicht hatte, nach Jerusalem zu ziehen.<br>54 Als die J\u00fcnger Jakobus und Johannes das sahen, fragten sie: \u00bbHerr, willst du, da\u00df wir aussprechen, es solle Feuer vom Himmel fallen und sie verzehren, wie auch Elia getan hat?\u00ab (2.K\u00f6n 1,10.12.)<br>55 Er aber wandte sich um und verwies es ihnen mit den Worten: \u00bbWi\u00dft ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Menschenleben zu vernichten, sondern um sie zu retten.\u00ab<br>56 So begaben sie sich denn in ein anderes Dorf.<br>57 Als sie dann des Weges weiterzogen, sagte einer zu ihm: \u00bbIch will dir folgen, wohin du auch gehst.\u00ab<br>58 Jesus antwortete ihm: \u00bbDie F\u00fcchse haben Gruben und die V\u00f6gel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat keine St\u00e4tte, wohin er sein Haupt legen kann.\u00ab \u2013<br>59 Zu einem anderen sagte er: \u00bbFolge mir nach!\u00ab Der entgegnete: \u00bbErlaube mir, zun\u00e4chst noch hinzugehen und meinen Vater zu begraben.\u00ab<br>60 Da antwortete er ihm: \u00bbLa\u00df die Toten ihre Toten begraben! Du aber gehe hin und verk\u00fcndige das Reich Gottes!\u00ab \u2013<br>61 Noch ein anderer sagte: \u00bbHerr, ich will dir folgen; zun\u00e4chst aber gestatte mir, von meinen Hausgenossen Abschied zu nehmen!\u00ab<br>62 Da sagte Jesus zu ihm: \u00bbNiemand, der die Hand an den Pflug gelegt hat und dann noch r\u00fcckw\u00e4rts blickt, ist f\u00fcr das Reich Gottes tauglich.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 10<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Hierauf aber bestellte der Herr noch siebzig andere (J\u00fcnger) und sandte sie paarweise vor sich her in alle St\u00e4dte und Ortschaften, in die er selbst zu gehen gedachte.<br>2 Er sagte zu ihnen: \u00bbDie Ernte ist gro\u00df, aber klein die Zahl der Arbeiter; darum bittet den Herrn der Ernte, da\u00df er Arbeiter auf sein Erntefeld sende!<br>3 Geht hin! Seht, ich sende euch wie L\u00e4mmer mitten unter W\u00f6lfe.<br>4 Nehmt keinen Geldbeutel mit euch, auch keinen Ranzen und keine Schuhe, und la\u00dft euch unterwegs mit niemand in lange Begr\u00fc\u00dfungen ein.<br>5 Wo ihr in ein Haus eintretet, da sagt zuerst: \u203aFriede (sei) mit diesem Hause!\u2039<br>6 Wenn dann dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm gew\u00fcnscht habt, auf ihm ruhen; andernfalls wird euer Friedensgru\u00df zu euch zur\u00fcckkehren.<br>7 In demselben Hause bleibt dann und e\u00dft und trinkt, was man euch bietet; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht aus einem Hause weg in ein anderes;<br>8 und wo ihr in einer Stadt einkehrt und man euch aufnimmt, so e\u00dft, was man euch vorsetzt,<br>9 und heilt die Kranken daselbst und sagt zu den Stadtbewohnern: \u203aDas Reich Gottes ist nahe zu euch herbeigekommen!\u2039<br>10 Wo ihr aber in einer Stadt einkehrt und man euch nicht aufnimmt, so geht auf ihre Stra\u00dfen hinaus und sagt:<br>11 \u203aSogar den Staub, der sich uns aus eurer Stadt an die F\u00fc\u00dfe geh\u00e4ngt hat, wischen wir ab, damit er euch verbleibt, doch das sollt ihr wissen, da\u00df das Reich Gottes nahe herbeigekommen ist!\u2039<br>12 Ich sage euch: Es wird Sodom an jenem Tage ertr\u00e4glicher ergehen als der betreffenden Stadt!<br>13 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wundertaten geschehen w\u00e4ren, die bei euch geschehen sind, so h\u00e4tten sie l\u00e4ngst, in Sack und Asche sitzend, Bu\u00dfe getan.<br>14 Doch es wird Tyrus und Sidon beim Gericht ertr\u00e4glicher ergehen als euch.<br>15 Und du, Kapernaum, wirst doch nicht etwa bis zum Himmel erh\u00f6ht werden? Nein, bis zum Totenreich wirst du hinabgesto\u00dfen werden! (Jes 14,13-15)<br>16 Wer euch h\u00f6rt, der h\u00f6rt mich, und wer euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft den, der mich gesandt hat.\u00ab<br>17 Die Siebzig kehrten dann voller Freude zur\u00fcck und sagten: \u00bbHerr, auch die b\u00f6sen Geister sind uns kraft deines Namens gehorsam!\u00ab<br>18 Da antwortete er ihnen: \u00bbIch habe den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel herabgest\u00fcrzt gesehen.<br>19 Ihr wi\u00dft: ich habe euch die Macht verliehen, auf Schlangen und Skorpione zu treten (Ps 91,13), und Macht \u00fcber das ganze Heer des Widersachers, und keinen Schaden wird er euch irgendwie zuf\u00fcgen k\u00f6nnen.<br>20 Doch nicht dar\u00fcber freuet euch, da\u00df die Geister euch gehorsam sind; freut euch vielmehr dar\u00fcber, da\u00df eure Namen im Himmel eingeschrieben stehen!\u00ab<br>21 In eben dieser Stunde jubelte Jesus durch den heiligen Geist mit den Worten: \u00bbIch preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, da\u00df du dies vor Weisen und Klugen verborgen und es Unm\u00fcndigen geoffenbart hast; ja, Vater, denn so ist es dir wohlgef\u00e4llig gewesen.<br>22 Alles ist mir von meinem Vater \u00fcbergeben worden, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will.\u00ab \u2013<br>23 Dann wandte er sich zu den J\u00fcngern besonders und sagte: \u00bbSelig sind die Augen, die da sehen, was ihr seht!<br>24 Denn ich sage euch: Viele Propheten und K\u00f6nige haben gew\u00fcnscht, das zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und das zu h\u00f6ren, was ihr h\u00f6rt, und haben es nicht geh\u00f6rt.\u00ab<br>25 Da trat ein Gesetzeslehrer auf, um ihn zu versuchen, und fragte: \u00bbMeister, was mu\u00df ich tun, um ewiges Leben zu ererben?\u00ab<br>26 Jesus erwiderte ihm: \u00bbWas steht im Gesetz geschrieben? Wie lauten da die Worte?\u00ab<br>27 Er gab zur Antwort: \u00bbDu sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Denken\u00ab (5.Mose 6,5) und \u00bbdeinen N\u00e4chsten wie dich selbst\u00ab (3.Mose 19,18).<br>28 Jesus sagte zu ihm: \u00bbDu hast richtig geantwortet; tu das, so wirst du leben!\u00ab<br>29 Jener wollte sich aber rechtfertigen und sagte zu Jesus: \u00bbJa, wer ist denn mein N\u00e4chster?\u00ab<br>30 Da erwiderte Jesus: \u00bbEin Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel R\u00e4ubern in die H\u00e4nde; die pl\u00fcnderten ihn aus, schlugen ihn blutig, lie\u00dfen ihn halbtot liegen und gingen davon.<br>31 Zuf\u00e4llig kam ein Priester jene Stra\u00dfe hinabgezogen und sah ihn liegen, ging aber vor\u00fcber.<br>32 Ebenso kam auch ein Levit an die Stelle und sah ihn, ging aber vor\u00fcber.<br>33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam in seine N\u00e4he, und als er ihn sah, f\u00fchlte er Mitleid mit ihm;<br>34 er trat an ihn heran und verband ihm die Wunden, wobei er \u00d6l und Wein darauf go\u00df; dann setzte er ihn auf sein Maultier, brachte ihn in eine Herberge und verpflegte ihn.<br>35 Am folgenden Morgen holte er zwei Denare heraus (aus seinem Beutel), gab sie dem Wirt und sagte: \u203aVerpflege ihn, und was es dich etwa mehr kostet, will ich dir bei meiner R\u00fcckkehr ersetzen.\u2039<br>36 Wer von diesen dreien hat sich nun nach deiner Ansicht dem unter die R\u00e4uber Gefallenen als N\u00e4chster erwiesen?\u00ab<br>37 Jener antwortete: \u00bbDer, welcher die Barmherzigkeit an ihm ge\u00fcbt hat.\u00ab Da sagte Jesus zu ihm: \u00bbSo gehe hin und handle du ebenso!\u00ab<br>38 Als sie dann weiterwanderten, kam er in ein Dorf, und eine Frau namens Martha nahm ihn in ihr Haus auf.<br>39 Diese hatte eine Schwester namens Maria, die sich zu den F\u00fc\u00dfen des Herrn niederlie\u00df und seinen Worten zuh\u00f6rte;<br>40 Martha dagegen lie\u00df sich durch vielerlei Dienstleistungen f\u00fcr die Bewirtung in Anspruch nehmen. Nun trat sie zu ihm und sagte: \u00bbHerr, machst du dir nichts daraus, da\u00df meine Schwester die Bedienung mir allein \u00fcberlassen hat? Sage ihr doch, sie m\u00f6ge mir zur Hand gehen!\u00ab<br>41 Aber der Herr gab ihr zur Antwort: \u00bbMartha, Martha! Du machst dir [Sorge und] Unruhe um vielerlei;<br>42 aber nur eins ist n\u00f6tig. Denn Maria hat das gute Teil erw\u00e4hlt: das soll ihr nicht genommen werden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 11<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Jesus betete (einst unterwegs) an einem Orte, und als er damit zu Ende war, sagte einer seiner J\u00fcnger zu ihm: \u00bbHerr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine J\u00fcnger (Gebete) gelehrt hat!\u00ab<br>2 Da sagte er zu ihnen: \u00bbWenn ihr beten wollt, so sprecht: \u203aVater, geheiligt werde dein Name! Dein Reich komme!<br>3 Unser ausk\u00f6mmliches Brot gib uns Tag f\u00fcr Tag!<br>4 Und vergib uns unsere S\u00fcnden, denn auch wir vergeben jedem, der sich an uns verschuldet! Und f\u00fchre uns nicht in Versuchung!\u2039\u00ab<br>5 Dann fuhr er fort: \u00bbWer unter euch h\u00e4tte wohl einen Freund und ginge (nicht) mitten in der Nacht zu ihm und sagte zu ihm: \u203aFreund, hilf mir mit drei Broten aus!<br>6 Denn ein Freund von mir ist auf der Reise zu mir gekommen, und ich habe ihm nichts vorzusetzen\u2039;<br>7 und jener w\u00fcrde von drinnen antworten: \u203aBel\u00e4stige mich nicht! Die T\u00fcr ist schon verschlossen, und meine Kinder liegen schon bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und es dir geben!\u2039<br>8 Ich sage euch: Wenn er auch nicht deshalb aufstehen und ihm das Gew\u00fcnschte geben mag, weil jener sein Freund ist, so wird er doch wegen dessen Hartn\u00e4ckigkeit aufstehen und ihm geben, soviel er bedarf.<br>9 So sage denn auch ich euch: Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopft an, so wird man euch auftun!<br>10 Denn wer da bittet, empf\u00e4ngt, und wer da sucht, findet, und wer anklopft, dem wird man auftun.<br>11 Wo w\u00e4re aber unter euch ein Vater, der seinem Sohne, wenn er ihn um Brot bittet, einen Stein reichte? Oder wenn er ihn um einen Fisch bittet, wird er ihm statt dessen wohl eine Schlange reichen?<br>12 Oder auch einen Skorpion statt eines Eies?<br>13 Wenn nun ihr, die ihr doch b\u00f6se seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht: wieviel mehr wird der Vater vom Himmel her Heiligen Geist denen geben, die ihn darum bitten!\u00ab<br>14 Er trieb dann einen b\u00f6sen Geist aus, der stumm war; und als der b\u00f6se Geist ausgefahren war, konnte der Stumme reden. Da geriet die Volksmenge in Erstaunen.<br>15 Einige von ihnen aber sagten: \u00bbIm Bunde mit Beelzebul, dem Obersten der b\u00f6sen Geister, treibt er die b\u00f6sen Geister aus.\u00ab<br>16 Andere wieder stellten ihn auf die Probe, indem sie von ihm ein Wunderzeichen vom Himmel her verlangten.<br>17 Weil er jedoch ihre Gedanken kannte, sagte er zu ihnen: \u00bbJedes Reich, das gegen sich selbst entzweit ist, wird verw\u00fcstet, und ein Haus st\u00fcrzt auf das andere.<br>18 Wenn nun auch der Satan gegen sich selbst in Zwiespalt geraten ist, wie wird dann seine Herrschaft Bestand haben k\u00f6nnen? Ihr behauptet ja, da\u00df ich die b\u00f6sen Geister im Bunde mit Beelzebul austreibe!<br>19 Wenn ich aber die Geister im Bunde mit Beelzebul austreibe, mit wessen Hilfe treiben eure S\u00f6hne sie aus? Darum werden diese eure Richter sein.<br>20 Wenn ich aber die b\u00f6sen Geister durch Gottes Finger austreibe, dann ist ja das Reich Gottes (schon) zu euch gekommen. \u2013<br>21 Solange der Starke in voller Waffenr\u00fcstung sein Schlo\u00df bewacht, ist sein Besitztum in Sicherheit;<br>22 wenn aber ein St\u00e4rkerer ihn \u00fcberf\u00e4llt und besiegt, so nimmt er ihm seine Waffenr\u00fcstung, auf die er sich verlassen hatte, und teilt die ihm abgenommene Beute aus. \u2013<br>23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.<br>24 Wenn der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren ist, durchwandert er w\u00fcste Gegenden und sucht eine Ruhest\u00e4tte; und wenn er keine findet, so sagt er: \u203aIch will in mein Haus zur\u00fcckkehren, das ich verlassen habe.\u2039<br>25 Wenn er dann hinkommt, findet er es sauber gefegt und sch\u00f6n aufger\u00e4umt.<br>26 Hierauf geht er hin und nimmt noch sieben andere Geister, die b\u00f6sartiger sind als er selbst; und sie ziehen ein und nehmen dort Wohnung; und das Ende wird bei einem solchen Menschen schlimmer als der Anfang war.\u00ab<br>27 Als er so redete, erhob eine Frau aus der Volksmenge ihre Stimme und rief ihm zu: \u00bbSelig (zu preisen) ist der Mutterscho\u00df, der dich getragen, und die Br\u00fcste, die dich gen\u00e4hrt haben!\u00ab<br>28 Er aber erwiderte: \u00bbSelig sind vielmehr die, welche das Wort Gottes h\u00f6ren und bewahren!\u00ab<br>29 Als dann immer noch mehr Volksscharen sich sammelten, begann er folgende Rede: \u00bbDas gegenw\u00e4rtige Geschlecht ist ein b\u00f6ses Geschlecht! Es verlangt ein Zeichen, doch es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als nur das Zeichen des (Propheten) Jona.<br>30 Denn wie Jona einst f\u00fcr die Bewohner von Ninive zu einem Zeichen geworden ist (Jona 3,3-5), so wird es auch der Menschensohn f\u00fcr dieses Geschlecht sein.<br>31 Die K\u00f6nigin aus dem S\u00fcden (1.K\u00f6n 10,1-10) wird im Gericht mit den M\u00e4nnern dieses Geschlechts (als Zeugin) auftreten und ihre Verurteilung herbeif\u00fchren; denn sie ist von den Enden der Erde gekommen, um die Weisheit Salomos zu h\u00f6ren; und hier steht Gr\u00f6\u00dferes als Salomo.<br>32 Die M\u00e4nner von Ninive werden im Gericht mit diesem Geschlecht (als Zeugen) auftreten und seine Verurteilung herbeif\u00fchren; denn sie haben auf Jonas Predigt hin Bu\u00dfe getan; und hier steht Gr\u00f6\u00dferes als Jona. \u2013<br>33 Niemand z\u00fcndet ein Licht an und stellt es dann in einen verborgenen Winkel oder unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Eintretenden den hellen Schein sehen.<br>34 Die Leuchte des Leibes ist dein Auge. Solange nun dein Auge richtig ist, hat auch dein ganzer Leib Licht; wenn es aber nichts taugt, so befindet sich auch dein (ganzer) Leib in Finsternis.<br>35 Darum gib wohl acht, da\u00df das Licht in dir sich nicht verfinstert!<br>36 Ist nun dein ganzer Leib beleuchtet und kein Teil an ihm im Finstern geblieben, dann wird er ganz so in Helligkeit sein, wie wenn die Lampe dich mit ihrem hellen Schein bestrahlt.\u00ab<br>37 Im Anschlu\u00df an diese Rede bat ihn ein Pharis\u00e4er, zu Mittag bei ihm zu speisen; er ging auch zu ihm ins Haus und setzte sich (ohne weiteres) zu Tisch.<br>38 Als der Pharis\u00e4er das sah, \u00e4u\u00dferte er seine Verwunderung dar\u00fcber, da\u00df Jesus sich vor der Mahlzeit nicht zun\u00e4chst gewaschen habe.<br>39 Da sagte der Herr zu ihm: \u00bbNun ja, ihr Pharis\u00e4er haltet die Au\u00dfenseite des Bechers und der Sch\u00fcssel rein, euer Inneres aber ist voll von Raub (-gier) und Bosheit.<br>40 Ihr Toren! Hat nicht der, welcher das Auswendige geschaffen hat, auch das Inwendige geschaffen?<br>41 Gebt nur das, was sich darin befindet, als Almosen: seht, dann habt ihr sofort alles rein.<br>42 Aber wehe euch Pharis\u00e4ern! Ihr entrichtet den Zehnten von Minze, Raute und jedem anderen Gartengew\u00e4chs, la\u00dft aber das Recht und die Liebe zu Gott au\u00dfer acht. Vielmehr sollte man diese (beiden) \u00fcben und jenes nicht unterlassen.<br>43 Wehe euch Pharis\u00e4ern! Ihr liebt den Ehrenplatz in den Synagogen und wollt auf den M\u00e4rkten gegr\u00fc\u00dft sein.<br>44 Wehe euch! Ihr seid wie die unkenntlich gewordenen Gr\u00e4ber, \u00fcber welche die Leute, ohne es zu wissen, hingehen.\u00ab<br>45 Da nahm einer von den Gesetzeslehrern das Wort und sagte zu ihm: \u00bbMeister, mit diesen Worten beleidigst du auch uns!\u00ab<br>46 Er aber entgegnete: \u00bbWehe auch euch Gesetzeslehrern! Denn ihr b\u00fcrdet den Menschen schwer zu tragende Lasten auf, r\u00fchrt aber selber die Lasten mit keinem Finger an.<br>47 Wehe euch! Ihr erbaut den Propheten Grabm\u00e4ler, w\u00e4hrend eure V\u00e4ter sie get\u00f6tet haben.<br>48 Damit tretet ihr als Zeugen f\u00fcr die Taten eurer V\u00e4ter auf und zollt ihnen Beifall; denn jene haben sie get\u00f6tet, und ihr errichtet ihnen Bauwerke.<br>49 Darum hat auch die Weisheit Gottes gesagt: \u203aIch will Propheten und Apostel zu ihnen senden, von denen sie einige t\u00f6ten und verfolgen werden,<br>50 damit das Blut aller Propheten, das seit Grundlegung der Welt vergossen worden ist, an diesem Geschlecht ger\u00e4cht werde,<br>51 vom Blute Abels an (1.Mose 4,8) bis zum Blute Sacharjas (2.Chr 24,20-22), der zwischen dem Brandopferaltar und dem Tempelhause den Tod erlitten hat.\u2039 Ja, ich sage euch: es wird an diesem Geschlecht ger\u00e4cht werden!<br>52 Wehe euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schl\u00fcssel zur Erkenntnis (des Heils) weggenommen; ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, welche hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.\u00ab<br>53 Als er dann von dort weggegangen war, begannen die Schriftgelehrten und Pharis\u00e4er ihm mit Erbitterung zuzusetzen und ihn \u00fcber immer mehr Dinge auszufragen,<br>54 wobei sie ihn belauerten, um ein (unbedachtes) Wort aus seinem Munde aufzufangen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 12<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Als sich unterdessen eine Volksmenge von vielen Tausenden angesammelt hatte, so da\u00df sie einander auf die F\u00fc\u00dfe traten, begann er, zuerst zu seinen J\u00fcngern zu sagen: \u00bbH\u00fctet euch vor dem Sauerteig der Pharis\u00e4er, das hei\u00dft vor der Heuchelei! \u2013<br>2 Nichts aber ist verh\u00fcllt, das nicht enth\u00fcllt werden wird, und nichts verborgen, was nicht bekannt werden wird.<br>3 Daher wird alles, was ihr im Dunkeln geredet habt, im Licht (der \u00d6ffentlichkeit) geh\u00f6rt werden; und was ihr in den Kammern ins Ohr gefl\u00fcstert habt, wird auf den D\u00e4chern ausgerufen werden.\u00ab<br>4 \u00bbIch sage aber euch, meinen Freunden: F\u00fcrchtet euch nicht vor denen, die den Leib zwar t\u00f6ten, danach aber euch nichts weiter antun k\u00f6nnen!<br>5 Ich will euch aber angeben, vor wem ihr euch zu f\u00fcrchten habt: F\u00fcrchtet euch vor dem, der die Macht besitzt zu t\u00f6ten und dann auch noch in die H\u00f6lle zu werfen! Ja, ich sage euch: Vor diesem f\u00fcrchtet euch! \u2013<br>6 Verkauft man nicht f\u00fcnf Sperlinge f\u00fcr zwei Kupferst\u00fccke? Und doch ist kein einziger von ihnen bei Gott vergessen.<br>7 Nun sind aber (bei euch) sogar die Haare auf eurem Haupt alle gez\u00e4hlt. F\u00fcrchtet euch nicht: ihr seid mehr wert als viele Sperlinge!<br>8 Ich sage euch aber: Wer sich zu mir vor den Menschen bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen;<br>9 wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden.\u00ab<br>10 \u00bbUnd wer immer ein Wort gegen den Menschensohn ausspricht, der wird Vergebung finden; wer aber gegen den heiligen Geist eine L\u00e4sterung begeht, der wird keine Vergebung finden. \u2013<br>11 Wenn man euch aber vor die Synagogen und vor die Obrigkeiten und die Beh\u00f6rden stellt, so macht euch keine Sorge dar\u00fcber, wie oder womit ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt!<br>12 Denn der heilige Geist wird euch in eben der Stunde lehren, was ihr sagen sollt.\u00ab<br>13 Es sagte aber einer aus der Volksmenge zu ihm: \u00bbMeister, sage doch meinem Bruder, er solle die Erbschaft mit mir teilen!\u00ab<br>14 Jesus aber antwortete ihm: \u00bbMensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschaftsteiler \u00fcber euch bestellt?\u00ab<br>15 Dann fuhr er fort: \u00bbSeht euch vor und h\u00fctet euch vor aller Habsucht! Denn wenn jemand auch \u00dcberflu\u00df hat, so ist das Leben f\u00fcr ihn doch durch all sein Besitztum nicht gesichert.\u00ab<br>16 Er legte ihnen dann folgendes Gleichnis vor: \u00bbEinem reichen Manne hatten seine Felder eine ergiebige Ernte gebracht.<br>17 Da \u00fcberlegte er bei sich folgenderma\u00dfen: \u203aWas soll ich tun? Ich habe keinen Raum, meine Ernte unterzubringen.\u2039<br>18 Dann sagte er: \u203aSo will ich\u2019s machen: Ich will meine Scheunen abrei\u00dfen und gr\u00f6\u00dfere bauen und dort meinen gesamten Ernteertrag und meine G\u00fcter unterbringen<br>19 und will dann zu meiner Seele sagen: Liebe Seele, du hast nun einen reichen Vorrat auf viele Jahre daliegen; g\u00f6nne dir also Ruhe, i\u00df und trink und la\u00df dir\u2019s wohl sein!\u2039<br>20 Aber Gott sprach zu ihm: \u203aDu Narr! Noch in dieser Nacht fordert man dir deine Seele ab; wem wird dann das geh\u00f6ren, was du aufgespeichert hast?\u2039<br>21 So geht es jedem, der f\u00fcr sich selbst Sch\u00e4tze sammelt und nicht reich f\u00fcr Gott ist.\u00ab<br>22 Weiter sagte er zu seinen J\u00fcngern: \u00bbDeshalb sage ich euch: Seid nicht besorgt um euer Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt!<br>23 Das Leben ist doch wertvoller als die Nahrung und der Leib wertvoller als die Kleidung.<br>24 Sehet die Raben an: sie s\u00e4en nicht und ernten nicht, sie haben keine Vorratskammern und keine Scheunen, und Gott ern\u00e4hrt sie doch. Wieviel mehr seid ihr doch wert als die V\u00f6gel!<br>25 Wer aber von euch verm\u00f6chte durch all seine Sorgen der L\u00e4nge seiner Lebenszeit auch nur eine Spanne zuzusetzen?<br>26 Wenn ihr also nicht einmal etwas ganz Geringes verm\u00f6gt, wozu macht ihr euch da Sorge um das \u00dcbrige?<br>27 Sehet die Lilien an, wie sie weder spinnen noch weben, und doch sage ich euch: Auch Salomo in aller seiner Pracht ist nicht so herrlich gekleidet gewesen wie eine von diesen.<br>28 Wenn nun Gott das Gras auf dem Felde, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet: wieviel eher wird er es euch tun, ihr Kleingl\u00e4ubigen!<br>29 So fragt denn auch ihr nicht \u00e4ngstlich, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und regt euch nicht dar\u00fcber auf!<br>30 Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heidenv\u00f6lker der Welt; euer Vater wei\u00df ja, da\u00df ihr dies bed\u00fcrft.<br>31 Trachtet vielmehr nach seinem Reich, dann wird euch dieses obendrein gegeben werden.<br>32 F\u00fcrchte dich nicht, du kleine Herde! Denn eurem Vater hat es gefallen, euch das Reich (Gottes) zu geben.<br>33 Verkauft euren Besitz und gebt ihn als Almosen hin! Verschafft euch Geldbeutel, die sich nicht abn\u00fctzen, einen Schatz, der nie zu Ende geht, im Himmel, wo kein Dieb hineinkommt und keine Motte etwas zernagt!<br>34 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.\u00ab<br>35 \u00bbLa\u00dft eure H\u00fcften geg\u00fcrtet sein und eure Lampen brennen (Mt 25,1-13)!<br>36 Denn ihr sollt Leuten gleichen, die auf ihren Herrn warten, wann er vom Hochzeitsmahl heimkehren werde, um ihm, wenn er kommt und anklopft, sogleich zu \u00f6ffnen.<br>37 Selig zu preisen sind solche Knechte, die der Herr bei seiner R\u00fcckkehr wachend antrifft! Wahrlich ich sage euch: Er wird sich das Gewand hochsch\u00fcrzen, wird sie sich zu Tische setzen lassen und herantreten, um sie zu bedienen.<br>38 Und mag er erst in der zweiten oder in der dritten Nachtwache kommen und sie so vorfinden: selig sind sie zu preisen!<br>39 Das aber seht ihr ein: Wenn der Hausherr w\u00fc\u00dfte, in welcher Stunde der Dieb kommt, so w\u00fcrde er keinen Einbruch in sein Haus zulassen.<br>40 Darum haltet auch ihr euch bereit, denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht vermutet.\u00ab<br>41 Da fragte Petrus: \u00bbHerr, hast du dies Gleichnis nur f\u00fcr uns bestimmt oder auch f\u00fcr alle anderen?\u00ab<br>42 Der Herr antwortete: \u00bbWer ist demnach der treue Haushalter, der kluge, den sein Herr \u00fcber seine Dienerschaft setzen wird, damit er ihnen das geb\u00fchrende Speisema\u00df zu rechter Zeit gebe?<br>43 Selig zu preisen ist ein solcher Knecht, den sein Herr bei seiner R\u00fcckkehr in solcher T\u00e4tigkeit findet.<br>44 Wahrlich ich sage euch: \u00dcber seine s\u00e4mtlichen G\u00fcter wird er ihn setzen.<br>45 Wenn aber ein solcher Knecht in seinem Herzen denkt: \u203aMein Herr kommt noch lange nicht!\u2039 und dann anf\u00e4ngt, die Knechte und M\u00e4gde zu schlagen, zu schmausen und zu zechen und sich zu betrinken:<br>46 so wird der Herr eines solchen Knechtes an einem Tage kommen, an dem er ihn nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und wird ihn zerhauen (Mt 24,51) lassen und ihm seinen Platz bei den Ungetreuen anweisen.<br>47 Ein solcher Knecht aber, der den Willen seines Herrn gekannt und doch nichts ausgef\u00fchrt und nichts nach seinem Willen getan hat, wird viele Schl\u00e4ge erhalten;<br>48 wer dagegen seinen Willen nicht gekannt und Dinge getan hat, die Z\u00fcchtigung verdienen, wird nur wenige Schl\u00e4ge erhalten. Wem aber viel gegeben ist, von dem wird auch viel gefordert werden, und wem viel anvertraut ist, von dem wird man auch um so mehr verlangen.\u00ab<br>49 \u00bbIch bin dazu gekommen, ein Feuer auf die Erde zu werfen, und was sollte ich lieber w\u00fcnschen, als da\u00df es schon brennte!<br>50 Doch mit einer Taufe habe ich mich (vorher) noch taufen zu lassen, und wie ist mir so bange (und doch zugleich: wie dr\u00e4ngt es mich), bis sie vollzogen ist!<br>51 Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, vielmehr Zwiespalt.<br>52 Denn von nun an werden f\u00fcnf, die in einem Hause wohnen, entzweit sein: drei werden gegen zwei und zwei gegen drei stehen,<br>53 der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.\u00ab (Mi 7,6)<br>54 Dann sagte er auch noch zu der Volksmenge: \u00bbWenn ihr Gew\u00f6lk im Westen aufsteigen seht, dann sagt ihr sogleich: \u203aEs gibt Regen\u2039, und es kommt auch so;<br>55 und wenn ihr den S\u00fcdwind wehen seht, so sagt ihr: \u203aEs wird hei\u00df werden\u2039, und es kommt auch so.<br>56 Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels versteht ihr richtig zu beurteilen; wie kommt es denn, da\u00df ihr die gegenw\u00e4rtige Zeit nicht richtig beurteilt?<br>57 Warum k\u00f6nnt ihr auch nicht von euch selbst aus zu einem Urteil \u00fcber das, was recht ist, gelangen?<br>58 Denn wenn du mit deinem Widersacher vor Gericht gehst, so gib dir noch unterwegs M\u00fche, dich g\u00fctlich mit ihm abzufinden, damit er dich nicht etwa vor den Richter schleppt und der Richter dich dem Gerichtsdiener \u00fcbergibt und der Gerichtsdiener dich ins Gef\u00e4ngnis wirft.<br>59 Ich sage dir: du wirst von dort sicherlich nicht loskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlt hast.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 13<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Es waren aber zu eben dieser Zeit einige Leute (bei ihm) eingetroffen, die ihm von den Galil\u00e4ern erz\u00e4hlten, deren Blut Pilatus zusammen mit dem ihrer Schlachtopfer vergossen hatte.<br>2 Da antwortete ihnen Jesus: \u00bbMeint ihr etwa, diese Galil\u00e4er seien gr\u00f6\u00dfere S\u00fcnder gewesen als alle anderen Galil\u00e4er, weil sie dies Schicksal erlitten haben?<br>3 Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr euren Sinn nicht \u00e4ndert, werdet ihr alle ebenso umkommen.<br>4 Oder meint ihr, da\u00df jene achtzehn, auf die der Turm am (Teich) Siloah gest\u00fcrzt ist und sie erschlagen hat, schuldbeladener gewesen seien als alle anderen Bewohner von Jerusalem?<br>5 Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr euren Sinn nicht \u00e4ndert, werdet ihr alle ebenso umkommen.\u00ab<br>6 Er sagte ihnen dann noch folgendes Gleichnis: \u00bbJemand hatte einen Feigenbaum in seinem Weinberge stehen, und er kam und suchte Frucht an ihm, fand jedoch keine.<br>7 Da sagte er zu dem Weing\u00e4rtner: \u203aSieh, ich komme nun schon drei Jahre her und suche Frucht an diesem Feigenbaum, finde jedoch keine; haue ihn ab! Wozu soll er noch den Platz wegnehmen?\u2039<br>8 Da antwortete ihm jener: \u203aHerr, la\u00df ihn noch dieses Jahr stehen! Ich will noch einmal das Land um ihn herum graben und ihn d\u00fcngen:<br>9 vielleicht bringt er k\u00fcnftig doch noch Frucht; andernfalls la\u00df ihn umhauen!\u2039\u00ab<br>10 Jesus lehrte einst in einer der Synagogen am Sabbat.<br>11 Da war gerade eine Frau anwesend, die schon seit achtzehn Jahren einen Geist der Schw\u00e4che hatte; sie war zusammengekr\u00fcmmt und unf\u00e4hig, sich ordentlich aufzurichten.<br>12 Als Jesus sie erblickte, rief er sie herbei und sagte zu ihr: \u00bbFrau, du bist von deiner Schw\u00e4che befreit!\u00ab<br>13 Dann legte er ihr die H\u00e4nde auf, und sie richtete sich augenblicklich gerade empor und pries Gott.<br>14 Weil nun der Vorsteher der Synagoge unwillig dar\u00fcber war, da\u00df Jesus am Sabbat eine Heilung vollzogen hatte, sagte er zu der (versammelten) Menge: \u00bbSechs Tage sind da, an denen man arbeiten soll; an diesen also kommt und la\u00dft euch heilen, aber nicht (gerade) am Sabbattage!\u00ab<br>15 Der Herr aber antwortete ihm mit den Worten: \u00bbIhr Heuchler! Bindet nicht ein jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und f\u00fchrt ihn zur Tr\u00e4nke?<br>16 Diese Frau aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan nun schon achtzehn Jahre lang in Fesseln gehalten hat, die sollte von dieser Fessel am Sabbattage nicht befreit werden d\u00fcrfen?\u00ab<br>17 Durch diese seine Worte wurden alle seine Gegner besch\u00e4mt; die ganze Volksmenge aber freute sich \u00fcber alle die herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.<br>18 Dann sagte er: \u00bbWem ist das Reich Gottes gleich, und womit soll ich es vergleichen?<br>19 Es ist einem Senfkorn gleich, das ein Mann nahm und in seinem Garten einlegte; dort wuchs es und wurde zu einem Baume, und die V\u00f6gel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.\u00ab<br>20 Und weiter sagte er: \u00bbWomit soll ich das Reich Gottes vergleichen?<br>21 Es ist einem Sauerteig gleich, den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis der ganze Teig durchs\u00e4uert war.\u00ab<br>22 So wanderte er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf, indem er lehrte und seine Wanderung nach Jerusalem vollzog.<br>23 Da fragte ihn jemand: \u00bbHerr, es sind wohl nur wenige, die gerettet werden?\u00ab Er antwortete ihnen:<br>24 \u00bbRinget danach, durch die enge Pforte einzugehen! Denn viele, sage ich euch, werden hineinzukommen suchen und es nicht verm\u00f6gen.<br>25 Wenn ihr erst dann, nachdem der Hausherr sich schon erhoben und die T\u00fcr abgeschlossen hat, drau\u00dfen zu stehen und an die T\u00fcr zu klopfen beginnt und ihm zuruft: \u203aHerr, mache uns auf!\u2039, so wird er euch antworten: \u203aIch wei\u00df von euch nicht, woher ihr seid.\u2039<br>26 Dann werdet ihr anfangen zu versichern: \u203aWir haben doch vor deinen Augen (mit dir) gegessen und getrunken, und du hast bei uns auf den Stra\u00dfen gelehrt\u2039 (Mt 7,22-23);<br>27 aber er wird erwidern: \u203aIch sage euch: ich wei\u00df nicht, woher ihr seid; hinweg von mir alle, die ihr die Ungerechtigkeit \u00fcbt!\u2039 (Ps 6,9)<br>28 Dort wird\u2019s dann ein lautes Weinen und Z\u00e4hneknirschen geben, wenn ihr Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten im Reiche Gottes sehen werdet, w\u00e4hrend ihr selbst hinausgesto\u00dfen seid (Mt 8,11-12).<br>29 Und sie werden von Osten und Westen, von Norden und S\u00fcden kommen und sich im Reiche Gottes zum Mahl niedersetzen.<br>30 Und wisset wohl: Es gibt Letzte, die werden Erste sein, und es gibt Erste, die werden Letzte sein.\u00ab (Mt 19,30)<br>31 In eben dieser Stunde traten einige Pharis\u00e4er herzu und sagten zu ihm: \u00bbEntferne dich von hier und ziehe weiter, denn Herodes will dich t\u00f6ten!\u00ab<br>32 Doch er antwortete ihnen: \u00bbGeht hin und meldet diesem Fuchs: \u203aWisse wohl: ich treibe b\u00f6se Geister aus und vollf\u00fchre Heilungen heute noch und morgen, und \u00fcbermorgen komme ich damit zum Abschlu\u00df.<br>33 Jedoch heute und morgen und \u00fcbermorgen mu\u00df ich weiterziehen; denn es geht nicht an, da\u00df ein Prophet anderswo als in Jerusalem ums Leben kommt.\u2039<br>34 Jerusalem, Jerusalem, das du die Propheten t\u00f6test und die steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre K\u00fcchlein unter ihre Fl\u00fcgel sammelt, doch ihr habt nicht gewollt!<br>35 Seht, euer Haus wird euch nun \u00fcberlassen (Jer 22,5). Ich sage euch aber: Ihr werdet mich nicht sehen, bis die Zeit kommt, wo ihr ausruft: \u203aGepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!\u2039\u00ab (Ps 118,26)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 14<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Als er dann an einem Sabbat in das Haus eines der Obersten der Pharis\u00e4er gekommen war, um dort am Mahl teilzunehmen, lauerten sie ihm auf.<br>2 Und siehe, ein wassers\u00fcchtiger Mann erschien dort vor ihm.<br>3 Da richtete Jesus die Frage an die Gesetzeslehrer und Pharis\u00e4er: \u00bbDarf man am Sabbat heilen oder nicht?\u00ab<br>4 Sie aber schwiegen. Da fa\u00dfte er ihn an, heilte ihn und hie\u00df ihn gehen.<br>5 Hierauf sagte er zu ihnen: \u00bbWem von euch wird sein Sohn oder sein Rind in einen Brunnen fallen, und er wird ihn nicht sofort auch am Sabbattage herausziehen?\u00ab<br>6 Und sie vermochten ihm auf diese Frage keine widersprechende Antwort zu geben.<br>7 Er legte aber den G\u00e4sten ein Gleichnis vor, weil er beobachtete, wie sie sich die obersten Pl\u00e4tze aussuchten, und sagte zu ihnen:<br>8 \u00bbWenn du von jemand zu einem Festmahl eingeladen bist, so setze dich nicht obenan; es k\u00f6nnte sonst jemand, der noch vornehmer ist als du, von ihm geladen sein,<br>9 und dann w\u00fcrde der, welcher dich und ihn geladen hat, kommen und zu dir sagen: \u203aTritt diesem da den Platz ab!\u2039, und du m\u00fc\u00dftest dich alsdann dazu verstehen, besch\u00e4mt untenan zu sitzen.<br>10 Nein, wenn du eingeladen bist, so gehe hin und setze dich untenan; dann wird der Gastgeber kommen und zu dir sagen: \u203aFreund, r\u00fccke weiter nach oben!\u2039, dann wirst du in den Augen aller deiner Tischgenossen geehrt dastehen.<br>11 Denn wer sich selbst erh\u00f6ht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erh\u00f6ht werden.\u00ab (Mt 23,12)<br>12 Er sagte dann auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: \u00bbWenn du ein Mittagsmahl oder ein Abendessen veranstaltest, so lade nicht deine Freunde und deine Br\u00fcder, nicht deine Verwandten und reichen Nachbarn dazu ein; sonst laden auch sie dich wieder ein, und dir wird Gleiches mit Gleichem vergolten.<br>13 Nein, wenn du ein Gastmahl veranstalten willst, so lade Arme und Kr\u00fcppel, Lahme und Blinde dazu ein,<br>14 dann wirst du gl\u00fcckselig sein, weil sie es dir nicht vergelten k\u00f6nnen; denn es wird dir bei der Auferstehung der Gerechten vergolten werden.\u00ab<br>15 Als einer von den Tischgenossen dies h\u00f6rte, sagte er zu ihm: \u00bbGl\u00fcckselig ist, wer am Mahl im Reiche Gottes teilnehmen wird!\u00ab<br>16 Jesus aber antwortete ihm: \u00bbEin Mann veranstaltete ein gro\u00dfes Gastmahl und lud viele dazu ein.<br>17 Er sandte dann seinen Knecht zur Stunde des Gastmahls aus und lie\u00df den Geladenen sagen, sie m\u00f6chten kommen, denn es sei nunmehr alles bereit.<br>18 Da begannen alle ohne Ausnahme sich zu entschuldigen. Der erste lie\u00df ihm sagen: \u203aIch habe einen Acker gekauft und mu\u00df notwendigerweise hingehen, um ihn zu besichtigen; ich bitte dich: sieh mich als entschuldigt an!\u2039<br>19 Ein anderer sagte: \u203aIch habe f\u00fcnf Joch Ochsen gekauft und mu\u00df hingehen, um sie zu erproben; ich bitte dich: sieh mich als entschuldigt an!\u2039<br>20 Wieder ein anderer sagte: \u203aIch habe mich verheiratet, kann also nicht kommen.\u2039<br>21 Als nun der Knecht zur\u00fcckkam, berichtete er dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und gab seinem Knecht die Weisung: \u203aGehe schnell hinaus auf die Stra\u00dfen und Gassen der Stadt und bringe die Armen und Kr\u00fcppel, die Blinden und Lahmen hierher.\u2039<br>22 Der Knecht meldete dann: \u203aHerr, dein Befehl ist ausgef\u00fchrt, doch es ist noch Platz vorhanden.\u2039<br>23 Da sagte der Herr zu dem Knecht: \u203aGehe auf die Landstra\u00dfen und an die Z\u00e4une hinaus und n\u00f6tige die Leute dort hereinzukommen, damit mein Haus voll werde!<br>24 Denn ich sage euch: Keiner von jenen M\u00e4nnern, die (zuerst) geladen waren, wird mein Gastmahl zu kosten bekommen.\u2039\u00ab<br>25 Es zogen aber gro\u00dfe Volksscharen mit ihm; da wandte er sich um und sagte zu ihnen:<br>26 \u00bbWenn jemand zu mir kommt und nicht seinen Vater und seine Mutter, sein Weib und seine Kinder, seine Br\u00fcder und seine Schwestern, ja sogar sein eigenes Leben ha\u00dft, so kann er nicht mein J\u00fcnger sein.<br>27 Wer nicht sein Kreuz tr\u00e4gt und mir nachfolgt, der kann nicht mein J\u00fcnger sein.\u00ab<br>28 \u00bbDenn wer unter euch, der einen Turm zu bauen beabsichtigt, setzt sich nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob er auch die Mittel zur Ausf\u00fchrung des Planes habe?<br>29 Sonst, wenn er den Grund gelegt hat, und er den Bau nicht zu Ende f\u00fchren kann, werden alle, die es sehen, anfangen \u00fcber ihn zu spotten<br>30 und werden sagen: \u203aDieser Mensch hat den Bau begonnen, doch ihn nicht zu Ende f\u00fchren k\u00f6nnen.\u2039<br>31 Oder welcher K\u00f6nig, der zum Kriege mit einem andern K\u00f6nig ausziehen will, setzt sich nicht zuerst hin und geht mit sich zu Rat, ob er imstande ist, mit zehntausend Mann dem entgegenzutreten, der mit zwanzigtausend gegen ihn anr\u00fcckt?<br>32 Sonst mu\u00df er, solange jener noch weit entfernt ist, eine Gesandtschaft an ihn schicken und um Friedensverhandlungen bitten.<br>33 Ebenso kann keiner von euch mein J\u00fcnger sein, der sich nicht von allem lossagt, was er besitzt. \u2013<br>34 Das Salz ist also etwas Gutes; wenn aber einmal auch das Salz fade geworden ist, womit soll man es wieder zu Salz machen?<br>35 Weder f\u00fcr den Acker noch f\u00fcr den D\u00fcngerhaufen ist es brauchbar: man wirft es eben aus dem Hause hinaus. Wer Ohren hat zu h\u00f6ren, der h\u00f6re!\u00ab (Mt 5,13; Mk 9,50)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 15<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Es waren aber gerade die Z\u00f6llner und S\u00fcnder die, die ihm nahe zu kommen suchten, um ihn zu h\u00f6ren.<br>2 Dar\u00fcber murrten die Pharis\u00e4er und die Schriftgelehrten laut und sagten: \u00bbDieser nimmt S\u00fcnder (in seine Umgebung) auf und i\u00dft mit ihnen.\u00ab<br>3 Da antwortete ihnen Jesus durch folgendes Gleichnis:<br>4 \u00bbWo ist jemand unter euch, der hundert Schafe besitzt und, wenn ihm eins von ihnen verloren geht, nicht die neunundneunzig in der Ein\u00f6de zur\u00fcckl\u00e4\u00dft und dem verlorenen nachgeht, bis er es findet?<br>5 Wenn er es dann gefunden hat, nimmt er es voller Freude auf seine Schultern<br>6 und ruft, wenn er nach Hause gekommen ist, seine Freunde und Nachbarn zusammen und sagt zu ihnen: \u203aFreuet euch mit mir! Denn ich habe mein Schaf wiedergefunden, das verloren gegangen war.\u2039<br>7 Ich sage euch: Ebenso wird im Himmel \u00fcber einen einzigen S\u00fcnder, der sich bekehrt, mehr Freude herrschen als \u00fcber neunundneunzig Gerechte, die der Bekehrung nicht bed\u00fcrfen.<br>8 Oder wo ist eine Frau, die zehn Drachmen besitzt und, wenn sie eine von ihnen verliert, nicht ein Licht anz\u00fcndet und das Haus fegt und eifrig sucht, bis sie (das Geldst\u00fcck) findet?<br>9 Wenn sie es dann gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und sagt: \u203aFreuet euch mit mir, denn ich habe die Drachme wiedergefunden, die ich verloren hatte.\u2039<br>10 Ebenso, sage ich euch, herrscht Freude bei den Engeln Gottes \u00fcber einen einzigen S\u00fcnder, der sich bekehrt.\u00ab<br>11 Dann fuhr er fort: \u00bbEin Mann hatte zwei S\u00f6hne.<br>12 Der j\u00fcngere von ihnen sagte zum Vater: \u203aVater, gib mir den auf mich entfallenden Teil des Verm\u00f6gens!\u2039 Da verteilte jener das Hab und Gut unter sie.<br>13 Kurze Zeit darauf packte der j\u00fcngere Sohn alles, was ihm geh\u00f6rte, zusammen und zog in ein fernes Land; dort brachte er sein Verm\u00f6gen in einem ausschweifenden Leben durch.<br>14 Als er nun alles aufgebraucht hatte, entstand eine schwere Hungersnot in jenem Lande, und auch er begann Not zu leiden.<br>15 Da ging er hin und stellte sich einem der B\u00fcrger jenes Landes zur Verf\u00fcgung; der schickte ihn auf seine Felder, die Schweine zu h\u00fcten,<br>16 und er h\u00e4tte sich gern an den Schoten des Johannesbrotbaumes satt gegessen, welche die Schweine als Futter bekamen, doch niemand gab sie ihm.<br>17 Da ging er in sich und sagte: \u203aWie viele Tagel\u00f6hner meines Vaters haben Brot im \u00dcberflu\u00df, w\u00e4hrend ich hier vor Hunger umkomme!<br>18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gegen den Himmel und dir gegen\u00fcber ges\u00fcndigt;<br>19 ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu hei\u00dfen: halte mich wie einen von deinen Tagel\u00f6hnern.\u2039<br>20 So machte er sich denn auf den Weg zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater kommen und f\u00fchlte Mitleid: er eilte (ihm entgegen), fiel ihm um den Hals und k\u00fc\u00dfte ihn.<br>21 Da sagte der Sohn zu ihm: \u203aVater, ich habe gegen den Himmel und dir gegen\u00fcber ges\u00fcndigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu hei\u00dfen!\u2039<br>22 Der Vater aber befahl seinen Knechten: \u203aHolt schnell das beste Gewand aus dem Hause und legt es ihm an; gebt ihm auch einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine F\u00fc\u00dfe<br>23 und bringt das gem\u00e4stete Kalb her, schlachtet es und la\u00dft uns essen und fr\u00f6hlich sein!<br>24 Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden!\u2039 Und sie fingen an, fr\u00f6hlich zu sein.<br>25 Sein \u00e4lterer Sohn aber war w\u00e4hrenddessen auf dem Felde. Als er nun heimkehrte und sich dem Hause n\u00e4herte, h\u00f6rte er Musik und Reigench\u00f6re.<br>26 Da rief er einen von den Knechten herbei und erkundigte sich, was das zu bedeuten habe.<br>27 Der gab ihm zur Antwort: \u203aDein Bruder ist heimgekommen; da hat dein Vater das gem\u00e4stete Kalb schlachten lassen, weil er ihn gesund wiedererhalten hat.\u2039<br>28 Da wurde er zornig und wollte nicht ins Haus hineingehen; sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.<br>29 Da antwortete er dem Vater: \u203aDu wei\u00dft: schon so viele Jahre diene ich dir und habe noch nie ein Gebot von dir \u00fcbertreten; doch mir hast du noch nie auch nur ein B\u00f6cklein gegeben, da\u00df ich mit meinen Freunden ein fr\u00f6hliches Mahl h\u00e4tte halten k\u00f6nnen.<br>30 Nun aber dieser dein Sohn heimgekehrt ist, der dein Verm\u00f6gen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du ihm das Mastkalb schlachten lassen!\u2039<br>31 Er aber erwiderte ihm: \u203aMein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein.<br>32 Wir mu\u00dften doch fr\u00f6hlich sein und uns freuen! Denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren gegangen und ist wiedergefunden worden.\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 16<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Er sagte dann noch zu seinen J\u00fcngern: \u00bbEs war ein reicher Mann, der einen Verwalter hatte; \u00fcber diesen wurde ihm hinterbracht, da\u00df er ihm sein Verm\u00f6gen veruntreue.<br>2 Da lie\u00df er ihn rufen und sagte zu ihm: \u203aWas mu\u00df ich da \u00fcber dich h\u00f6ren? Lege Rechnung ab \u00fcber deine Verwaltung, denn du kannst nicht l\u00e4nger mein Verwalter sein!\u2039<br>3 Da \u00fcberlegte der Verwalter bei sich: \u203aWas soll ich tun, da mein Herr mir die Verwaltung abnimmt? Zum Graben bin ich zu schwach, und zu betteln sch\u00e4me ich mich.<br>4 Nun, ich wei\u00df schon, was ich tun will, damit die Leute mich, wenn ich meines Amtes enthoben bin, in ihre H\u00e4user aufnehmen.\u2039<br>5 Er lie\u00df also die Schuldner seines Herrn alle einzeln zu sich kommen und fragte den ersten: \u203aWieviel bist du meinem Herrn schuldig?\u2039<br>6 Der antwortete: \u203aHundert Tonnen \u00d6l.\u2039 Da sagte er zu ihm: \u203aNimm hier deinen Pachtvertrag, setze dich hin und schreibe schnell f\u00fcnfzig!\u2039<br>7 Darauf fragte er einen andern: \u203aDu aber, wieviel bist du schuldig?\u2039 Der antwortete: \u203aHundert Zentner Weizen.\u2039 Er sagte zu ihm: \u203aNimm hier deinen Pachtvertrag und schreibe achtzig.\u2039\u00ab<br>8 Und der Herr lobte den unehrlichen Verwalter, da\u00df er klug gehandelt habe; denn \u2013 sagte er \u2013 \u00bbdie Kinder dieser Weltzeit sind im Verkehr mit ihresgleichen kl\u00fcger als die Kinder des Lichts.<br>9 Auch ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er euch ausgeht, ihr Aufnahme in den ewigen H\u00fctten findet.\u00ab<br>10 \u00bbWer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Gro\u00dfen treu, und wer im Kleinsten ungerecht ist, der ist auch im Gro\u00dfen ungerecht.<br>11 Wenn ihr euch nun in der Verwaltung des ungerechten Mammons nicht treu erwiesen habt, wer wird euch da das wahre Gut anvertrauen?<br>12 Und wenn ihr euch am fremden Gut nicht treu erwiesen habt, wer wird euch da euer eigenes geben?<br>13 Kein Knecht kann zwei Herren (zugleich) dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern mi\u00dfachten. Ihr k\u00f6nnt nicht Gott dienen und (zugleich) dem Mammon.\u00ab (Mt 6,24)<br>14 Dies alles h\u00f6rten aber die Pharis\u00e4er, die geldgierig waren, und r\u00fcmpften die Nase \u00fcber ihn.<br>15 Da sagte er zu ihnen: \u00bbIhr seid die Leute, die sich selbst vor den Menschen als gerecht hinstellen, Gott aber kennt eure Herzen; denn was vor den Menschen hoch dasteht, ist ein Greuel vor Gott.<br>16 Das Gesetz und die Propheten (reichen) bis auf Johannes; von da an wird das Reich Gottes durch die Heilsbotschaft verk\u00fcndigt, und ein jeder dr\u00e4ngt sich mit Gewalt hinein (Mt 11,12-13).<br>17 Es ist aber eher m\u00f6glich, da\u00df Himmel und Erde vergehen, als da\u00df vom Gesetz ein einziges Strichlein hinf\u00e4llig wird (Mt 5,18).<br>18 Wer seine Frau entl\u00e4\u00dft und eine andere heiratet, begeht Ehebruch, und wer eine von ihrem Gatten entlassene Frau heiratet, begeht auch Ehebruch.\u00ab (Mt 5,32; 19,9)<br>19 \u00bbEs war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.<br>20 Ein Armer aber namens Lazarus lag vor seiner T\u00fcrhalle; der war mit Geschw\u00fcren bedeckt<br>21 und hatte nur den Wunsch, sich von den Abf\u00e4llen vom Tisch des Reichen zu s\u00e4ttigen; aber es kamen sogar die Hunde herbei und beleckten seine Geschw\u00fcre.<br>22 Nun begab es sich, da\u00df der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Scho\u00df getragen wurde; auch der Reiche starb und wurde begraben.<br>23 Als dieser nun im Totenreich, wo er Qualen litt, seine Augen aufschlug, erblickte er Abraham in der Ferne und Lazarus in seinem Scho\u00df.<br>24 Da rief er mit lauter Stimme: \u203aVater Abraham! Erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er seine Fingerspitze ins Wasser tauche und mir die Zunge k\u00fchle! Denn ich leide Qualen in dieser Feuerglut.\u2039<br>25 Aber Abraham antwortete: \u203aMein Sohn, denke daran, da\u00df du dein Gutes w\u00e4hrend deines Erdenlebens empfangen hast, und Lazarus gleicherweise das \u00dcble; jetzt aber wird er hier getr\u00f6stet, w\u00e4hrend du Qualen leiden mu\u00dft.<br>26 Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine gro\u00dfe Kluft festgelegt, damit die, welche von hier zu euch hin\u00fcbergehen wollen, es nicht k\u00f6nnen und man auch von dort nicht zu uns her\u00fcberkommen kann.\u2039<br>27 Da erwiderte er: \u203aSo bitte ich dich denn, Vater: sende ihn in meines Vaters Haus \u2013<br>28 denn ich habe noch f\u00fcnf Br\u00fcder \u2013, damit er sie ernstlich warne, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.\u2039<br>29 Abraham aber antwortete: \u203aSie haben Mose und die Propheten; auf diese m\u00f6gen sie h\u00f6ren!\u2039<br>30 Jener jedoch entgegnete: \u203aNein, Vater Abraham! Sondern wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, dann werden sie sich bekehren.\u2039<br>31 Abraham aber antwortete ihm: \u203aWenn sie nicht auf Mose und die Propheten h\u00f6ren, so werden sie sich auch nicht \u00fcberzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 17<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Weiter sagte Jesus zu seinen J\u00fcngern: \u00bbEs kann nicht anders sein, als da\u00df \u00c4rgernisse kommen; wehe aber dem, durch den sie kommen!<br>2 Es w\u00e4re besser f\u00fcr ihn, wenn ihm ein M\u00fchlstein um den Hals gelegt und er ins Meer geworfen w\u00e4re, als da\u00df er f\u00fcr einen von diesen geringen Leuten zum \u00c4rgernis wird. \u2013<br>3 Gebt auf euch selbst acht! Wenn dein Bruder sich (gegen dich) vergangen hat, so halte es ihm vor; und wenn er es bereut, so vergib ihm.<br>4 Selbst wenn er sich siebenmal am Tage gegen dich vergeht und siebenmal wieder zu dir kommt und erkl\u00e4rt: \u203aEs tut mir leid!\u2039, so sollst du ihm vergeben.\u00ab<br>5 Die Apostel baten alsdann den Herrn: \u00bbMehre uns den Glauben!\u00ab<br>6 Da antwortete der Herr: \u00bbWenn ihr Glauben wie ein Senfkorn h\u00e4ttet und ihr diesem Maulbeerbaum geb\u00f6tet: \u203aEntwurzle dich und verpflanze dich ins Meer!\u2039, so w\u00fcrde er euch gehorsam sein.\u00ab<br>7 \u00bbWer von euch aber, der einen Knecht beim Pfl\u00fcgen oder beim Viehh\u00fcten hat, wird zu ihm bei seiner Heimkehr vom Felde sagen: \u203aKomm sogleich her und setze dich zu Tisch!\u2039?<br>8 Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: \u203aBereite mir mein Abendessen, sch\u00fcrze dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe; nachher magst auch du essen und trinken\u2039?<br>9 Er wird doch wohl dem Knecht nicht noch dankbar daf\u00fcr sein, da\u00df er die ihm erteilten Befehle ausgef\u00fchrt hat?<br>10 Ebenso steht\u2019s auch bei euch: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, so sagt: \u203aWir sind armselige Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.\u2039\u00ab<br>11 Auf seiner Wanderung nach Jerusalem durchzog Jesus das Grenzgebiet von Samaria und Galil\u00e4a.<br>12 Als er dort in ein Dorf eintrat, kamen ihm zehn auss\u00e4tzige M\u00e4nner entgegen, die in der Ferne stehen blieben<br>13 und ihre Stimme erhoben und riefen: \u00bbJesus, (lieber) Meister, erbarme dich unser!\u00ab<br>14 Als er sie erblickte, sagte er zu ihnen: \u00bbGeht hin und zeigt euch den Priestern.\u00ab W\u00e4hrend sie dann hingingen, wurden sie rein.<br>15 Einer von ihnen aber, als er sich geheilt sah, kehrte zur\u00fcck, pries Gott mit lauter Stimme,<br>16 warf sich zu Jesu F\u00fc\u00dfen auf sein Angesicht nieder und dankte ihm; und das war ein Samariter.<br>17 Da sagte Jesus: \u00bbSind ihrer nicht zehn rein geworden? Wo sind denn die anderen neun?<br>18 Hat sich sonst keiner gefunden, der zur\u00fcckgekehrt ist, um Gott die Ehre zu geben, au\u00dfer diesem Fremdling?\u00ab<br>19 Zu ihm sagte er dann: \u00bbStehe auf und gehe! Dein Glaube hat dir Rettung verschafft.\u00ab<br>20 Als er aber von den Pharis\u00e4ern aufs neue gefragt wurde, wann das Reich Gottes k\u00e4me, gab er ihnen zur Antwort: \u00bbDas Reich Gottes kommt nicht mit \u00e4u\u00dferlichem Gebaren;<br>21 man wird auch nicht sagen k\u00f6nnen: \u203aSiehe, hier ist es!\u2039 oder \u203adort ist es!\u2039 Denn wisset wohl: Das Reich Gottes ist (bereits) mitten unter euch.\u00ab<br>22 Weiter sagte er zu seinen J\u00fcngern: \u00bbEs werden Tage kommen, wo ihr euch danach sehnen werdet, einen einzigen von den Tagen des Menschensohnes zu sehen, doch ihr werdet ihn nicht sehen.<br>23 Und wird man dann zu euch sagen: \u203aSeht dort! Seht hier!\u2039, so geht nicht hin und gebt nichts darauf!<br>24 Denn wie der Blitz, wenn er aufblitzt, am Himmel hin von einem Ende bis zum andern leuchtet, so wird es auch mit dem Menschensohn an seinem Tage sein.<br>25 Zuerst mu\u00df er aber noch vieles leiden und von diesem Geschlecht verworfen werden.<br>26 Und wie es in den Tagen Noahs zugegangen ist, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein:<br>27 Man a\u00df und trank, man heiratete und wurde verheiratet bis zu dem Tage, an welchem Noah in die Arche ging (1.Mose 7,7) und die Sintflut kam und allen den Untergang brachte.<br>28 Ebenso wie es in den Tagen Lots zugegangen ist: Man a\u00df und trank, man kaufte und verkaufte, man pflanzte und baute;<br>29 aber an dem Tage, an welchem Lot aus Sodom wegging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vernichtete alle \u2013<br>30 ebenso wird es auch an dem Tage sein, an welchem der Menschensohn sich offenbart.<br>31 Wer an diesem Tage auf dem Dache ist, w\u00e4hrend seine Ger\u00e4te sich im Hause befinden, der steige nicht erst noch hinab, um sie zu holen; und ebenso, wer auf dem Felde ist, kehre nicht zur\u00fcck!<br>32 Denkt an Lots Frau!<br>33 Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren, und wer es verliert, dem wird es erhalten bleiben.<br>34 Ich sage euch: In der betreffenden Nacht werden zwei (M\u00e4nner) auf einem Lager liegen: der eine wird angenommen, der andere zur\u00fcckgelassen werden;<br>35 zwei (Frauen) werden an derselben Handm\u00fchle mahlen: die eine wird angenommen, die andere zur\u00fcckgelassen werden.\u00ab<br>37 Da erwiderten ihm die J\u00fcnger mit der Frage: \u00bbHerr, wo denn?\u00ab Er aber antwortete ihnen: \u00bbWo das Aas liegt, da sammeln sich auch die Geier.\u00ab (Mt 24,28)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 18<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Er legte ihnen dann ein Gleichnis vor, um sie darauf hinzuweisen, da\u00df man allezeit beten m\u00fcsse und nicht m\u00fcde darin werden d\u00fcrfe.<br>2 \u00bbIn einer Stadt\u00ab, so sagte er, \u00bblebte ein Richter, der Gott nicht f\u00fcrchtete und auf keinen Menschen R\u00fccksicht nahm.<br>3 Nun wohnte in jener Stadt eine Witwe, die (immer wieder) zu ihm kam mit dem Anliegen: \u203aSchaffe mir Recht gegen meinen Widersacher!\u2039<br>4 Lange Zeit wollte er nicht; schlie\u00dflich aber dachte er bei sich: \u203aWenn ich auch Gott nicht f\u00fcrchte und auf keinen Menschen R\u00fccksicht nehme,<br>5 will ich dieser Witwe doch zu ihrem Recht verhelfen, weil sie mir l\u00e4stig f\u00e4llt; sonst kommt sie schlie\u00dflich noch und wird handgreiflich gegen mich.\u2039\u00ab<br>6 Dann fuhr der Herr fort: \u00bbH\u00f6rt, was (hier) der ungerechte Richter sagt!<br>7 Sollte nun Gott nicht auch seinen Auserw\u00e4hlten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, auch wenn er Langmut bei ihnen \u00fcbt?<br>8 Ich sage euch: Er wird ihnen gar bald ihr Recht schaffen! Doch wird wohl der Menschensohn bei seinem Kommen den Glauben auf Erden vorfinden?\u00ab<br>9 Er legte dann auch einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit \u00fcberzeugt waren und auf die anderen mit Geringsch\u00e4tzung herabsahen, folgendes Gleichnis vor:<br>10 \u00bbZwei M\u00e4nner gingen in den Tempel hinauf, um zu beten, der eine ein Pharis\u00e4er, der andere ein Z\u00f6llner.<br>11 Der Pharis\u00e4er trat hin und betete bei sich so: \u203aO Gott, ich danke dir, da\u00df ich nicht bin wie die anderen Menschen, R\u00e4uber, Betr\u00fcger, Ehebrecher oder auch wie der Z\u00f6llner dort.<br>12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe.\u2039<br>13 Der Z\u00f6llner dagegen stand von ferne und mochte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug sich an die Brust und sagte: \u203aGott, sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig!\u2039<br>14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, ganz anders, als es bei jenem der Fall war! Denn wer sich selbst erh\u00f6ht, wird erniedrigt werden; wer sich aber selbst erniedrigt, wird erh\u00f6ht werden.\u00ab (Lk 14,11; Mt 23,12)<br>15 Die Leute brachten aber auch ihre kleinen Kinder zu ihm, damit er sie anr\u00fchre; als die J\u00fcnger das sahen, verwiesen sie es ihnen in barscher Weise.<br>16 Jesus aber rief sie zu sich heran und sagte: \u00bbLa\u00dft die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran,<br>17 denn f\u00fcr ihresgleichen ist das Reich Gottes bestimmt. Wahrlich ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht wie ein Kind annimmt, wird sicherlich nicht hineinkommen.\u00ab<br>18 Hierauf richtete ein Oberster die Frage an ihn: \u00bbGuter Meister, was mu\u00df ich tun, um ewiges Leben zu ererben?\u00ab<br>19 Jesus antwortete ihm: \u00bbWas nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.<br>20 Du kennst die Gebote: Du sollst nicht ehebrechen, nicht t\u00f6ten, nicht stehlen, nicht falsches Zeugnis ablegen, ehre deinen Vater und deine Mutter!\u00ab<br>21 Darauf erwiderte jener: \u00bbDies alles habe ich von Jugend an gehalten.\u00ab<br>22 Als Jesus das h\u00f6rte, sagte er zu ihm: \u00bbEins fehlt dir noch: Verkaufe alles, was du besitzest, und verteile den Erl\u00f6s an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach.\u00ab<br>23 Als jener das h\u00f6rte, wurde er tief betr\u00fcbt; denn er war sehr reich.<br>24 Als Jesus ihn so sah, sagte er: \u00bbWie schwer ist es doch f\u00fcr die Beg\u00fcterten, in das Reich Gottes einzugehen!<br>25 Ja, es ist leichter, da\u00df ein Kamel durch ein Nadel\u00f6hr hindurchgeht, als da\u00df ein Reicher in das Reich Gottes eingeht.\u00ab<br>26 Da sagten die Zuh\u00f6rer: \u00bbJa, wer kann dann gerettet werden?\u00ab<br>27 Jesus aber antwortete: \u00bbWas bei Menschen unm\u00f6glich ist, das ist bei Gott m\u00f6glich.\u00ab<br>28 Darauf sagte Petrus: \u00bbSiehe, wir haben alles Unsrige verlassen und sind dir nachgefolgt.\u00ab<br>29 Da sagte Jesus zu ihnen: \u00bbWahrlich ich sage euch: Niemand hat Haus oder Weib, Geschwister, Eltern oder Kinder um des Reiches Gottes willen verlassen,<br>30 der nicht vielmal Wertvolleres wiederempfinge (schon) in dieser Zeitlichkeit, und in der zuk\u00fcnftigen Weltzeit ewiges Leben.\u00ab<br>31 Er nahm dann die Zw\u00f6lf zu sich (abseits) und sagte zu ihnen: \u00bbWir ziehen jetzt nach Jerusalem hinauf, und es wird alles in Erf\u00fcllung gehen, was durch die Propheten von dem Menschensohn geschrieben ist.<br>32 Denn er wird den Heiden \u00fcberliefert und verspottet, mi\u00dfhandelt und angespien werden,<br>33 und sie werden ihn gei\u00dfeln und t\u00f6ten, und am dritten Tage wird er auferstehen.\u00ab<br>34 Doch sie verstanden nichts hiervon, sondern dieser Ausspruch war ihnen dunkel, und sie begriffen nicht, was er mit diesem Wort hatte sagen wollen.<br>35 Als er dann in die N\u00e4he von Jericho kam, sa\u00df da ein Blinder am Wege und bettelte.<br>36 Als dieser nun die vielen Leute vor\u00fcberziehen h\u00f6rte, erkundigte er sich, was das zu bedeuten habe.<br>37 Man teilte ihm mit, da\u00df Jesus von Nazareth vor\u00fcbergehe.<br>38 Da rief er laut: \u00bbJesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!\u00ab<br>39 Die an der Spitze des Zuges Gehenden riefen ihm drohend zu, er solle still sein; doch er rief nur noch lauter: \u00bbSohn Davids, erbarme dich meiner!\u00ab<br>40 Da blieb Jesus stehen und lie\u00df ihn zu sich f\u00fchren. Als er nun nahe herangekommen war, fragte Jesus ihn:<br>41 \u00bbWas w\u00fcnschest du von mir?\u00ab Er antwortete: \u00bbHerr, ich m\u00f6chte sehen k\u00f6nnen.\u00ab<br>42 Jesus erwiderte ihm: \u00bbWerde sehend! Dein Glaube hat dir Rettung verschafft.\u00ab<br>43 Da konnte er augenblicklich sehen und schlo\u00df sich ihm an, indem er Gott pries; auch das gesamte Volk, das zugesehen hatte, gab Gott die Ehre durch Lobpreis.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 19<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Jesus kam dann nach Jericho hinein und zog durch die Stadt hindurch.<br>2 Dort wohnte aber ein Mann namens Zach\u00e4us, der war ein Oberz\u00f6llner und ein reicher Mann.<br>3 Er h\u00e4tte Jesus gern von Person gesehen, konnte es aber wegen der Volksmenge nicht, weil er klein von Gestalt war.<br>4 So eilte er denn auf dem Wege voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum hinauf, um ihn zu sehen; denn dort mu\u00dfte er vorbeikommen.<br>5 Als nun Jesus an die Stelle kam, blickte er in die H\u00f6he und rief ihm zu: \u00bbZach\u00e4us! Steige schnell herunter; denn ich mu\u00df heute in deinem Hause einkehren.\u00ab<br>6 Da stieg er schnell herab und nahm ihn mit Freuden bei sich auf.<br>7 Und alle, die es sahen, murrten laut und sagten: \u00bbBei einem s\u00fcndigen Manne ist er eingekehrt, um bei ihm zu herbergen.\u00ab<br>8 Zach\u00e4us aber trat zum Herrn und sagte: \u00bbSiehe, Herr, die H\u00e4lfte meines Verm\u00f6gens will ich den Armen geben, und wenn ich jemand in etwas \u00fcbervorteilt habe, will ich es ihm vierfach ersetzen!\u00ab<br>9 Da sagte Jesus zu ihm: \u00bbHeute ist diesem Hause Heil widerfahren, weil ja auch er ein Sohn Abrahams ist.<br>10 Denn der Menschensohn ist gekommen, das Verlorene zu suchen und zu retten.\u00ab<br>11 Als sie dies h\u00f6rten, f\u00fcgte er noch ein Gleichnis hinzu, weil er sich in der N\u00e4he von Jerusalem befand und weil sie meinten, das Reich Gottes w\u00fcrde jetzt sofort erscheinen.<br>12 Er sagte also: \u00bbEin Mann von vornehmer Abkunft reiste in ein fernes Land, um f\u00fcr sich dort die K\u00f6nigsw\u00fcrde zu gewinnen und dann wieder heimzukehren.<br>13 Er berief nun zehn seiner Knechte, gab ihnen zehn Minen und sagte zu ihnen: \u203aMacht Gesch\u00e4fte (mit dem Gelde) in der Zeit, w\u00e4hrend ich verreist bin!\u2039<br>14 Seine Mitb\u00fcrger aber ha\u00dften ihn und schickten eine Abordnung hinter ihm her, durch die sie erkl\u00e4ren lie\u00dfen: \u203aWir wollen diesen Mann nicht als K\u00f6nig \u00fcber uns haben!\u2039<br>15 Als er nun nach Empfang der K\u00f6nigsw\u00fcrde heimkehrte, lie\u00df er jene Knechte, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen, um zu erfahren, was f\u00fcr Gesch\u00e4fte ein jeder gemacht h\u00e4tte.<br>16 Da erschien der erste und sagte: \u203aHerr, dein Pfund hat zehn weitere Pfunde eingebracht.\u2039<br>17 Der Herr antwortete ihm: \u203aSch\u00f6n, du guter Knecht! Weil du im Kleinen treu gewesen bist, sollst du die Verwaltung von zehn St\u00e4dten erhalten.\u2039<br>18 Dann kam der zweite und sagte: \u203aHerr, dein Pfund hat f\u00fcnf Pfunde hinzugewonnen.\u2039<br>19 Er sagte auch zu diesem: \u203aAuch du sollst \u00fcber f\u00fcnf St\u00e4dte gesetzt sein!\u2039<br>20 Hierauf kam der dritte und sagte: \u203aHerr, hier ist dein Pfund, das ich in einem Schwei\u00dftuch wohlverwahrt gehalten habe;<br>21 denn ich hatte Furcht vor dir, weil du ein strenger Mann bist: du hebst ab, was du nicht eingelegt hast, und erntest, was du nicht ges\u00e4t hast.\u2039<br>22 Da antwortete er ihm: \u203aNach deiner eigenen Aussage will ich dir das Urteil sprechen, du nichtsw\u00fcrdiger Knecht! Du wu\u00dftest, da\u00df ich ein strenger Mann bin, da\u00df ich abhebe, was ich nicht eingelegt habe, und ernte, was ich nicht ges\u00e4t habe?<br>23 Warum hast du da mein Geld nicht auf eine Bank gebracht? Dann h\u00e4tte ich es bei meiner R\u00fcckkehr mit Zinsen abgehoben.\u2039<br>24 Darauf befahl er den Dabeistehenden: \u203aNehmt ihm das Pfund weg und gebt es dem, der die zehn Pfund hat.\u2039<br>25 Sie erwiderten ihm: \u203aHerr, er hat ja schon zehn Pfunde.\u2039<br>26 Ich sage euch: Jedem, der da hat, wird (noch dazu) gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er hat.<br>27 Doch jene meine Feinde, die mich nicht zum K\u00f6nig \u00fcber sich gewollt haben, f\u00fchrt hierher und macht sie vor meinen Augen nieder!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">V. Jesu Einzug in Jerusalem und letztes Wirken (19,28-21,38)<\/h3>\n\n\n\n<p>28 Nach diesen Worten zog Jesus weiter auf dem Wege nach Jerusalem hinauf.<br>29 Als er nun in die N\u00e4he von Bethphage und Bethanien am sogenannten \u00d6lberge gekommen war, sandte er zwei von seinen J\u00fcngern ab<br>30 mit der Weisung: \u00bbGeht in das Dorf, das dort vor euch liegt! Wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Eself\u00fcllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat: bindet es los und f\u00fchrt es her!<br>31 Und wenn euch jemand fragen sollte: \u203aWarum bindet ihr es los?\u2039, so antwortet ihm: \u203aDer Herr hat es n\u00f6tig.\u2039\u00ab<br>32 Als nun die Abgesandten hingegangen waren, fanden sie es so, wie er ihnen gesagt hatte;<br>33 und als sie das F\u00fcllen losbanden, sagten dessen Eigent\u00fcmer zu ihnen: \u00bbWozu bindet ihr das F\u00fcllen los?\u00ab<br>34 Sie antworteten: \u00bbDer Herr hat es n\u00f6tig.\u00ab<br>35 Sie f\u00fchrten es darauf zu Jesus, legten ihre M\u00e4ntel auf das F\u00fcllen und lie\u00dfen Jesus sich daraufsetzen.<br>36 W\u00e4hrend er dann weiterzog, breiteten sie ihre M\u00e4ntel auf den Weg aus.<br>37 Als er nunmehr an den Abstieg vom \u00d6lberg herankam, begann die gesamte Menge der J\u00fcnger freudig Gott mit lauter Stimme um all der Wundertaten willen, die sie gesehen hatten, Lobpreis darzubringen,<br>38 indem sie ausriefen: \u00bbGepriesen sei, der da kommt als K\u00f6nig im Namen des Herrn! (Ps 118,26) Im Himmel ist Friede und Ehre in Himmelsh\u00f6hen!\u00ab<br>39 Da sagten einige Pharis\u00e4er aus der Volksmenge zu ihm: \u00bbMeister, untersage das deinen J\u00fcngern!\u00ab<br>40 Doch er gab zur Antwort: \u00bbIch sage euch: Wenn diese schwiegen, w\u00fcrden die Steine schreien!\u00ab<br>41 Als er dann n\u00e4hergekommen war und die Stadt erblickte, weinte er \u00fcber sie<br>42 und sagte: \u00bbWenn doch auch du an diesem Tage erkennen m\u00f6chtest, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es deinen Augen verborgen geblieben.<br>43 Denn es werden Tage \u00fcber dich kommen, da werden deine Feinde einen Wall gegen dich auff\u00fchren, dich ringsum einschlie\u00dfen und dich von allen Seiten bedr\u00e4ngen;<br>44 sie werden dich und deine Kinder in dir dem Erdboden gleichmachen (Ps 137,9) und keinen Stein in dir auf dem andern lassen zur Strafe daf\u00fcr, da\u00df du die Zeit deiner (gnadenreichen) Heimsuchung nicht erkannt hast.\u00ab<br>45 Als er sich darauf in den Tempel begeben hatte, machte er sich daran, die Verk\u00e4ufer hinauszutreiben,<br>46 indem er ihnen zurief: \u00bbEs steht geschrieben (Jes 56,7): \u203aMein Haus soll ein Bethaus sein!\u2039 Ihr aber habt es zu einer \u203aR\u00e4uberh\u00f6hle\u2039 gemacht.\u00ab (Jer 7,11)<br>47 Er lehrte dann t\u00e4glich im Tempel. Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten samt den Obersten des Volkes trachteten ihm nach dem Leben,<br>48 fanden jedoch keine M\u00f6glichkeit, ihre Absicht gegen ihn auszuf\u00fchren; denn das gesamte Volk hing an ihm, sooft es ihn h\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 20<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Eines Tages nun, als er das Volk im Tempel lehrte und die Heilsbotschaft verk\u00fcndigte, traten die Hohenpriester und Schriftgelehrten samt den \u00c4ltesten an ihn heran<br>2 und sagten zu ihm: \u00bbSage uns, aufgrund welcher Vollmacht du hier in dieser Weise auftrittst oder wer es ist, der dir die Vollmacht dazu gegeben hat?\u00ab<br>3 Da antwortete er ihnen: \u00bbAuch ich will euch eine Frage vorlegen; sagt mir:<br>4 Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?\u00ab<br>5 Da \u00fcberlegten sie bei sich folgenderma\u00dfen: \u00bbSagen wir: \u203aVom Himmel\u2039, so wird er fragen: \u203aWarum habt ihr ihm dann keinen Glauben geschenkt?\u2039<br>6 Sagen wir dagegen: \u203aVon Menschen\u2039, so wird das ganze Volk uns steinigen; denn es ist \u00fcberzeugt, da\u00df Johannes ein Prophet (gewesen) ist.\u00ab<br>7 So gaben sie ihm denn zur Antwort, sie w\u00fc\u00dften nicht, woher sie stamme.<br>8 Da sagte Jesus zu ihnen: \u00bbDann sage auch ich euch nicht, aufgrund welcher Vollmacht ich hier so auftrete.\u00ab<br>9 Er begann dann dem Volk folgendes Gleichnis vorzutragen: \u00bbEin Mann legte einen Weinberg an, verpachtete ihn an Weing\u00e4rtner und ging dann f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit ins Ausland.<br>10 Als nun die Zeit da war, sandte er einen Knecht zu den Weing\u00e4rtnern, damit sie ihm (seinen Teil) vom Ertrag des Weinbergs abg\u00e4ben; aber die Weing\u00e4rtner mi\u00dfhandelten diesen und schickten ihn mit leeren H\u00e4nden zur\u00fcck.<br>11 Da sandte er nochmals einen andern Knecht; sie aber mi\u00dfhandelten und beschimpften auch diesen und schickten ihn mit leeren H\u00e4nden zur\u00fcck.<br>12 Er sandte darauf noch einen dritten; sie aber schlugen auch diesen blutig und warfen ihn hinaus.<br>13 Da sagte der Herr des Weinbergs: \u203aWas soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn hinsenden; vor diesem werden sie sich doch wohl scheuen.\u2039<br>14 Als die Weing\u00e4rtner ihn aber erblickten, \u00fcberlegten sie miteinander und sagten: \u203aDies ist der Erbe! Wir wollen ihn t\u00f6ten: dann f\u00e4llt das Erbgut uns zu.\u2039<br>15 So stie\u00dfen sie ihn denn aus dem Weinberge hinaus und schlugen ihn tot. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen machen?<br>16 Er wird kommen und diese Weing\u00e4rtner ums Leben bringen und den Weinberg an andere vergeben.\u00ab Als sie das h\u00f6rten, sagten sie: \u00bbNimmermehr!\u00ab<br>17 Jesus aber blickte sie an und sagte: \u00bbWas bedeutet denn dieses Schriftwort (Ps 118,22): \u203aDer Stein, den die Bauleute (als unbrauchbar) verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden\u2039?<br>18 Jeder, der an diesem Steine zu Fall kommt, wird zerschmettert werden; auf wen aber der Stein f\u00e4llt, den wird er zermalmen.\u00ab<br>19 Da suchten die Schriftgelehrten und Hohenpriester ihn noch in derselben Stunde festzunehmen, f\u00fcrchteten sich jedoch vor dem Volk; sie hatten n\u00e4mlich wohl gemerkt, da\u00df er dieses Gleichnis gegen sie gerichtet hatte.<br>20 So lauerten sie ihm denn auf und sandten Aufpasser ab, die sich das Aussehen gesetzesstrenger Leute geben sollten, damit sie ihn durch einen seiner Ausspr\u00fcche fingen und ihn dann der Obrigkeit und der Gewalt des Statthalters \u00fcberliefern k\u00f6nnten.<br>21 Die fragten ihn also: \u00bbMeister, wir wissen, da\u00df du offen redest und lehrst und die Person nicht ansiehst, sondern den Weg Gottes mit Wahrhaftigkeit lehrst:<br>22 ist es recht, da\u00df wir dem Kaiser Steuern entrichten, oder nicht?\u00ab<br>23 Da er nun ihre b\u00f6se Absicht durchschaute, sagte er zu ihnen:<br>24 \u00bbZeigt mir einen Denar! Wessen Bild und Aufschrift tr\u00e4gt er?\u00ab Sie antworteten: \u00bbDes Kaisers.\u00ab<br>25 Da sagte er zu ihnen: \u00bbNun, so gebt dem Kaiser, was dem Kaiser zukommt, und Gott, was Gott zukommt.\u00ab<br>26 Und sie vermochten ihn nicht bei einem Ausspruch vor dem Volk zu fangen und wu\u00dften, voll Verwunderung \u00fcber seine Antwort, nichts mehr zu sagen.<br>27 Hierauf traten einige Sadduz\u00e4er herzu, die da behaupten, es gebe keine Auferstehung, und legten ihm eine Frage vor<br>28 mit den Worten: \u00bbMeister, Mose hat uns vorgeschrieben (5.Mose 25,5): \u203aWenn jemandem sein Bruder stirbt, der eine Frau hat, jedoch kinderlos geblieben ist, so soll sein Bruder die Frau ehelichen und f\u00fcr seinen Bruder das Geschlecht fortpflanzen.\u2039<br>29 Nun waren da sieben Br\u00fcder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos;<br>30 der zweite heiratete sie darauf,<br>31 dann der dritte und in derselben Weise alle sieben, hinterlie\u00dfen aber keine Kinder und starben;<br>32 zuletzt starb auch die Frau.<br>33 Wem von ihnen wird diese nun bei der Auferstehung als Frau angeh\u00f6ren? Alle sieben haben sie ja zur Frau gehabt.\u00ab<br>34 Da sagte Jesus zu ihnen: \u00bbDie Kinder der jetzigen Weltzeit heiraten und werden verheiratet;<br>35 diejenigen aber, welche w\u00fcrdig befunden worden sind, an jener Weltzeit und an der Auferstehung der Toten teilzunehmen, die heiraten weder noch werden sie verheiratet;<br>36 sie k\u00f6nnen dann ja auch nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich und sind S\u00f6hne Gottes, weil sie S\u00f6hne der Auferstehung sind.<br>37 Da\u00df aber die Toten auferweckt werden, das hat auch Mose bei (der Erz\u00e4hlung von) dem Dornbusch erkennen lassen (2.Mose 3,6), indem er dort den Herrn \u203aden Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs\u2039 nennt.<br>38 Gott ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden, denn alle leben ihm.\u00ab<br>39 Da antworteten mehrere Schriftgelehrte: \u00bbMeister, du hast trefflich gesprochen!\u00ab<br>40 Sie wagten auch hinfort nicht mehr, ihm eine Frage vorzulegen.<br>41 Er sagte dann aber zu ihnen: \u00bbWie kann man behaupten, Christus sei Davids Sohn?<br>42 David selbst sagt ja doch im Psalmbuch (Ps 110,1): \u203aDer Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten,<br>43 bis ich deine Feinde hinlege zum Schemel deiner F\u00fc\u00dfe.\u2039<br>44 David nennt ihn also \u203aHerr\u2039; wie kann er da sein Sohn sein?\u00ab<br>45 Zu seinen J\u00fcngern aber sagte er, w\u00e4hrend das ganze Volk zuh\u00f6rte:<br>46 \u00bbH\u00fctet euch vor den Schriftgelehrten, die es lieben, in langen Gew\u00e4ndern einherzugehen, und sich auf den \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen gern begr\u00fc\u00dfen lassen; die auf die vordersten Sitze in den Synagogen und auf die obersten Pl\u00e4tze bei den Gastm\u00e4hlern Anspruch machen;<br>47 die die H\u00e4user der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete verrichten; diese werden ein besonders strenges Gericht erfahren.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 21<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Als er dann aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten einlegten.<br>2 Da sah er auch eine arme Witwe dort zwei Scherflein hineintun<br>3 und sagte: \u00bbWahrlich ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als alle anderen eingelegt;<br>4 denn jene haben alle aus ihrem \u00dcberflu\u00df eine Gabe in den Gotteskasten getan, sie aber hat aus ihrer D\u00fcrftigkeit alles eingelegt, was sie zum Lebensunterhalt besa\u00df.\u00ab<br>5 Als einige dann vom Tempel sagten, er sei (ein Prachtbau) mit herrlichen Steinen und Weihgeschenken geschm\u00fcckt, antwortete er:<br>6 \u00bbWas ihr da anschaut \u2013 es werden Tage kommen, an denen kein Stein auf dem andern liegen bleibt, der nicht niedergerissen wird.\u00ab<br>7 Da richteten sie die Frage an ihn: \u00bbMeister, wann wird dies denn geschehen, und welches ist das Anzeichen daf\u00fcr, wann dies eintreten wird?\u00ab<br>8 Da antwortete er: \u00bbSeht zu, da\u00df ihr nicht irregef\u00fchrt werdet! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: \u203aIch bin es\u2039, und \u203aDie Zeit ist nahe!\u2039 Lauft ihnen nicht nach!<br>9 Wenn ihr ferner von Kriegen und Aufst\u00e4nden h\u00f6rt, so la\u00dft euch dadurch nicht erschrecken! Denn das mu\u00df zuerst kommen, aber das Ende ist dann noch nicht sogleich da.\u00ab<br>10 Hierauf fuhr er fort: \u00bbEin Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere (Jes 19,2);<br>11 auch gewaltige Erdbeben werden stattfinden und hier und da Hungersn\u00f6te und Seuchen; auch schreckhafte Erscheinungen und gro\u00dfe Zeichen vom Himmel her werden erfolgen.\u00ab<br>12 \u00bbAber ehe alles dies geschieht, wird man Hand an euch legen und euch verfolgen, indem man euch an die Synagogen und Gef\u00e4ngnisse \u00fcberantwortet und euch vor K\u00f6nige und Statthalter f\u00fchrt um meines Namens willen.<br>13 Da wird euch dann Gelegenheit geboten werden, Zeugnis (f\u00fcr mich) abzulegen.<br>14 So beherzigt denn (die Warnung) wohl, da\u00df ihr euch nicht im voraus Sorge \u00fcber die Art eurer Verteidigung machet;<br>15 denn ich selbst werde euch Redegabe und Weisheit verleihen, der alle eure Widersacher nicht zu widerstehen noch zu widersprechen imstande sein sollen.<br>16 Ihr werdet aber sogar von Eltern und Geschwistern, von Verwandten und Freunden \u00fcberantwortet werden, ja man wird manche von euch t\u00f6ten,<br>17 und ihr werdet allen um meines Namens willen verha\u00dft sein.<br>18 Doch es soll kein Haar von eurem Haupte verlorengehen:<br>19 durch standhaftes Ausharren werdet ihr euch das Leben gewinnen.\u00ab<br>20 \u00bbWenn ihr aber Jerusalem von Kriegsheeren umlagert seht, dann erkennet daran, da\u00df seine Zerst\u00f6rung nahe bevorsteht.<br>21 Dann sollen die (Gl\u00e4ubigen) in Jud\u00e4a ins Gebirge fliehen und die Bewohner (der Hauptstadt) auswandern und die auf dem Lande Wohnenden nicht in die Stadt hineinziehen;<br>22 denn dies sind die Tage der Vergeltung (5.Mose 32,35), damit alles in Erf\u00fcllung gehe, was in der Schrift steht.<br>23 Wehe den Frauen, die in jenen Tagen guter Hoffnung sind, und den M\u00fcttern, die ein Kind zu n\u00e4hren haben! Denn gro\u00dfe Not wird im Lande herrschen und ein Zorngericht \u00fcber dieses Volk ergehen;<br>24 und sie werden durch die Sch\u00e4rfe des Schwertes fallen und in die Gefangenschaft unter alle Heidenv\u00f6lker weggef\u00fchrt werden, und Jerusalem wird von Heiden zertreten werden (Sach 12,3), bis die Zeiten der Heiden abgelaufen sind.\u00ab<br>25 \u00bbDann werden Zeichen an Sonne, Mond und Sternen in Erscheinung treten und auf der Erde wird Verzweiflung der V\u00f6lker in ratloser Angst beim Brausen des Meeres und seines Wogenschwalls herrschen,<br>26 indem Menschen den Geist aufgeben vor Furcht und in banger Erwartung der Dinge, die \u00fcber den Erdkreis kommen werden; denn (sogar) die Kr\u00e4fte des Himmels werden in Ersch\u00fctterung geraten (Jes 34,4).<br>27 Und hierauf wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen mit gro\u00dfer Macht und Herrlichkeit (Dan 7,13).<br>28 Wenn dies nun zu geschehen beginnt, dann richtet euch auf und hebt eure H\u00e4upter empor; denn eure Erl\u00f6sung naht.\u00ab<br>29 Er sagte ihnen dann noch ein Gleichnis: \u00bbSeht den Feigenbaum und alle anderen B\u00e4ume an:<br>30 sobald sie ausschlagen, erkennt ihr, wenn ihr es seht, von selbst, da\u00df nunmehr der Sommer nahe ist.<br>31 So sollt auch ihr, wenn ihr alles dieses eintreten seht, erkennen, da\u00df das Reich Gottes nahe ist.<br>32 Wahrlich ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis alles geschieht.<br>33 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nimmermehr vergehen!\u00ab<br>34 \u00bbHabt aber auf euch selbst acht, da\u00df eure Herzen nicht etwa durch Schlemmerei und Trunkenheit und Sorgen des Lebens beschwert werden und jener Tag euch unvermutet \u00fcberfalle wie eine Schlinge;<br>35 denn hereinbrechen wird er \u00fcber alle Bewohner der ganzen Erde.<br>36 Seid also allezeit wachsam und betet darum, da\u00df ihr die Kraft empfanget, diesem allem, was da kommen soll, zu entrinnen und vor den Menschensohn hinzutreten!\u00ab<br>37 Tags\u00fcber war Jesus im Tempel, wo er lehrte; an jedem Abend aber ging er (aus der Stadt) hinaus und \u00fcbernachtete am sogenannten \u00d6lberg;<br>38 und das ganze Volk kam schon fr\u00fchmorgens zu ihm, um ihm im Tempel zuzuh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 22<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">VI. Jesu Leidensgeschichte und die Auferstehungsberichte (Kap. 22-24)<\/h3>\n\n\n\n<p>1 So kam denn das Fest der unges\u00e4uerten Brote, das sogenannte Passah, heran;<br>2 und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten Mittel und Wege, wie sie ihn beseitigen k\u00f6nnten; denn sie f\u00fcrchteten sich vor dem Volke.<br>3 Da fuhr der Satan in Judas, der den Beinamen Iskariot f\u00fchrte und zur Zahl der Zw\u00f6lf geh\u00f6rte:<br>4 er ging hin und verabredete mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten der Tempelwache, wie er ihnen Jesus in die H\u00e4nde liefern wollte.<br>5 Dar\u00fcber freuten sie sich und kamen mit ihm \u00fcberein, ihm Geld zu geben;<br>6 er war einverstanden und suchte nun nach einer guten Gelegenheit, um ihnen Jesus hinter dem R\u00fccken des Volkes in die H\u00e4nde zu liefern.<br>7 Als dann der Tag der unges\u00e4uerten Brote gekommen war, an dem man das Passahlamm schlachten mu\u00dfte,<br>8 sandte er Petrus und Johannes ab mit der Weisung: \u00bbGeht hin und richtet uns das Passahmahl zu, damit wir es essen k\u00f6nnen!\u00ab<br>9 Auf ihre Frage: \u00bbWo sollen wir es zurichten?\u00ab<br>10 antwortete er ihnen: \u00bbGebt acht: sobald ihr in die Stadt hineinkommt, wird euch ein Mann begegnen, der einen Krug mit Wasser tr\u00e4gt; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht,<br>11 und sagt dem Eigent\u00fcmer des Hauses: \u203aDer Meister l\u00e4\u00dft dich fragen: Wo ist der Speisesaal, in welchem ich das Passahlamm mit meinen J\u00fcngern essen kann?\u2039<br>12 Dann wird er euch ein ger\u00e4umiges, mit Tischpolstern ausgestattetes Obergemach zeigen: dort richtet das Mahl zu!\u00ab<br>13 Sie gingen hin und fanden es so, wie er ihnen gesagt hatte, und richteten das Passahmahl zu.<br>14 Als dann die Stunde gekommen war, setzte er sich zu Tisch und die Apostel mit ihm.<br>15 Da sagte er zu ihnen: \u00bbHerzlich habe ich mich danach gesehnt, dieses Passahmahl vor meinem Leiden noch mit euch zu essen;<br>16 denn ich sage euch: ich werde es nicht mehr essen, bis es im Reiche Gottes seine Vollendung findet.\u00ab<br>17 Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet und sagte: \u00bbNehmt diesen (Becher) und teilt ihn unter euch!<br>18 Denn ich sage euch: Ich werde von nun an von dem Erzeugnis des Weinstocks nicht mehr trinken, bis das Reich Gottes kommt.\u00ab<br>19 Dann nahm er Brot, sprach den Lobpreis (Gottes), brach das Brot und gab es ihnen mit den Worten: \u00bbDies ist mein Leib [der f\u00fcr euch dahingegeben wird; das tut zu meinem Ged\u00e4chtnis!\u00ab<br>20 Ebenso tat er mit dem Becher nach dem Mahl und sagte: \u00bbDieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das f\u00fcr euch vergossen wird].<br>21 Doch wisset wohl: Die Hand meines Verr\u00e4ters ist mit mir zusammen auf dem Tische.<br>22 Denn der Menschensohn geht zwar dahin, wie es bestimmt ist; doch wehe dem Menschen, durch den er verraten wird!\u00ab<br>23 Da fingen sie an, sich untereinander zu besprechen, wer von ihnen es wohl sein m\u00f6chte, der dies tun w\u00fcrde.<br>24 Da entstand auch noch ein Streit unter ihnen dar\u00fcber, wer von ihnen als der Gr\u00f6\u00dfte zu gelten habe.<br>25 Er aber sagte zu ihnen: \u00bbDie K\u00f6nige der V\u00f6lker herrschen gewaltsam \u00fcber sie, und ihre Machthaber lassen sich \u203aWohlt\u00e4ter\u2039 nennen.<br>26 Bei euch aber darf es nicht so sein, sondern der Gr\u00f6\u00dfte unter euch mu\u00df wie der J\u00fcngste sein und wer obenan sitzt, wie der Aufwartende.<br>27 Denn wer ist der Gr\u00f6\u00dfere: der zu Tische sitzt oder der dabei bedient? Doch wohl der zu Tische Sitzende. Ich aber bin in eurer Mitte wie der Aufwartende.<br>28 Ihr aber seid es, die in meinen Anfechtungen bei mir ausgeharrt haben.<br>29 So vermache ich euch denn die K\u00f6nigsw\u00fcrde, wie mein Vater sie mir vermacht hat:<br>30 ihr sollt (dereinst) in meinem Reiche an meinem Tische essen und trinken und sollt auf Thronen sitzen, um die zw\u00f6lf St\u00e4mme Israels zu richten.\u00ab<br>31 \u00bbSimon, Simon! Wisse wohl: der Satan hat sich (von Gott) ausgebeten, Gewalt \u00fcber euch zu erhalten, um euch zu sichten (eig. zu sieben = im Siebe zu sch\u00fctteln), wie man Weizen siebt;<br>32 ich aber habe f\u00fcr dich gebeten, da\u00df dein Glaube nicht ausgehe; und du, wenn du dich einst bekehrt hast, st\u00e4rke deine Br\u00fcder!\u00ab<br>33 Da antwortete ihm Petrus: \u00bbHerr, ich bin bereit, mit dir sowohl ins Gef\u00e4ngnis als auch in den Tod zu gehen!\u00ab<br>34 Jesus aber entgegnete: \u00bbIch sage dir, Petrus: Der Hahn wird heute nicht kr\u00e4hen, bis du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen!\u00ab<br>35 Dann fuhr er fort: \u00bbAls ich euch ohne Geldbeutel, ohne Ranzen und Schuhe aussandte, habt ihr da Mangel an irgend etwas gelitten?\u00ab Sie antworteten: \u00bbNein, an nichts!\u00ab<br>36 Er fuhr fort: \u00bbJetzt aber \u2013 wer einen Beutel (mit Geld) hat, der nehme ihn mit sich, ebenso auch einen Ranzen, und wer nichts (derartiges) hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe sich ein Schwert!<br>37 Denn ich sage euch: Folgendes Schriftwort mu\u00df sich an mir erf\u00fcllen (Jes 53,12): \u203aEr ist unter die Gesetzlosen gerechnet worden\u2039; denn in der Tat: das mir bestimmte Geschick kommt jetzt zum Abschlu\u00df.\u00ab<br>38 Da sagten sie: \u00bbHerr, siehe, hier sind zwei Schwerter!\u00ab Er antwortete ihnen: \u00bbDas gen\u00fcgt.\u00ab<br>39 Er ging dann (aus der Stadt) hinaus und begab sich nach seiner Gewohnheit an den \u00d6lberg; es begleiteten ihn auch seine J\u00fcnger.<br>40 Als er an Ort und Stelle angelangt war, sagte er zu ihnen: \u00bbBetet darum, da\u00df ihr nicht in Versuchung geratet!\u00ab<br>41 Darauf entfernte er sich etwa einen Steinwurf weit von ihnen, kniete nieder und betete<br>42 mit den Worten: \u00bbVater, wenn du willst, so la\u00df diesen Kelch an mir vor\u00fcbergehen! Doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!\u00ab<br>43 Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und st\u00e4rkte ihn.<br>44 Und als er in angstvollen Seelenkampf geraten war, betete er noch inbr\u00fcnstiger; und sein Schwei\u00df wurde wie Blutstropfen, die zur Erde niederfielen.<br>45 Nach dem Gebet stand er auf, und als er zu seinen J\u00fcngern kam, fand er sie vor Traurigkeit eingeschlafen<br>46 und sagte zu ihnen: \u00bbWas schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet!\u00ab<br>47 W\u00e4hrend er noch (zu ihnen) redete, erschien pl\u00f6tzlich eine Volksschar, und der mit dem Namen Judas, einer von den Zw\u00f6lfen, ging an ihrer Spitze und trat auf Jesus zu, um ihn zu k\u00fcssen.<br>48 Jesus aber sagte zu ihm: \u00bbJudas, mit einem Ku\u00df verr\u00e4tst du den Menschensohn?\u00ab<br>49 Als nun die Begleiter Jesu sahen, was da kommen w\u00fcrde, sagten sie: \u00bbHerr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?\u00ab,<br>50 und einer von ihnen schlug (wirklich) nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab.<br>51 Jesus aber antwortete: \u00bbLa\u00dft ab! Bis hierher und nicht weiter!\u00ab Dann r\u00fchrte er das Ohr an und heilte ihn.<br>52 Zu den Hohenpriestern aber und den Hauptleuten der Tempelwache und den \u00c4ltesten, die gegen ihn hergekommen waren, sagte Jesus: \u00bbWie gegen einen R\u00e4uber seid ihr mit Schwertern und Kn\u00fctteln ausgezogen.<br>53 W\u00e4hrend ich t\u00e4glich bei euch im Tempel war, habt ihr die H\u00e4nde nicht gegen mich ausgestreckt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis!\u00ab<br>54 Als sie ihn dann festgenommen hatten, f\u00fchrten sie ihn ab und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters; Petrus aber folgte von weitem.<br>55 Als sie dann mitten im Hof ein Feuer angez\u00fcndet und sich zusammengesetzt hatten, nahm auch Petrus mitten unter ihnen Platz.<br>56 Da sah ihn eine Magd am Feuer sitzen; sie blickte ihn scharf an und sagte: \u00bbDieser ist auch bei ihm gewesen.\u00ab<br>57 Petrus aber leugnete mit den Worten: \u00bbWeib, ich kenne ihn nicht!\u00ab<br>58 Nach einer kleinen Weile bemerkte ihn ein anderer und sagte: \u00bbDu geh\u00f6rst auch zu ihnen!\u00ab Petrus aber entgegnete: \u00bbMensch, ich nicht!\u00ab<br>59 Nach Verlauf von etwa einer Stunde versicherte ein anderer bestimmt: \u00bbWahrhaftig, dieser ist auch mit ihm zusammen gewesen, er ist ja auch ein Galil\u00e4er!\u00ab<br>60 Da entgegnete Petrus: \u00bbMensch, ich verstehe nicht, was du sagst!\u00ab; und unmittelbar darauf, w\u00e4hrend er noch redete, kr\u00e4hte der Hahn.<br>61 Da wandte der Herr sich um und blickte Petrus an; und Petrus dachte an das Wort des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: \u00bbEhe noch der Hahn heute kr\u00e4ht, wirst du mich dreimal verleugnen.\u00ab<br>62 Und er ging hinaus und weinte bitterlich.<br>63 Die M\u00e4nner aber, die Jesus zu bewachen hatten, trieben ihren Spott mit ihm und schlugen ihn;<br>64 sie verh\u00fcllten ihm das Gesicht und richteten dann die Frage an ihn: \u00bbWeissage uns: Wer ist\u2019s, der dich (eben) geschlagen hat?\u00ab<br>65 Auch noch viele andere Schm\u00e4hungen stie\u00dfen sie gegen ihn aus.<br>66 Als es dann Tag geworden war, versammelte sich der Rat der \u00c4ltesten des Volkes, Hohepriester und Schriftgelehrte; sie lie\u00dfen ihn in ihre Versammlung f\u00fchren<br>67 und sagten: \u00bbWenn du Christus bist, so sage es uns!\u00ab Doch er erwiderte ihnen: \u00bbWenn ich es euch sage, werdet ihr es mir doch nicht glauben,<br>68 und wenn ich Fragen an euch richte, werdet ihr mir keine Antwort geben.<br>69 Aber von nun an wird der Menschensohn zur Rechten der Macht Gottes sitzen!\u00ab (Dan 7,13; Ps 110,1)<br>70 Da sagten sie alle: \u00bbSo bist du also der Sohn Gottes?\u00ab Er antwortete ihnen: \u00bbJa, ihr selbst sagt es: ich bin\u2019s.\u00ab<br>71 Da erkl\u00e4rten sie: \u00bbWozu haben wir noch weitere Zeugenaussagen n\u00f6tig? Wir haben es ja selbst aus seinem Munde geh\u00f6rt!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 23<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Nun erhob sich ihre ganze Versammlung, und sie f\u00fchrten ihn dem Pilatus vor.<br>2 Dort erhoben sie folgende Anklagen gegen ihn: \u00bbWir haben festgestellt, da\u00df dieser Mensch unser Volk aufwiegelt und es davon abhalten will, dem Kaiser Steuern zu entrichten, und da\u00df er behauptet, er sei Christus, ein K\u00f6nig.\u00ab<br>3 Pilatus fragte ihn nun: \u00bbBist du der K\u00f6nig der Juden?\u00ab, und Jesus antwortete ihm: \u00bbJa, ich bin es!\u00ab<br>4 Da sagte Pilatus zu den Hohenpriestern und der Volksmenge: \u00bbIch finde keine Schuld an diesem Manne.\u00ab<br>5 Sie aber versicherten immer heftiger: \u00bbEr wiegelt das Volk auf, indem er seine Lehre im ganzen j\u00fcdischen Lande verbreitet: in Galil\u00e4a hat er damit begonnen und bis hierher es fortgesetzt!\u00ab<br>6 Als Pilatus das h\u00f6rte, fragte er, ob der Mann ein Galil\u00e4er w\u00e4re;<br>7 und als er vernahm, da\u00df er aus dem Machtbereich des Herodes sei, sandte er ihn dem Herodes zu, der in diesen Tagen ebenfalls in Jerusalem weilte.<br>8 Herodes aber war sehr erfreut dar\u00fcber, Jesus zu sehen; denn er h\u00e4tte ihn l\u00e4ngst gern gesehen, weil er viel \u00fcber ihn geh\u00f6rt hatte; er hoffte auch, ein Wunderzeichen von ihm vollf\u00fchrt zu sehen.<br>9 So richtete er denn mancherlei Fragen an ihn, doch Jesus gab ihm keinerlei Antwort;<br>10 die Hohenpriester und Schriftgelehrten aber standen dabei und verklagten ihn leidenschaftlich.<br>11 Da behandelte ihn denn Herodes samt den Herren seines Gefolges mit Verachtung und Hohn und sandte ihn, nachdem er ihm ein Prachtgewand hatte anlegen lassen, zu Pilatus zur\u00fcck.<br>12 An diesem Tage wurden Herodes und Pilatus miteinander befreundet, w\u00e4hrend sie vordem in Feindschaft gegeneinander gestanden hatten.<br>13 Pilatus lie\u00df nun die Hohenpriester und die Mitglieder des Hohen Rates und das Volk zusammenrufen<br>14 und sagte zu ihnen: \u00bbIhr habt mir diesen Mann als einen Volksverf\u00fchrer vorgef\u00fchrt. Nun, ihr seht, ich habe ihn in eurem Beisein verh\u00f6rt, habe aber an ihm durchaus nicht die Schuld gefunden, deren ihr ihn anklagt.<br>15 Ebensowenig auch Herodes, denn er hat ihn an uns zur\u00fcckverwiesen. Ihr seht also: nichts, was die Todesstrafe verdient, ist von ihm begangen worden.<br>16 Darum will ich ihn gei\u00dfeln lassen und dann freigeben.\u00ab<br>17 [Er war aber verpflichtet, ihnen an jedem Fest einen (Gefangenen) freizugeben.]<br>18 Da schrien sie aber allesamt: \u00bbHinweg mit diesem! Gib uns dagegen Barabbas frei!\u00ab \u2013<br>19 dieser sa\u00df n\u00e4mlich wegen eines Aufruhrs, der in der Stadt vorgekommen war, und wegen Mordes im Gef\u00e4ngnis.<br>20 Da redete Pilatus zum zweitenmal auf sie ein, weil er Jesus gern freigeben wollte;<br>21 sie aber riefen ihm dagegen zu: \u00bbKreuzige, kreuzige ihn!\u00ab<br>22 Zum drittenmal fragte er sie dann: \u00bbWas hat denn dieser Mann B\u00f6ses getan? Ich habe keine todesw\u00fcrdige Schuld an ihm gefunden! Ich will ihn also gei\u00dfeln lassen und dann freigeben.\u00ab<br>23 Sie aber best\u00fcrmten ihn mit lautem Geschrei und verlangten seine Kreuzigung; und ihr Geschrei drang durch.<br>24 So f\u00e4llte denn Pilatus das Urteil, ihr Verlangen solle erf\u00fcllt werden.<br>25 Er gab also den Mann frei, der wegen Aufruhrs und Mordes ins Gef\u00e4ngnis geworfen worden war, wie sie es verlangten; Jesus dagegen gab er ihrem Willen preis.<br>26 Als sie ihn dann (zur Richtst\u00e4tte) abf\u00fchrten, griffen sie einen gewissen Simon aus Cyrene auf, der vom Felde heimkam, und b\u00fcrdeten ihm das Kreuz auf, damit er es Jesu nachtr\u00fcge.<br>27 Es folgte ihm aber eine gro\u00dfe Volksmenge, auch viele Frauen, die um ihn wehklagten und weinten.<br>28 Da wandte Jesus sich zu ihnen um und sagte: \u00bbIhr T\u00f6chter Jerusalems, weint nicht \u00fcber mich, weint vielmehr \u00fcber euch selbst und \u00fcber eure Kinder!<br>29 Denn wisset wohl: es kommen Tage, an denen man sagen wird: \u203aGl\u00fccklich zu preisen sind die Unfruchtbaren und die Frauen, die nicht Mutter geworden sind und die kein Kind an der Brust gen\u00e4hrt haben!\u2039<br>30 Dann wird man anfangen, den Bergen zuzurufen: \u203aFallet auf uns!\u2039 und den H\u00fcgeln: \u203aBedecket uns!\u2039 (Hos 10,8)<br>31 Denn wenn man dies am gr\u00fcnen Holze tut, was wird da erst am d\u00fcrren geschehen?\u00ab<br>32 Es wurden aber au\u00dferdem noch zwei Verbrecher mit ihm zur Hinrichtung abgef\u00fchrt.<br>33 Als sie nun an den Platz gekommen waren, der \u203aSch\u00e4del(st\u00e4tte)\u2039 hei\u00dft, kreuzigten sie dort ihn und die beiden Verbrecher, den einen zu seiner Rechten, den anderen zu seiner Linken.<br>34 Jesus aber sprach: \u00bbVater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!\u00ab Darauf verteilten sie seine Kleidungsst\u00fccke unter sich, indem sie das Los dar\u00fcber warfen (Ps 22,19);<br>35 und das Volk stand dabei und sah zu. Es verh\u00f6hnten (ihn) aber auch die Mitglieder des Hohen Rates mit den Worten: \u00bbAnderen hat er geholfen; so helfe er nun sich selbst, wenn er wirklich Christus, der Gesalbte Gottes, ist, der Auserw\u00e4hlte!\u00ab<br>36 Auch die Soldaten verspotteten ihn: sie traten hinzu, reichten ihm Essig (Ps 69,22)<br>37 und sagten: \u00bbBist du der K\u00f6nig der Juden, so hilf dir selbst!\u00ab<br>38 \u00dcber ihm war aber auch eine Inschrift angebracht [in griechischer, lateinischer und hebr\u00e4ischer Schrift]: \u00bbDies ist der K\u00f6nig der Juden.\u00ab<br>39 Einer aber von den Verbrechern, die da gehenkt waren, schm\u00e4hte ihn mit den Worten: \u00bbDu willst Christus sein? So hilf dir doch selbst und uns!\u00ab<br>40 Da antwortete ihm der andere mit lautem Vorwurf: \u00bbHast du denn nicht einmal Furcht vor Gott, da dich doch derselbe Urteilsspruch getroffen hat?<br>41 Und zwar uns beide mit Recht, denn wir empfangen den Lohn f\u00fcr unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan!\u00ab<br>42 Dann fuhr er fort: \u00bbJesus, denke an mich, wenn du in deine K\u00f6nigsherrschaft kommst!\u00ab<br>43 Da sagte Jesus zu ihm: \u00bbWahrlich ich sage dir: Heute (noch) wirst du mit mir im Paradiese sein!\u00ab<br>44 Es war nunmehr um die sechste Stunde: da kam eine Finsternis \u00fcber das ganze Land bis zur neunten Stunde,<br>45 indem die Sonne ihren Schein verlor; und der Vorhang im Tempel ri\u00df mitten entzwei.<br>46 Da rief Jesus mit lauter Stimme die Worte aus: \u00bbVater, in deine H\u00e4nde befehle ich meinen Geist!\u00ab (Ps 31,6), und nach diesen Worten verschied er.<br>47 Als nun der Hauptmann sah, was geschehen war, pries er Gott und sagte: \u00bbDieser Mann ist wirklich ein Gerechter gewesen!\u00ab<br>48 Und die ganze Volksmenge, die zu diesem Schauspiel zusammengekommen war und alles sah, was sich zugetragen hatte, schlug sich an die Brust und kehrte heim.<br>49 Alle seine Bekannten aber standen von ferne (Ps 38,12), auch die Frauen, die ihm aus Galil\u00e4a nachgefolgt waren und dies alles mit ansahen.<br>50 Und siehe, ein Mann namens Joseph, der ein Mitglied des Hohen Rates war, ein guter und gerechter Mann \u2013<br>51 er war mit ihrem Beschlu\u00df und ihrer Handlungsweise nicht einverstanden gewesen \u2013 aus der j\u00fcdischen Stadt Arimath\u00e4a, der auf das Reich Gottes wartete:<br>52 dieser ging zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam Jesu.<br>53 Dann nahm er ihn (vom Kreuz) herab, wickelte ihn in feine Leinwand und legte ihn in ein Grab, das in den Felsen gehauen und in welchem bisher noch niemand beigesetzt worden war.<br>54 Es war aber der R\u00fcsttag, und der Sabbat wollte anbrechen.<br>55 Die Frauen aber, die ihn aus Galil\u00e4a begleitet hatten, waren mitgegangen und hatten sich das Grab und die Beisetzung seines Leichnams angesehen.<br>56 Nachdem sie hierauf (in die Stadt) zur\u00fcckgekehrt waren, besorgten sie wohlriechende Stoffe und Salben und brachten dann den Sabbat nach der Vorschrift des Gesetzes in der Stille zu.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lukas Kapitel 24<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Am ersten Tage nach dem Sabbat aber kamen sie beim Morgengrauen zum Grabe mit den wohlriechenden Stoffen, die sie zubereitet hatten.<br>2 Da fanden sie den Stein vom Grabe weggew\u00e4lzt,<br>3 doch als sie hineingetreten waren, fanden sie den Leichnam des Herrn Jesus nicht.<br>4 W\u00e4hrend sie nun hier\u00fcber ratlos waren, standen pl\u00f6tzlich zwei M\u00e4nner in strahlenden Gew\u00e4ndern bei ihnen;<br>5 und als sie in Furcht gerieten und den Blick zu Boden schlugen, sagten diese zu ihnen: \u00bbWas sucht ihr den Lebenden bei den Toten?<br>6 Er ist nicht (mehr) hier, sondern ist auferweckt worden. Denkt daran, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galil\u00e4a war,<br>7 und aussagte, der Menschensohn m\u00fcsse in die H\u00e4nde s\u00fcndiger Menschen ausgeliefert und ans Kreuz geschlagen werden und am dritten Tage auferstehen.\u00ab<br>8 Da erinnerten sie sich seiner Worte,<br>9 kehrten vom Grabe zur\u00fcck und berichteten dies alles den elf (J\u00fcngern) und allen \u00fcbrigen.<br>10 Es waren dies aber Maria von Magdala und Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die anderen Frauen mit ihnen, die den Aposteln dies berichteten;<br>11 doch diese Mitteilungen erschienen ihnen als leeres Gerede, und sie schenkten ihnen keinen Glauben.<br>12 Petrus aber machte sich auf und eilte zum Grabe, und als er sich hineinb\u00fcckte, sah er nur die Leint\u00fccher daliegen; so kehrte er denn nach Hause zur\u00fcck, voll Verwunderung \u00fcber das Geschehene.<br>13 Und siehe, zwei von ihnen waren an demselben Tage auf der Wanderung nach einem Dorf begriffen, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt lag und Emmaus hie\u00df.<br>14 Sie unterhielten sich miteinander \u00fcber alle diese Begebenheiten.<br>15 W\u00e4hrend sie sich nun so unterhielten und sich gegeneinander aussprachen, kam Jesus selbst hinzu und schlo\u00df sich ihnen auf der Wanderung an;<br>16 ihre Augen jedoch wurden gehalten, so da\u00df sie ihn nicht erkannten.<br>17 Er fragte sie nun: \u00bbWas sind das f\u00fcr Gespr\u00e4che, die ihr da auf eurer Wanderung miteinander f\u00fchrt?\u00ab Da blieben sie betr\u00fcbten Angesichts stehen.<br>18 Der eine aber von ihnen, namens Kleopas, erwiderte ihm: \u00bbDu bist wohl der einzige, der sich in Jerusalem aufh\u00e4lt und nichts von dem erfahren hat, was in diesen Tagen dort geschehen ist?\u00ab<br>19 Er fragte sie: \u00bbWas denn?\u00ab Sie antworteten ihm: \u00bbDas, was mit Jesus von Nazareth geschehen ist, der ein Prophet war, gewaltig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.<br>20 Ihn haben unsere Hohenpriester und der Hohe Rat zur Todesstrafe ausgeliefert und ans Kreuz gebracht.<br>21 Wir aber hatten gehofft, da\u00df er es sei, der Israel erl\u00f6sen w\u00fcrde; aber nun ist bei dem allem heute schon der dritte Tag, seit dies geschehen ist.<br>22 Dazu haben uns aber auch noch einige Frauen, die zu uns geh\u00f6ren, in Best\u00fcrzung versetzt: sie sind heute in der Fr\u00fche am Grabe gewesen<br>23 und haben, als sie seinen Leichnam nicht gefunden hatten, nach ihrer R\u00fcckkehr erz\u00e4hlt, sie h\u00e4tten auch noch eine Erscheinung von Engeln gesehen, und diese h\u00e4tten gesagt, da\u00df er lebe.<br>24 Da sind denn einige der Unseren zum Grabe hingegangen und haben es so gefunden, wie die Frauen berichtet hatten, ihn selbst aber haben sie nicht gesehen.\u00ab<br>25 Da sagte er zu ihnen: \u00bbO ihr Gedankenlosen, wie ist doch euer Herz so tr\u00e4ge, um an alles das zu glauben, was die Propheten verk\u00fcndigt haben!<br>26 Mu\u00dfte denn Christus dies nicht leiden und dann in seine Herrlichkeit eingehen?\u00ab<br>27 Darauf fing er bei Mose und allen Propheten an und legte ihnen alle Schriftstellen aus, die sich auf ihn bezogen.<br>28 So kamen sie in die N\u00e4he des Dorfes, wohin die Wanderung ging, und er tat so, als wollte er weiterwandern.<br>29 Da n\u00f6tigten sie ihn mit den Worten: \u00bbBleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich schon geneigt!\u00ab So trat er denn ein, um bei ihnen zu bleiben.<br>30 Als er sich hierauf mit ihnen zu Tisch gesetzt hatte, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis (Gottes), brach das Brot und gab es ihnen:<br>31 da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn; doch er entschwand ihren Blicken.<br>32 Da sagten sie zueinander: \u00bbBrannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriftstellen erschlo\u00df?\u00ab<br>33 Und sie machten sich noch in derselben Stunde auf, kehrten nach Jerusalem zur\u00fcck und fanden dort die Elf nebst ihren Genossen versammelt;<br>34 diese teilten ihnen mit: \u00bbDer Herr ist wirklich auferweckt worden und ist dem Simon erschienen!\u00ab<br>35 Da erz\u00e4hlten auch sie, was sich unterwegs zugetragen hatte und wie er von ihnen am Brechen des Brotes erkannt worden war.<br>36 W\u00e4hrend sie hier\u00fcber noch sprachen, trat Jesus selbst mitten unter sie mit den Worten: \u00bbFriede sei mit euch!\u00ab<br>37 Da gerieten sie in Angst und Furcht und meinten, einen Geist zu sehen.<br>38 Doch er sagte zu ihnen: \u00bbWas seid ihr so best\u00fcrzt, und warum steigen Zweifel in euren Herzen auf?<br>39 Seht meine H\u00e4nde und meine F\u00fc\u00dfe an, da\u00df ich es leibhaftig bin! Betastet mich und beschaut mich; ein Geist hat ja doch kein Fleisch und keine Knochen, wie ihr solche an mir wahrnehmt.\u00ab<br>40 Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe.<br>41 Als sie aber vor Freude immer noch ungl\u00e4ubig und voll Verwunderung waren, fragte er sie:<br>42 \u00bbHabt ihr hier nicht etwas zu essen?\u00ab Da reichten sie ihm ein St\u00fcck von einem gebratenen Fisch;<br>43 das nahm er und a\u00df es vor ihren Augen.<br>44 Dann sagte er zu ihnen: \u00bbDies besagen meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: es m\u00fcsse alles in Erf\u00fcllung gehen, was im mosaischen Gesetz, bei den Propheten und in den Psalmen \u00fcber mich geschrieben steht.\u00ab<br>45 Hierauf erschlo\u00df er ihnen den Sinn f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Schriften<br>46 und sagte zu ihnen: \u00bbSo steht geschrieben: Christus mu\u00df leiden und am dritten Tage von den Toten auferstehen,<br>47 und auf Grund seines Namens mu\u00df Bu\u00dfe zur Vergebung der S\u00fcnden bei allen V\u00f6lkern gepredigt werden, zuerst aber in Jerusalem.<br>48 Ihr seid die Zeugen hierf\u00fcr.<br>49 Und wisset wohl: Ich sende das Verhei\u00dfungsgut meines Vaters auf euch herab; ihr aber bleibt hier in der Stadt, bis ihr mit Kraft aus der H\u00f6he ausger\u00fcstet worden seid!\u00ab<br>50 Hierauf f\u00fchrte er sie (aus der Stadt) hinaus bis in die N\u00e4he von Bethanien, erhob dann seine H\u00e4nde und segnete sie;<br>51 und es begab sich: w\u00e4hrend er sie segnete, schied er von ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben.<br>52 Und sie warfen sich anbetend vor ihm nieder und kehrten hocherfreut nach Jerusalem zur\u00fcck<br>53 und hielten sich best\u00e4ndig im Tempel auf und priesen Gott.<\/p>\n\n\n<style>.wp-block-kadence-spacer.kt-block-spacer-355_bf29e1-25 .kt-block-spacer{height:60px;}.wp-block-kadence-spacer.kt-block-spacer-355_bf29e1-25 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