{"id":722,"date":"2023-12-23T08:03:40","date_gmt":"2023-12-23T07:03:40","guid":{"rendered":"http:\/\/lionofjudah.info\/?p=722"},"modified":"2026-01-17T13:10:09","modified_gmt":"2026-01-17T12:10:09","slug":"jesaja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lionofjudah.info\/?p=722","title":{"rendered":"Jesaja"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Der Prophet Jesaja<\/h1>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\"><style>.wp-block-kadence-advancedbtn.kb-btns722_0898e0-8f{gap:var(--global-kb-gap-xs, 0.5rem );justify-content:flex-end;align-items:center;}.kt-btns722_0898e0-8f .kt-button{font-weight:normal;font-style:normal;}.kt-btns722_0898e0-8f .kt-btn-wrap-0{margin-right:5px;}.wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns722_0898e0-8f .kt-btn-wrap-0 .kt-button{color:#555555;border-color:#555555;}.wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns722_0898e0-8f .kt-btn-wrap-0 .kt-button:hover, .wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns722_0898e0-8f .kt-btn-wrap-0 .kt-button:focus{color:#ffffff;border-color:#444444;}.wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns722_0898e0-8f .kt-btn-wrap-0 .kt-button::before{display:none;}.wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns722_0898e0-8f .kt-btn-wrap-0 .kt-button:hover, .wp-block-kadence-advancedbtn.kt-btns722_0898e0-8f .kt-btn-wrap-0 .kt-button:focus{background:#444444;}<\/style>\n<div class=\"wp-block-kadence-advancedbtn kb-buttons-wrap kb-btns722_0898e0-8f\"><style>ul.menu .wp-block-kadence-advancedbtn .kb-btn722_61a827-d8.kb-button{width:initial;}<\/style><a class=\"kb-button kt-button button kb-btn722_61a827-d8 kt-btn-size-standard kt-btn-width-type-auto kb-btn-global-fill  kt-btn-has-text-true kt-btn-has-svg-false  wp-block-kadence-singlebtn\" href=\"https:\/\/lionofjudah.info\/?p=2396\"><span class=\"kt-btn-inner-text\">Einf\u00fchrung<\/span><\/a>\n\n<style>ul.menu .wp-block-kadence-advancedbtn .kb-btn722_fddb1e-69.kb-button{width:initial;}<\/style><a class=\"kb-button kt-button button kb-btn722_fddb1e-69 kt-btn-size-standard kt-btn-width-type-auto kb-btn-global-fill  kt-btn-has-text-true kt-btn-has-svg-false  wp-block-kadence-singlebtn\" href=\"http:\/\/lionofjudah.info\/?page_id=366\"><span class=\"kt-btn-inner-text\">B\u00fccher der Bibel<\/span><\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n<style>.kb-table-of-content-nav.kb-table-of-content-id722_49d734-e6 .kb-table-of-content-wrap{padding-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-right:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-bottom:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);padding-left:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);}.kb-table-of-content-nav.kb-table-of-content-id722_49d734-e6 .kb-table-of-contents-title-wrap{padding-top:0px;padding-right:0px;padding-bottom:0px;padding-left:0px;}.kb-table-of-content-nav.kb-table-of-content-id722_49d734-e6 .kb-table-of-contents-title{font-weight:regular;font-style:normal;}.kb-table-of-content-nav.kb-table-of-content-id722_49d734-e6 .kb-table-of-content-wrap .kb-table-of-content-list{font-weight:regular;font-style:normal;margin-top:var(--global-kb-spacing-sm, 1.5rem);margin-right:0px;margin-bottom:0px;margin-left:0px;}<\/style>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 1<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">A. Erster Hauptteil des Buches (Kap. 1-39)I. Offenbarungen, die sich auf die Reiche Israel und Juda beziehen (Kap. 1-12)<\/h3>\n\n\n\n<p>1 (Dies ist) die Offenbarung, die Jesaja, der Sohn des Amoz, \u00fcber Juda und (besonders) Jerusalem geschaut hat in den Tagen der jud\u00e4ischen K\u00f6nige Ussia, Jotham, Ahas und Hiskia.<br>2 H\u00f6ret, ihr Himmel, und horche auf, o Erde! Denn der HERR redet: \u00bbS\u00f6hne habe ich gro\u00dfgezogen und zu Ehren gebracht, doch sie sind mir untreu geworden!<br>3 Ein Rind kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel hat keine Erkenntnis, mein Volk ist ohne Einsicht!\u00ab<br>4 Wehe dem s\u00fcndigen Geschlecht, dem schuldbeladenen Volk, der Brut von Misset\u00e4tern, den entarteten S\u00f6hnen! Den HERRN haben sie verlassen, den Heiligen Israels verworfen, sich zur Abkehr von ihm gewandt!<br>5 Auf welche Stelle soll man euch noch schlagen, da ihr ja doch im Abfall verharret? Das ganze Haupt ist krank und das ganze Herz siech;<br>6 von der Fu\u00dfsohle bis zum Scheitel ist nichts Unversehrtes mehr an ihm: nur Wunden und Striemen und frische Schl\u00e4ge, die nicht ausgedr\u00fcckt und nicht verbunden, noch mit \u00d6l erweicht sind.<br>7 Euer Land ist zu einer W\u00fcste geworden: eure St\u00e4dte sind mit Feuer verbrannt, euer Ackerland \u2013 Fremde verzehren seinen Ertrag vor euren Augen; ja, eine W\u00fcstenei ist (alles), wie einst bei der Zerst\u00f6rung Sodoms;<br>8 und \u00fcbriggeblieben ist die Tochter Zion wie eine H\u00fctte im Weinberg, wie ein W\u00e4chterh\u00e4uschen im Gurkenfeld, wie ein eingeschlossener Wachtturm.<br>9 H\u00e4tte der HERR der Heerscharen von uns nicht eben noch einen Rest \u00fcbriggelassen: schier wie Sodom w\u00e4ren wir geworden und h\u00e4tten gleiches Schicksal mit Gomorrha gehabt!<br>10 H\u00f6ret das Wort des HERRN, ihr Sodomsf\u00fcrsten! Merk auf die Weisung unsres Gottes, du Gomorrhavolk!<br>11 \u00bbWozu soll mir die Menge eurer Schlachtopfer dienen?\u00ab fragt der HERR; \u00bb\u00fcberdr\u00fcssig bin ich der Brandopfer von Widdern und des Fettes der Mastk\u00e4lber, und am Blut von Jungstieren, L\u00e4mmern und B\u00f6cken habe ich kein Wohlgefallen.<br>12 Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht euch sehen zu lassen \u2013 wer hat das von euch verlangt, meine Vorh\u00f6fe zu zertreten?<br>13 Bringt mir keine heuchlerischen Speisopfer mehr dar: greuelhafter Opferrauch sind sie mir! Neumonde und Sabbate, die Berufung von Festversammlungen: ich kann Gottlosigkeit im Verein mit Festgepr\u00e4nge nicht ertragen!<br>14 Eure Neumonde und Festzeiten sind meinem Herzen verha\u00dft, sie sind mir zur Last geworden, und bin\u2019s m\u00fcde, sie zu ertragen!<br>15 Und wenn ihr eure H\u00e4nde ausbreitet (beim Gebet), verh\u00fclle ich meine Augen vor euch; auch wenn ihr noch soviel betet, h\u00f6re ich doch nicht darauf: eure H\u00e4nde sind ja voll Blutschuld.<br>16 Wascht euch, reinigt euch, schafft eure b\u00f6sen Taten mir aus den Augen! H\u00f6rt auf, B\u00f6ses zu tun,<br>17 lernt Gutes tun, k\u00fcmmert euch um die Rechtspflege, tretet den Gewaltt\u00e4tigen entgegen, schafft den Waisen Recht und f\u00fchrt die Sache der Witwen!\u00ab<br>18 \u00bbSo kommt denn her, wir wollen miteinander rechten!\u00ab spricht der HERR. \u00bbWenn eure S\u00fcnden auch rot wie Scharlach sind, sollen sie doch wei\u00df werden wie Schnee; und sind sie auch rot wie Purpur, sollen sie doch wei\u00df wie Wolle werden.<br>19 Wenn ihr willig und gehorsam seid, sollt ihr die k\u00f6stlichen Gaben des Landes genie\u00dfen;<br>20 doch wenn ihr euch weigert und widerspenstig seid, sollt ihr vom Schwert gefressen werden; denn der Mund des HERRN hat gesprochen!\u00ab<br>21 Ach wie ist doch die (einstmals) treue Stadt zur Ehebrecherin geworden, Zion, das (vordem) voll von Rechtspflege war! Die Gerechtigkeit hatte eine Wohnst\u00e4tte in ihr, jetzt aber M\u00f6rder!<br>22 Dein Silber ist zu Schlacken geworden, dein edler Wein mit Wasser verschnitten.<br>23 Deine Oberen sind Aufr\u00fchrer geworden und Diebsgesellen; sie sind alle in Geschenke verliebt und laufen hinter Bestechung her; den Waisen schaffen sie nicht Recht, und die Sache der Witwen gelangt nicht vor sie.<br>24 Darum lautet der Ausspruch des H\u00f6chsten, der HERRN der Heerscharen, des starken Helden Israels: \u00bbHa! Ich will meinen Zorn an meinen Widersachern k\u00fchlen und Rache an meinen Feinden nehmen!<br>25 Ich will meine Hand gegen dich kehren und deine Schlacken wie mit Laugensalz ausschmelzen und all dein unedles Metall ausscheiden,<br>26 und will dir wieder Richter schaffen wie in der Vorzeit und Ratgeber wie zu Anfang: danach wird man dich nennen \u203adie Burg der Gerechtigkeit, die treue Stadt\u2039.\u00ab<br>27 Zion wird durch Gericht erl\u00f6st werden, aber die sich in ihm Bekehrenden durch Gerechtigkeit.<br>28 Und zwar wird Vernichtung die Abtr\u00fcnnigen und S\u00fcnder allesamt treffen, und die vom HERRN Abgefallenen werden umkommen!<br>29 Ja, ihr sollt zuschanden werden wegen der Terebinthen, die eure Lust sind, und vor Scham err\u00f6ten wegen der G\u00e4rten, die ihr so gern habt!<br>30 Denn ihr sollt werden wie eine Terebinthe, deren Laub verwelkt, und einem Garten gleichen, der kein Wasser hat!<br>31 Und sogar der M\u00e4chtige soll zu (d\u00fcrrem) Werg werden und sein Werk zum (z\u00fcndenden) Funken, und sie sollen beide zusammen verbrennen, ohne da\u00df jemand l\u00f6schen kann!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 2<\/h2>\n\n\n\n<p>1 (Dies ist) die Offenbarung, die Jesaja, der Sohn des Amoz, \u00fcber Juda und (besonders) Jerusalem geschaut hat.<br>2 In der Endzeit wird es geschehen, da\u00df der Tempelberg des HERRN festgegr\u00fcndet dasteht an der Spitze der Berge und \u00fcber die (anderen) H\u00f6hen erhaben; dann werden alle Heidenv\u00f6lker zu ihm str\u00f6men<br>3 und zahlreiche V\u00f6lkerschaften hinwallen und sagen: \u00bbKommt, la\u00dft uns zum Berge des HERRN hinaufziehen, zum Hause des Gottes Jakobs, damit er uns \u00fcber seine Wege belehre und wir auf seinen Pfaden wandeln!\u00ab Denn von Zion wird Belehrung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem.<br>4 Dann wird er zwischen den V\u00f6lkern richten und vielen V\u00f6lkerschaften Recht sprechen; und sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzenspitzen zu Winzermessern; kein Volk wird noch gegen ein anderes Volk das Schwert erheben, und sie werden sich hinfort nicht mehr auf den Krieg ein\u00fcben.<br>5 Haus Jakobs, auf! La\u00dft uns wandeln im Licht des HERRN!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der G\u00f6tzendienst und das Vertrauen auf Reichtum und \u00e4u\u00dfere Macht fordern Gottes Zorn und Strafe heraus<\/h3>\n\n\n\n<p>6 Denn du hast dein Volk, das Haus Jakob, verworfen; denn sie sind voll geworden vom Unwesen des Morgenlandes, sind Zeichendeuter wie die Philister und gehen mit den Kindern des Auslands Hand in Hand.<br>7 Ihr Land hat sich mit Silber und Gold angef\u00fcllt, so da\u00df ihrer Sch\u00e4tze kein Ende ist, und ihr Land ist voll von Rossen geworden, so da\u00df ihrer Kriegswagen kein Ende ist;<br>8 ihr Land ist aber auch voll von G\u00f6tzen geworden: vor dem Machwerk ihrer H\u00e4nde werfen sie sich nieder, vor dem Gebilde ihrer Finger!<br>9 So hat sich denn der Mensch erniedrigt und auch die M\u00e4nnerwelt sich entehrt: du wirst es ihnen nicht vergeben.<br>10 Verkrieche dich in die Felskl\u00fcfte und verbirg dich in der Erde vor dem Schreckensanblick des HERRN und vor dem Glanz seiner Erhabenheit!<br>11 Die hoff\u00e4rtigen Augen der Menschen werden gesenkt werden und der Hochmut der M\u00e4nner gebeugt; und der HERR allein wird hocherhaben dastehen an jenem Tage.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ank\u00fcndigung des Gottesgerichts \u00fcber alle irdische Hoheit und menschliche Hoffart<\/h3>\n\n\n\n<p>12 Denn einen Gerichtstag wird der HERR der Heerscharen halten gegen alles Hohe und Stolze und gegen alles Erhabene, damit es erniedrigt werde:<br>13 sowohl gegen alle Zedern des Libanons, die hohen und ragenden, und gegen alle Eichen der Basanebene<br>14 als auch gegen alle hohen Berge und alle ragenden H\u00fcgel,<br>15 sowohl gegen jeden hohen Turm und jede steile Mauer<br>16 als auch gegen alle Tharsisschiffe (23,1) und alle kostbaren Schaust\u00fccke.<br>17 Da wird dann der Stolz der Menschen gebeugt sein und der Hochmut der M\u00e4nner (V.9) gedem\u00fctigt, und der HERR allein wird hocherhaben dastehen an jenem Tage.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die G\u00f6tzen insonderheit werden ein schimpfliches Los erleiden<\/h3>\n\n\n\n<p>18 Mit den G\u00f6tzen aber wird es ganz vorbei sein;<br>19 denn sie werden sich in Felsh\u00f6hlen und Erdl\u00f6cher verkriechen vor dem Schreckensanblick des HERRN und vor dem Glanz seiner Erhabenheit, wenn er sich erhebt, um die Erde zu erschrecken.<br>20 An jenem Tage werden die Menschen ihre silbernen und goldenen G\u00f6tzen, die sie sich ein jeder zur Anbetung gemacht haben, den Ratten und Flederm\u00e4usen hinwerfen,<br>21 um selbst sich in die Felsspalten und Steinkl\u00fcfte zu verkriechen vor dem Schreckensanblick des HERRN und vor dem Glanz seiner Erhabenheit, wenn er sich erhebt, um die Erde zu erschrecken. \u2013<br>22 Sagt euch doch los vom Menschen, in dessen Nase nur ein Hauch ist! Denn als was ist der zu achten?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 3<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zusammenbruch des jud\u00e4ischen Staates zur Strafe f\u00fcr die Mi\u00dfregierung<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Denn wisset wohl: der H\u00f6chste, der HERR der Heerscharen, wird aus Jerusalem und (ganz) Juda so Stab wie St\u00fctze hinwegnehmen, jegliche St\u00fctze des Brotes und jegliche St\u00fctze des Wassers:<br>2 die Helden und Kriegsleute, die Richter und Propheten, die Wahrsager und \u00c4ltesten,<br>3 die Hauptleute und hochangesehenen M\u00e4nner und Ratsherren, die Meister in K\u00fcnsten und die Zauberkundigen.<br>4 Und \u00bbich will ihnen Knaben zu Oberen geben, und Buben sollen \u00fcber sie herrschen\u00ab;<br>5 und die Leute werden sich gegenseitig vergewaltigen, einer den andern, ein jeder seinen N\u00e4chsten: der Knabe wird gegen den Alten und der Lump gegen den Ehrenwerten frech auftreten.<br>6 Wenn dann jemand seinen Bruder in seines Vaters Hause ungest\u00fcm n\u00f6tigt (mit den Worten): \u00bbDu hast noch ein Obergewand, du mu\u00dft unser Richter sein, und dieser Tr\u00fcmmerhaufe hier soll unter deiner Herrschaft stehen!\u00ab,<br>7 so wird jener an demselben Tage bestimmt erkl\u00e4ren: \u00bbNein, ich will nicht Wundarzt sein! Auch ist in meinem Hause weder Brot noch ein Obergewand: ihr k\u00f6nnt mich nicht zum Oberhaupt des Volkes machen!\u00ab<br>8 Denn Jerusalem st\u00fcrzt zu Boden, und Juda kommt zu Fall, weil ihre Zunge und ihr ganzes Tun gegen den HERRN gerichtet sind, um seinen hehren Augen zu trotzen.<br>9 Der freche Ausdruck ihres Angesichts legt Zeugnis gegen sie ab, und von ihren S\u00fcnden reden sie ohne Hehl wie einst die Leute in Sodom. Wehe ihnen! Denn sich selbst schaffen sie Unheil.<br>10 Sagt vom Gerechten, da\u00df er wohl daran sei; denn er wird den Lohn seiner Taten ernten.<br>11 Wehe dem Gottlosen: er ist \u00fcbel daran! Denn was seine H\u00e4nde ver\u00fcbt haben, wird ihm vergolten werden.<br>12 O \u00fcber mein Volk! Seine Zwingherren sind Buben, und Weiber haben es beherrscht. O mein Volk! Deine Leiter sind Irref\u00fchrer und haben den Weg ungangbar gemacht, den du gehen sollst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gott k\u00fcndigt den H\u00e4uptern des Volkes das Gericht an<\/h3>\n\n\n\n<p>13 Der HERR tritt auf, um Anklage zu erheben, und steht da, um V\u00f6lker zu richten.<br>14 Der HERR geht ins Gericht mit den \u00c4ltesten seines Volkes und dessen Oberen: \u00bbIhr da, ihr habt den Weinberg abgeweidet! Das den Armen geraubte Gut ist in euren H\u00e4usern!<br>15 Wie kommt ihr dazu, mein Volk zu zertreten und das Antlitz der Unterdr\u00fcckten erbarmungslos zu zermalmen?\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch Gottes, des HERRN der Heerscharen.<br>16 Weiter hat der HERR gesprochen: \u00bbWeil die T\u00f6chter Zions hoff\u00e4rtig geworden sind und mit hochgerecktem Halse einhergehen und freche Blicke um sich werfen, immer t\u00e4nzelnd einherschreiten und an ihren F\u00fc\u00dfen die Fu\u00dfspangen klirren lassen,<br>17 so wird der Allherr den Scheitel der T\u00f6chter Zions kahl (eig. grindig) machen und der HERR ihre Scham entbl\u00f6\u00dfen.<br>18 An jenem Tage wird der Herr ihnen den ganzen Prunk abrei\u00dfen: die Fu\u00dfspangen, Stirnreife und Halbmonde,<br>19 die Ohrgeh\u00e4nge, Armketten und Schleier,<br>20 die Kopft\u00fccher, Schrittkettchen und Prachtg\u00fcrtel, die Duftfl\u00e4schchen und Amulette,<br>21 die Fingerringe und Nasenreife,<br>22 die Prunkkleider und M\u00e4ntel, die Umschlaget\u00fccher und T\u00e4schchen,<br>23 die Handspiegel und feinen Hemdchen, die H\u00fcte und \u00dcberw\u00fcrfe.<br>24 Alsdann wird statt des Balsamdufts Modergeruch eintreten und statt des G\u00fcrtels ein Strick, statt des Lockengekr\u00e4usels eine Glatze und statt des weiten Prachtgewandes ein enger Kittel von Sackleinen, ein Brandmal statt der Sch\u00f6nheit!<br>25 Deine Mannen werden durchs Schwert fallen und deine Helden im Kriege,<br>26 und ihre Tore werden \u00e4chzen und trauern, und entv\u00f6lkert wird sie auf dem Erdboden sitzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 4<\/h2>\n\n\n\n<p>1 An jenem Tage werden sieben Frauen sich an einen Mann klammern und ausrufen: \u00bbUnser eigenes Brot wollen wir essen und uns in unsere eigenen Gew\u00e4nder kleiden; nur la\u00df uns deinen Namen f\u00fchren: mache unserer Schande ein Ende!\u00ab<br>2 An jenem Tage wird das Gespro\u00df des HERRN f\u00fcr die, welche in Israel (dem Untergang) entronnen sind, eine Zierde und Ehre und die Frucht der Erde ein Stolz und Ruhm sein.<br>3 Wer dann in Zion noch \u00fcbriggeblieben und in Jerusalem mit dem Leben davongekommen ist, wird heilig genannt werden: ein jeder, der in Jerusalem zum Leben eingeschrieben ist.<br>4 Wenn der Allherr den Schmutz der T\u00f6chter Zions abgewaschen und die vielfache Blutschuld Jerusalems aus dessen Mitte hinweggesp\u00fclt hat durch den Geist des Gerichts und durch den Geist der L\u00e4uterung,<br>5 dann wird der HERR \u00fcber der ganzen St\u00e4tte des Berges Zion und \u00fcber den Festversammlungen dort eine Wolke bei Tage mit Rauch schaffen und lichten Feuerschein bei Nacht; denn \u00fcber allem wird die Herrlichkeit des HERRN ein Schutz und Schirm sein<br>6 und wird zur Beschattung bei Tage vor der Sonnenglut dienen und als Zuflucht und Obdach vor Unwetter und vor Regen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 5<\/h2>\n\n\n\n<p>1 La\u00dft mich doch einmal von meinem Herzensfreunde singen, n\u00e4mlich das Lied meines Freundes von seinem Weinberg! Einen Weinberg hatte mein Herzensfreund an einer fruchtbaren Anh\u00f6he.<br>2 Er grub ihn um, s\u00e4uberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit Edelreben; er baute einen Turm mitten in ihm, hieb auch gleich eine Kelterkufe in ihm aus und wartete dann darauf, da\u00df er Trauben hervorbringe; doch er brachte nur Herlinge hervor.<br>3 Und nun, ihr Bewohner Jerusalems und ihr M\u00e4nner von Juda, gebt doch ein Urteil ab in der Streitsache zwischen mir und meinem Weinberg!<br>4 Was h\u00e4tte man noch mehr f\u00fcr meinen Weinberg tun k\u00f6nnen, das ich nicht an ihm getan h\u00e4tte? Warum mu\u00dfte ich erwarten, da\u00df er Trauben bringen w\u00fcrde, w\u00e4hrend er doch Herlinge gebracht hat?<br>5 So will ich euch denn jetzt kundtun, was ich mit meinem Weinberge machen will: die Umz\u00e4unung will ich von ihm wegnehmen, damit er abgefressen wird, und seine Mauer niederrei\u00dfen, damit er zertreten wird.<br>6 Ich will ihn ganz w\u00fcst werden lassen: er soll nicht mehr beschnitten und nicht mehr behackt werden, sondern in Dornen und Disteln soll er aufschie\u00dfen, und den Wolken will ich gebieten, keinen Regen mehr auf ihn fallen zu lassen. \u2013<br>7 Denn der Weinberg des HERRN der Heerscharen ist das Haus Israel, und die M\u00e4nner von Juda sind die Pflanzung, an der sein Herz h\u00e4ngt. Er wartete auf Rechtspflege, und siehe da: Blutvergie\u00dfen! Auf Gerechtigkeit, und siehe da: Wehgeschrei!<br>8 Wehe denen, die ein Haus an das andere reihen, Acker an Acker f\u00fcgen, bis kein Platz mehr \u00fcbrig ist und ihr die alleinigen Besitzer innerhalb des Landes seid!<br>9 In meinen Ohren klingt das Wort des HERRN der Heerscharen: \u00bbWahrlich, die vielen H\u00e4user sollen \u00f6de werden und, so gro\u00df und sch\u00f6n sie sind, unbewohnt stehen!<br>10 Denn zehn Joch Rebland sollen einen einzigen Eimer geben und ein Malter Aussaat nur einen Scheffel hervorbringen!\u00ab<br>11 Wehe denen, die sich schon fr\u00fchmorgens aufmachen, um berauschenden Getr\u00e4nken nachzulaufen, die bis sp\u00e4t in die Nacht hinein sitzen bleiben und sich vom Wein erhitzen lassen!<br>12 Da gibt es Zithern und Harfen, Handpauken und Fl\u00f6ten und Wein bei ihren Trinkgelagen; aber auf das Walten des HERRN achten sie nicht, und f\u00fcr das Tun seiner H\u00e4nde haben sie keine Augen.<br>13 Darum mu\u00df mein Volk in die Verbannung wandern ahnungslos, und seine Edlen werden Hunger leiden und seine Volksmenge vor Durst lechzen.<br>14 Darum \u00f6ffnet das Totenreich seinen Schlund gar weit und sperrt seinen Rachen ins Ma\u00dflose auf, damit hinabfahre Jerusalems Herrlichkeit und sein Get\u00fcmmel, sein Gew\u00fchl und wer lustig darin jubelt.<br>15 Da werden dann die (gew\u00f6hnlichen) Menschen gebeugt und die (vornehmen) M\u00e4nner gedem\u00fctigt werden und die Augen der Hoff\u00e4rtigen sich senken;<br>16 aber der HERR der Heerscharen wird durch das Gericht erhaben dastehen und Gott, der Heilige, sich durch Gerechtigkeit als heilig erweisen.<br>17 Und L\u00e4mmer werden dort weiden, als w\u00e4re es ihre Trift, und von den \u00d6dl\u00e4ndereien der (ehemals) Reichen werden Ziegen sich n\u00e4hren.<br>18 Wehe denen, welche die S\u00fcndenschuld an den Stricken des Trugs herbeiziehen und die S\u00fcndenstrafe wie an Wagenseilen, \u2013<br>19 die da sagen: \u00bbEr beeile doch, er beschleunige sein Werk, damit wir es noch sehen, und es komme doch und verwirkliche sich der Ratschlu\u00df des Heiligen Israels, damit wir ihn kennenlernen!\u00ab<br>20 Wehe denen, die das B\u00f6se gut und das Gute b\u00f6se nennen, die Finsternis als Licht hinstellen und das Licht als Finsternis, die Bitteres f\u00fcr s\u00fc\u00df und S\u00fc\u00dfes f\u00fcr bitter ausgeben!<br>21 Wehe denen, die in ihren eigenen Augen weise sind und klug vor sich selbst!<br>22 Wehe denen, die Helden im Weintrinken sind und t\u00fcchtige M\u00e4nner im Mischen berauschenden Getr\u00e4nks,<br>23 die um eines Geschenks willen den Schuldigen gerechtsprechen und dem Unschuldigen sein Recht vorenthalten!<br>24 Darum, wie des Feuers Zunge Stroh verzehrt und wie d\u00fcrre Halme in der Flamme zusammensinken, so wird ihre Wurzel wie Moder werden und ihre Bl\u00fcte wie Staub verfliegen; denn sie haben das Gesetz des HERRN der Heerscharen verworfen und das Wort des Heiligen Israels gel\u00e4stert.<br>25 Darum ist der Zorn des HERRN gegen sein Volk entbrannt, und er hat seinen Arm gegen sie ausgestreckt und sie geschlagen, da\u00df die Berge erbebten und ihre Leichen wie Kehricht auf den Stra\u00dfen lagen. Trotz alledem hat sein Zorn noch nicht nachgelassen, und noch immer ist sein Arm hoch erhoben.<br>26 Und er wird den V\u00f6lkerschaften in weite Ferne eine Signalstange aufpflanzen, und eine wird er vom Ende der Erde herbeilocken; und siehe, eilends, schnell kommt sie heran.<br>27 Kein Ermatteter und kein Wankender ist unter ihnen, keiner g\u00f6nnt sich Schlummer noch Schlaf; keinem geht der Gurt an seinen H\u00fcften auf, und keinem zerrei\u00dft der Riemen an seinen Schuhen.<br>28 Ihre Pfeile sind gesch\u00e4rft und ihre Bogen s\u00e4mtlich gespannt; die Hufe ihrer Rosse sind wie Kiesel zu achten und ihre Wagenr\u00e4der wie der Wirbelwind.<br>29 Ihr Gebr\u00fcll ist wie das eines L\u00f6wen, und ihr Br\u00fcllen wie das der jungen Leuen, die da knurren und die Beute packen und in Sicherheit bringen \u2013 keiner ist da, der sie ihm entrei\u00dft!<br>30 Und es tost an jenem Tage \u00fcber ihm (Juda?) wie tosende Meeresbrandung; und blickt man auf das Land hin, siehe, da ist angstvolle Finsternis, und das Licht ist Nacht geworden durch das Nebeldunkel dar\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 6<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Im Todesjahre des K\u00f6nigs Ussia sah ich den Allherrn auf einem hohen und ragenden Throne sitzen, w\u00e4hrend seine S\u00e4ume das Heiligtum f\u00fcllten.<br>2 Seraphe standen \u00fcber ihm; jeder von ihnen hatte sechs Fl\u00fcgel: mit zweien bedeckte er sein Antlitz, mit zweien bedeckte er seine Beine, und mit zweien flog er;<br>3 und der eine rief dem andern best\u00e4ndig die Worte zu: \u00bbHeilig, heilig, heilig ist der HERR der Heerscharen! Die ganze Erde ist seiner Herrlichkeit voll!\u00ab<br>4 Dabei erbebten die Grundlagen der Schwellen von ihrem lauten Rufen, und das Haus f\u00fcllte sich mit Rauch.<br>5 Da rief ich aus: \u00bbWehe mir, ich bin verloren! Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne inmitten eines Volkes mit unreinen Lippen; und nun habe ich den K\u00f6nig, den HERRN der Heerscharen, mit meinen Augen gesehen!\u00ab<br>6 Da flog aber einer von den Seraphen auf mich zu und hatte in der Hand eine gl\u00fchende Kohle, die er mit einer Zange oben vom Altar genommen hatte.<br>7 Er ber\u00fchrte mit ihr meinen Mund und sagte: \u00bbSiehe, nachdem diese (Kohle) deine Lippen ber\u00fchrt hat, ist deine Schuld von dir gewichen und deine S\u00fcnde getilgt!\u00ab<br>8 Darauf h\u00f6rte ich die Stimme des Allherrn sagen: \u00bbWen soll ich senden, und wer wird unser Bote sein?\u00ab Ich antwortete: \u00bbHier bin ich, sende mich!\u00ab<br>9 Da erwiderte er: \u00bbGehe hin und sage zu diesem Volk: \u203aIhr sollt immerfort h\u00f6ren und doch kein Verst\u00e4ndnis haben, und ihr sollt immerfort sehen und doch nicht erkennen!\u2039<br>10 Mache das Herz dieses Volkes verstockt und seine Ohren schwerh\u00f6rig und bestreiche ihm die Augen, damit es mit seinen Augen nicht sieht und mit seinen Ohren nicht h\u00f6rt und sein Herz nicht zur Erkenntnis gelangt, und es sich nicht bekehrt und sich nicht Heilung verschafft.\u00ab<br>11 Da fragte ich: \u00bbWie lange, Allherr?\u00ab Er antwortete: \u00bbBis die St\u00e4dte verw\u00fcstet liegen ohne Bewohner, und die H\u00e4user menschenleer dastehen, und das Land nur noch \u00f6de W\u00fcste ist;<br>12 und bis der HERR die Einwohner weit weggef\u00fchrt hat und die Ver\u00f6dung inmitten des Landes sich weithin erstreckt.<br>13 Und wenn dann nur noch ein Zehntel darin \u00fcbrig ist, so soll dieses noch einmal der Vertilgung anheimfallen wie eine Terebinthe und wie eine Eiche, von denen nach dem F\u00e4llen nur noch ein Wurzelstock \u00fcbrigbleibt: ein heiliger Same ist sein Wurzelstock.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 7<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jesajas Ermutigung an K\u00f6nig Ahas nach Ausbruch des syrisch-ephraimitischen Krieges<\/h3>\n\n\n\n<p>1 W\u00e4hrend der Regierung des jud\u00e4ischen K\u00f6nigs Ahas, des Sohnes Jothams, des Sohnes Ussias, begab es sich, da\u00df Rezin, der K\u00f6nig von Syrien, mit Pekah, dem Sohne Remaljas, dem K\u00f6nig von Israel, zum Angriff gegen Jerusalem heranzog; doch war er nicht imstande, es erfolgreich zu belagern.<br>2 Als nun dem Hause Davids gemeldet wurde: \u00bbDie Syrer sind mit Heeresmacht in Ephraim einger\u00fcckt\u00ab, da bebte sein Herz und das Herz seines Volkes, wie die Waldb\u00e4ume von dem Winde beben.<br>3 Der HERR aber gebot dem Jesaja: \u00bbGeh mit deinem Sohn Sear-Jasub hinaus, dem Ahas entgegen, an das Ende des Wasserabflusses des oberen Teiches, auf die Stra\u00dfe nach dem Walkerfeld hin,<br>4 und sage zu ihm: Sei voller Zuversicht und verhalte dich ruhig! F\u00fcrchte dich nicht und la\u00df dein Herz nicht verzagen vor diesen beiden qualmenden Stummeln von Feuerbr\u00e4nden, trotz der Zornesglut Rezins und der Syrer und des Sohnes Remaljas!<br>5 Zur Strafe daf\u00fcr, da\u00df Syrien B\u00f6ses gegen dich geplant hat samt Ephraim und dem Sohne Remaljas und sie gesagt haben:<br>6 \u203aWir wollen gegen Juda hinaufziehen, wollen ihm ein Grauen einjagen und es f\u00fcr uns erobern und wollen den Sohn Tabeels zum K\u00f6nig dort einsetzen!\u2039 \u2013<br>7 so hat Gott der HERR gesprochen: \u203aDas soll nicht gelingen und nicht geschehen!<br>8 Denn das Haupt von Syrien ist Damaskus, und das Haupt von Damaskus ist Rezin; und in noch f\u00fcnfundsechzig Jahren soll Ephraim zertr\u00fcmmert werden, so da\u00df es kein Volk mehr ist.<br>9 Und das Haupt von Ephraim ist Samaria, und das Haupt von Samaria ist der Sohn Remaljas. Doch habt ihr keinen Glauben, so werdet ihr keinen Bestand haben.\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jesajas Drohrede an den ungl\u00e4ubigen Ahas; das Immanuelzeichen; die k\u00fcnftige Verw\u00fcstung Judas<\/h3>\n\n\n\n<p>10 Der HERR lie\u00df dann weiter dem Ahas (durch Jesaja) folgendes sagen:<br>11 \u00bbErbitte dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott: fordere es tief aus der Unterwelt drunten oder oben aus der H\u00f6he!\u00ab<br>12 Aber Ahas entgegnete: \u00bbIch mag keines fordern und mag den HERRN nicht versuchen.\u00ab<br>13 Da sagte Jesaja: \u00bbH\u00f6rt doch, ihr vom Hause Davids! Gen\u00fcgt es euch nicht, die Geduld der Menschen zu erm\u00fcden, da\u00df ihr sogar noch meinen Gott erm\u00fcdet?<br>14 Darum wird der Allherr selbst euch ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird guter Hoffnung werden und einen Sohn geb\u00e4ren, dem sie den Namen Immanuel geben wird.<br>15 Von Dickmilch und Honig wird er leben zu der Zeit, wo er das B\u00f6se zu verwerfen und das Gute zu erw\u00e4hlen versteht;<br>16 denn ehe noch der Knabe das B\u00f6se zu verwerfen und das Gute zu erw\u00e4hlen versteht, wird zwar das Land verlassen sein, vor dessen beiden K\u00f6nigen du Grauen empfindest,<br>17 aber der HERR wird \u00fcber dich und dein Volk und \u00fcber das Haus deines Vaters Tage kommen lassen, wie sie nicht dagewesen sind seit dem Tage, wo Ephraim sich von Juda losgesagt hat: den K\u00f6nig von Assyrien!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zeichen des zuk\u00fcnftigen Strafgerichts f\u00fcr Jerusalem<\/h3>\n\n\n\n<p>18 An jenem Tage wird der HERR die Stechfliege, die an der M\u00fcndung der Nilarme \u00c4gyptens (zu Hause) ist, und die Biene, die im Lande Assyrien ist, herbeilocken;<br>19 die werden dann herbeikommen und sich allesamt niederlassen in den Talschluchten und in den Felskl\u00fcften, in allen Dornhecken und auf allen Weidetriften.<br>20 An jenem Tage wird der Allherr (euch) durch das auf der andern Seite des Euphrat gedungene Schermesser, n\u00e4mlich durch den K\u00f6nig von Assyrien, das Haupt und die Haare an den Beinen abscheren, ja sogar den Bart wird es wegraffen.<br>21 In jener Zeit wird sich einer eine junge Kuh oder zwei St\u00fcck Kleinvieh halten;<br>22 und wegen der Menge Milch, die sie geben, wird er Dickmilch essen; denn von Dickmilch und Honig mu\u00df ein jeder leben, der innerhalb des Landes \u00fcbriggeblieben ist.<br>23 In jener Zeit wird jeder Platz, wo jetzt tausend Weinst\u00f6cke im Wert von tausend Silberschekeln stehen, den Dornen und dem Gestr\u00fcpp anheimfallen:<br>24 nur mit Pfeilen und dem Bogen wird man dorthin gehen; denn zu Dornen und Gestr\u00fcpp wird das ganze Land geworden sein;<br>25 und alle Berg\u00e4cker, die sonst mit der hacke bearbeitet wurden \u2013 dahin wird man nicht mehr gehen aus Furcht vor Dornen und Gestr\u00fcpp, sondern dienen werden sie als Weideplatz f\u00fcr Rinder und als ein Ort, der vom Kleinvieh zertreten wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 8<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weissagung der Eroberung von Damaskus und Samaria durch die Assyrer<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Weiter gebot der HERR mir folgendes: \u00bbNimm dir eine gro\u00dfe Tafel und schreibe auf sie mit Menschengriffel: \u203aTafel des Raubebald-Schnellbeute\u2039;<br>2 und als vertrauensw\u00fcrdige Zeugen will ich f\u00fcr mich den Priester Uria und Sacharja, den Sohn Jeberechjas, haben.\u00ab<br>3 Danach nahte ich mich der Prophetin, und als sie guter Hoffnung geworden war und einen Sohn geboren hatte, sagte der HERR zu mir: \u00bbGib ihm den Namen \u203aRaubebald-Schnellbeute\u2039!<br>4 Denn ehe noch der Knabe zu rufen vermag \u203amein Vater\u2039 und \u203ameine Mutter\u2039, wird man den Reichtum von Damaskus und die Beute Samarias vor dem K\u00f6nige von Assyrien hinwegtragen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weissagung der Verheerung Judas durch die Assyrer<\/h3>\n\n\n\n<p>5 Danach redete der HERR noch weiter zu mir folgenderma\u00dfen:<br>6 \u00bbZur Strafe daf\u00fcr, da\u00df dieses Volk die sanftflie\u00dfenden Wasser der Siloahleitung verachtet und zu Rezin und dem Sohne Remaljas sich freundschaftlich gestellt hat:<br>7 darum, siehe, l\u00e4\u00dft der Allherr die gewaltigen und starken Wasser des Euphratstroms \u00fcber sie heraufsteigen, n\u00e4mlich den K\u00f6nig von Assyrien und seine ganze Herrlichkeit; der wird \u00fcber alle seine Flu\u00dfbetten emporsteigen und \u00fcber alle seine Ufer daherstr\u00f6men<br>8 und wird in Juda einbrechen, alles \u00fcberschwemmen und \u00fcberfluten, so da\u00df er bis an den Hals reicht; und seine ausgespannten Schwingen werden die ganze Breite deines Landes ausf\u00fcllen, o Immanuel!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Prophet k\u00fcndigt den V\u00f6lkern das Scheitern ihrer Pl\u00e4ne an<\/h3>\n\n\n\n<p>9 Erbost euch immerhin, ihr V\u00f6lker, und \u2013 seid verzagt! Horcht auf, alle ihr fernen Bewohner der Erde! R\u00fcstet euch immerhin und \u2013 seid verzagt! R\u00fcstet euch und \u2013 seid verzagt!<br>10 Schmiedet einen Plan: er soll vereitelt werden! Fa\u00dft einen Beschlu\u00df: er soll nicht zur Ausf\u00fchrung kommen, denn \u00bbmit uns ist Gott\u00ab!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wahre Gefahr droht nicht von menschlichen Pl\u00e4nen und B\u00fcndnissen, sondern von der Mi\u00dfachtung Gottes<\/h3>\n\n\n\n<p>11 Denn so hat der HERR zu mir gesprochen, indem seine Hand schwer auf mir lag und er mich ermahnte, nicht auf dem Wege dieses Volkes zu wandeln, mit den Worten:<br>12 \u00bbIhr sollt nicht alles das Verschw\u00f6rung nennen, was dieses Volk da als Verschw\u00f6rung bezeichnet, und vor dem, was sie f\u00fcrchten, sollt ihr euch nicht f\u00fcrchten und es nicht f\u00fcr schrecklich halten.<br>13 Nein, den HERRN der Heerscharen, den sollt ihr f\u00fcr heilig halten, und er soll eure Furcht sein, er euer Schrecken!<br>14 Dann wird er zum Anla\u00df der Heiligung werden und zu einem Stein des Ansto\u00dfes und zu einem Felsblock des Strauchelns f\u00fcr beide H\u00e4user Israels, zu einer Schlinge und zum Fallstrick f\u00fcr die Bewohner Jerusalems,<br>15 so da\u00df viele unter ihnen straucheln und zu Fall kommen und zerschmettert werden, sich darin verstricken und verfangen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jesajas festes Vertrauen auf die Wahrheit der ihm gewordenen Gottesworte<\/h3>\n\n\n\n<p>16 (Ich will) die Offenbarung unter Verschlu\u00df legen, versiegeln die Weisung in meinen J\u00fcngern!<br>17 Ich will harren auf den HERRN, der sein Angesicht vor dem Hause Jakobs verbirgt, und will auf ihn hoffen!<br>18 Wisset wohl: ich und die Kinder, die der HERR mir geschenkt hat, wir sind zu Sinnbildern und Vorbedeutungen in Israel vom HERRN der Heerscharen bestimmt, der da wohnt auf dem Berge Zion.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Torheit und die f\u00fcr das Volk vernichtenden Folgen des Abfalls von Gott<\/h3>\n\n\n\n<p>19 Wenn man aber zu euch sagt: \u00bbIhr m\u00fc\u00dft die Totenbeschw\u00f6rer und die Geisterkundigen befragen, die da fl\u00fcstern und murmeln\u00ab (so entgegnet): \u00bbSoll nicht ein Volk bei seinem Gott anfragen? Soll es etwa betreffs der Lebenden bei den Toten anfragen?<br>20 Nein, hin zur Weisung und hin zur Offenbarung! Wahrlich, derartige Reden f\u00fchren nur die, denen kein Morgenrot mehr scheint.\u00ab<br>21 Und es zieht dann, schwer geplagt und hungernd, im Lande umher; und wenn es Hunger leidet, wird es sich w\u00fctend geb\u00e4rden und seinen K\u00f6nig und seinen Gott verfluchen;<br>22 es wird in die H\u00f6he schauen und wird zur Erde niederblicken, aber da ist nur Bedr\u00e4ngnis und Finsternis, angstvolles Dunkel zu sehen, und d\u00fcstere Nacht ist \u00fcberallhin zerstreut.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weissagung von der Errichtung des Gottesreiches durch den verhei\u00dfenen Nachkommen Davids<\/h3>\n\n\n\n<p>23 Doch das Land, wo jetzt Bedr\u00e4ngnis herrscht, wird nicht umnachtet bleiben. Wie die fr\u00fchere Zeit Schmach \u00fcber das Land Sebulon und \u00fcber das Land Naphthali gebracht hat, so wird die Folgezeit die Stra\u00dfe am See, das Land jenseits des Jordans, den Bezirk der Heiden, zu Ehren bringen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 9<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Das Volk, das in Finsternis wandelt, wird ein gro\u00dfes Licht erblicken, \u00fcber denen, die in umnachtetem Lande wohnen, wird Licht aufstrahlen.<br>2 Du wirst des Jubels viel schaffen, wirst die Freude gro\u00df werden lassen; sie werden sich vor dir freuen, wie man sich in der Ernte freut, wie man jubelt beim Beuteverteilen.<br>3 Denn das Joch, das schwer auf ihnen lastete, und die St\u00e4be auf ihrem Nacken, den Stecken ihres Treibers zerbrichst du wie einst am Tage der Midianiterschlacht.<br>4 Ja, alle Stiefel der dr\u00f6hnend einherschreitenden Krieger und die blutgetr\u00e4nkten M\u00e4ntel werden verbrannt werden, ein Fra\u00df des Feuers.<br>5 Denn ein Kind wird uns geboren, ein Sohn uns geschenkt werden, auf dessen Schulter die Herrschaft ruhen wird; und sein Name lautet \u00bbWunderrat, Heldengott, Ewigvater, Friedef\u00fcrst.\u00ab<br>6 Seine Herrschaft wird weit reichen, und des Friedens wird kein Ende sein \u00fcber dem Throne Davids und f\u00fcr seine K\u00f6nigsherrschaft, indem er sie festigt und st\u00fctzt durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit: der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies vollf\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Z\u00fcchtigungen des hochm\u00fctigen Nordreichs Ephraim sind bei ganz Israel wirkungslos geblieben<\/h3>\n\n\n\n<p>7 Ein Wort hat der Allherr gegen Jakob gesandt, und auf Israel ist es niedergefallen.<br>8 Und das ganze Volk wird es zu f\u00fchlen bekommen, Ephraim und die Bewohner Samarias, die da in Hochmut und hoff\u00e4rtigem Sinn gesagt haben:<br>9 \u00bbZiegelmauern sind eingest\u00fcrzt, doch mit Quadersteinen f\u00fchren wir den Bau wieder auf; Maulbeerb\u00e4ume sind abgehauen worden, doch Zedern setzen wir an ihre Stelle!\u00ab<br>10 So verlieh denn der HERR den Gegnern Rezins die \u00dcbermacht \u00fcber sie und stachelte seine Feinde an,<br>11 n\u00e4mlich die Syrer im Osten und die Philister im Westen, da\u00df sie Israel mit vollem Munde fra\u00dfen. Trotz alledem lie\u00df sein Zorn nicht nach, und sein Arm blieb noch immer hoch erhoben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auch massenhafte Volksverluste haben das unbu\u00dffertige Volk nicht gebessert<\/h3>\n\n\n\n<p>12 Aber das Volk kehrte nicht zu dem zur\u00fcck, der es geschlagen hatte, und nach dem HERRN der Heerscharen fragten sie nicht.<br>13 Da hieb der HERR beides von Israel ab, Kopf und Schwanz, Palmzweig und Binse an einem Tage \u2013<br>14 die Vornehmen und Hochangesehenen, die sind der Kopf, und die Propheten, welche L\u00fcgen lehren, die sind der Schwanz \u2013;<br>15 und die F\u00fchrer dieses Volkes waren Irreleiter, und die sich von ihnen f\u00fchren lie\u00dfen, wurden ins Verderben gest\u00fcrzt.<br>16 Darum freute der Allherr sich nicht ihrer jungen Mannschaft und erbarmte sich nicht ihrer Waisen und Witwen; denn sie sind allesamt ruchlose Frevler, und jeder Mund redet Gottlosigkeit. Trotz alledem lie\u00df sein Zorn nicht nach, und sein Arm blieb noch immer hoch erhoben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die unaufhaltsam fortschreitende innere Selbstvernichtung<\/h3>\n\n\n\n<p>17 Denn der Frevel brannte wie Feuer, das Dornen und Gestr\u00fcpp verzehrt und in den Dickichten des Waldes lodert, so da\u00df sie als hohe Rauchs\u00e4ulen aufwirbeln.<br>18 Durch den Grimm des HERRN der Heerscharen wurde das Land in Brand gesetzt, so da\u00df das Volk wie zu einem Fra\u00df der Flammen wurde: keiner \u00fcbte Schonung gegen den andern.<br>19 Man verschlang zur Rechten und blieb doch hungrig; man fra\u00df zur Linken und wurde doch nicht satt: jeder verzehrte das Fleisch seines eigenen Armes,<br>20 n\u00e4mlich Manasse den Ephraim und Ephraim den Manasse; vereint fielen sie beide \u00fcber Juda her. Trotz alledem lie\u00df sein Zorn nicht nach, und sein Arm blieb noch immer hoch erhoben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 10<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wehe den nichtsw\u00fcrdigen H\u00e4uptern des Volkes! Ihrer wartet ein furchtbares Geschick<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Wehe denen, die heillose Verordnungen aufsetzen, und den Schreibern, die nichts als unheilvolle Rechtssatzungen ausfertigen,<br>2 um die Niedrigen vom Rechtsweg abzudr\u00e4ngen und den Geringen meines Volkes ihr Recht vorzuenthalten, damit die Witwen ihre Beute werden und sie die Waisen auspl\u00fcndern k\u00f6nnen!<br>3 Was wollt ihr nur tun am Tage der Heimsuchung und bei dem Sturm, der von fern heranzieht? Zu wem wollt ihr um Hilfe fliehen und wo euren Reichtum in Sicherheit bringen?<br>4 Nichts anderes wird euch \u00fcbrig bleiben, als unter den Gefangenen zusammenzusinken und unter die Erschlagenen niederzufallen. Trotz alledem hat sein Zorn nicht nachgelassen, und sein Arm ist noch immer hoch erhoben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Assyrien hat in str\u00e4flichem Hochmut den Auftrag Gottes \u00fcberschritten<\/h3>\n\n\n\n<p>5 Wehe dem Assyrer, dem Stecken meines Zorns, (und) dem, in dessen Hand mein Grimm als Stecken war!<br>6 Gegen eine gottlose V\u00f6lkerschaft sandte ich ihn, und gegen das Volk, dem ich z\u00fcrnte, entbot ich ihn, damit er Raub gewinne und sich Beute hole und es zertrete wie Kot auf der Stra\u00dfe.<br>7 Er aber denkt es sich nicht so, und sein Herz ist nicht so gesonnen; nein, zu vertilgen hat er im Sinn und V\u00f6lker auszurotten in nicht kleiner Zahl.<br>8 Denn er sagt: \u00bbSind nicht meine Statthalter allesamt K\u00f6nige?<br>9 Ist es nicht Kalno ebenso ergangen wie Karchemis, nicht Hamath wie Arpad, nicht Samaria wie Damaskus?<br>10 Wie meine Hand die K\u00f6nigreiche der G\u00f6tzen erreicht hat, deren G\u00f6tterbilder doch denen von Jerusalem und Samaria \u00fcberlegen waren \u2013<br>11 sollte ich da nicht, wie ich mit Samaria und seinen G\u00f6ttern verfahren bin, ebenso auch mit Jerusalem und seinen G\u00f6tterbildern verfahren?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das g\u00f6ttliche Strafurteil \u00fcber den \u00dcbermut der Assyrer<\/h3>\n\n\n\n<p>12 Doch wenn einst der Allherr sein ganzes Werk am Berge Zion und an Jerusalem zum Abschlu\u00df gebracht hat, wird er auch mit der Frucht des hochm\u00fctigen Sinnes des K\u00f6nigs von Assyrien und mit dem hochfahrenden Prahlen seiner Augen Abrechnung halten;<br>13 denn er hat gesagt: \u00bbDurch meines Armes Kraft habe ich es vollf\u00fchrt und durch meine Weisheit, weil ich klug bin; ich habe die Grenzen der V\u00f6lker verschwinden lassen, habe ihre Sch\u00e4tze gepl\u00fcndert und wie ein Starker die F\u00fcrsten vom Thron gest\u00fcrzt.<br>14 Meine Hand hat nach dem Reichtum der V\u00f6lker gegriffen wie nach einem Vogelnest, und wie man verlassene Eier zusammenrafft, so habe ich die ganze Erde eingesackt, ohne da\u00df einer die Fl\u00fcgel regte oder den Schnabel aufsperrte und auch nur zu piepen wagte.\u00ab<br>15 Darf denn die Axt gegen den gro\u00dftun, der mit ihr haut, oder darf die S\u00e4ge sich br\u00fcsten gegen den, der sie zieht? Als ob der Stab den schw\u00e4nge, welcher ihn erhebt, als ob der Stecken den aufh\u00f6be, der nicht auch Holz ist!<br>16 Darum wird Gott, der HERR der Heerscharen, die Schwindsucht in Assyriens Wohlbeleibtheit senden, und unter seiner Herrlichkeit wird ein Brand auflodern wie eine Feuersbrunst;<br>17 und zwar wird das Licht Israels zur Lohe werden und sein Heiliger zu einer Flamme, die seine Dornen und sein Gestr\u00fcpp in Brand setzt und verzehrt an einem Tage;<br>18 und die Pracht seines Waldes und seines Baumgartens wird er vernichten mit Stumpf und Stiel, so da\u00df es sein wird, wie wenn ein Schwerkranker dahinsiecht.<br>19 Dann wird der Rest seiner Waldb\u00e4ume leicht zu z\u00e4hlen sein, so da\u00df sogar ein Knabe sie aufschreiben kann.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Rettung des durch die Heimsuchung gebesserten Restes Israels<\/h3>\n\n\n\n<p>20 An jenem Tage aber wird es geschehen: da wird der Rest Israels und was vom Hause Jakobs entronnen ist, sich nicht l\u00e4nger auf den st\u00fctzen, der sie jetzt schl\u00e4gt, sondern sie werden sich auf den HERRN, den Heiligen Israels, in Wahrheit st\u00fctzen.<br>21 Ein Rest wird sich bekehren, ein blo\u00dfer Rest von Jakob, zum Heldengott.<br>22 Denn wenn auch dein Volk, Israel, so zahlreich w\u00fcrde wie der Sand am Meer, so wird sich doch nur ein Rest in ihm bekehren: Vernichtung ist fest beschlossen, sie flutet wie ein Strom mit Gerechtigkeit daher;<br>23 denn Vernichtung, und zwar ein fest beschlossenes Strafgericht, wird Gott, der HERR der Heerscharen, inmitten der ganzen Erde vollziehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gott ermutigt sein Volk durch die Ank\u00fcndigung der Vernichtung des heranziehenden Feindes<\/h3>\n\n\n\n<p>24 Darum hat Gott, der HERR der Heerscharen, so gesprochen: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht, mein Volk, das in Zion wohnt, vor dem Assyrer, wenn er dich mit dem Stock schlagen wird und seinen Stecken gegen dich erhebt wie einst die \u00c4gypter!<br>25 Denn nur noch eine ganz kleine Weile, dann ist mein Grimm zu Ende, und mein Zorn wendet sich zu ihrer Vernichtung.\u00ab<br>26 Dann wird der HERR der Heerscharen die Gei\u00dfel gegen ihn schwingen, wie er einst die Midianiter (9,3) am Rabenfelsen geschlagen hat, und wird seinen Stab \u00fcber das Meer ausstrecken und ihn erheben wie einst gegen die \u00c4gypter.<br>27 An jenem Tage wird dann die Last des Assyrers von deinem R\u00fccken weichen und sein Joch von deinem Nacken verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Anmarsch des Feindes von Norden her und seine Vernichtung vor Jerusalem<\/h3>\n\n\n\n<p>28 Er r\u00fcckt heran von Rimmon her, zieht schon auf Ajjath los, kommt bei Migron vor\u00fcber, l\u00e4\u00dft sein Gep\u00e4ck in Michmas.<br>29 Sie ziehen durch den Engpa\u00df, in Geba nehmen sie Nachtherberge; Rama zittert, Sauls Gibea flieht.<br>30 Schreie laut auf, Bewohnerschaft von Gallim! Horche auf, Laisa! Armes Anathoth!<br>31 Madmena ist zerstoben, die Bewohner von Gebim sind gefl\u00fcchtet.<br>32 Noch heute wird er Nob besetzen; er streckt schon seine Hand drohend aus gegen den Berg der Bewohnerschaft Zions, gegen den H\u00fcgel Jerusalems.<br>33 Siehe, da haut der Allherr, der HERR der Heerscharen, die Laubkronen mit Schreckensgewalt herunter: die hochgewachsenen werden abgeschlagen, und die hochragenden sinken zu Boden.<br>34 Dann wird das Dickicht des Waldes mit dem Eisen niedergehauen, und der Libanon (-wald) st\u00fcrzt durch einen Gewaltigen zusammen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 11<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Sodann wird ein Reis aus dem Stumpfe Isais hervorgehen und ein Sch\u00f6\u00dfling aus seinen Wurzeln Frucht tragen;<br>2 und der Geist des HERRN wird auf ihm ruhen: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Heldenkraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN.<br>3 An der Furcht des HERRN wird er sein Wohlgefallen haben; und er wird nicht nach dem richten, was seine Augen sehen, und nicht Recht sprechen nach dem, was seine Ohren h\u00f6ren;<br>4 nein, er wird (auch) die Niedrigen richten mit Gerechtigkeit und den Gebeugten im Lande Recht sprechen mit Redlichkeit. Die Erde wird er mit dem Stabe seines Mundes schlagen und mit dem Hauch seiner Lippen den Gottlosen t\u00f6ten;<br>5 die Gerechtigkeit wird der Gurt seiner H\u00fcften sein und die Treue der G\u00fcrtel seiner Lenden.<br>6 Dann wird der Wolf als Gast bei dem Lamm weilen und der Panther sich neben dem B\u00f6cklein lagern; das Kalb, der junge L\u00f6we und der Mastochs werden vereint weiden, und ein kleiner Knabe wird Treiber bei ihnen sein;<br>7 Kuh und B\u00e4rin werden miteinander weiden, ihre Jungen sich zusammen lagern, und der L\u00f6we wird Stroh fressen wie das Rind.<br>8 Der S\u00e4ugling wird am Schlupfloch der Otter spielen und das eben entw\u00f6hnte Kind seine Hand nach dem Feuerauge des Basilisken ausstrecken.<br>9 Man wird nichts B\u00f6ses mehr tun und nicht unrecht handeln auf meinem ganzen heiligen Berge; denn das Land wird voll von der Erkenntnis des HERRN sein gleich den Wassern, die den Meeresgrund bedecken.<br>10 Und an jenem Tage wird es geschehen: da werden die Heidenv\u00f6lker den Wurzelspro\u00df Isais aufsuchen, der als Banner f\u00fcr die V\u00f6lker dasteht, und seine Ruhest\u00e4tte wird voller Herrlichkeit sein.<br>11 Und an jenem Tage wird es geschehen: da wird der Allherr seine Hand zum zweitenmal ausstrecken, um den Rest seines Volkes, der noch \u00fcbriggeblieben ist, loszukaufen aus Assyrien und Unter\u00e4gypten, aus Ober\u00e4gypten und \u00c4thiopien, aus Persien und Babylonien, aus Hamath und den K\u00fcstenl\u00e4ndern des Meeres.<br>12 Da wird er den Heidenv\u00f6lkern ein Banner aufpflanzen und die versto\u00dfenen Israeliten sammeln und das, was von Juda zerstreut ist, zusammenbringen von den vier S\u00e4umen der Erde.<br>13 Dann wird die Eifersucht Ephraims schwinden, und die, welche in Juda neidisch (auf Ephraim) sind, werden ausgerottet werden; Ephraim wird nicht mehr neidisch auf Juda sein, und Juda wird Ephraim nicht mehr eifers\u00fcchtig behandeln;<br>14 sondern sie werden den Philistern meerw\u00e4rts auf die Schulter fliegen, werden vereint die Bewohner des Ostens pl\u00fcndern; von Edom und Moab werden sie Besitz ergreifen, und die Ammoniter werden ihnen untertan sein.<br>15 Auch wird der HERR die Meereszunge \u00c4gyptens der Vernichtung weihen und seine Hand gegen (oder \u00fcber) den Euphrat schwingen mit der Glut seines Hauches und ihn zu sieben B\u00e4chen zerschlagen, so da\u00df man mit Sandalen hindurchgehen kann.<br>16 Und es wird dann eine Stra\u00dfe f\u00fcr den Rest seines Volkes, der \u00fcbriggeblieben ist, von Assyrien her da sein, wie eine solche einst f\u00fcr Israel da war zur Zeit seines Auszugs aus \u00c4gypten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 12<\/h2>\n\n\n\n<p>1 An jenem Tage aber wirst du beten: \u00bbIch danke dir, HERR! Denn bist du auch erz\u00fcrnt gegen mich gewesen, so hat dein Zorn sich doch wieder gelegt, und du hast mich wieder getr\u00f6stet.<br>2 F\u00fcrwahr, Gott ist mein Heil: ich bin voller Zuversicht und f\u00fcrchte mich nicht! Denn Gott, der HERR, ist meine St\u00e4rke und mein Lobgesang, und er ist mir ein Retter geworden!\u00ab<br>3 Und ihr werdet mit Jubel Wasser aus den Quellen des Heils sch\u00f6pfen<br>4 und an jenem Tage sprechen: \u00bbDanket dem HERRN, ruft seinen Namen aus, macht unter den V\u00f6lkern seine Gro\u00dftaten bekannt, r\u00fchmet, da\u00df sein Name erhaben ist!<br>5 Lobsinget dem HERRN, denn Herrliches hat er vollbracht: das mu\u00df auf der ganzen Erde kund werden!<br>6 Jauchzet und jubelt, ihr Bewohner Zions, denn gro\u00df ist in eurer Mitte der Heilige Israels!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 13<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II. Drohspr\u00fcche und Mahnworte an einzelne (meist fremde) V\u00f6lker, St\u00e4dte und Personen (Kap. 13-23)<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Ausspruch \u00fcber Babylon, den Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ank\u00fcndigung des Weltgerichtstages; der schreckenerregende Heranzug des von Gott aufgebotenen Kriegsheeres<\/h3>\n\n\n\n<p>2 Auf einem kahlen Berge pflanzt eine Signalstange auf, ruft ihnen mit lauter Stimme zu! Winkt mit der Hand, da\u00df sie einziehen in die Tore der hohen Herren!<br>3 \u00bbIch selbst habe herbeschieden zu meinem Zorngericht meine geweihten Krieger, habe auch meine Helden dazu entboten, meine stolz Frohlockenden.\u00ab<br>4 Horch, ein Get\u00fcmmel schallt auf den Bergen wie von zahlreichem Kriegsvolk! Horch, ein Get\u00f6se von K\u00f6nigreichen sich versammelnder V\u00f6lkerschaften: Gott, der HERR der Heerscharen, mustert das Kriegsheer!<br>5 Sie kommen aus fernem Lande, vom Ende des Himmels: der HERR und die Werkzeuge seines Zorns, um die ganze Erde zu verheeren!<br>6 Heulet! Denn nahe ist der Tag des HERRN! Wie ein Wetterschlag kommt er vom Allm\u00e4chtigen!<br>7 Darum h\u00e4ngen alle Arme schlaff herab, und jedes Menschenherz verzagt;<br>8 sie geraten in Best\u00fcrzung; Kr\u00e4mpfe und Wehen befallen sie; wie ein Weib in Geburtsn\u00f6ten winden sie sich! Einer starrt den andern an, ihre Gesichter gl\u00fchen wie von Flammenr\u00f6te \u00fcbergossen!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Schrecken und furchtbaren Wirkungen dieses Gerichtstages (auch in der Natur)<\/h3>\n\n\n\n<p>9 Wisset wohl: der Tag des HERRN kommt, ein erbarmungsloser, voll von Grimm und Zornesglut, um die Erde zur \u00d6de zu machen und die auf ihr lebenden S\u00fcnder von ihr zu vertilgen.<br>10 Denn die Sterne des Himmels und die gro\u00dfen Sternbilder unter ihnen lassen ihr Licht nicht mehr leuchten; die Sonne verfinstert sich schon bei ihrem Aufgang, und der Mond l\u00e4\u00dft sein Licht nicht scheinen.<br>11 \u00bbJa, heimsuchen will ich am Erdkreis jegliche Bosheit und an den Gottlosen ihre Verschuldung; dem Hochmut der Stolzen will ich ein Ende machen und den Hochmut der Gewaltt\u00e4tigen erniedrigen.<br>12 Ich will die M\u00e4nner seltener werden lassen als Feingold und die Sterblichen seltener als Golderz von Ophir.<br>13 Darum will ich den Himmel erzittern lassen, und die Erde soll von ihrer St\u00e4tte wegr\u00fccken beim Grimm des HERRN der Heerscharen, und zwar am Tage seines lodernden Zorns.<br>14 Da wird es ihnen dann ergehen wie aufgescheuchten Gazellen und wie einer Schafherde, die niemand zusammenh\u00e4lt: ein jeder wird sich zu seinem Volk wenden und jeder in sein Heimatland fliehen.<br>15 Alle aber, die man (in Babylon) noch antrifft, werden durchbohrt werden, und wen man aufgreift, der f\u00e4llt durchs Schwert;<br>16 ihre kleinen Kinder zerschmettert man vor ihren Augen, ihre H\u00e4user werden gepl\u00fcndert und ihre Weiber gesch\u00e4ndet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Eroberung und Zerst\u00f6rung Babylons durch die Meder<\/h3>\n\n\n\n<p>17 Wisset wohl: ich rege gegen sie die Meder auf, die das Silber nicht achten und am Gold kein Gefallen haben;<br>18 aber ihre Bogen strecken J\u00fcnglinge nieder, und mit der Frucht im Mutterleibe haben sie kein Erbarmen; ihr Auge blickt nicht mitleidsvoll auf Kinder.<br>19 So wird denn Babylon, das Schmuckst\u00fcck unter den K\u00f6nigreichen, die stolze Pracht der Chald\u00e4er, das gleiche Schicksal haben wie Sodom und Gomorrha, die Gott von Grund auf zerst\u00f6rt hat.<br>20 Es wird in Ewigkeit nicht mehr bewohnt werden und menschenleer bleiben von Geschlecht zu Geschlecht; kein Steppenaraber wird dort sein Zelt aufschlagen und kein Hirt dort seine Herde lagern lassen;<br>21 nein, W\u00fcstentiere werden dort lagern und die H\u00e4user dort voll von Eulen sein; Strau\u00dfe sollen dort hausen und Bocksgeister daselbst tanzen;<br>22 W\u00fcstenw\u00f6lfe sollen in den Pal\u00e4sten dort heulen und Schakale in den Lustschl\u00f6ssern; und zwar steht ihre Zeit nahe bevor, und ihre Tage werden sich nicht hinausziehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 14<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gott wird sein Volk Israel nach Babylons Fall aus Erbarmen wiederherstellen<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Denn der HERR wird sich Jakobs erbarmen und Israel noch einmal erw\u00e4hlen und sie auf ihrem Heimatboden zur Ruhe bringen. Die Fremdlinge werden sich ihnen dabei anschlie\u00dfen und sich dem Hause Jakobs zugesellen.<br>2 Und die V\u00f6lker werden sie nehmen und sie an ihren Ort hinbringen, und das Haus Israel wird im Lande des HERRN Knechte und M\u00e4gde an ihnen besitzen, so da\u00df sie die, von denen sie vordem in Gefangenschaft gehalten worden waren, selbst in Gefangenschaft halten und die Herrschaft \u00fcber ihre fr\u00fcheren Zwingherren aus\u00fcben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Spottlied des befreiten Volkes Israel \u00fcber den Sturz des K\u00f6nigs von Babylon<\/h3>\n\n\n\n<p>3 Sobald aber der HERR dir Ruhe verschafft hat von deiner M\u00fchsal und deiner Unruhe und von dem harten Frondienst, mit dem du geknechtet wurdest,<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Freude der ganzen Erde \u00fcber den Sturz des Gewaltigen<\/h3>\n\n\n\n<p>4 sollst du dieses Spottlied auf den K\u00f6nig von Babylon anstimmen und es so vortragen: O wie ist zur Ruhe gekommen der Zwingherr, zur Ruhe gekommen die Mi\u00dfhandlung!<br>5 Zerbrochen hat der HERR den Stecken der Frevler, den Herrscherstab der Gewaltherren,<br>6 der da V\u00f6lker im Grimm schlug mit Schl\u00e4gen ohne Unterla\u00df, der im Zorn V\u00f6lkerschaften niedertrat mit erbarmungsloser Knechtschaft.<br>7 Nun hat Ruhe, hat Rast die ganze Erdbev\u00f6lkerung: alles bricht in Jubel aus!<br>8 Sogar die Zypressen freuen sich \u00fcber dich, die Zedern des Libanons: \u00bbSeitdem du dich schlafen gelegt hast, steigt niemand mehr herauf zu uns, um uns abzuhauen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Freudiges Staunen des Totenreichs<\/h3>\n\n\n\n<p>9 Das Totenreich drunten ger\u00e4t in Aufregung um deinetwillen, in Erwartung deiner Ankunft: es st\u00f6rt die Schatten deinetwegen auf, alle, die vordem die H\u00e4upter der Erde waren, und macht von ihren Thronsesseln aufstehen alle K\u00f6nige der V\u00f6lkerschaften.<br>10 Sie alle heben an und rufen dir zu: \u00bbAuch du bist todkrank geworden wie wir, bist uns gleichgemacht worden!<br>11 Hinabgest\u00fcrzt ins Totenreich ist dein Prunk, das Get\u00f6n deiner Harfen! Maden bilden das Lager unter dir, und W\u00fcrmer sind deine Decke!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Welch ein Sturz des Vermessenen! Welch schmachvolles Ende!<\/h3>\n\n\n\n<p>12 \u00bbO wie bist du vom Himmel gefallen, du Glanzgestirn, Sohn der Morgenr\u00f6te! Wie bist du zu Boden geschmettert, du Besieger der V\u00f6lker,<br>13 der du dachtest in deinem Sinn: \u203aIn den Himmel will ich hinaufsteigen, hoch \u00fcber den Sternen Gottes meinen Thron aufrichten, will auf dem Berge der Zusammenkunft mich niederlassen im \u00e4u\u00dfersten Norden!<br>14 Ich will \u00fcber die Wolkenh\u00f6hen hinauffahren, will mich dem H\u00f6chsten gleich machen!\u2039<br>15 Nun aber bist du ins Totenreich hinabgest\u00fcrzt, in den hintersten Winkel der Grube!<br>16 Wer dich einst gesehen hat, betrachtet dich nun, schaut dich nachdenklich an: \u203aIst dies der Mann, der die Erde in Beben versetzte und K\u00f6nigreiche zittern machte?<br>17 Der den Erdkreis in eine W\u00fcste verwandelte und die St\u00e4dte darauf zerst\u00f6rte? Der seine Gefangenen nie in die Heimat entlie\u00df?\u2039<br>18 Alle K\u00f6nige der V\u00f6lkerschaften insgesamt ruhen in Ehren, ein jeder in seinem Hause;<br>19 du aber bist, fern von deiner Grabst\u00e4tte, hingeworfen wie ein verabscheuter Spr\u00f6\u00dfling, \u00fcberdeckt mit Erschlagenen, vom Schwert Durchbohrten, die zu den Steinen der Grube hinabsteigen mu\u00dften, wie ein zertretenes Aas.<br>20 Nicht wirst du mit ihnen vereint sein im Grabe; denn du hast dein Land zugrunde gerichtet, dein Volk hingemordet. In Ewigkeit soll das Geschlecht des \u00dcbelt\u00e4ters nicht mehr genannt werden:<br>21 stellt f\u00fcr seine S\u00f6hne die Schlachtbank bereit wegen der Schuld ihrer V\u00e4ter, damit sie nie wieder auftreten und sich der Erde bem\u00e4chtigen und den weiten Erdkreis mit Tr\u00fcmmern f\u00fcllen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gottes best\u00e4tigendes Vernichtungsurteil<\/h3>\n\n\n\n<p>22 \u00bbJa, ich will mich gegen sie erheben\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN der Heerscharen \u2013 \u00bbund will Babylon ausrotten mit Stumpf und Stiel, mit Spro\u00df und Scho\u00df\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013<br>23 \u00bbund will es zum Besitztum der Igel machen und zu Wassers\u00fcmpfen und will es hinwegfegen mit dem Kehrbesen der Vernichtung!\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN der Heerscharen.<br>24 Geschworen hat der HERR der Heerscharen also: \u00bbF\u00fcrwahr, wie ich es vorbedacht habe, so soll es geschehen, und wie ich es beschlossen habe, so soll es zustande kommen:<br>25 zerschmettern will ich den Assyrer in meinem Lande und ihn auf meinen Bergen zertreten, damit sein Joch von ihnen genommen wird und seine Last von ihrem R\u00fccken verschwindet.\u00ab<br>26 Dies ist der Ratschlu\u00df, der \u00fcber die ganze Erde beschlossen ist, und das bedeutet die Hand, die \u00fcber alle V\u00f6lkerschaften ausgestreckt ist.<br>27 Denn wenn der HERR der Heerscharen einen Plan gefa\u00dft hat: wer will ihn vereiteln? Und seine ausgestreckte Hand: wer kann sie zur\u00fcckbiegen?<br>28 Im Todesjahre des K\u00f6nigs Ahas erging folgender Gottesspruch:<br>29 \u00bbFreue dich nicht, gesamtes Philisterland, dar\u00fcber, da\u00df der Stecken (dessen), der dich schlug, zerbrochen ist! Denn aus der Wurzel der Schlange f\u00e4hrt eine Giftotter hervor, und deren Frucht ist ein gefl\u00fcgelter Drache.<br>30 Da werden dann die \u00c4rmsten der Armen in Ruhe weiden und D\u00fcrftige in Sicherheit lagern, aber deinen Wurzelspr\u00f6\u00dfling werde ich durch Hunger sterben lassen, und was von dir noch \u00fcbrig ist, wird er umbringen.<br>31 Heulet, ihr Tore, schreiet, ihr St\u00e4dte! Verzage, gesamtes Philisterland! Denn von Norden her kommt Rauch, und keiner tritt aus Reih und Glied heraus in seinen Scharen.<br>32 Und welche Antwort wird man den Gesandten der Heidenv\u00f6lker geben? \u203aDa\u00df der HERR Zion fest gegr\u00fcndet hat und da\u00df die Elenden seines Volkes dort wohlgeborgen sein werden.\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 15<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Gottesspruch \u00fcber die Moabiter: Ach! \u00dcber Nacht ist Ar zerst\u00f6rt, Moab vernichtet! Ach! \u00dcber Nacht ist Kir zerst\u00f6rt, Moab vernichtet!<br>2 Bajith und Dibon steigen zu den Opferh\u00f6hen hinauf, um zu weinen; auf dem Nebo und in Medeba wehklagt Moab; auf all ihren H\u00e4uptern ist eine Glatze, alle B\u00e4rte sind abgeschoren.<br>3 Auf ihren Gassen g\u00fcrtet man sich Sackleinen um, auf ihren D\u00e4chern und ihren Marktpl\u00e4tzen jammert alles und zerflie\u00dft in Tr\u00e4nen.<br>4 Hesbon und Eleale schreien: bis Jahaz h\u00f6rt man ihren Weheruf; darob erheben die ger\u00fcsteten Krieger Moabs Geschrei, ihr Mut verzagt in ihnen.<br>5 Mein Herz jammert um Moab: seine Fl\u00fcchtlinge erreichen schon Zoar, schon Eglath-Schelischija. Ach, die Steige nach Luhith steigt man unter Weinen hinan! Ach, auf dem Wege nach Horonaim erhebt man Geschrei \u00fcber den Zusammenbruch!<br>6 Ach, die Wasser von Nimrim werden zu W\u00fcsteneien! Denn verdorrt ist das Gras, der Rasen verwelkt, das Gr\u00fcn verschwunden.<br>7 Darum tragen sie den Besitz, der ihnen \u00fcbriggeblieben ist, und ihre ersparte Habe \u00fcber den Weidenbach hin\u00fcber.<br>8 Ach, das Wehgeschrei macht die Runde im ganzen Gebiet der Moabiter! Bis Eglaim dringt ihr Jammern und bis Beer-Elim ihre Wehklage!<br>9 Ach, die Wasser von Dimon sind voll Blut! Denn ich verh\u00e4nge \u00fcber Dimon noch weiteres Unheil: einen L\u00f6wen f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge der Moabiter und f\u00fcr den im Lande gebliebenen \u00dcberrest!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 16<\/h2>\n\n\n\n<p>1 \u00bbSendet den dem Landesherrn zukommenden L\u00e4mmerzins von Sela aus durch die W\u00fcste zum Berge der Tochter Zion!\u00ab<br>2 Da werden dann wie wegflatternde V\u00f6gel, wie eine aufgescheuchte Nestbrut sein die T\u00f6chter Moabs, an den Furten des Arnon:<br>3 \u00bbErteile uns Rat, schaffe Vermittlung! Mache der Nacht gleich deinen Schatten am hellen Mittag, verbirg die Vertriebenen, verrate die Fl\u00fcchtlinge nicht!<br>4 La\u00df meine aus Moab Vertriebenen als G\u00e4ste bei dir weilen, sei ihnen eine Schutzwehr vor dem Verw\u00fcster! Denn wenn der Bedr\u00fccker ein Ende genommen hat, die Verw\u00fcstung vor\u00fcber ist und die Zertreter aus dem Lande verschwunden sind,<br>5 so wird der Thron durch die (ge\u00fcbte) Liebe befestigt sein, und auf ihm wird sitzen in Zuverl\u00e4ssigkeit im Zelte Davids ein Richter, der sich der Rechtspflege annimmt und auf Gerechtigkeit bedacht ist.\u00ab<br>6 \u00bbWir haben geh\u00f6rt von Moabs Stolz, dem \u00fcberaus hochfahrenden, von seinem Hochmut und seinem Stolz, von seinem \u00dcbermut und seinen eitlen Prahlereien.\u00ab<br>7 So m\u00f6gen denn die Moabiter um Moab jammern, m\u00f6gen allesamt jammern, um die Traubenkuchen von Kir-Hareseth m\u00f6gt ihr seufzen, tiefbetr\u00fcbt!<br>8 Denn Hesbons Pflanzungen sind verwelkt, die Weinst\u00f6cke von Sibma, deren Edeltrauben die Herren der V\u00f6lker bezwangen, die bis Jaeser reichten, bis in die W\u00fcste schweiften; deren Sch\u00f6\u00dflinge sich weit ausbreiteten, ja bis zum (Toten) Meere hin\u00fcberwanderten.<br>9 Darum weine ich im Verein mit Jaeser schmerzlich um Sibmas Weinst\u00f6cke, benetze dich, Hesbon und Eleale, mit meinen Tr\u00e4nen; denn in deine Obsternte und deine Weinlese ist ein Jauchzen hereingebrochen.<br>10 So sind denn Freude und Frohlocken aus dem Fruchtgefilde verschwunden, und in den Weing\u00e4rten wird nicht mehr gejubelt und gejauchzt; kein Kelterer tritt noch Wein in den Kufen: das Jauchzen (der Winzer) ist zum Verstummen gebracht.<br>11 Darum klagt\u2019s in meinem Herzen um Moab wie Harfenton und in meiner Brust um Kir-Heres.<br>12 Und geschehen wird es: wenn Moab auf der Opferh\u00f6he erscheint und sich (mit Opfern) abm\u00fcht und in sein Heiligtum eintritt, um zu beten, so wird es nichts ausrichten.<br>13 Dies ist das Wort, das der HERR einstmals \u00fcber Moab ausgesprochen hat.<br>14 Jetzt aber lautet der Ausspruch des HERRN so: \u00bbIn drei Jahren, gleich den Jahren eines S\u00f6ldners, da wird die Herrlichkeit Moabs samt all der gro\u00dfen Volksmenge in Verachtung geraten sein, und nur ein ganz geringer, winziger \u00dcberrest wird bleiben.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 17<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Ausspruch \u00fcber Damaskus:\u00bbWisset wohl: Damaskus scheidet aus der Zahl der St\u00e4dte aus und wird zu einem w\u00fcsten Tr\u00fcmmerhaufen werden,<br>2 verlassen f\u00fcr immer; seine St\u00e4dte werden den Herden preisgegeben: die werden dort lagern, ohne da\u00df jemand sie aufscheucht.<br>3 Zu Ende ist es mit dem Bollwerk f\u00fcr Ephraim und mit dem K\u00f6nigtum f\u00fcr Damaskus; und der \u00dcberrest von Syrien wird der Herrlichkeit der S\u00f6hne Israels gleichen\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN der Heerscharen.<br>4 An jenem Tage wird ja die Herrlichkeit Jakobs geringf\u00fcgig sein und sein Fettleib abmagern;<br>5 und es wird zugehen, wie wenn ein Schnitter Getreidehalme zusammenrafft und sein Arm \u00c4hren absichelt; und es wird zugehen, wie wenn man \u00c4hren bei der Nachlese sammelt im Tale Rephaim (s\u00fcdlich von Jerusalem).<br>6 \u00bbEs wird ja nur eine Nachlese von ihm \u00fcbrigbleiben wie beim Abklopfen der Oliven: zwei, drei Beeren ganz oben im Wipfel, vier oder f\u00fcnf an seinen, des Fruchtbaums Zweigen\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN, des Gottes Israels. \u2013<br>7 An jenem Tage werden die Menschen zu ihrem Sch\u00f6pfer hinschauen und ihre Blicke sich auf den Heiligen Israels richten;<br>8 sie werden dann nicht mehr hinschauen nach den Alt\u00e4ren, dem Machwerk ihrer H\u00e4nde, und nicht mehr hinblicken nach dem Gebilde ihrer Finger, nach den G\u00f6tzenbildern und den Sonnens\u00e4ulen.<br>9 An jenem Tage werden ihre festen St\u00e4dte sein wie die verlassenen Ortschaften in den W\u00e4ldern und auf den Berggipfeln, welche (die Hewiter und Amoriter) einstmals aus Furcht vor den Israeliten verlassen haben: es wird eine W\u00fcstenei sein,<br>10 weil du den Gott deines Heils vergessen und an den Felsen deiner Zuflucht nicht gedacht hast. Darum lege immerhin liebliche Pflanzungen an und besetze sie mit ausl\u00e4ndischen Absenkern;<br>11 la\u00df sie sprossen sogleich an dem Tage, an welchem du sie gepflanzt hast, und bringe deine Pfl\u00e4nzlinge schon am folgenden Morgen zur Bl\u00fcte: es f\u00e4llt doch jegliche Ernte aus am Tage des Wehs und des unheilbaren Schmerzes.<br>12 Wehe, ein Get\u00fcmmel vieler V\u00f6lker, die wie das Brausen des Meeres brausen! Und ein Get\u00f6se von V\u00f6lkerschaften, die wie m\u00e4chtige Wasser im Aufruhr tosen!<br>13 Ja, die V\u00f6lkerschaften tosen, wie gewaltige Wasser tosen; doch er bedroht sie scheltend: da fliehen sie weit weg und werden dahingejagt wie Spreu auf den Bergen vor dem Winde und wie wirbelnder Staub vor dem Sturm.<br>14 Zur Abendzeit, da bricht Schrecken herein, doch ehe der Morgen kommt, sind sie dahin. Das ist das Schicksal derer, die uns berauben, und das Los derer, die uns pl\u00fcndern!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 18<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Ha du Land des Fl\u00fcgelgeschwirrs jenseits der Str\u00f6me von \u00c4thiopien,<br>2 das da Boten entsandt hat auf dem Strome und in Rohrk\u00e4hnen \u00fcber den Wasserspiegel: geht heim, ihr flinken Boten, zu eurem hochgewachsenen und blanken Volke, zu der V\u00f6lkerschaft, die, seit sie besteht, gef\u00fcrchtet ist, zu der V\u00f6lkerschaft, die gewaltige Kraft besitzt und alles niedertritt, deren Land Str\u00f6me durchschneiden.<br>3 Ihr Bewohner des Erdkreises allesamt und ihr Insassen der Erde: Sobald man ein Panier (5,26) auf den Bergen aufpflanzt, so sehet hin! Und sobald man in die Trompete st\u00f6\u00dft, so horchet auf!<br>4 Denn so hat der HERR zu mir gesprochen: \u00bbRuhig will ich warten und zuschauen an meiner St\u00e4tte, wie wolkenlose Hitze bei Sonnenschein, wie Taugew\u00f6lk in der Ernteglut.\u00ab<br>5 Denn vor der Ernte, sobald die Bl\u00fcte vor\u00fcber ist und der Beerenb\u00fcschel zur reifenden Traube wird, da schneidet er die Ranken mit Winzermessern ab und entfernt die Triebe, haut sie ab.<br>6 Sie werden dann allesamt den Raubv\u00f6geln der Berge und dem Getier des Landes \u00fcberlassen, so da\u00df die Raubv\u00f6gel w\u00e4hrend des Sommers darauf verbleiben und alles Getier des Landes den Winter hindurch darauf zubringt.<br>7 Zu jener Zeit werden dem HERRN der Heerscharen Weihgeschenke dargebracht werden von dem hochgewachsenen und blanken Volk, von dem Volk, das, seit es besteht, gef\u00fcrchtet ist, von der V\u00f6lkerschaft, die gewaltige Kraft besitzt und alles niedertritt, deren Land Str\u00f6me durchschneiden, \u2013 hin zu der St\u00e4tte, wo der Name des HERRN der Heerscharen wohnt, zum Berge Zion.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 19<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Ausspruch \u00fcber \u00c4gypten: Seht, der HERR f\u00e4hrt auf einer schnellen Wolke einher und kommt nach \u00c4gypten! Da wanken die G\u00f6tzen \u00c4gyptens vor ihm, und den \u00c4gyptern verzagt das Herz in ihrer Brust.<br>2 \u00bbDa werde ich \u00c4gypter gegen \u00c4gypter aufreizen, so da\u00df sie gegeneinander k\u00e4mpfen, Bruder gegen Bruder, Freund gegen Freund, Stadt gegen Stadt und Reich gegen Reich.<br>3 Da wird dann der Mut den \u00c4gyptern in ihrer Brust ausgeleert werden, und ihre geistige Klarheit will ich tr\u00fcben, da\u00df sie sich um Rat an die G\u00f6tzen und Zauberer, an die Totenbeschw\u00f6rer und Wahrsagegeister wenden sollen.<br>4 Und ich will \u00c4gypten in die Hand eines harten Herrschers fallen lassen, und ein grausamer K\u00f6nig soll \u00fcber sie regieren\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch Gottes, des HERRN der Heerscharen.<br>5 Und die Wasser werden versiegen im Nil, und der Strom wird austrocknen bis auf den Grund;<br>6 die Kan\u00e4le werden dann Gestank verbreiten, die Nilarme in \u00c4gypten flach und wasserlos werden, Rohr und Schilf verwelken.<br>7 Die Auen am Nil, am Ufer des Nils, und alle Saatfelder am Nil werden verdorren, zu Staub zerstieben und verschwinden.<br>8 Da werden dann die Fischer klagen, und es trauern alle, die im Nil die Angel auswerfen; und die da Netze auf dem Wasser ausbreiten, werden in Verzweiflung sein.<br>9 Ratlos stehen alle da, welche gehechelten Flachs verarbeiten, und die Weber von baumwollenen Zeugen erbleichen.<br>10 So werden denn die S\u00e4ulen des Volkes zermalmt, und alle Lohnarbeiter sind tief bek\u00fcmmert.<br>11 Eitel Toren sind die F\u00fcrsten von Zoan, die weisesten Ratgeber des Pharaos ein verdummter Rat. Wie k\u00f6nnt ihr nur zum Pharao sagen: \u00bbIch stamme von den Weisen ab, bin ein Nachkomme von den K\u00f6nigen der Vorzeit\u00ab?<br>12 Wo sind sie denn nun, deine Weisen? M\u00f6gen sie dir doch verk\u00fcnden und offenbaren, was der HERR der Heerscharen \u00fcber \u00c4gypten beschlossen hat!<br>13 Als Narren stehen die F\u00fcrsten von Zoan da, get\u00e4uscht die F\u00fcrsten von Memphis; und irregef\u00fchrt haben \u00c4gypten die Vorsteher seiner Gaue.<br>14 Der HERR hat ihnen einen Geist des Schwindels eingegeben, so da\u00df sie \u00c4gypten bei allen seinen Unternehmungen taumeln machen, gleichwie ein Trunkener umhertaumelt, wenn Erbrechen bei ihm eingetreten ist;<br>15 und so wird es f\u00fcr \u00c4gypten kein Werk mehr geben, das Kopf und Schwanz, Palmzweig und Binse auszuf\u00fchren verm\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Furcht der \u00c4gypter vor Gott und seinem Volk<\/h3>\n\n\n\n<p>16 An jenem Tage werden die \u00c4gypter wie Weiber sein und werden zittern und beben vor der Hand, die der HERR der Heerscharen gegen sie schwingt;<br>17 und so wird das Land Juda f\u00fcr die \u00c4gypter ein bet\u00e4ubender Schrecken sein: sooft man es vor ihnen erw\u00e4hnt, werden sie in Angst geraten vor dem Ratschlu\u00df, den der HERR der Heerscharen in bezug auf sie gefa\u00dft hat.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Erstlingsst\u00e4dte \u00c4gyptens und die bei den \u00c4gyptern sich ausbreitende Verehrung Gottes<\/h3>\n\n\n\n<p>18 An jenem Tage wird es f\u00fcnf St\u00e4dte im Lande \u00c4gypten geben, welche die Sprache Kanaans reden und dem HERRN der Heerscharen Treue schw\u00f6ren; eine von ihnen wird Ir-Heres hei\u00dfen. \u2013<br>19 An jenem Tage wird f\u00fcr den HERRN ein Altar mitten im Lande \u00c4gypten und eine Denks\u00e4ule nahe an dessen Grenze f\u00fcr den HERRN stehen;<br>20 beides wird ein Denkzeichen und Zeugnis f\u00fcr den HERRN der Heerscharen im Lande \u00c4gypten sein: wenn sie zum HERRN wegen der Bedr\u00e4nger schreien, wird er ihnen einen Helfer senden, der f\u00fcr sie streiten und sie erretten wird.<br>21 So wird sich denn der HERR den \u00c4gyptern zu erkennen geben, und die \u00c4gypter werden an jenem Tage zur Erkenntnis des HERRN gelangen, so da\u00df sie ihn mit Schlachtopfern und Speisopfern verehren und dem HERRN Gel\u00fcbde darbringen und sie auch erf\u00fcllen.<br>22 Wenn so der HERR den \u00c4gyptern Wunden geschlagen, aber sie auch wieder geheilt hat, werden sie sich zum HERRN bekehren, und er wird sich von ihnen erbitten lassen und sie heilen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Assyrien, \u00c4gypten und Israel werden ein gro\u00dfes Weltreich im Dienst Gottes bilden<\/h3>\n\n\n\n<p>23 An jenem Tage wird eine gebahnte Stra\u00dfe von \u00c4gypten nach Assyrien gehen, so da\u00df die Assyrer \u00c4gypten und die \u00c4gypter Assyrien besuchen k\u00f6nnen, und die \u00c4gypter werden dem HERRN im Verein mit den Assyrern dienen.<br>24 An jenem Tage wird Israel als drittes Glied im Bunde mit \u00c4gypten und Assyrien stehen als ein Segen inmitten der Erde,<br>25 wozu der HERR der Heerscharen es gesegnet hat mit den Worten: \u00bbGesegnet sei mein Volk \u00c4gypten und Assyrien, das Werk meiner H\u00e4nde, und Israel, mein Erbbesitz!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 20<\/h2>\n\n\n\n<p>1 In dem Jahre, in welchem Tartan, als ihn Sargon, der K\u00f6nig von Assyrien, gesandt hatte, nach Asdod kam und diese Stadt belagerte und eroberte \u2013<br>2 in jener Zeit hatte der HERR durch Jesaja, den Sohn des Amoz, folgende Weisung ausgesprochen: \u00bbWohlan, lege das h\u00e4rene Gewand von deinen H\u00fcften ab und binde dir die Sandalen von deinen F\u00fc\u00dfen ab!\u00ab Da tat er demgem\u00e4\u00df, so da\u00df er ohne Obergewand und barfu\u00df einherging.<br>3 Darauf sagte der HERR: \u00bbGleichwie mein Knecht Jesaja ohne Obergewand und barfu\u00df drei Jahre lang einhergegangen ist als ein Wahrzeichen und eine Vorbedeutung f\u00fcr \u00c4gypten und \u00c4thiopien,<br>4 so wird der K\u00f6nig von Assyrien die gefangenen \u00c4gypter und die zur Wegf\u00fchrung bestimmten \u00c4thiopier, J\u00fcnglinge und Greise, ohne Obergewand und barfu\u00df und mit nacktem Ges\u00e4\u00df \u2013 eine Schmach f\u00fcr \u00c4gypten \u2013 dahinwandern lassen.\u00ab<br>5 Da wird man denn (in Juda) best\u00fcrzt und entt\u00e4uscht sein wegen \u00c4thiopiens, auf das man zuversichtlich gehofft, und wegen \u00c4gyptens, mit dem man geprahlt hatte;<br>6 und die Bewohner dieses K\u00fcstenlandes werden zu jener Zeit sagen: \u00bbAch, wenn es denen so ergangen ist, auf die wir zuversichtlich gehofft und zu denen wir unsere Zuflucht genommen hatten, um uns vor dem K\u00f6nige von Assyrien zu retten: wie sollten wir da entrinnen?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 21<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Ausspruch \u00fcber die Meeresw\u00fcste; Wie St\u00fcrme im S\u00fcdland daherfahren, so kommt\u2019s aus der W\u00fcste, aus einem furchtbaren Lande.<br>2 Ein hartes Gesicht ist mir kundgetan worden: \u00bbDer R\u00e4uber raubt, und der Verw\u00fcster verw\u00fcstet! Ziehe heran, Elam! Unternimm die Belagerung, Medien! Allem Seufzen \u00fcber sie mache ich nun ein Ende!\u00ab \u2013<br>3 Darum sind meine H\u00fcften voll Beben; Wehen haben mich erfa\u00dft wie die Wehen einer Geb\u00e4renden; mir schwindelt, so da\u00df ich nicht mehr h\u00f6re; best\u00fcrzt bin ich, so da\u00df ich nicht sehen kann;<br>4 die Sinne vergehen mir, Entsetzen bet\u00e4ubt mich, die mir sonst so liebe D\u00e4mmerstunde hat es mir zum Grauen gemacht!<br>5 Man r\u00fcstet die Tafel, man breitet die Teppiche hin, man i\u00dft, man trinkt: \u2013 \u00bbErhebt euch, ihr F\u00fcrsten, salbt den Schild!\u00ab<br>6 Denn so hat der Allherr mir geboten: \u00bbGehe, la\u00df den Sp\u00e4her auf seinen Posten treten: Was er sehen wird, soll er ansagen!<br>7 Und erblickt er einen Zug Berittener, Paare von Reisigen, einen Zug von Eseln, einen Zug von Kamelen, so horche er scharf auf, mit gespannter Aufmerksamkeit,<br>8 und lasse den L\u00f6wenruf erschallen!\u00ab \u00bbAuf dem Wachtturm stehe ich, o Herr, best\u00e4ndig bei Tage, und auf meiner Warte stelle ich mich alle N\u00e4chte hindurch auf;<br>9 und siehe, da kommt ein Zug berittener M\u00e4nner, Reisige paarweise!\u00ab Da hob er an und rief: \u00bbGefallen, gefallen ist Babylon! Und alle Schnitzbilder der G\u00f6tter der Stadt hat man in Tr\u00fcmmern zu Boden geschmettert!\u00ab<br>10 O du mein zerdroschenes Volk und mein Tennenkind! Was ich vernommen habe vom HERRN der Heerscharen, dem Gott Israels, das habe ich euch angesagt!<br>11 Ausspruch (an die Edomiter) \u00fcber Duma: Von Seir her ruft man mir zu: \u00bbW\u00e4chter, wie sp\u00e4t ist\u2019s in der Nacht? W\u00e4chter, wie sp\u00e4t ist\u2019s in der Nacht?\u00ab<br>12 Der W\u00e4chter antwortet: \u00bbDer Morgen kommt, aber es ist auch noch Nacht; wenn ihr mehr wissen wollt, so kommt ein andermal wieder und fragt!\u00ab<br>13 Ausspruch (an die Dedaniter) \u00fcber Arabien: Im Geb\u00fcsch, am Abend m\u00fc\u00dft ihr n\u00e4chtigen, ihr Reisez\u00fcge der Dedaniter.<br>14 Bringt den D\u00fcrstenden Wasser entgegen, ihr Bewohner des Landes Thema! Bietet den Fl\u00fcchtlingen das ihnen geb\u00fchrende Brot an!<br>15 Denn vor Schwertern sind sie geflohen, vor dem gez\u00fcckten Schwert, und vor dem gespannten Bogen und vor den Schrecken des Krieges.<br>16 Denn so hat der Allherr zu mir gesprochen: \u00bbBinnen Jahresfrist, wie die Jahre eines S\u00f6ldners sind, da wird es mit der ganzen Herrlichkeit Kedars (60,7) zu Ende sein.<br>17 Was dann von der Zahl der Bogensch\u00fctzen der heldenm\u00fctigen S\u00f6hne Kedars noch \u00fcbrig ist, wird gering sein; denn der HERR, der Gott Israels, hat es angesagt.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 22<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Ausspruch \u00fcber das Schautal: Was ist dir denn, da\u00df du insgesamt hinaufgestiegen bist auf die D\u00e4cher,<br>2 du l\u00e4rmerf\u00fcllte, tosende Stadt, du frohlockende Festung? Deine Erschlagenen sind ja nicht vom Schwert erschlagen und nicht im Kriege gefallen;<br>3 nein, alle deine Heerf\u00fchrer sind ausnahmslos fl\u00fcchtig geworden, haben sich ohne Bogen(-schu\u00df) gefangennehmen lassen; ja dein ganzes Aufgebot ist insgesamt in Gefangenschaft geraten, wenn sie auch schon fernhin entflohen waren.<br>4 Darum sage ich: \u00bbBlickt weg von mir, la\u00dft mich bitterlich weinen! Redet nicht auf mich ein, um mich zu tr\u00f6sten \u00fcber die Vernichtung der Tochter meines Volks!\u00ab<br>5 Denn ein Tag der Best\u00fcrzung und Zertretung und Verwirrung kommt von Gott, dem HERRN der Heerscharen, im Schautal, ein Tag, welcher Mauern zertr\u00fcmmert und Wehgeschrei nach dem Berge hin erschallen l\u00e4\u00dft;<br>6 hat doch Elam den K\u00f6cher sich umgeh\u00e4ngt als Zug von berittenen Mannen, und Kir (2.K\u00f6n 16,9) hat den Schild enth\u00fcllt.<br>7 So haben sich denn deine herrlichsten Talgr\u00fcnde mit Kriegswagen gef\u00fcllt und die Reiter ihre Aufstellung gegen das Stadttor genommen.<br>8 Da zog er die Binde von den Augen Judas weg, aber das blickte in jener Zeit nach dem Waffenvorrat im Waldhause,<br>9 und ihr saht nach den schadhaften Stellen in (der Mauer) der Davidsstadt, denn sie waren zahlreich, und ihr sammeltet die Wasser des unteren Teichs;<br>10 auch z\u00e4hltet ihr die H\u00e4user von Jerusalem und risset Geb\u00e4ude nieder, um die Mauer st\u00e4rker zu machen,<br>11 und legtet ein Sammelbecken an zwischen den beiden Mauern f\u00fcr die Wasser des alten Teichs; aber ihr saht euch nicht nach dem um, der es so gef\u00fcgt hatte, und um den, der es seit langer Zeit so bestimmt hatte, k\u00fcmmertet ihr euch nicht.<br>12 Wohl forderte euch Gott, der HERR der Heerscharen, damals zum Weinen und zur Wehklage, zum Kahlscheren und zum Anlegen von Sackleinen auf;<br>13 aber siehe da: es herrschte Lustbarkeit und Jubel, Rindersch\u00e4chten und Schafeschlachten, Fleischessen und Weintrinken: \u00bbLa\u00dft uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!\u00ab<br>14 Darum hat der HERR der Heerscharen sich immer wieder in meinen Ohren (mit der Drohung) vernehmen lassen: \u00bbWahrlich, diese Verschuldung soll euch nicht vergeben werden, bis ihr sterbt!\u00ab \u2013 Gott, der HERR der Heerscharen, hat es ausgesprochen.<br>15 So hat Gott, der HERR der Heerscharen, gesprochen: \u00bbGehe hin, tritt ein bei diesem Verwalter da, bei Sebna, dem Palastvorsteher, und sage zu ihm:<br>16 \u203aWas hast du hier und wen hast du hier, da\u00df du dir hier ein Grab hast aushauen lassen? Du, der sich hier oben sein Grab hat aushauen, eine Ruhest\u00e4tte sich in den Felsen hat mei\u00dfeln lassen?!<br>17 Wisse wohl: der HERR wird dich mit Wucht weit wegschleudern, du Held, und dich mit aller Kraft packen;<br>18 er wird dich fest zusammenwickeln zu einem Kn\u00e4uel und dich wie einen Ball in ein weit und breit offenes Land werfen: dort wirst du sterben, und dorthin sollen deine Prachtwagen kommen, du Schande f\u00fcr das Haus deines Gebieters!<br>19 Ja so will ich dich aus deinem Amt sto\u00dfen, und aus deiner Stellung wird man dich herunterrei\u00dfen!\u2039\u00ab<br>20 \u00bbAn jenem Tage aber wird es geschehen, da\u00df ich meinen Knecht Eljakim, den Sohn Hilkias, berufe.<br>21 Ihn will ich mit deinem Rock bekleiden und mit deinem Gurt ihn umg\u00fcrten und deine Amtsgewalt in seine Hand legen, damit er den Bewohnern Jerusalems und dem (ganzen) Hause Juda ein Vater werde.<br>22 Ich will ihm den Schl\u00fcssel zum Hause Davids auf die Schulter legen, so da\u00df, wenn er aufschlie\u00dft, niemand zuschlie\u00dfen kann und, wenn er zuschlie\u00dft, niemand \u00f6ffnen darf.<br>23 Als einen Pflock will ich ihn an einer festen Stelle einschlagen, und er soll ein Ehrenstuhl f\u00fcr das Haus seines Vaters werden.\u00ab<br>24 Aber wenn sich dann an ihn die ganze vielk\u00f6pfige Menge seines Vaterhauses h\u00e4ngt: die Spr\u00f6\u00dflinge und Sch\u00f6\u00dflinge, alle die kleinen Gef\u00e4\u00dfe vom Beckengeschirr an bis zu s\u00e4mtlichem Kruggeschirr:<br>25 \u00bbAn jenem Tage\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN der Heerscharen \u2013 \u00bbwird der Pflock, der an fester Stelle eingeschlagen war, nachgeben, wird abgehackt werden und herunterfallen, und die Last, die an ihm hing, wird zerschellen; denn der HERR hat es ausgesprochen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 23<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Ausspruch \u00fcber Tyrus: Jammert, ihr Tharsisschiffe! Denn verw\u00fcstet ist sie: kein Haus ist mehr vorhanden, keine Einfahrt mehr m\u00f6glich! Bei der Fahrt vom Lande der Kitth\u00e4er her ist ihnen die Kunde zugegangen.<br>2 Verstummet, ihr Bewohner der Meeresgestade, Kaufleute von Sidon, Meerbefahrer, die dich bisher angef\u00fcllt haben!<br>3 Auf weiter Flut war das Getreide des Sichor, die Ernte des Nilflusses ihr Gewinn, und sie wurde zum Stapelplatz der V\u00f6lker.<br>4 Sch\u00e4me dich, Sidon! Denn das Meer, das Bollwerk am Meer, spricht klagend: \u00bbIch bin nicht Mutter geworden und habe keine Kinder geboren, keine J\u00fcnglinge gro\u00dfgezogen, keine Jungfrauen hochgebracht!\u00ab<br>5 Sobald die Kunde nach \u00c4gypten dringt, werden sie in Zittern geraten (wie) bei der Kunde \u00fcber Tyrus.<br>6 Fahrt nach Tharsis hin\u00fcber! Jammert, ihr Bewohner der K\u00fcste!<br>7 Ist dies eure freudenreiche Stadt, deren Ursprung in die Tage der Vorzeit reicht, deren F\u00fc\u00dfe sie in die Ferne trugen, um sich dort anzusiedeln?<br>8 Wer hat solches Geschick verh\u00e4ngt \u00fcber Tyrus, die Kronenspenderin, deren Kaufleute F\u00fcrsten, deren Gro\u00dfh\u00e4ndler die Geehrtesten der Erde waren?<br>9 Der HERR der Heerscharen hat es verh\u00e4ngt, um jegliche prunkende Hoffart zu entweihen, um zu verunehren alle Geehrtesten der Erde.<br>10 \u00dcberflute dein Land wie der Nilstrom, du Einwohnerschaft von Tharsis: es ist kein beengender G\u00fcrtel mehr da!<br>11 Er hat seine Hand \u00fcber das Meer ausgestreckt, hat K\u00f6nigreiche in Zittern versetzt; der HERR hat gegen Ph\u00f6nizien den Befehl erteilt, die dortigen festen Pl\u00e4tze zu zerst\u00f6ren,<br>12 und hat geboten: \u00bbDu sollst hinfort nicht mehr frohlocken, du gesch\u00e4ndete, jungfr\u00e4uliche Bev\u00f6lkerung von Sidon! Mache dich auf, ziehe zu den Kitth\u00e4ern hin\u00fcber: auch dort wird dir keine Ruhe gew\u00e4hrt werden!<br>13 Siehe, das Land der Chald\u00e4er \u2013 dies ist das Volk, das vormals noch gar nicht da war, Assyrien hat es f\u00fcr W\u00fcstentiere bestimmt \u2013 errichtet seine Wartt\u00fcrme, zerst\u00f6rt die Pal\u00e4ste des Landes und macht es zu einem Tr\u00fcmmerhaufen.<br>14 Jammert, ihr Tharsisschiffe, denn verw\u00fcstet ist euer Bollwerk!\u00ab<br>15 Zu jener Zeit wird Tyrus in Vergessenheit geraten siebzig Jahre lang, als w\u00e4re es die Regierungszeit eines einzigen K\u00f6nigs; aber nach Ablauf von siebzig Jahren wird es Tyrus ergehen, wie es im Lied von der Lustdirne hei\u00dft:<br>16 \u00bbNimm die Harfe, ziehe in der Stadt umher, vergessene Dirne du! Spiele sch\u00f6n, singe Lied auf Lied, damit man sich deiner wieder erinnert!\u00ab<br>17 Nach Ablauf von siebzig Jahren n\u00e4mlich wird der HERR (die Stadt) Tyrus heimsuchen, und es wird zu seinem gewinnreichen Handel zur\u00fcckkehren und mit allen Reichen der Erde, die auf dem weiten Erdboden sind, in Verkehr treten.<br>18 Aber sein Erwerb und Handelsgewinn wird (alsdann) dem HERRN geweiht sein: man wird ihn nicht ansammeln und nicht aufh\u00e4ufen, sondern ihr Handelserwerb wird denen, die vor dem Angesicht des HERRN wohnen, zum Sattessen und zu pr\u00e4chtiger Kleidung dienen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 24<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">III. Das Weltgericht und die Vollendung (Kap. 24-27)<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Wisset wohl: der HERR entleert die Erde und ver\u00f6det sie; er entstellt ihr Aussehen und zerstreut ihre Bewohner.<br>2 Da ergeht es dem Priester wie dem Mann des Volkes, dem Herrn wie seinem Knecht, der Herrin wie ihrer Magd, dem Verk\u00e4ufer wie dem K\u00e4ufer, dem Darleiher wie dem Entlehner, dem Gl\u00e4ubiger ebenso wie seinem Schuldner.<br>3 G\u00e4nzlich ausgeleert wird die Erde und v\u00f6llig ausgepl\u00fcndert; denn der HERR ist\u2019s, der dieses Drohwort ausgesprochen hat.<br>4 Es trauert, es verwelkt die Erde, es verschmachtet, es verwelkt der Erdkreis; es verschmachten auch die H\u00f6chsten des Erdenvolkes!<br>5 Entweiht liegt ja die Erde da unter ihren Bewohnern; denn sie haben die Gebote \u00fcbertreten, das Gesetz \u00fcberschritten, den in der Urzeit geschlossenen Bund gebrochen.<br>6 Darum verzehrt ein Fluch die Erde, und ihre Bewohner m\u00fcssen ihre Verschuldung b\u00fc\u00dfen; darum sterben die Bewohner der Erde aus, und von den Sterblichen bleiben nur wenige \u00fcbrig.<br>7 Es trauert der Most, der Weinstock verschmachtet, es seufzen alle, die sonst frohgemut waren;<br>8 still geworden ist der lustige Paukenschlag, aufgeh\u00f6rt hat das L\u00e4rmen der Jubelnden, es feiert der fr\u00f6hliche Zitherklang;<br>9 man trinkt keinen Wein mehr bei Gesang, bitter schmeckt der Rauschtrank seinen Zechern.<br>10 In Tr\u00fcmmern liegt jede ver\u00f6dete Stadt, jedes Haus ist dem Eintritt verschlossen.<br>11 Laute Klagen um den Wein erschallen auf den Stra\u00dfen, verschwunden ist alle Freude, ausgewandert der Jubel der Erde.<br>12 Nur Ver\u00f6dung ist in der Stadt \u00fcbriggeblieben, und in Tr\u00fcmmer sind die Tore zerschlagen.<br>13 Denn so wird es sein inmitten der Erde, mitten unter den V\u00f6lkern, wie beim Abklopfen der Oliven, wie bei der Nachlese, wenn die Obsternte zu Ende ist.<br>14 Jene erheben lauten Jubel, jauchzen \u00fcber die Hoheit des HERRN vom Westmeer her:<br>15 \u00bbDarum gebet dem HERRN die Ehre in den L\u00e4ndern des Sonnenaufgangs (und) an den Gestaden des Meeres dem Namen des HERRN, des Gottes Israels!\u00ab<br>16 Vom Saum der Erde her haben wir Lobges\u00e4nge vernommen: \u00bbPreis dem Gerechten!\u00ab Ich aber rufe aus: \u00bbAch, ich \u00c4rmster, ich \u00c4rmster, wehe mir! R\u00e4uber rauben, ja r\u00e4uberisch rauben R\u00e4uber!\u00ab<br>17 Grauen und Grube und Garn kommen \u00fcber euch, Bewohner der Erde,<br>18 und geschehen wird es: Wer da flieht vor dem grauenvollen Schrecknis, der st\u00fcrzt in die Grube, und wer aus der Grube wieder heraufsteigt, der f\u00e4ngt sich im Garn; denn die Fenster in der H\u00f6he droben tun sich auf, und es erbeben die Grundfesten der Erde.<br>19 In Tr\u00fcmmer wird die Erde zertr\u00fcmmert, in Splitter wird die Erde zersplittert, in Wanken und Schwanken ger\u00e4t die Erde;<br>20 hin und her taumelt die Erde wie ein Trunkener und schaukelt hin und her wie eine H\u00e4ngematte, und schwer lastet ihr Frevel auf ihr: sie st\u00fcrzt hin und steht nicht wieder auf.<br>21 An jenem Tage aber wird es geschehen: da wird der HERR zur Rechenschaft ziehen das Heer der H\u00f6he in der H\u00f6he und die K\u00f6nige der Erde auf der Erde;<br>22 und sie werden zusammen eingesperrt, wie man Gefangene zusammenholt in eine Grube, und eingeschlossen in einen festverschlossenen Kerker und erst nach langer Zeit abgeurteilt werden.<br>23 Da wird dann der bleiche Mond err\u00f6ten und die gl\u00fchende Sonne erbleichen; denn der HERR der Heerscharen tritt alsdann die K\u00f6nigsherrschaft an auf dem Berge Zion und in Jerusalem, und angesichts seiner \u00c4ltesten wird strahlender Lichtglanz sein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 25<\/h2>\n\n\n\n<p>1 O HERR, du bist mein Gott: ich will dich erheben, will deinen Namen preisen; denn du hast Wunderbares vollbracht, Ratschl\u00fcsse, die von l\u00e4ngst her gefa\u00dft waren, ausgef\u00fchrt, Treue in Wahrheit ge\u00fcbt.<br>2 Denn du hast die Stadt zu einem Steinhaufen gemacht, die feste Burg zu einer Tr\u00fcmmerst\u00e4tte, die Pal\u00e4ste der Gottentfremdeten unbewohnt: niemals werden sie wieder aufgebaut werden.<br>3 Darum ehrt dich das starke Volk, f\u00fcrchtet dich die Stadt der gewaltt\u00e4tigen V\u00f6lkerschaften.<br>4 Denn du bist eine Zuflucht gewesen dem Schwachen, eine Zuflucht dem Armen in seiner Bedr\u00e4ngnis, ein Obdach vor dem Unwetter, ein Schatten vor der Sonnenglut; denn das Zornesschnauben der Gewaltt\u00e4tigen ist wie ein gegen eine Wand st\u00fcrmendes Unwetter,<br>5 wie Sonnenglut in d\u00fcrrer Heide. Du hast das Tosen der Gottentfremdeten zum Verstummen gebracht; wie Sonnenglut durch den Schatten des Gew\u00f6lks, so ist der Siegesgesang der Gewaltt\u00e4tigen ged\u00e4mpft worden.<br>6 Dann wird der HERR der Heerscharen allen V\u00f6lkern auf diesem Berge ein Gastmahl von fetten Speisen bereiten, ein Mahl von abgelagerten Weinen, von markreichen Fettspeisen, von gel\u00e4uterten abgelagerten Weinen;<br>7 und er wird auf diesem Berge die Schleierh\u00fclle hinwegziehen, die alle V\u00f6lker umh\u00fcllt, und die Decke, die \u00fcber alle V\u00f6lkerschaften ausgebreitet ist.<br>8 Den Tod wird er auf ewig verschwinden lassen, die Tr\u00e4nen wird Gott der HERR von jedem Antlitz abwischen und die Schmach seines Volkes \u00fcberall auf der Erde tilgen; denn der HERR hat es zugesagt.<br>9 Da wird man denn an jenem Tage sagen: \u00bbSeht, da ist unser Gott, auf den wir geharrt haben, da\u00df er uns errette; da ist der HERR, auf den wir geharrt haben: la\u00dft uns jubeln und uns freuen \u00fcber seine Hilfe!\u00ab<br>10 Denn die Hand des HERRN wird auf diesem Berge ruhen; Moab aber wird auf seinem Boden niedergetreten werden, wie ein Strohb\u00fcndel in der Lache einer D\u00fcngerst\u00e4tte niedergetreten wird;<br>11 und wenn es seine Arme darin ausbreitet, wie der Schwimmer ausgreift, um zu schwimmen, so wird der HERR sein Aufstreben niederdr\u00fccken trotz des geschickten Ruderns seiner Arme.<br>12 Und deine festen, hochragenden Mauern wird er niederwerfen, niederst\u00fcrzen, zu Boden sto\u00dfen bis in den Staub hinein.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 26<\/h2>\n\n\n\n<p>1 An jenem Tage wird man dieses Lied im Lande Juda singen: \u00bbEine feste Stadt haben wir; zum Schutz hat er ihr Mauern und Au\u00dfenwerk geschaffen.<br>2 \u00d6ffnet die Tore, damit ein gerechtes Volk einziehe, das die Treue bewahrt!<br>3 Ein festes Herz segnest du mit Heil, mit Heil, weil es voll Vertrauen auf dich ist.<br>4 Vertrauet auf den HERRN f\u00fcr und f\u00fcr, denn an Gott dem HERRN habt ihr einen ewigen Felsen.<br>5 Denn niedergeworfen hat er die, welche eine Hochburg bewohnten, eine hochragende Stadt; er hat sie erniedrigt, ja erniedrigt bis zum Erdboden, hat sie niedergesto\u00dfen bis in den Staub:<br>6 zertreten soll sie der Fu\u00df, ja die F\u00fc\u00dfe der Niedrigen, die Tritte der Geringen.\u00ab<br>7 Der Pfad des Gerechten ist ebener Pfad, geradeaus geht die Bahn des Gerechten: du l\u00e4\u00dft sie eben sein.<br>8 Auch auf dem Wege deiner Gerichte, HERR, harren wir dein; nach deinem Namen und nach deinem Lobpreis steht das Verlangen unsers Herzens.<br>9 Mein Herz verlangt nach dir in der Nacht, auch sehnt sich mein Geist nach dir in meinem Inneren; denn sobald deine Gerichte die Erde treffen, lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.<br>10 Wird dem Gottlosen Gnade zuteil, so lernt er nicht Gerechtigkeit; nein, in einem Lande, wo das Recht gilt, bleibt er doch ein Frevler und sieht nichts von der Erhabenheit des HERRN.<br>11 HERR, ist deine Hand auch hocherhoben: sie sehen es nicht; la\u00df sie zu ihrer Besch\u00e4mung deinen Eifer um dein Volk sehen! Ja, das Zornesfeuer, das deine Widersacher erwartet, m\u00f6ge sie verzehren!<br>12 HERR, du wirst uns Heil schaffen, denn du hast ja auch alle unsere Taten f\u00fcr uns vollbracht.<br>13 HERR, unser Gott, es haben zwar au\u00dfer dir noch andere als Herren \u00fcber uns geherrscht, aber dich allein preisen wir, deinen Namen.<br>14 Tote leben nicht wieder auf, Unterweltsbewohner erstehen nicht wieder: zu dem Zwecke hast du sie ja heimgesucht und vernichtet und jede Erinnerung an sie ausgetilgt.<br>15 Gleichwohl hast du Zuwachs dem Volke verliehen, HERR, ja Zuwachs dem Volke; du hast dich verherrlicht, alle Grenzen des Landes weit hinausger\u00fcckt.<br>16 HERR, in der Bedr\u00e4ngnis haben sie dich gesucht; als deine Z\u00fcchtigung sie traf, haben sie sich in fl\u00fcsternde Gebete ergossen.<br>17 Wie eine Schwangere, wenn ihre Stunde da ist, sich windet und aufschreit in ihren Wehen, so ist es auch uns, HERR, ergangen \u2013 von dir aus geschah es \u2013:<br>18 wir gingen schwanger, wanden uns in Wehen; doch als wir gebaren, war es Wind: Rettung schafften wir dem Lande nicht, und Erdenbewohner kamen nicht ans Tageslicht.<br>19 Werden wohl deine Toten wieder aufleben? (Auch) meine Leichen? Ja, sie werden auferstehen! Wacht auf und jubelt, die ihr im Staube ruht! Denn ein Tau der Himmelslichter ist dein Tau, und so wird die Erde die Schatten wieder ans Tageslicht bringen.<br>20 Wohlan, mein Volk, gehe in deine Kammern hinein und schlie\u00dfe deine T\u00fcren hinter dir zu! Verbirg dich einen kurzen Augenblick, bis das Zorngericht vor\u00fcbergegangen ist.<br>21 Denn gar bald wird der HERR aus seiner Wohnst\u00e4tte hervortreten, um die Erdbewohner zur Rechenschaft wegen ihrer Verschuldung zu ziehen; dann wird die Erde das von ihr verschluckte Blut wieder zum Vorschein bringen und die in ihr verscharrten Ermordeten nicht l\u00e4nger verbergen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 27<\/h2>\n\n\n\n<p>1 An jenem Tage wird der HERR mit seinem harten, gro\u00dfen und starken Schwerte als R\u00e4cher kommen \u00fcber den Drachen (eig. Leviathan), die fl\u00fcchtige Schlange, und \u00fcber den Drachen, die geringelte Schlange, und wird das Ungeheuer am Nil t\u00f6ten.<br>2 An jenem Tage wird man sagen: \u00bbLieblicher Weinberg, singt ihm zu!<br>3 Ich, der HERR, bin sein H\u00fcter, alle Augenblicke bew\u00e4ssere ich ihn; damit sich niemand an ihm vergreife, h\u00fcte ich ihn bei Tag und Nacht.<br>4 Zorn hege ich keinen; f\u00e4nde ich nur Dornen und Gestr\u00fcpp darin: zum Kampfe wollte ich auf sie losgehen und sie verbrennen allzumal!<br>5 Es m\u00fc\u00dfte sonst sein, da\u00df man Schutz bei mir suchte und Frieden mit mir machte, ja Frieden machte mit mir!\u00ab<br>6 In den kommenden Tagen wird Jakob Wurzel schlagen, wird Israel bl\u00fchen und sprossen, und sie werden den ganzen Erdkreis mit Frucht erf\u00fcllen.<br>7 Hat der HERR es etwa so geschlagen, wie er den schlug, der ihm Schl\u00e4ge versetzt hatte? Oder sind sie so hingemordet worden, wie er ihre M\u00f6rder umgebracht hat?<br>8 Nein, nur durch ihre Versto\u00dfung, durch ihre Wegf\u00fchrung hast du deine Sache mit ihnen gef\u00fchrt: durch seinen schweren Sturm hat er sie hinweggetrieben am Tage des Ostwindes.<br>9 Deshalb wird dadurch die Verschuldung Jakobs ges\u00fchnt, und darin soll die volle Frucht der Hinwegnahme seiner Vers\u00fcndigung bestehen, da\u00df er alle Altarsteine zertr\u00fcmmerten Kalksteinen gleich macht und keine Astartebilder und Sonnens\u00e4ulen (17,8) wieder aufgestellt werden.<br>10 Denn die feste Stadt liegt \u00f6de da, eine verlassene Wohnst\u00e4tte und einsam wie die W\u00fcste; daselbst weidet das Rind und lagert sich dort und fri\u00dft ihre B\u00fcsche ab.<br>11 Wenn deren Zweige d\u00fcrr geworden sind, bricht man sie ab: Weiber kommen dann und heizen mit ihnen; denn es ist ein Volk ohne Einsicht. Darum erbarmt sich sein Sch\u00f6pfer seiner nicht, und sein Bildner erweist sich ihm nicht gn\u00e4dig.<br>12 Aber geschehen wird es an jenem Tage: da wird der HERR ein Getreidedreschen veranstalten von der \u00c4hre des Euphratstromes bis zum Bach \u00c4gyptens; und ihr werdet (wie bei der Nachlese) einzeln zusammengelesen werden, ihr Kinder Israel.<br>13 Und geschehen wird es an jenem Tage: da wird in eine gro\u00dfe Posaune gesto\u00dfen; dann werden alle, die sich im Lande Assyrien (von der Herde) verloren haben, und die im Lande \u00c4gypten Versprengten heimkehren und den HERRN anbeten auf dem heiligen Berge in Jerusalem.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 28<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">IV. Das Buch von Jerusalems Bedr\u00e4ngnis, Gericht und Rettung (Kap. 28-35)<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Wehe der stolzen Krone der Trunkenbolde Ephraims und der welkenden Bl\u00fcte seines prangenden Schmuckes auf dem Gipfel des fetten Talgel\u00e4ndes der vom Wein \u00dcberw\u00e4ltigten!<br>2 Schon h\u00e4lt der Allherr einen Starken und Gewaltigen in Bereitschaft: wie ein Hagelwetter, ein verheerender Sturm, wie ein Wolkenbruch gewaltiger, sich ergie\u00dfender Wasser wird er sie unwiderstehlich zu Boden niederwerfen.<br>3 Mit F\u00fc\u00dfen wird zertreten werden die stolze Krone der Trunkenbolde Ephraims,<br>4 und der welkenden Bl\u00fcte seines prangenden Schmuckes auf dem Gipfel des fetten Talgel\u00e4ndes wird es ergehen wie einer Fr\u00fchfeige vor der Obsternte: kaum erblickt sie jemand, noch ist sie in seiner Hand, so hat er sie schon verschlungen.<br>5 An jenem Tage wird der HERR der Heerscharen f\u00fcr den \u00dcberrest seines Volkes zu einer zierenden Krone und zu einem herrlichen Stirnreif werden<br>6 und den Geist der Rechtsprechung dem (verleihen), der zu Gericht sitzt, und Heldenkraft denen, die den Kampf zum Tore hinaus zur\u00fccktreiben.<br>7 Aber auch diese hier wanken infolge von Weingenu\u00df und taumeln vom Rauschtrank: Priester und Propheten schwanken vom Rauschtrank, sind \u00fcbermannt vom Wein, taumeln vom Rauschtrank, schwanken beim Schauen von Gesichten, wanken beim Rechtsprechen!<br>8 Denn alle Tische sind voll von Gespei, Unflat bis auf den letzten Platz!<br>9 \u00bbWem will der denn Erkenntnis beibringen und wem Offenbarungen deuten? Etwa Kindern, die eben von der Milch entw\u00f6hnt, eben von der Mutterbrust abgesetzt sind?<br>10 Da hei\u00dft\u2019s immer: \u203aTu du dies, tu du das! Mach mal dies, mach mal das! Hier ein bi\u00dfchen, da ein bi\u00dfchen!\u2039\u00ab<br>11 \u00bbJawohl, durch Menschen mit stammelnden Lippen und mit fremder Zunge wird er zu diesem Volke reden,<br>12 er, der zu ihnen gesagt hat: \u203aDies (Land der Verhei\u00dfung) ist die Ruhest\u00e4tte; schaffet (also) Ruhe den M\u00fcden, und dies ist der Rastort!\u2039 Doch sie haben nicht h\u00f6ren wollen.\u00ab<br>13 So wird denn das Wort des HERRN an sie ergehen: \u00bbTu du dies, tu du das! Mach mal dies, mach mal das! Hier ein bi\u00dfchen, da ein bi\u00dfchen!\u00ab, damit sie auf ihrem Wege r\u00fccklings hinst\u00fcrzen und zerschmettert werden oder im Netz sich verstricken und gefangen werden.<br>14 Darum vernehmet das Wort des Herrn, ihr Sp\u00f6tter, ihr Herrscher \u00fcber dieses Volk in Jerusalem!<br>15 Weil ihr gesagt habt: \u00bbWir haben einen Bund mit dem Tode geschlossen und mit dem Totenreich ein Abkommen getroffen: wenn die Gei\u00dfel mit ihrer Sturmflut hereinbricht, wird sie uns nicht erreichen; wir haben ja die L\u00fcge zu unserm Schirmdach gemacht und uns in Trug geborgen\u00ab \u2013<br>16 darum hat Gott der HERR so gesprochen: \u00bbWisset wohl! Ich bin\u2019s, der in Zion einen Grundstein legt, einen erprobten Stein, einen kostbaren Eckstein, der felsenfest gegr\u00fcndet ist: \u203aWer da glaubt, wird nicht zuschanden\u2039.<br>17 Und ich mache das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zur Setzwaage; und der Hagel wird das Schirmdach der L\u00fcge wegrei\u00dfen, und die Wasserfluten sollen die Bergungsst\u00e4tte wegschwemmen.\u00ab<br>18 Dann wird euer Bund mit dem Tode hinf\u00e4llig werden und euer Abkommen mit dem Totenreich abgetan sein: wenn die Gei\u00dfel mit ihrer Sturmflut hereinbricht, werdet ihr von ihr zermalmt werden.<br>19 Sooft sie daherf\u00e4hrt, wird sie euch fassen; denn Morgen f\u00fcr Morgen wird sie daherfahren, bei Tag und bei Nacht; und eitel Entsetzen wird es sein, eine Offenbarung zu vernehmen.<br>20 Denn zu kurz ist das Bett, um sich darin auszustrecken, und die Decke zu knapp, um sich darin einzuwickeln.<br>21 Denn wie am Berge Perazim wird der HERR sich erheben, wie im Tal bei Gibeon wird er vor Zorn beben, um sein Werk zu vollf\u00fchren \u2013 ein befremdliches Werk \u2013 und um seine Arbeit zu verrichten \u2013 eine ungew\u00f6hnliche Arbeit.<br>22 Nun la\u00dft also euer Spotten, damit eure Fesseln nicht noch fester angezogen werden! Denn ein vernichtendes Strafgericht, so habe ich von Gott, dem HERRN der Heerscharen, vernommen, ist f\u00fcr die ganze Erde fest beschlossen.<br>23 Merkt auf und h\u00f6ret meine Stimme! Gebt acht und vernehmet meine Rede!<br>24 Pfl\u00fcgt wohl der Landmann immerfort, um zu s\u00e4en? Furcht er seinen Acker immerfort und egget ihn?<br>25 Nicht wahr? Wenn er dessen Oberfl\u00e4che geebnet hat, so streut er Dill aus und s\u00e4t K\u00fcmmel und legt Weizen reihenweise und Gerste auf ein besonderes St\u00fcck und Spelt als Einfassung an seinen Rand.<br>26 So hat ihn sein Gott unterwiesen zum richtigen Verfahren und hat ihn belehrt.<br>27 Dill wird ja doch nicht mit dem Dreschschlitten ausgedroschen und das Wagenrad nicht \u00fcber K\u00fcmmel gerollt, sondern Dill wird mit dem Stabe ausgeklopft und K\u00fcmmel mit dem Stecken.<br>28 Wird Brotkorn etwa zermalmt? O nein, nicht immerfort drischt man darauf los und treibt man das Rad seines Wagens und seine Pferde dar\u00fcber hin: man zermalmt es nicht.<br>29 Auch dies ist vom HERRN der Heerscharen ausgegangen: wunderbar ist er an Rat, gro\u00df an Einsicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 29<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Wehe dir, Gottesherd, Gottesherd (Hes 43,15-16), du Stadt, wo David einst sein Lager aufgeschlagen hat! F\u00fcget Jahr zu Jahr, la\u00dft die Feste ihren Kreislauf vollziehen:<br>2 dennoch will ich den Gottesherd bedr\u00e4ngen, da\u00df St\u00f6hnen und Wehklagen entstehen soll: dann wird es mir ein richtiger Gottesherd sein.<br>3 Ja ich will ein Lager rings um dich aufschlagen und dich mit einer Wagenburg eng einschlie\u00dfen und Belagerungswerke gegen dich auff\u00fchren.<br>4 Dann wirst du, unten am Boden liegend, ged\u00e4mpft reden und, in den Staub gesunken, eine bescheidene Sprache f\u00fchren, deine Stimme wird wie die eines Totengeistes aus der Erde hervorkommen und deine Rede aus dem Staube heraus nur fl\u00fcstern.<br>5 Aber die l\u00e4rmende Menge deiner Feinde wird wie feiner Staub sein und wie zerstiebende Spreu die l\u00e4rmende Menge der Gewaltt\u00e4tigen. Doch dann wird es geschehen urpl\u00f6tzlich, in einem Augenblick:<br>6 da wirst du vom HERRN der Heerscharen heimgesucht werden unter Donner und Erdbeben und m\u00e4chtigem Krachen, unter Sturmwind und Unwetter und Flammen verzehrenden Feuers.<br>7 Und gleich einem Traum, einem Nachtgesicht wird die l\u00e4rmende Menge aller der V\u00f6lker sein, die gegen den Gottesherd zu Felde ziehen, und alle, die ihn und seine Bollwerke best\u00fcrmen und ihn bedr\u00e4ngen.<br>8 Und es wird so sein, wie wenn ein Hungriger tr\u00e4umt, er esse, dann aber mit ungestilltem Verlangen erwacht; und wie wenn ein Durstiger tr\u00e4umt, er trinke, dann aber beim Erwachen sich noch vor Durst ersch\u00f6pft f\u00fchlt und gierig lechzt: ebenso wird es der l\u00e4rmenden Menge aller der V\u00f6lker ergehen, die gegen den Berg Zion zu Felde ziehen.<br>9 Starret nur, so da\u00df ihr erstarrt! Lebt in Verblendung, so da\u00df ihr blind werdet! Sie sind trunken, aber nicht vom Wein, sie taumeln, aber nicht vom Rauschtrank.<br>10 Denn der HERR hat einen Geist tiefen Schlafes \u00fcber euch ausgegossen und hat eure Augen, die Propheten, verschlossen und eure H\u00e4upter, die Seher, umschleiert.<br>11 So ist denn die gesamte Offenbarung f\u00fcr euch geworden wie der Inhalt eines versiegelten Buches, das man einem, der lesen kann, mit den Worten reicht: \u00bbLies doch dies einmal!\u00ab, doch er entgegnet dann: \u00bbIch kann nicht, es ist ja versiegelt!\u00ab<br>12 Reicht man aber das Buch einem, der sich nicht auf Geschriebenes versteht, mit den Worten: \u00bbLies doch dies einmal!\u00ab, so entgegnet er: \u00bbIch kann nicht lesen.\u00ab<br>13 Weiter hat der Allherr gesagt: \u00bbWeil dieses Volk sich mir immer nur mit seinem Munde naht und mich nur mit seinen Lippen ehrt, w\u00e4hrend es sein Herz fern von mir h\u00e4lt und ihre Furcht vor mir nur in angelernten Menschengeboten besteht:<br>14 darum will ich fernerhin wunderlich mit diesem Volk verfahren, wunderlich und wundersam, so da\u00df die Weisheit seiner Weisen zuschanden werden soll und von dem Verstande seiner Verst\u00e4ndigen nichts zu sehen ist.\u00ab<br>15 Wehe denen, die ihre Pl\u00e4ne vor dem HERRN tief geheim halten, damit ihr Tun im Finstern vor sich gehe, und die dabei denken: \u00bbWer sieht uns, und wer kennt uns?\u00ab<br>16 O \u00fcber eure Verkehrtheit! Ist etwa der T\u00f6pfer dem Ton gleichzuachten, so da\u00df ein hergestelltes Werk von seinem Hersteller sagen k\u00f6nnte: \u00bbEr hat mich nicht geschaffen\u00ab, und ein Gebilde von seinem Bildner sagen d\u00fcrfte: \u00bbEr versteht nichts\u00ab?<br>17 Dauert es nicht nur noch eine ganz kleine Weile, da\u00df der Libanon sich zu einem Fruchtgarten umwandelt und der Fruchtgarten nur als Wald geachtet werden wird?<br>18 An jenem Tage werden die Tauben Worte der Schrift vernehmen und die Augen der Blinden aus Dunkel und Finsternis heraus sehen;<br>19 und die Dem\u00fctigen werden sich des HERRN aufs neue freuen und die Armen unter den Menschen \u00fcber den Heiligen Israels jubeln.<br>20 Denn die Gewaltt\u00e4tigen werden ein Ende genommen haben, und mit den Sp\u00f6ttern wird es aus sein, und alle, deren Gedanken auf B\u00f6ses gerichtet sind, werden ausgerottet sein,<br>21 alle, die da Menschen in einer Rechtssache zur S\u00fcnde verleiteten und dem, der im Tor Recht spricht, Schlingen legten und den, der im Recht ist, auf nichtige Gr\u00fcnde hin ins Unrecht setzten.<br>22 Darum hat der HERR, der einst Abraham erl\u00f6st hat, so zum Hause Jakobs gesprochen: \u00bbNunmehr soll Jakob nicht mehr entt\u00e4uscht werden, und nunmehr soll sein Angesicht nicht mehr erblassen;<br>23 sondern wenn er [d.h. seine Kinder] das Werk meiner H\u00e4nde in seiner Mitte sieht, so werden sie meinen Namen heiligen und den Heiligen Jakobs als heilig anerkennen und vor dem Gott Israels Ehrfurcht haben;<br>24 und solche, die jetzt verkehrten Sinnes sind, werden Einsicht gewinnen, und die Murrenden werden Belehrung annehmen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 30<\/h2>\n\n\n\n<p>1 \u00bbWehe den S\u00f6hnen\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013, \u00bbdie abtr\u00fcnnig werden dadurch, da\u00df sie einen Plan ins Werk setzen, der nicht von mir ausgeht, und ein B\u00fcndnis schlie\u00dfen ohne meine Billigung, um S\u00fcnde auf S\u00fcnde zu h\u00e4ufen!<br>2 Sie machen sich auf, um nach \u00c4gypten hinabzuziehen, ohne meinen Mund befragt zu haben, um sich unter den Schutz des Pharaos zu begeben und im Schatten \u00c4gyptens Zuflucht zu suchen!<br>3 Aber es wird euch der Schutz des Pharaos zur Schande ausschlagen und das Suchen von Zuflucht im Schatten \u00c4gyptens zur Schmach!<br>4 Denn m\u00f6gen auch seine F\u00fcrsten schon in Zoan eingetroffen sein und seine Gesandten schon Hanes erreicht haben,<br>5 so werden doch alle entt\u00e4uscht werden an einem Volke, das ihnen nichts n\u00fctzen kann, das ihnen keine Hilfe und keinen Nutzen schafft, sondern nur Entt\u00e4uschung und Schimpf dazu.\u00ab<br>6 Ausspruch \u00fcber das Gro\u00dftier des S\u00fcdens: In einem Lande voll Drangsal und Bedr\u00e4ngnis \u2013 L\u00f6wen und L\u00f6winnen, Ottern und gefl\u00fcgelte Giftschlangen geh\u00f6ren zu ihnen \u2013 schleppen sie ihre Sch\u00e4tze auf dem R\u00fccken von Eseln und ihre Reicht\u00fcmer auf den H\u00f6ckern von Kamelen zu einem Volke, das ihnen nichts n\u00fctzen kann.<br>7 Denn eitel und nichtig ist \u00c4gyptens Hilfe; darum nenne ich dieses Volk \u00bbGro\u00dftuer, die still sitzen\u00ab.<br>8 \u00bbGehe jetzt hinein, schreibe es vor ihren Augen auf eine Tafel und trage es in ein Buch ein, damit es f\u00fcr k\u00fcnftige Zeiten als ein ewiges Zeugnis diene.<br>9 Denn ein widerspenstiges Volk ist es, mi\u00dfratene S\u00f6hne, S\u00f6hne, die den Weisungen des HERRN nicht gehorchen wollen,<br>10 die zu den Sehern sagen: \u203aIhr sollt nicht sehen!\u2039 und zu den Propheten: \u203aIhr sollt uns nicht die Wahrheit prophezeien! Verk\u00fcndet uns angenehme Dinge, prophezeiet uns T\u00e4uschungen!<br>11 Weicht vom rechten Wege ab, verla\u00dft den rechten Pfad! La\u00dft uns mit dem Heiligen Israels in Ruhe!\u2039\u00ab<br>12 Darum hat der Heilige Israels so gesprochen: \u00bbWeil ihr dies (mein) Wort verwerft und euer Vertrauen auf Gewaltt\u00e4tigkeit und Schleichwege setzt und euch darauf verla\u00dft,<br>13 darum soll euch diese Verschuldung gleich einem sturzdrohenden Ri\u00df sein, wie eine Ausbauchung an einer hochragenden Mauer, deren Einsturz pl\u00f6tzlich, in einem Augenblick erfolgt,<br>14 indem er sie zertr\u00fcmmert, wie man einen T\u00f6pferkrug zertr\u00fcmmert, den man schonungslos zusammenschl\u00e4gt, so da\u00df sich unter seinen St\u00fccken keine Scherbe mehr findet, um in ihr etwas Glut vom Feuerherd zu holen oder etwas Wasser aus einer Wasserlache zu sch\u00f6pfen.\u00ab<br>15 Denn so hat Gott der HERR, der Heilige Israels, gesprochen: \u00bbDurch Umkehr und Ruhehalten werdet ihr gerettet werden, im Stillesein und Vertrauen besteht eure Kraft. Aber ihr habt nicht gewollt, sondern habt gesagt: \u203aNein!<br>16 Vielmehr auf Rossen wollen wir dahinfliegen!\u2039 \u2013 nun, so sollt ihr dahinfliehen \u2013, \u203aund auf Rennern wollen wir reiten!\u2039 \u2013 nun, so sollen eure Verfolger die Renner sein.<br>17 Euer tausend sollen vor dem Kriegsruf eines einzigen fliehen, und vor dem Kriegsruf von f\u00fcnf Feinden sollt ihr insgesamt fliehen, bis ihr ein Rest geworden seid wie eine Signalstange auf einem Berggipfel und wie ein Banner auf einer Anh\u00f6he.\u00ab<br>18 Darum wird der HERR damit z\u00f6gern, euch Gnade zu erweisen, und darum wird er davon absehen, sich euer zu erbarmen; denn ein Gott des Rechts ist der HERR: wohl allen, die auf ihn harren!<br>19 Ja du Volk in Zion, das in Jerusalem wohnt, du sollst nicht immerfort weinen! Gewi\u00dflich wird er sich dir gn\u00e4dig erweisen auf deinen Hilferuf hin: sobald er ihn vernimmt, wird er dich erh\u00f6ren.<br>20 Und der Allherr wird euch zwar das Brot der Drangsal und das Wasser der Tr\u00fcbsal reichen, aber deine Lehrer werden sich nicht abermals verbergen (m\u00fcssen), sondern deine Augen werden deine Lehrer erblicken<br>21 und deine Ohren hinter dir den Zuruf vernehmen: \u00bbDies ist der Weg, wandelt auf ihm!\u00ab, m\u00f6gt ihr zur Rechten gehen oder zur Linken abbiegen.<br>22 Da wirst du dann deine mit Silber \u00fcberzogenen Schnitzbilder und deine mit Gold bekleideten Gu\u00dfbilder als unrein ansehen: wie etwas Ekelhaftes wirst du sie wegwerfen mit dem Zuruf: \u00bbHinaus mit euch!\u00ab<br>23 Dann wird er dir Regen geben f\u00fcr deine Aussaat, mit der du den Acker bestellt hast, und Brot als Ertrag deines Feldes, und zwar wird es saftig und nahrhaft sein. Deine Herden werden zu jener Zeit auf weiter Flur weiden,<br>24 und die Ochsen und Esel, die das Ackerland bearbeiten, werden gesalzenes Mengfutter fressen, das mit der Wurfschaufel und der Gabel geworfelt ist.<br>25 Und auf jedem hohen Berge und auf jeder ragenden Anh\u00f6he wird es B\u00e4che sprudelnden Wassers geben am Tage des gro\u00dfen Blutbades, wenn die T\u00fcrme fallen;<br>26 und das Licht des Mondes wird so hell sein wie das Sonnenlicht, und das Licht der Sonne wird siebenmal so hell scheinen wie das Licht der sieben Wochentage zu der Zeit, wo der HERR den Schaden seines Volkes verbindet und die ihm geschlagene Wunde heilt.<br>27 Sehet, der HERR kommt pers\u00f6nlich aus der Ferne daher: sein Zorn lodert, und gewaltig ist seine Erregung; seine Lippen sind voll Grimms, und seine Zunge ist wie fressendes Feuer;<br>28 sein Atem gleicht einem flutenden Wasserstrom, der bis an den Hals reicht; \u2013 um die V\u00f6lker in der Schwinge der Vernichtung zu schwingen und den V\u00f6lkerschaften einen irreleitenden Zaum an die Kinnbacken zu legen.<br>29 Da werdet ihr Lieder anstimmen wie in der Nacht, in der man die Festfeier vollzieht, und euch von Herzen freuen wie die (Wallfahrer), die unter Fl\u00f6tenklang dahinziehen, um auf den Berg des HERRN zu gelangen, hin zum Felsen Israels.<br>30 Dann wird der HERR seine machtvolle (Donner-) Stimme h\u00f6ren lassen und seinen Arm zeigen, der niederf\u00e4hrt bei schnaubendem Zorn und mit verzehrender Feuerflamme, unter Wolkenbruch und Wettergu\u00df und Hagelsteinen.<br>31 Denn vor der (Donner-) Stimme des HERRN wird Assyrien erschrecken, wenn er es mit dem Stecken schl\u00e4gt;<br>32 und sooft der Z\u00fcchtigungsstab daherf\u00e4hrt, den der HERR auf ihn niederfallen l\u00e4\u00dft, wird es geschehen unter Paukenschall und Harfenklang; und mit geschwungenem Arm k\u00e4mpfend wird er gegen sie streiten.<br>33 Denn l\u00e4ngst ist eine Greuelbrandst\u00e4tte hergerichtet: auch sie ist f\u00fcr den K\u00f6nig bestimmt; tief und breit hat er ihren Scheiterhaufen angelegt, mit Feuerung und Holz in Menge: gleich einem Schwefelstrom setzt der Hauch des HERRN ihn in Brand.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 31<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Wehe denen, die nach \u00c4gypten hinabziehen, um Hilfe (zu erlangen) und sich auf Kriegsrosse zu st\u00fctzen! Die ihr Vertrauen auf Streitwagen setzen, weil ihrer so viele sind, und auf Rosse, weil ihre Zahl so gro\u00df ist, aber auf den Heiligen Israels nicht schauen und den HERRN nicht befragen!<br>2 Doch auch er ist weise und l\u00e4\u00dft Unheil kommen und nimmt seine Drohworte nicht zur\u00fcck; nein, aufstehen wird er gegen das Haus der Frevler und gegen die Helferschaft von \u00dcbelt\u00e4tern.<br>3 Denn die \u00c4gypter sind Menschen und nicht Gott, und ihre Rosse sind Fleisch und nicht Geist; streckt der HERR seine Hand aus, so st\u00fcrzt der Besch\u00fctzer, und der Sch\u00fctzling kommt zu Fall, so da\u00df sie alle miteinander vernichtet werden.<br>4 Denn so hat der HERR zu mir gesprochen: \u00bbGleichwie der L\u00f6we, der Jungleu, \u00fcber seinem Raube brummt \u2013 die volle Zahl der Hirten hat man gegen ihn aufgeboten, aber vor ihrem Geschrei erschrickt er nicht, und trotz ihres Get\u00fcmmels wird ihm nicht bange \u2013, so wird der HERR der Heerscharen herabfahren zur Heerfahrt auf den Berg Zion und auf dessen Anh\u00f6he.<br>5 Wie flatternde V\u00f6gel, so wird der HERR der Heerscharen Jerusalem beschirmen, ja beschirmen und erretten, verschonen und befreien.<br>6 Kehret doch zur\u00fcck zu ihm, von dem ihr so tief abgefallen seid, ihr Kinder Israel!<br>7 Denn an jenem Tage wird ein jeder von ihnen seine silbernen und seine goldenen G\u00f6tzen verabscheuen, die eure H\u00e4nde euch zur S\u00fcnde angefertigt haben;<br>8 und Assyrien wird fallen durch das Schwert eines Nicht-Mannes, und das Schwert eines Nicht-Menschen wird es fressen; und ergreift es die Flucht vor dem Schwert, so werden seine J\u00fcnglinge der Knechtschaft verfallen;<br>9 sein Fels aber wird vor Grauen vergehen, und seine F\u00fcrsten werden von den Fahnen weggeschreckt werden\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN, der einen Feuerherd in Zion hat und einen Ofen in Jerusalem.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 32<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Dereinst wird ein K\u00f6nig mit Gerechtigkeit sein K\u00f6nigtum f\u00fchren, und die F\u00fcrsten werden nach dem Recht ihr Amt verwalten;<br>2 ein jeder von ihnen wird wie ein Zufluchtsort vor dem Sturmwind sein und wie ein Schutzdach vor dem Unwetter, wie Wasserb\u00e4che in d\u00fcrrer Steppe, wie der Schatten eines m\u00e4chtigen Felsens in einer lechzenden Gegend.<br>3 Da werden die Augen der Sehenden nicht mehr starr blicken, und die Ohren der H\u00f6renden werden aufmerken;<br>4 das Herz der Unbesonnenen wird Einsicht lernen und die Zunge der Stammelnden gel\u00e4ufig sein in deutlicher Rede.<br>5 Zu einem gemeinen Menschen wird man dann nicht mehr \u203aEdelmann\u2039 sagen und einen Schurken nicht mehr als \u203agn\u00e4diger Herr\u2039 anreden.<br>6 Denn ein gemeiner Mensch redet Gemeinheit, und sein Sinn ist auf Arges gerichtet, indem er Ruchlosigkeit ver\u00fcbt und Verkehrtes gegen den HERRN redet, indem er das Verlangen des Hungrigen ungestillt l\u00e4\u00dft und dem Durstigen den Trank versagt.<br>7 Und der Schurke \u2013 seine Waffen sind b\u00f6se; ein solcher entwirft arglistige Anschl\u00e4ge, um Elende durch L\u00fcgenreden zu verderben, selbst wenn der Arme sein Recht dartut.<br>8 Der Edle dagegen hegt edle Gedanken, und ein solcher beharrt auch bei edlem Tun.<br>9 Ihr sorglosen Frauen, auf, h\u00f6ret meine Stimme! Ihr zuversichtlichen T\u00f6chter, vernehmet meine Rede!<br>10 Nur wenige Tage auf ein Jahr, dann werdet ihr zittern, ihr Zuversichtlichen! Denn vernichtet wird dann die Weinlese sein, und auch keine Obsternte wird eingebracht werden.<br>11 Zittert, ihr Sorglosen! Erbebt, ihr Zuversichtlichen! Zieht euch doch aus, entkleidet euch und g\u00fcrtet den Trauergurt um die H\u00fcften!<br>12 Schlagt euch auf die Br\u00fcste wehklagend wegen der herrlichen Gefilde, wegen der fruchtreichen Reben,<br>13 wegen der \u00c4cker meines Volkes, die in Dornen und Gestr\u00fcpp aufschie\u00dfen, ach, wegen all der wonnigen H\u00e4user in der freudenreichen Stadt!<br>14 Denn die Pal\u00e4ste stehen verlassen da, der L\u00e4rm der Stadt ist verstummt, der Burgberg und der Wartturm sind zu H\u00f6hlen geworden f\u00fcr immer, den Wildeseln zur Wonne, den Herden zum Weideplatz.<br>15 Doch endlich wird der Geist aus der H\u00f6he \u00fcber uns ausgegossen werden: dann wird die Steppe zum Fruchtgarten werden und der Fruchtgarten (wegen der Baumf\u00fclle) als Wald gelten.<br>16 Dann wird das Recht sogar in der (fr\u00fcheren) Steppe wohnen und die Gerechtigkeit eine St\u00e4tte im Fruchtgarten haben;<br>17 und die Wirkung der Gerechtigkeit wird Friede sein und das Ergebnis der Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit f\u00fcr immer.<br>18 Mein Volk wird dann an einer St\u00e4tte des Friedens wohnen, in sicheren Behausungen und an sorgenfreien Ruhepl\u00e4tzen.<br>19 Aber hageln wird es, wenn der Wald niederst\u00fcrzt und die Stadt in Niedrigkeit versinkt.<br>20 Wohl euch, die ihr dann \u00fcberall an den Wassern s\u00e4en d\u00fcrft und den Fu\u00df der Rinder und der Esel frei umherschweifen lassen k\u00f6nnt!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 33<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Wehe dir, Verw\u00fcster, der doch selbst keine Verw\u00fcstung erlitten hat! Und wehe dir, R\u00e4uber, der selbst von niemand beraubt worden ist! Sobald du mit Verw\u00fcsten fertig bist, wirst du selbst verw\u00fcstet werden; sobald du genug geraubt hast, wird man dich selbst berauben. \u2013<br>2 HERR, erbarme dich unser; auf dich hoffen wir: sei unser Arm an jedem Morgen und unsere Hilfe in der Stunde der Not!<br>3 Vor dem donnernden Tosen (deines Nahens) fliehen die V\u00f6lker, und wenn du dich erhebst, zerstieben die Heiden.<br>4 Dann wird eure Beute voll eingesammelt werden, wie ein Heuschreckenschwarm einsammelt, und wie Grash\u00fcpfer dahinrennen, so rennt man darauf los.<br>5 Erhaben ist der HERR, denn er wohnt in der H\u00f6he: er wird Zion mit Recht und Gerechtigkeit f\u00fcllen;<br>6 und er wird die feste Grundlage deiner Geschicke sein, eine F\u00fclle von Heil, von Weisheit und Erkenntnis; die Furcht des HERRN ist sein Schatz.<br>7 Seht, ihre Gottesl\u00f6wen jammern auf der Stra\u00dfe, Gesandte, die um Frieden bitten, weinen bitterlich.<br>8 Ver\u00f6det sind ja die Stra\u00dfen, kein Wanderer zieht noch des Weges. Er hat den Vertrag gebrochen, die St\u00e4dte geringgesch\u00e4tzt, Menschen f\u00fcr nichts geachtet.<br>9 Trauernd liegt das Land da und stirbt ab; besch\u00e4mt steht der Libanon da und verdorrt; die Saron-Aue ist der Jordan-Steppe gleich geworden, und die Basan-Ebene sowie das Karmelgebirge sch\u00fctteln ihr Laub ab.<br>10 \u00bbJetzt will ich aufstehen!\u00ab spricht der HERR, \u00bbjetzt mich aufrichten, jetzt mich erheben!<br>11 Ihr geht schwanger mit Heu und werdet Stroh geb\u00e4ren; euer Zornesschnauben ist ein Feuer, das euch selbst verzehrt;<br>12 und die V\u00f6lker sollen zu Kalk verbrannt werden (oder) wie abgehauene Dornen, die im Feuer verlodern.<br>13 H\u00f6ret, ihr Fernen, was ich vollf\u00fchrt habe, und ihr Nahen erkennet meine Heldenkraft!\u00ab<br>14 Da erschrecken in Zion die S\u00fcnder, Zittern erfa\u00dft die Abtr\u00fcnnigen. \u00bbWer kann denn weilen bei dem verzehrenden Feuer? Wer kann denn weilen bei den ewigen Gluten?\u00ab<br>15 Wer in Gerechtigkeit wandelt und aufrichtig redet, wer den Gewinn durch Erpressungen verschm\u00e4ht, wer die Annahme einer Bestechung weit von sich weist, wer seine Ohren verstopft, so da\u00df sie nicht auf Mordpl\u00e4ne h\u00f6ren, und seine Augen verschlie\u00dft, so da\u00df sie nicht wohlgef\u00e4llig nach B\u00f6sem ausschauen:<br>16 der wird seine Wohnung auf H\u00f6hen haben, Felsenburgen sind seine Zuflucht, sein Brot ist ihm ein f\u00fcr allemal gegeben, sein Wasser versiegt niemals.<br>17 Den K\u00f6nig in seiner Sch\u00f6nheit werden deine Augen erblicken, werden ein weithin offenes Land schauen.<br>18 Dein Herz wird an die fr\u00fchere Schreckenszeit zur\u00fcckdenken: \u00bbWo ist nun, der (das Geld) z\u00e4hlte? Wo ist, der (den Zins) abwog? Wo ist, der die T\u00fcrme abz\u00e4hlte?\u00ab<br>19 Das unversch\u00e4mte Volk wirst du nicht mehr sehen, das Volk mit der dunklen, unverst\u00e4ndlichen Sprache, das in sinnloser Rede stammelt.<br>20 Schaue Zion an, die Stadt unserer Festversammlungen! Deine Augen werden Jerusalem sehen als eine sichere Wohnst\u00e4tte, als ein Zelt, das nicht zu wandern braucht, dessen Pfl\u00f6cke niemals herausgezogen werden und dessen Seile alle unzerrissen bleiben.<br>21 Denn dort ist der HERR bei uns in seiner Herrlichkeit als ein Ersatz f\u00fcr Fl\u00fcsse und breite Str\u00f6me; keine Ruderflotte f\u00e4hrt darauf, und kein stolzes Schiff gleitet dahin.<br>22 Denn der HERR ist unser Richter, der HERR unser Gesetzgeber, der HERR unser K\u00f6nig: er wird uns retten.<br>23 Schlaff h\u00e4ngen jetzt zwar deine Taue herab, so da\u00df sie das Gestell ihres Mastbaumes nicht aufrecht festhalten und kein Segel ausgebreitet halten. Dann aber wird Beute \u00fcber Beute in Menge ausgeteilt werden, so da\u00df selbst Lahme reichen Raub gewinnen;<br>24 und kein Einwohner wird noch sagen: \u00bbIch leide\u00ab; dem Volk, das darin wohnt, ist Vergebung der Schuld zuteil geworden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 34<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Kommt herbei, ihr V\u00f6lkerschaften, um zu h\u00f6ren, und ihr V\u00f6lker, merkt auf! Die Erde gebe acht und was sie f\u00fcllt, der Erdkreis samt allem, was ihm entspro\u00dft!<br>2 Denn ergrimmt ist der HERR gegen alle V\u00f6lkerschaften und zornig gegen ihr gesamtes Heer; er hat sie dem Bann geweiht, hat sie zur Schlachtung bestimmt,<br>3 da\u00df ihre Erschlagenen unbestattet hingeworfen werden und der Modergeruch von ihren Leichen aufsteigt, da\u00df die Berge von ihrem Blut zerflie\u00dfen (und alle H\u00fcgel zergehen).<br>4 Auch das gesamte (Sternen-) Heer des Himmels wird sich aufl\u00f6sen und der Himmel sich zusammenrollen wie eine Schriftrolle, und sein ganzes Heer wird zerfallen, wie das Laub vom Weinstock abwelkt und wie d\u00fcrre Bl\u00e4tter vom Feigenbaum abfallen.<br>5 Wenn mein Schwert sich im Himmel berauscht hat, siehe, dann soll es auf Edom herabfahren und auf das von mir dem Untergang geweihte Volk zum Strafgericht.<br>6 Ein Schwert f\u00fchrt der HERR, das trieft von Blut, das ist ges\u00e4ttigt von Fett, vom Blut der L\u00e4mmer und B\u00f6cke, vom Nierenfett der Widder; denn ein Opferfest wird der HERR in Bozra abhalten und ein gro\u00dfes Schlachten im Lande Edom.<br>7 Da st\u00fcrzen Wildochsen samt jenen nieder und Farren samt Maststieren; und ihr Land trinkt sich satt an Blut, und ihr Erdreich wird mit Fett ged\u00fcngt;<br>8 denn ein Tag der Rache ist f\u00fcr den HERRN da, ein Jahr der Vergeltung f\u00fcr den Streit mit Zion.<br>9 Da werden Edoms B\u00e4che sich in Pech verwandeln und sein Staub in Schwefel, und sein Land soll zu brennendem Pech werden;<br>10 bei Tag und bei Nacht erlischt es nicht, in Ewigkeit steigt der Rauch von ihm auf, von Geschlecht zu Geschlecht bleibt es ver\u00f6det liegen, in ewigen Zeiten soll niemand sein, der es durchwandert.<br>11 Vielmehr Pelikan und Igel werden es in Besitz nehmen, Eulen und Raben darin hausen; und der HERR wird dar\u00fcber ausspannen die Me\u00dfschnur der Ver\u00f6dung und die Bleilote der Leere (aufh\u00e4ngen).<br>12 Von seinen Alt-Adeligen wird keiner mehr das K\u00f6nigtum ausrufen, und alle seine F\u00fcrsten werden verschwunden sein.<br>13 In seinen Pal\u00e4sten werden Dornen aufschie\u00dfen, Unkraut und Gestr\u00fcpp in seinen Burgen aufwachsen, und es wird eine Behausung f\u00fcr Schakale sein, ein Bezirk f\u00fcr Strau\u00dfe;<br>14 W\u00fcstenw\u00f6lfe werden mit wilden Hunden zusammentreffen und Feldteufel einander begegnen; nur dort halten die Nachtgespenster Rast und machen sich\u2019s dort behaglich.<br>15 Dorthin verlegt die Pfeilschlange ihr Nest und legt Eier, br\u00fctet sie aus und hegt die Brut im Schatten; nur dort versammeln sich die Geier, einer zum andern.<br>16 Forscht im Buch des HERRN nach und lest darin: kein einziger von diesen bleibt aus, keines vermi\u00dft seinen Genossen; denn der Mund des HERRN hat es geboten, und sein Wille hat sie zusammengebracht.<br>17 Er selbst hat ihnen das Los geworfen, und seine Hand hat ihnen das Land nach der Me\u00dfschnur zugeteilt: auf ewig sollen sie es inne haben, von Geschlecht zu Geschlecht darin hausen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 35<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Jauchzen sollen die W\u00fcste und die Ein\u00f6de, frohlocken soll die Steppe und aufsprossen wie ein Narzissenfeld!<br>2 Sie soll in voller Bl\u00fcte stehen und frohlocken, ja mit Jubel und Frohlocken! Die Herrlichkeit des Libanons wird ihr verliehen, die Pracht des Karmelgebirges (Am 1,2) und der Saron-Ebene: sie dort sollen die Herrlichkeit des HERRN sehen, die Pracht unsers Gottes.<br>3 St\u00e4rkt die erschlafften H\u00e4nde und festigt die wankenden Knie!<br>4 Sagt zu denen, die verzagten Herzens sind: \u00bbSeid getrost, f\u00fcrchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott! Es kommt die Rache, die Vergeltung Gottes! Er selbst kommt und wird euch Heil spenden!\u00ab<br>5 Alsdann werden die Augen der Blinden sich auftun und die Ohren der Tauben sich \u00f6ffnen;<br>6 dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird jauchzen; denn in der W\u00fcste quellen Wasser hervor und B\u00e4che in der Steppe;<br>7 der gl\u00fchende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu Wassersprudeln; wo zuvor Schakale wohnten und ihre Lagerst\u00e4tte hatten, da wird ein Bezirk f\u00fcr Rohr und Schilf entstehen.<br>8 Und es wird dort einen gebahnten Weg geben, die \u203aHeilige Stra\u00dfe\u2039 wird man ihn nennen: kein Unreiner wird auf ihr wandern, nein, sie ist f\u00fcr sein Volk allein bestimmt. Wer auf der Stra\u00dfe wandert \u2013 selbst Einf\u00e4ltige werden auf ihr nicht irregehen.<br>9 L\u00f6wen wird es dort nicht geben, und kein rei\u00dfendes Tier wird sie betreten, noch daselbst angetroffen werden; sondern nur die (aus der Gefangenschaft) Erl\u00f6sten werden darauf wandern<br>10 und die vom HERRN in Freiheit Losgekauften auf ihr heimkehren und mit Jubel nach Zion gelangen, und ewige Freude wird ihr Haupt umschweben; Wonne und Freude werden ihnen zuteil werden, aber Kummer und Seufzen m\u00fcssen entfliehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 36<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">V. Anhang: Geschichtliches aus der Zeit des K\u00f6nigs Hiskia (Kap. 36-39)<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Es begab sich im vierzehnten Regierungsjahr des K\u00f6nigs Hiskia, da\u00df der assyrische K\u00f6nig Sanherib gegen alle festen St\u00e4dte Judas heranzog und sie eroberte.<br>2 Da sandte der assyrische K\u00f6nig seinen Gro\u00dfwesir mit einem starken Heere von Lachis aus nach Jerusalem zum K\u00f6nig Hiskia; und der (Assyrer) stellte sich bei der Wasserleitung des oberen Teiches an der Stra\u00dfe nach dem Walkerfelde auf.<br>3 Als nun der Hausminister Eljakim, der Sohn Hilkias, mit dem Staatsschreiber Sebna und dem Kanzler Joah, dem Sohne Asaphs, zu ihm hinausgegangen war,<br>4 sagte der Gro\u00dfwesir zu ihnen: \u00bbBerichtet doch dem Hiskia: So hat der Gro\u00dfk\u00f6nig, der K\u00f6nig von Assyrien, gesprochen: \u203aWorauf beruht das feste Vertrauen, das du hegst?<br>5 Meinst du etwa, der Verlauf und Ausgang eines Krieges h\u00e4nge lediglich von Worten ab? Auf wen verl\u00e4\u00dft du dich eigentlich, da\u00df du dich gegen mich emp\u00f6rt hast?<br>6 Nun ja, du verl\u00e4\u00dft dich auf \u00c4gypten, diesen eingeknickten Rohrstab, der jedem, welcher sich darauf st\u00fctzt, in die Hand f\u00e4hrt und sie durchbohrt: so erweist sich n\u00e4mlich der Pharao, der K\u00f6nig von \u00c4gypten, allen denen, die sich auf ihn verlassen.<br>7 Wenn du mir aber entgegnen willst: Auf den HERRN, unsern Gott, verlassen wir uns! \u2013 ist das nicht derselbe, dessen H\u00f6hendienst und Alt\u00e4re Hiskia beseitigt hat, als er in Juda und Jerusalem gebot: Nur vor diesem Altar hier d\u00fcrft ihr euch niederwerfen?<br>8 Und nun, gehe doch mit meinem Herrn, dem K\u00f6nig von Assyrien, eine Wette ein: Ich will dir zweitausend Pferde liefern: la\u00df sehen, ob du wohl imstande bist, die Reiter daf\u00fcr aufzubringen!<br>9 Wie willst du da den Kampf mit einem einzigen Befehlshaber von den geringsten Dienern meines Herrn aufnehmen? Und doch verl\u00e4\u00dft du dich auf \u00c4gypten um der Wagen und Reiter willen!<br>10 Zudem: bin ich etwa ohne Zutun eures Gottes gegen dieses Land herangezogen, um es zu verheeren? Der HERR, euer Gott, selbst hat mich aufgefordert, gegen dieses Land zu ziehen und es zu verheeren!\u2039\u00ab<br>11 Hierauf sagten Eljakim, Sebna und Joah zu dem Gro\u00dfwesir: \u00bbSprich doch aram\u00e4isch mit deinen Knechten, denn wir verstehen es, und sprich nicht jud\u00e4isch mit uns vor den Ohren des Volkes, das auf der Mauer steht!\u00ab<br>12 Aber der Gro\u00dfwesir erwiderte: \u00bbHat mich mein Herr etwa nur zu deinem Herrn und zu dir gesandt, um diese Verhandlungen zu f\u00fchren, und nicht auch zu den M\u00e4nnern, die dort auf der Mauer sitzen, um schlie\u00dflich mit euch zusammen ihren eigenen Kot zu verzehren und ihren Harn zu trinken?\u00ab<br>13 Hierauf trat der Gro\u00dfwesir vor und rief mit gehobener Stimme auf jud\u00e4isch die Worte aus: \u00bbVernehmt die Botschaft des Gro\u00dfk\u00f6nigs, des K\u00f6nigs von Assyrien!<br>14 So l\u00e4\u00dft euch der K\u00f6nig sagen: La\u00dft euch von Hiskia nicht t\u00e4uschen, denn er vermag euch nicht zu retten!<br>15 Auch la\u00dft euch von Hiskia nicht auf Gott, den HERRN, vertr\u00f6sten, wenn er sagt: \u203aGott, der HERR, wird uns sicherlich erretten: unsere Stadt wird nicht in die Hand des K\u00f6nigs von Assyrien fallen!\u2039<br>16 H\u00f6rt nicht auf Hiskia! Denn so l\u00e4\u00dft euch der K\u00f6nig von Assyrien sagen: \u203aSchlie\u00dft Frieden mit mir und ergebt euch mir! Dann sollt ihr ein jeder von seinem eigenen Weinstock und seinem eigenen Feigenbaum essen und ein jeder das Wasser aus seiner eigenen Zisterne trinken,<br>17 bis ich komme und euch in ein Land hole, das gleich dem eurigen ist, ein Land voll von Getreide und Most, ein Land voll von Brot und Weinbergen!<br>18 La\u00dft euch nur nicht von Hiskia irref\u00fchren, wenn er sagt: Gott, der HERR, wird uns erretten! Hat etwa von den G\u00f6ttern der anderen V\u00f6lker irgendeiner sein Land aus der Gewalt des K\u00f6nigs von Assyrien gerettet?<br>19 Wo sind die G\u00f6tter von Hamath und Arpad? wo die G\u00f6tter von Sepharwaim? Und noch weniger haben sie Samaria aus meiner Gewalt gerettet.<br>20 Wo ist unter allen G\u00f6ttern dieser L\u00e4nder ein einziger, der sein Land aus meiner Gewalt gerettet h\u00e4tte, da\u00df jetzt Gott, der HERR, Jerusalem aus meiner Gewalt erretten sollte?\u2039\u00ab<br>21 Da schwiegen sie still und antworteten ihm kein Wort; denn es lag ein Befehl des K\u00f6nigs vor, der geboten hatte: \u00bbIhr sollt ihm nicht antworten.\u00ab \u2013<br>22 Hierauf kehrten der Hausminister Eljakim, der Sohn Hilkias, und der Staatsschreiber Sebna und der Kanzler Joah, der Sohn Asaphs, mit zerrissenen Kleidern zu Hiskia zur\u00fcck und berichteten ihm, was der Gro\u00dfwesir gesagt hatte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 37<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Als nun der K\u00f6nig Hiskia das vernommen hatte, zerri\u00df er seine Kleider, h\u00fcllte sich in ein grobes Trauergewand und begab sich in den Tempel des HERRN;<br>2 seinen Hausminister (36,3) Eljakim aber und den Staatsschreiber Sebna samt den vornehmsten Priestern sandte er, ebenfalls in Trauerkleider geh\u00fcllt, zu dem Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz.<br>3 Diese sagten zu ihm: \u00bbSo l\u00e4\u00dft Hiskia dir sagen: \u203aEin Tag der Bedr\u00e4ngnis, der Z\u00fcchtigung und Schmach ist der heutige Tag; denn Kinder sind bis zum Muttermund gekommen, aber es fehlt an Kraft zum Geb\u00e4ren.<br>4 Vielleicht aber wird der HERR, dein Gott, auf die Worte des Gro\u00dfwesirs h\u00f6ren, den sein Herr, der K\u00f6nig von Assyrien, hergesandt hat, um den lebendigen Gott zu verh\u00f6hnen, und wird ihn f\u00fcr die Worte strafen, die der HERR, dein Gott, geh\u00f6rt hat. So lege denn F\u00fcrbitte ein f\u00fcr den Rest, der noch vorhanden ist!\u2039\u00ab<br>5 Als nun die Diener des K\u00f6nigs Hiskia zu Jesaja kamen,<br>6 sagte dieser zu ihnen: \u00bbBringt eurem Herrn folgenden Bescheid: \u203aSo hat der HERR gesprochen: F\u00fcrchte dich nicht vor den Reden, die du geh\u00f6rt hast, mit denen die Buben des K\u00f6nigs von Assyrien mich geschm\u00e4ht haben!<br>7 Wisse wohl: ich will ihm den Entschlu\u00df eingeben, da\u00df er, wenn er ein Ger\u00fccht vernimmt, in sein Land zur\u00fcckkehrt, und ich will ihn dann in seinem eigenen Lande durch das Schwert umkommen lassen.\u2039\u00ab<br>8 Als hierauf der Gro\u00dfwesir zur\u00fcckgekehrt war, fand er den K\u00f6nig von Assyrien mit der Belagerung von Libna besch\u00e4ftigt; er hatte n\u00e4mlich erfahren, da\u00df er von Lachis abgezogen war.<br>9 Als Sanherib sodann in betreff des \u00e4thiopischen K\u00f6nigs Thirhaka die Nachricht erhielt, dieser sei zum Kriege gegen ihn ausgezogen, sandte er infolge dieser Nachricht Boten an Hiskia und lie\u00df ihm sagen:<br>10 \u00bbFolgende Botschaft sollt ihr dem K\u00f6nig Hiskia von Juda \u00fcberbringen: La\u00df dich nicht von deinem Gott t\u00e4uschen, auf den du dein Vertrauen setzt, indem du denkst: \u203aJerusalem wird nicht in die Gewalt des K\u00f6nigs von Assyrien fallen!\u2039<br>11 Du hast doch selbst geh\u00f6rt, wie die K\u00f6nige von Assyrien mit allen L\u00e4ndern verfahren sind, indem sie den Bann an ihnen vollstreckten, und da solltest du gerettet werden?<br>12 Haben etwa die G\u00f6tter der V\u00f6lkerschaften, welche meine V\u00e4ter vernichtet haben, sie errettet: Gosan, Haran und Rezeph und die Bewohner von Eden in Thelassar?<br>13 Wo ist der K\u00f6nig von Hamath und der K\u00f6nig von Arpad und der K\u00f6nig von Lair und Sepharwaim, von Hena und Iwwa?\u00ab<br>14 Als nun Hiskia das Schreiben aus der Hand der Gesandten in Empfang genommen und es gelesen hatte, ging er in den Tempel des HERRN hinauf und breitete es dort vor dem HERRN aus.<br>15 Alsdann richtete Hiskia an den HERRN folgendes Gebet:<br>16 \u00bbHERR der Heerscharen, Gott Israels, der du \u00fcber den Cheruben thronst, du allein bist Gott \u00fcber alle Reiche der Erde: du bist es, der Himmel und Erde geschaffen hat!<br>17 Neige, HERR, dein Ohr und h\u00f6re! \u00d6ffne deine Augen, HERR, und blicke her! Ja, h\u00f6re alle die Worte, die Sanherib hier hat sagen lassen, um den lebendigen Gott zu verh\u00f6hnen!<br>18 Es ist allerdings wahr, HERR, da\u00df die K\u00f6nige von Assyrien alle V\u00f6lkerschaften [und ihr eigenes Land] verw\u00fcstet<br>19 und deren G\u00f6tter ins Feuer geworfen haben; aber das waren auch keine G\u00f6tter, sondern nur Machwerk von Menschenh\u00e4nden, Holz und Stein, und darum konnten sie sie vernichten.<br>20 Nun aber, HERR, unser Gott, rette uns aus seiner Hand, damit alle Reiche der Erde erkennen, da\u00df du allein der HERR bist!\u00ab<br>21 Da sandte Jesaja, der Sohn des Amoz, zu Hiskia und lie\u00df ihm sagen: \u00bbSo hat der HERR, der Gott Israels, gesprochen: Was das Gebet betrifft, das du wegen Sanheribs, des K\u00f6nigs von Assyrien, an mich gerichtet hast,<br>22 so hat der HERR folgenden Ausspruch \u00fcber ihn getan: Es verachtet dich, es spottet deiner die jungfr\u00e4uliche Tochter Zion; hinter dir her sch\u00fcttelt das Haupt die Tochter Jerusalem!<br>23 Wen hast du geschm\u00e4ht und gel\u00e4stert und gegen wen deine Stimme erhoben und deine Augen hochm\u00fctig emporgerichtet? Gegen den Heiligen Israels!<br>24 Durch den Mund deiner Diener hast du den HERRN geschm\u00e4ht und hast gesagt: \u203aMit meiner Kriegswagen Menge ersteige ich die H\u00f6hen der Berge, den obersten Gipfel des Libanons; ich haue nieder den Hochwald seiner Zedern, die Auslese seiner Zypressen, und dringe vor bis zu seinem obersten Gipfel, in seinen dichtesten Baumgarten.<br>25 Ich grabe den Erdboden auf und trinke Wasser und mache andrerseits mit der Sohle meiner F\u00fc\u00dfe versiegen alle Nilarme \u00c4gyptens!\u2039<br>26 Hast du es nicht geh\u00f6rt? Von lange her habe ich es festgesetzt und von den Tagen der Vorzeit her es vorbereitet, nunmehr aber habe ich es eintreten lassen, da\u00df du feste St\u00e4dte zu w\u00fcsten Steinhaufen verheeren solltest,<br>27 und ihre Bewohner, deren Arm zu kurz war, sollten erschreckt dastehen und zuschanden werden, sollten wie Kraut des Feldes und gr\u00fcnender Rasen sein, wie Gras auf den D\u00e4chern und wie Getreide, das versengt ist, ehe es aufschie\u00dft.<br>28 Mir ist dein Aufstehen und dein Sitzen offenbar, dein Gehen und dein Kommen kenne ich wohl, auch dein Toben gegen mich.<br>29 Weil du nun gegen mich tobst und dein Gro\u00dftun zu meinen Ohren aufgestiegen ist, will ich dir meinen Ring in die Nase legen und meinen Zaum an deine Lippen und will dich auf dem Wege zur\u00fcckkehren lassen, auf dem du gekommen bist.<br>30 Folgendes aber m\u00f6ge dir, Hiskia, als Wahrzeichen dienen: In diesem Jahre wird man den Brachwuchs essen und im n\u00e4chsten Jahre den Wurzelwuchs; im dritten Jahre aber sollt ihr s\u00e4en und ernten, sollt ihr Weinberge anlegen und ihren Ertrag genie\u00dfen!<br>31 Was dann vom Hause Juda entronnen und \u00fcbriggeblieben ist, wird aufs neue nach unten hin Wurzel treiben und nach oben hin Fr\u00fcchte tragen;<br>32 denn von Jerusalem wird ein \u00dcberrest ausgehen und eine Schar Entronnener vom Berge Zion; der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies vollf\u00fchren!<br>33 Darum hat der HERR in bezug auf den K\u00f6nig von Assyrien so gesprochen: \u203aEr soll nicht in diese Stadt hineinkommen und keinen Pfeil hineinschie\u00dfen; er soll mit keinem Schild gegen sie anr\u00fccken und keinen Wall gegen sie auff\u00fchren!<br>34 Nein, auf dem Wege, auf dem er gekommen ist, soll er zur\u00fcckkehren, in diese Stadt aber nicht eindringen!\u2039 \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN.<br>35 \u203aJa, ich will diese Stadt beschirmen, um sie zu erretten, um meiner selbst willen und um meines Knechtes David willen!\u2039\u00ab<br>36 Da ging der Engel des HERRN aus und lie\u00df im Lager der Assyrer 185000 Mann sterben; und als man am Morgen fr\u00fch aufstand, fand man sie allesamt tot als Leichen vor.<br>37 Da brach Sanherib, der K\u00f6nig von Assyrien, auf und zog ab; er kehrte nach Hause zur\u00fcck und nahm seinen Wohnsitz in Ninive.<br>38 Als er aber dort einmal im Tempel seines Gottes Nisroch anbetete, erschlugen ihn seine S\u00f6hne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert; sie entflohen dann ins Land Armenien, und sein Sohn Esarhaddon folgte ihm als K\u00f6nig in der Regierung nach.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 38<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Als Hiskia in jenen Tagen auf den Tod erkrankte, kam der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, zu ihm und sagte zu ihm: \u00bbSo hat der HERR gesprochen: \u203aBestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht wieder gesund werden!\u2039\u00ab<br>2 Da wandte Hiskia sein Gesicht gegen die Wand und betete zum HERRN mit den Worten:<br>3 \u00bbAch, HERR, denke doch daran, da\u00df ich vor dir in Treue und mit ungeteiltem Herzen gewandelt bin und getan habe, was dir wohlgef\u00e4llt!\u00ab Hierauf brach Hiskia in lautes Weinen aus.<br>4 Da erging das Wort des HERRN an Jesaja folgenderma\u00dfen:<br>5 \u00bbGehe hin und sage zu Hiskia: \u203aSo hat der HERR, der Gott deines Ahnherrn David, gesprochen: Ich habe dein Gebet geh\u00f6rt und deine Tr\u00e4nen gesehen. So will ich denn zu deinen Lebenstagen noch f\u00fcnfzehn Jahre hinzuf\u00fcgen.<br>6 Dazu will ich dich und diese Stadt aus der Gewalt des K\u00f6nigs von Assyrien erretten und diese Stadt beschirmen.<br>7 Und folgendes soll dir von seiten des HERRN als Wahrzeichen daf\u00fcr dienen, da\u00df der HERR diese Verhei\u00dfung, die er gegeben hat, auch erf\u00fcllen wird:<br>8 Ich will jetzt den Schatten der Stufen, welche die Sonne auf den Stufen des Sonnenzeigers des Ahas bereits hinabgestiegen ist, um zehn Stufen wieder r\u00fcckw\u00e4rts gehen lassen.\u2039\u00ab Da kehrte die Sonne auf den Stufen des Sonnenzeigers die zehn Stufen zur\u00fcck, die sie hinabgestiegen war.<br>9 Dies ist das Lied, das von Hiskia, dem jud\u00e4ischen K\u00f6nige, aufgezeichnet ward, als er krank gewesen war und sich von seiner Krankheit erholt hatte:<br>10 \u00bbIch dachte schon: \u203aIm Mittag meines Lebens mu\u00df ich eingehen in die Pforten des Totenreiches, bin des Restes meiner Jahre beraubt.\u2039<br>11 Ich dachte schon: \u203aNicht werde ich mehr den HERRN schauen, den HERRN im Lande der Lebenden, werde keine Menschen mehr erblicken bei den Bewohnern der Totenwelt.<br>12 Meine Wohnung ist abgebrochen und wandert von mir weg wie ein Hirtenzelt; wie ein Weber habe ich mein Leben zusammengewickelt: vom Trummgarn schneidet er mich ab; ehe noch der Tag zum Abend wird, machst du es aus mit mir.<br>13 Beschwichtige ich mein Herz bis zum Morgen, so zermalmt er wie ein L\u00f6we alle meine Gebeine; ja ehe noch der Tag zum Abend wird, machst du es aus mit mir.\u2039<br>14 Wie eine Schwalbe, wie ein Kranich, so st\u00f6hnte ich, girrte wie eine Taube; schmachtend blickten meine Augen himmelw\u00e4rts: \u203aO HERR, mir ist so bange! Nimm dich hilfreich meiner an!\u2039\u00ab<br>15 \u00bbWas soll ich jetzt sagen, da er mir seine Verhei\u00dfung gegeben und sie auch ausgef\u00fchrt hat? Ruhig will ich dahinwandeln alle meine Jahre trotz der Bek\u00fcmmernis meiner Seele.<br>16 O Allherr, davon lebt man, und ganz darin besteht das Leben meines Geistes: so wirst du mich denn wieder zu Kr\u00e4ften kommen und aufleben lassen.<br>17 Wahrlich, zum Heil ist mir das bittere Leid geworden; du hast ja mein Leben von der Grube der Vernichtung ferngehalten; denn alle meine S\u00fcnden hast du hinter deinen R\u00fccken geworfen.<br>18 Denn nicht die Unterwelt preist dich, nicht der Tod verk\u00fcndet dein Lob, nicht die in die Gruft Hinabgefahrenen hoffen auf deine Treue;<br>19 nein, der Lebende, der Lebende, der preist dich, wie ich es heute tue: der Vater gibt den Kindern Kunde von deiner Treue.<br>20 Der HERR ist bereit gewesen, mir zu helfen; so wollen wir denn mein Saitenspiel erklingen lassen alle Tage unseres Lebens gegen\u00fcber dem Hause des HERRN.\u00ab<br>21 Hierauf ordnete Jesaja an, man solle einen Feigenkuchen (als Pflaster) nehmen und ihn fest auf das Geschw\u00fcr legen, damit der Kranke genese.<br>22 Da fragte Hiskia: \u00bbWelches ist das Wahrzeichen daf\u00fcr, da\u00df ich wieder zum Tempel des HERRN werde hinaufgehen k\u00f6nnen?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 39<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Zu jener Zeit sandte Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, der K\u00f6nig von Babylon, ein Schreiben und ein Geschenk an Hiskia; er hatte n\u00e4mlich geh\u00f6rt, da\u00df er krank gewesen und wieder gesund geworden sei.<br>2 Hiskia freute sich dar\u00fcber und zeigte ihnen (den Boten) sein Schatzhaus: das Silber und das Gold, die Spezereien und das kostbare \u00d6l, sein ganzes Zeughaus und \u00fcberhaupt alles, was sich in seinen Schatzh\u00e4usern vorfand; es gab in seinem Palast und in seinem ganzen K\u00f6nigreiche nichts, was Hiskia ihnen nicht gezeigt h\u00e4tte.<br>3 Da begab sich der Prophet Jesaja zum K\u00f6nig Hiskia und fragte ihn: \u00bbWas haben diese M\u00e4nner gewollt, und woher sind sie zu dir gekommen?\u00ab Hiskia antwortete: \u00bbAus einem fernen Lande sind sie zu mir gekommen, aus Babylon.\u00ab<br>4 Darauf fragte jener: \u00bbWas haben sie in deinem Palast zu sehen bekommen?\u00ab Hiskia erwiderte: \u00bbAlles, was in meinem Palast ist, haben sie zu sehen bekommen; es gibt in meinen Schatzh\u00e4usern nichts, was ich ihnen nicht gezeigt h\u00e4tte.\u00ab<br>5 Da sagte Jesaja zu Hiskia: \u00bbVernimm das Wort des HERRN der Heerscharen:<br>6 \u203aWisse wohl: es kommt die Zeit, da wird alles, was sich in deinem Palast vorfindet und was an Sch\u00e4tzen deine V\u00e4ter bis zum heutigen Tage aufgeh\u00e4uft haben, nach Babylon weggebracht werden: nichts wird zur\u00fcckbleiben!\u2039 \u2013 so hat der HERR gesprochen \u2013;<br>7 \u203aund von deinen leiblichen S\u00f6hnen, die dir geboren werden, wird man einige nehmen, damit sie im Palast des K\u00f6nigs von Babylon als K\u00e4mmerer dienen.\u2039\u00ab<br>8 Da antwortete Hiskia dem Jesaja: \u00bbGut ist das Wort des HERRN, das du mir mitgeteilt hast!\u00ab Er dachte n\u00e4mlich: \u00bbEs wird ja doch Friede und Sicherheit herrschen, solange ich lebe.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 40<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">B. Zweiter Hauptteil des Buches (Kap. 40-66)I. Gottes Veranstaltungen zur Erl\u00f6sung seines Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft (Kap. 40-48)Der tr\u00f6stliche Gottesspruch von der Begnadigung des Volkes<\/h3>\n\n\n\n<p>1 \u00bbTr\u00f6stet, tr\u00f6stet mein Volk!\u00ab spricht euer Gott;<br>2 \u00bbredet herzlich zu (meiner Stadt) Jerusalem und ruft ihr zu, da\u00df ihr Kriegsdienst ein Ende erreicht hat, weil ihre Schuld abgetragen ist, weil sie von der Hand des HERRN doppelte Strafe empfangen hat f\u00fcr alle ihre S\u00fcnden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bahnt dem Herrn einen Weg durch die W\u00fcste!<\/h3>\n\n\n\n<p>3 Horch! Ein Ruf erschallt: \u00bbIn der W\u00fcste bahnet dem HERRN einen Weg, ebnet in der Steppe eine Stra\u00dfe f\u00fcr unsern Gott!<br>4 Jede Vertiefung soll erh\u00f6ht und jeder Berg und H\u00fcgel abgetragen werden; was uneben ist, soll zu glattem Weg und die Felsr\u00fccken zur Niederung werden,<br>5 damit die Herrlichkeit des HERRN sich offenbare und alles Fleisch insgesamt sie sehe; denn der Mund des HERRN hat gesprochen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nichtigkeit des Menschen, aber ewiger Bestand des Wortes Gottes<\/h3>\n\n\n\n<p>6 Horch! Eine Stimme erschallt: \u00bbRufe!\u00ab Da fragte ich: \u00bbWas soll ich rufen?\u00ab \u00bbAlles Fleisch ist Gras und all seine Sch\u00f6nheit wie die Blume des Feldes:<br>7 das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, wenn der Hauch des HERRN sie anweht \u2013 ja, Gras ist das Volk!<br>8 Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unsers Gottes bleibt ewig bestehen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zions Siegeslied: Der allm\u00e4chtige und treue Gott ist da<\/h3>\n\n\n\n<p>9 Auf einen hohen Berg steige hinauf, Zion, als Freudenbotin! Erhebe deine Stimme mit aller Macht, Jerusalem, als Freudenbotin! Erhebe sie, f\u00fcrchte dich nicht! Verk\u00fcnde den St\u00e4dten Judas: \u00bbSehet da, euer Gott!<br>10 Sehet, Gott der HERR kommt als ein Starker, und sein Arm verleiht ihm den Sieg; sehet, sein Lohn kommt mit ihm, und sein Erwerb schreitet vor ihm her!<br>11 Wie ein Hirt wird seine Herde er weiden: die L\u00e4mmer wird er auf seinen Arm nehmen und sie im Busen seines Gewandes tragen, die Mutterschafe sanft leiten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gottes Gr\u00f6\u00dfe in der Sch\u00f6pfung<\/h3>\n\n\n\n<p>12 Wer hat mit seiner hohlen Hand die Wasser gemessen und des Himmels Ma\u00df mit der Spanne seiner Hand festgesetzt? Wer hat den Staub der Erde in den Scheffel gefa\u00dft, wer die Berge mit der Br\u00fcckenwaage gewogen und die H\u00fcgel mit der Handwaage?<br>13 Wer hat das Ma\u00df des Geistes des HERRN festgestellt und wer als sein Ratgeber ihn unterwiesen?<br>14 Mit wem hat er sich beraten, da\u00df der ihm Einsicht verleihen m\u00f6chte und ihn \u00fcber den rechten Weg belehrte? Da\u00df er ihm Erkenntnis beibr\u00e4chte und ihm den Weg der vollen Einsicht wiese?<br>15 Siehe, V\u00f6lker sind wie ein Tropfen am Eimer und gelten ihm wie ein St\u00e4ubchen auf der Waagschale! Siehe, Meeresl\u00e4nder sind ihm wie ein Sandkorn, das er aufhebt,<br>16 und der Libanon reicht nicht hin zum Brennholz, und sein Getier gen\u00fcgt nicht zum Brandopfer (f\u00fcr ihn).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nichtigkeit aller V\u00f6lker, aller G\u00f6tzen, aller Dinge im Himmel und auf der Erde<\/h3>\n\n\n\n<p>17 Alle V\u00f6lker sind wie ein Nichts vor ihm, als nicht vorhanden und als eine Null werden sie von ihm geachtet.<br>18 Mit wem wollt ihr also Gott vergleichen und was als Ebenbild ihm an die Seite stellen?<br>19 Etwa ein G\u00f6tzenbild, das ein Werkmeister gegossen und das ein Goldschmied mit Gold \u00fcberzogen und Silberkettchen darangel\u00f6tet hat?<br>20 Wer f\u00fcr ein solches Weihgeschenk zu arm ist, w\u00e4hlt sich ein St\u00fcck Holz aus, das nicht morsch wird, sucht sich einen geschickten K\u00fcnstler, damit er ihm ein Gottesbild anfertige, das nicht wackelt.<br>21 Wi\u00dft ihr\u2019s denn nicht? Habt ihr nichts davon geh\u00f6rt? Ist es euch nicht von Anbeginn an verk\u00fcndet worden? Habt ihr nicht begriffen, was die Grundfesten der Erde lehren?<br>22 Er ist es, der da thront \u00fcber dem Rund der Erde, w\u00e4hrend ihre Bewohner winzig wie Heuschrecken sind; er ist es, der den Himmel wie einen Schleier ausgespannt und ihn wie ein Zelt zum Wohnen ausgebreitet hat;<br>23 er ist es, der F\u00fcrsten in nichts verwandelt und Herrscher der Erde in Armseligkeit versetzt:<br>24 kaum sind sie gepflanzt, kaum sind sie ges\u00e4t, kaum hat sich ihr Stamm in die Erde eingewurzelt, da bl\u00e4st er sie an, da\u00df sie verdorren, und ein Sturmwind rafft sie hinweg wie Spreu.<br>25 \u00bbWem wollt ihr mich also gleichstellen, da\u00df ich ihm gleich w\u00e4re?\u00ab fragt der Heilige.<br>26 Hebt eure Augen zum Himmel empor und schauet: Wer hat diese da geschaffen? Er ist es, der ihr Heer nach der Zahl herausf\u00fchrt, der sie alle mit Namen ruft, vor dem wegen der Gr\u00f6\u00dfe seiner Macht und der St\u00e4rke seiner Kraft kein einziges (Gestirn) ausbleibt.<br>27 Warum sagst du (also), Jakob, und warum behauptest du, Israel: \u00bbVerborgen ist dem HERRN mein Geschick, und mein Recht bleibt bei meinem Gott unbeachtet?\u00ab<br>28 Wei\u00dft du es denn nicht, oder hast du es nicht geh\u00f6rt? Ein ewiger Gott ist der HERR, der Sch\u00f6pfer der Erde. Er wird nicht m\u00fcde und wird nicht matt, unergr\u00fcndlich ist seine Einsicht.<br>29 Er verleiht dem Ermatteten Kraft und gew\u00e4hrt dem Ohnm\u00e4chtigen St\u00e4rke in F\u00fclle.<br>30 M\u00f6gen J\u00fcnglinge m\u00fcde und matt werden und junge M\u00e4nner strauchelnd zusammenbrechen \u2013<br>31 die auf den HERRN harren, gewinnen neue Kraft, da\u00df ihnen neue Schwingen wachsen wie den Adlern, da\u00df sie laufen und nicht m\u00fcde werden, da\u00df sie wandern und nicht ermatten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 41<\/h2>\n\n\n\n<p>1 \u00bbH\u00f6ret mich schweigend an, ihr Meeresl\u00e4nder, und die V\u00f6lker m\u00f6gen neue Kraft gewinnen! La\u00dft sie herzutreten, alsdann m\u00f6gen sie reden: vereint wollen wir in den Rechtsstreit eintreten!<br>2 Wer hat vom Sonnenaufgang her den (Mann) erweckt, dem der Sieg entgegenkommt auf Schritt und Tritt? Wer gibt V\u00f6lker in seine Gewalt und l\u00e4\u00dft ihn K\u00f6nige niedertreten, da\u00df sein Schwert sie wie Staub macht und sein Bogen wie verwehte Spreu,<br>3 da\u00df er hinter ihnen herjagt, unversehrt einherzieht, ohne den Pfad mit seinen F\u00fc\u00dfen zu ber\u00fchren?<br>4 Wer hat solches gewirkt und vollbracht? Er, der die Menschengeschlechter (ins Dasein) gerufen hat von Anbeginn an, ich, der HERR, der ich der Erste und bei den Letzten noch derselbe bin.\u00ab \u2013<br>5 Die Meeresl\u00e4nder haben es gesehen und erschraken, es erbebten die Enden der Erde; sie n\u00e4herten sich und kamen herbei;<br>6 ein jeder half dem andern und sagte zu seinem Genossen: \u00bbSei stark!\u00ab<br>7 Und es ermunterte der Bildgie\u00dfer den Goldschmied und der mit dem Hammer gl\u00e4ttende (Meister) den Kl\u00f6pfelschl\u00e4ger und sagte von der L\u00f6tung: \u00bbSie ist trefflich!\u00ab Darauf machte er es mit N\u00e4geln fest, damit es nicht wackle.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Israel als der in Abraham erw\u00e4hlte und seitdem nicht verworfene Knecht Gottes<\/h3>\n\n\n\n<p>8 \u00bbDu aber, Israel, mein Knecht, du Jakob, den ich erw\u00e4hlt habe, Spr\u00f6\u00dfling Abrahams, meines Freundes (1.Mose 18,19),<br>9 du, den ich von den Enden der Erde hergeholt und von ihren S\u00e4umen her berufen und zu dem ich gesagt habe: \u203aMein Knecht bist du, ich habe dich erw\u00e4hlt und dich nicht verworfen\u2039:<br>10 F\u00fcrchte dich nicht, denn ich bin mit dir! Blicke nicht \u00e4ngstlich umher, denn ich bin dein Gott! Ich st\u00e4rke dich und helfe dir auch und halte dich aufrecht mit meiner heilverleihenden Rechten.<br>11 Siehe, es sollen besch\u00e4mt und mit Schmach bedeckt dastehen alle, die (in Feindschaft) gegen dich entbrennen; es sollen zunichte werden und zugrunde gehen alle, die Streit mit dir anfangen.<br>12 Du wirst sie suchen und nicht mehr finden, alle, die dich befehdet haben; wie nichts und gar nichts sollen alle werden, die Krieg mit dir f\u00fchren.<br>13 Denn ich, der HERR, dein Gott, werde deine Rechte stark machen, ich, der ich dir zurufe: \u203aF\u00fcrchte dich nicht: ich helfe dir!\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Israel als das zwar \u00e4u\u00dferlich armselige, aber doch in Gott starke und gesegnete Volk<\/h3>\n\n\n\n<p>14 \u00bbF\u00fcrchte dich nicht, du W\u00fcrmlein Jakob, du winziges Israel! \u00bbIch helfe dir\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013, \u00bbund dein Erl\u00f6ser ist der Heilige Israels.<br>15 Siehe, ich mache dich zu einem scharfen Dreschschlitten, einem neuen, mit vielen Schneiden besetzten: du sollst Berge zerdreschen und zermalmen und H\u00fcgel der Spreu gleichmachen;<br>16 du sollst sie worfeln, da\u00df der Wind sie verweht und der Sturm sie auseinander treibt; du aber sollst jubeln \u00fcber den HERRN, sollst \u00fcber den Heiligen Israels mit Stolz frohlocken!<br>17 Die Elenden und die Armen, die da nach Wasser suchen, und keines ist da, deren Zunge vor Durst lechzt, die will ich, der HERR, erh\u00f6ren: ich, der Gott Israels, werde sie nicht verlassen.<br>18 Ich will Str\u00f6me auf kahlen H\u00f6hen entspringen lassen und Quellen inmitten der Talgr\u00fcnde; ich will die W\u00fcste zum Wasserteich machen und d\u00fcrres Land zu Wasserbrunnen.<br>19 Ich will in der W\u00fcste Zedern wachsen lassen, Akazien, Myrten und \u00d6lb\u00e4ume, will in der Steppe Zypressen pflanzen, Ulmen und Pinien allzumal,<br>20 damit sie sehen und erkennen, zu Herzen nehmen und innewerden allesamt, da\u00df die Hand des HERRN dies vollf\u00fchrt und der Heilige Israels dies geschaffen hat.\u00ab<br>21 \u00bbTragt eure Rechtssache vor!\u00ab spricht der HERR; \u00bbschafft eure Beweismittel herbei!\u00ab gebietet der K\u00f6nig Jakobs.<br>22 \u00bbSie m\u00f6gen sie herbeischaffen und uns das kundtun, was sich ereignen wird: Von dem Fr\u00fcheren berichtet uns, wie es damit gestanden hat, damit wir darauf achten und erfahren, wie es in Erf\u00fcllung gegangen ist. Oder la\u00dft uns das Zuk\u00fcnftige vernehmen:<br>23 Gebt an, was sp\u00e4terhin eintreten wird, damit wir erkennen, da\u00df ihr G\u00f6tter seid! Ja, leistet irgend etwas Gutes oder B\u00f6ses, damit wir staunen und es miteinander pr\u00fcfend ansehen!<br>24 Seht, ihr seid nichts, und euer ganzes Tun ist nichtig: verabscheuenswert ist, wer euch erw\u00e4hlt!<br>25 Ich aber habe einen (Mann) vom Norden her erweckt \u2013 und er ist gekommen \u2013, vom Aufgang der Sonne her, der meinen Namen anruft; und er hat Statthalter zertreten wie Lehm und wie ein T\u00f6pfer den Ton zerstampft.<br>26 Wer hat das von Anbeginn an verk\u00fcndigt, damit wir es w\u00fc\u00dften, und lange im voraus, damit wir sagen k\u00f6nnten: \u203aEr hat recht gehabt\u2039? Doch keiner ist dagewesen, der etwas verk\u00fcndigt h\u00e4tte, und keiner hat etwas angesagt, keiner hat eine Weissagung von euch zu h\u00f6ren bekommen.<br>27 Ich bin der Erste, der zu Zion gesagt hat: \u203aSeht, hier sind sie!\u2039, und habe f\u00fcr Jerusalem einen Freudenboten bestellt.<br>28 Doch wenn ich hinblickte, so war da niemand, n\u00e4mlich von diesen hier, und da war keiner, der Auskunft zu geben wu\u00dfte, so da\u00df ich sie h\u00e4tte befragen k\u00f6nnen und sie mir Antwort gegeben h\u00e4tten.<br>29 Seht, sie alle sind nichts: ihr ganzes Tun ist Nichtigkeit, leerer Wind ihre Gu\u00dfbilder.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hinweisung Gottes auf seinen erw\u00e4hlten Knecht und dessen Wesen und Werk<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Siehe da, mein Knecht, an dem ich festhalte, mein Erw\u00e4hlter, an dem mein Herz Wohlgefallen hat: Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, damit er das Recht zu den V\u00f6lkern hinaustrage.<br>2 Er wird nicht schreien noch l\u00e4rmen und seine Stimme nicht auf der Stra\u00dfe h\u00f6ren lassen;<br>3 ein geknicktes Rohr wird er nicht abbrechen und einen glimmenden Docht nicht ausl\u00f6schen; getreulich wird er das Recht kundtun.<br>4 Er selbst wird nicht verglimmen und nicht zusammenbrechen, bis er das Recht auf Erden fest begr\u00fcndet hat; die Meeresl\u00e4nder harren schon auf seine Weisung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gott k\u00fcndigt seinem Knechte seinen Missionsberuf an<\/h3>\n\n\n\n<p>5 So hat Gott der HERR gesprochen, der die Himmel geschaffen und ausgespannt, der die Erde ausgebreitet hat mit allem, was auf ihr spro\u00dft, der der Bev\u00f6lkerung auf ihr den Odem gegeben hat und Lebensgeist denen, die auf ihr wandeln:<br>6 \u00bbIch, der HERR, habe dich berufen in Gerechtigkeit und dich bei der Hand gefa\u00dft und habe dich beh\u00fctet und dich zum Volksbund gemacht, zum Licht f\u00fcr die V\u00f6lker,<br>7 um blinde Augen zu \u00f6ffnen, um Gefangene aus dem Kerker hinauszuf\u00fchren und aus dem Gef\u00e4ngnis die, welche in der Finsternis sitzen.<br>8 Ich bin der HERR, das ist mein Name, und meine Ehre gebe ich keinem andern und meinen Ruhm nicht den G\u00f6tzen.<br>9 Die fr\u00fcheren Weissagungen, seht, sie sind eingetroffen, und Neues tue ich jetzt kund; ehe es noch spro\u00dft, lasse ich\u2019s euch h\u00f6ren.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lobpreis des das Heil (besonders die Befreiung seines Volkes) verwirklichenden Herrn; Gottes Zusage seines tatkr\u00e4ftigen Handelns den G\u00f6tzenverehrern zum Trotz<\/h3>\n\n\n\n<p>10 Singet dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm nach dem Ende der Erde hin, ihr, die ihr zum Meer hinabsteigt und seiner F\u00fclle euch bem\u00e4chtigt, ihr Meeresl\u00e4nder und deren Bewohner!<br>11 Lauten Gesang erhebe die Steppe mit ihren Ortschaften, die Zeltd\u00f6rfer, wo Kedar (60,7) wohnt; jubeln sollen die Bewohner der Felsengegenden, vom Gipfel der Berge herab sollen sie jauchzen!<br>12 Dem HERRN sollen sie Ehre zollen und seinen Ruhm in den Meeresl\u00e4ndern verk\u00fcnden!<br>13 Der HERR zieht aus wie ein Held, wie ein Kriegsmann facht er die Kampflust an; er l\u00e4\u00dft den Schlachtruf erschallen, ja gellendes Kriegsgeschrei, als Held erweist er sich an seinen Feinden:<br>14 \u00bbSeit unendlich langer Zeit habe ich geschwiegen, bin stumm geblieben, habe an mich gehalten; jetzt aber will ich wie eine Geb\u00e4rende aufschreien, will schnauben und schnaufen zugleich.<br>15 Berge und H\u00fcgel will ich verbrennen und all ihr Gr\u00fcn verwelken lassen, will Str\u00f6me zu Inseln machen und Seen trocken legen.<br>16 Ich will machen, da\u00df Blinde auf einem Wege gehen, den sie nicht kannten; auf Pfaden, die ihnen unbekannt waren, will ich sie wandern lassen, will das Dunkel vor ihnen her zu Licht machen und unwegsame Stellen zu ebener Bahn. Dies alles will ich ausf\u00fchren und nicht davon abstehen.<br>17 Zur\u00fcckweichen m\u00fcssen dann und tief besch\u00e4mt sollen werden, die da auf Schnitzbilder vertrauen, alle, die zu Gu\u00dfbildern sagen: \u203aIhr seid unsere G\u00f6tter!\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Klage \u00fcber die Blindheit und Untauglichkeit des jetzigen Israels, des Knechtes Gottes<\/h3>\n\n\n\n<p>18 \u00bbIhr Tauben, h\u00f6ret! Und ihr Blinden, tut die Augen auf, da\u00df ihr sehet!<br>19 Wer ist blind, wenn nicht mein Knecht, und taub wie mein Bote, den ich sende? Wer ist blind wie mein Vertrauter, und blind wie der Knecht des HERRN?<br>20 Du hast vieles gesehen, aber es nicht beachtet, hast mit offenen Ohren nicht geh\u00f6rt.<br>21 Es hat dem HERRN um seiner Gerechtigkeit willen gefallen, das Gesetz gro\u00df und (ihn) herrlich zu machen;<br>22 aber trotzdem ist es ein gepl\u00fcndertes und ausgeraubtes Volk, allesamt gefangengesetzt in L\u00f6chern und in Gef\u00e4ngnissen versteckt gehalten, zur Beute geworden, ohne da\u00df jemand sie rettete, der Pl\u00fcnderung preisgegeben, ohne da\u00df jemand sagte: \u203aGib wieder heraus!\u2039<br>23 Wer unter euch vernimmt dies? Wer merkt darauf und beherzigt es f\u00fcr die Zukunft?\u00ab<br>24 Wer hat Jakob der Pl\u00fcnderung preisgegeben und Israel den R\u00e4ubern? Ist\u2019s nicht der HERR gewesen, gegen den wir ges\u00fcndigt haben und auf dessen Wegen sie nicht haben wandeln wollen und gegen dessen Gesetz sie ungehorsam gewesen sind?<br>25 Da hat er denn die Glut seines Zornes und die Schrecken des Krieges \u00fcber ihn ausgegossen, da\u00df sie ihn rings umloderten; doch er ist nicht zur Erkenntnis gekommen, und, obgleich sie ihn versengt haben, hat er es sich doch nicht zu Herzen genommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 43<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ank\u00fcndigung der Befreiung und Sammlung des gesamten Gottesvolkes aus allen Himmelsgegenden<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Jetzt aber, so spricht der HERR, der dich geschaffen hat, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: \u00bbF\u00fcrchte dich nicht, denn ich habe dich erl\u00f6st; ich habe dich bei deinem Namen gerufen: du bist mein!<br>2 Sooft du durchs Wasser gehst: ich bin bei dir, und durch Str\u00f6me: sie sollen dich nicht \u00fcberfluten! Sooft du durchs Feuer gehst: du sollst nicht versengt werden, und die Flamme soll dir nichts antun!<br>3 Denn ich, der HERR, bin dein Gott, ich, der Heilige Israels, bin dein Retter; ich gebe \u00c4gypten als L\u00f6segeld f\u00fcr dich hin, \u00c4thiopien und Saba an deiner Statt.<br>4 Weil du kostbar bist in meinen Augen, wertvoll f\u00fcr mich, und ich dich liebgewonnen habe, darum gebe ich L\u00e4nder als L\u00f6segeld f\u00fcr dich hin und V\u00f6lker f\u00fcr dein Leben.<br>5 F\u00fcrchte dich nicht, denn ich bin mit dir: vom Sonnenaufgang will ich deine Volksgenossen heimbringen und vom Sonnenniedergang dich sammeln;<br>6 ich will dem Norden gebieten: \u203aGib sie heraus!\u2039 und dem S\u00fcden: \u203aHalte sie nicht zur\u00fcck! Bringe meine S\u00f6hne aus der Ferne heim und meine T\u00f6chter vom Ende der Erde,<br>7 alle, die nach meinem Namen genannt sind und die ich zu meiner Ehre geschaffen, alle, die ich gebildet und hervorgebracht habe!\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Herr trotz der Blindheit Israels als der wahre Gott gegen\u00fcber den stummen G\u00f6tzen der Heiden bezeugt<\/h3>\n\n\n\n<p>8 \u00bbMan lasse das Volk hinausgehen, das blind ist, wiewohl es Augen hat, und die taub sind, wiewohl sie Ohren haben!<br>9 Alle V\u00f6lker haben sich schon versammelt zumal und die V\u00f6lkerschaften sich zu einer Schar vereinigt; wer unter ihnen kann solches verk\u00fcnden oder fr\u00fchere Weissagungen uns vernehmen lassen? Sie m\u00f6gen ihre Zeugen stellen, um gerechtfertigt dazustehen; und die sollen h\u00f6ren und sagen: \u203aEs ist wahr!\u2039<br>10 Ihr seid meine Zeugen\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013 \u00bbund seid mein Knecht, den ich erw\u00e4hlt habe, damit ihr zur Erkenntnis kommt und mir glaubt und einseht, da\u00df ich es bin: vor mir ist kein Gott geschaffen worden, und nach mir wird keiner sein;<br>11 ich allein bin der HERR, und au\u00dfer mir gibt es keinen Retter.<br>12 Ich habe die Verk\u00fcndigungen gegeben und auch Rettung geschafft und habe es h\u00f6ren lassen, als noch kein fremder (Gott) bei euch war; und so seid ihr meine Zeugen\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013, \u00bbund ich nur bin Gott.<br>13 Auch fernerhin bin ich es, und es gibt keinen, der aus meiner Hand errettet. Wenn ich etwas ausf\u00fchren will \u2013 wer kann es (ab)wenden?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gottesspruch gegen Babylon<\/h3>\n\n\n\n<p>14 So hat der HERR gesprochen, euer Erl\u00f6ser, der Heilige Israels: \u00bbUm euretwillen habe ich nach Babylon gesandt und will sie allesamt als Fl\u00fcchtlinge hinabfahren lassen, auch die Chald\u00e4er in den Schiffen, auf die sie so stolz sind:<br>15 ich, der HERR, bin euer Heiliger, ich, der Sch\u00f6pfer Israels, euer K\u00f6nig.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die bevorstehende Erl\u00f6sertat Gottes im Vergleich mit fr\u00fcheren Wundertaten Gottes<\/h3>\n\n\n\n<p>16 So hat der HERR gesprochen, der (einst) einen Weg durch das Meer gebahnt hat und einen Pfad durch m\u00e4chtige Fluten,<br>17 der ins Feld ziehen lie\u00df Kriegswagen und Rosse, Heerbann und Streitmacht \u2013 zusammen liegen sie da, stehen nicht wieder auf, sind erloschen, verglommen wie ein Docht \u2013:<br>18 \u00bbDenkt nicht mehr an die fr\u00fcheren Ereignisse zur\u00fcck und beachtet das Vergangene nicht mehr!<br>19 Seht, ich vollbringe etwas Neues, schon tritt es in die Erscheinung: gewahrt ihr\u2019s denn nicht? Auch in der W\u00fcste lasse ich eine Stra\u00dfe entstehen, Str\u00f6me in der Ein\u00f6de.<br>20 Die wilden Tiere werden es mir Dank wissen, die Schakale und Strau\u00dfe, da\u00df ich Wasser in der W\u00fcste schaffe, Str\u00f6me in der Ein\u00f6de, um mein Volk zu tr\u00e4nken, mein erw\u00e4hltes;<br>21 dieses Volk, das ich mir zugerichtet habe, soll meinen Ruhm verk\u00fcnden!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Israels Untreue und S\u00fcndenschuld durch Gottes freie Gnade ges\u00fchnt<\/h3>\n\n\n\n<p>22 \u00bbUnd doch bin nicht ich es, den du angerufen hast, Jakob, und nicht um mich hast du dich gem\u00fcht, Israel;<br>23 nicht hast du mir deine L\u00e4mmer als Brandopfer dargebracht, noch mich mit deinen Schlachtopfern geehrt. Mit Speisopfern bin ich dir nicht zur Last gefallen und habe dir mit Weihrauchspenden nicht zu schaffen gemacht;<br>24 du hast mir kein W\u00fcrzrohr f\u00fcr Geld gekauft und mich nicht mit dem Fett deiner Schlachtopfer gelabt; wohl aber hast du mir mit deinen S\u00fcnden zu schaffen gemacht und mit deinen Verschuldungen mir Beschwerde bereitet.<br>25 Ich, ich bin es, der deine \u00dcbertretungen tilgt um meinetwillen und der deiner S\u00fcnden nicht mehr gedenken will.<br>26 Rufe mir doch alles ins Ged\u00e4chtnis zur\u00fcck, la\u00df uns miteinander rechten! La\u00df deinen Bericht h\u00f6ren, damit du gerechtfertigt dastehst!<br>27 Dein erster Vater schon hat ges\u00fcndigt, und deine Vertreter sind mir untreu geworden;<br>28 da habe ich die F\u00fcrsten des Heiligtums ihrer Weihe entkleidet und Jakob dem Bann preisgegeben und Israel den Schm\u00e4hrenden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 44<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verhei\u00dfung reichen g\u00f6ttlichen Segens, besonders der Spendung des Gottesgeistes<\/h3>\n\n\n\n<p>1 \u00bbNun aber h\u00f6re, Jakob, mein Knecht, und du, Israel, das ich erw\u00e4hlt habe!<br>2 So spricht der HERR, der dich geschaffen und dich vom Mutterleib an gebildet hat, dein Helfer: F\u00fcrchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und du, geliebtes Israel, das ich erw\u00e4hlt habe!<br>3 Denn wie ich Wasser ausgie\u00dfe auf das d\u00fcrstende Land und Rieselfluten auf d\u00fcrres Erdreich, so will ich meinen Geist auf deinen Samen ausgie\u00dfen und meinen Segen auf deine Spr\u00f6\u00dflinge,<br>4 da\u00df sie sprossen sollen wie Gras (zwischen Wassern), wie Weidenb\u00e4ume an Wasserb\u00e4chen.<br>5 Der eine wird dann sagen: \u203aIch geh\u00f6re dem HERRN an\u2039, ein anderer wird sich auf den Namen Jakobs berufen, und wieder ein anderer wird als seine Handmarke \u203adem HERRN angeh\u00f6rig\u2039 schreiben und wird den Namen \u203aIsrael\u2039 als Ehrennamen f\u00fchren.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hinweis auf die alleinige G\u00f6ttlichkeit des Herrn und auf die Ver\u00e4chtlichkeit des G\u00f6tzendienstes<\/h3>\n\n\n\n<p>6 So hat der HERR gesprochen, der K\u00f6nig Israels, und sein Erl\u00f6ser, der HERR der Heerscharen: \u00bbIch bin der Erste und ich der Letzte, und au\u00dfer mir gibt es keinen Gott.<br>7 Und wer ist mir gleich? Er trete vor und rufe, tue es kund und lege es mir dar! Wer hat das Zuk\u00fcnftige von der Urzeit her verk\u00fcndet und was noch kommen soll? Sie m\u00f6gen es doch ansagen!<br>8 Erschreckt nicht und seid nicht verzagt! Habe ich es nicht schon l\u00e4ngst dich h\u00f6ren lassen und es angesagt, so da\u00df ihr meine Zeugen seid? Gibt es einen Gott au\u00dfer mir? Nein, es gibt keinen Felsen sonst: ich kenne keinen.\u00ab<br>9 Die Verfertiger von G\u00f6tzenbildern sind allesamt nichts, und ihre allerliebsten Gebilde haben keinen Wert; ihre eigenen Zeugen sehen nichts und gewahren nichts, damit sie zuschanden werden.<br>10 Wer fertigt wohl einen Gott an und gie\u00dft ein G\u00f6tterbild, das gar nichts n\u00fctzen kann?<br>11 Seht, alle seine Genossen stehen besch\u00e4mt da, und die Werkmeister \u2013 die sind ja nur Menschen; m\u00f6gen sie alle sich versammeln, alle hertreten: sie werden erschrecken m\u00fcssen und allesamt besch\u00e4mt dastehen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sp\u00f6ttische Darstellung der Anfertigung der G\u00f6tzenbilder<\/h3>\n\n\n\n<p>12 Der Eisenschmied arbeitet mit seinem Werkzeug bei Kohlenglut; mit Hammerschl\u00e4gen gestaltet er ein Bild und formt es mit seinem kr\u00e4ftigen Arm; wird er auch hungrig dabei, so geht ihm die Kraft aus; und trinkt er kein Wasser, so wird er matt.<br>13 Der Holzschnitzer spannt die Schnur aus, zeichnet das Bild mit dem Rei\u00dfstift vor, f\u00fchrt es mit Schnitzmessern aus, zeichnet es mit dem Zirkel genau ab und f\u00fchrt es nach dem Vorbild eines Mannes aus zu einer sch\u00f6nen Menschengestalt, die in einem Hause ihren Platz bekommen soll.<br>14 Zun\u00e4chst mu\u00df er Zedern f\u00e4llen oder eine Fichte oder eine Eiche nehmen, oder eine Auswahl unter den B\u00e4umen des Waldes treffen; er hatte Tannen gepflanzt, die der Regen wachsen lie\u00df;<br>15 die dienen nun dem Menschen zur Feuerung, und er nimmt auch wirklich eine von ihnen, um sich zu erw\u00e4rmen; auch heizt er damit den Ofen, um Brot zu backen. Aber auch einen Gott verfertigt er daraus und wirft sich vor ihm nieder: er verarbeitet es zu einem G\u00f6tterbild und betet es an.<br>16 Die eine H\u00e4lfte davon hat er im Feuer verbrannt, \u00fcber der andern H\u00e4lfte br\u00e4t er Fleisch, verzehrt einen Braten und i\u00dft sich satt; auch w\u00e4rmt er sich daran und sagt: \u00bbEi, ich bin sch\u00f6n warm geworden, ich sp\u00fcre die Glut!\u00ab<br>17 Von dem Rest aber verfertigt er sich einen Gott, sein G\u00f6tzenbild, vor dem er sich niederwirft und sich verbeugt und an welches er das Gebet richtet: \u00bbHilf mir, denn du bist mein Gott!\u00ab<br>18 Sie haben keine Erkenntnis und keine Einsicht; denn verklebt sind ihre Augen, so da\u00df sie nicht sehen, und ihre Herzen (verh\u00e4rtet), so da\u00df sie nicht zur Einsicht kommen.<br>19 Daher stellt keiner eine \u00dcberlegung an, und keiner besitzt so viel Erkenntnis und Verstand, da\u00df er d\u00e4chte: \u00bbDie H\u00e4lfte davon habe ich im Feuer verbrannt, habe auch Brot auf seinen Gl\u00fchkohlen gebacken, Fleisch gebraten und gegessen \u2013 und aus dem Rest sollte ich nun ein Greuelbild machen und vor einem Holzklotz niederknien?\u00ab<br>20 Wer Asche weidet, den hat ein bet\u00f6rter Sinn irregef\u00fchrt, so da\u00df er nicht zu geistiger Klarheit gelangt und sich nicht sagt: \u00bbIst nicht Trug in meiner rechten Hand?\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mahnung zu neuer Treue gegen Gott und abschlie\u00dfender Lobgesang<\/h3>\n\n\n\n<p>21 \u00bbBedenke dies, Jakob, und du, Israel, denn du bist mein Knecht! Ich habe dich mir zum Knecht gebildet: Israel, du wirst von mir nicht vergessen werden!<br>22 Ich habe deine \u00dcbertretungen weggewischt wie eine Wolke und deine S\u00fcnden wie einen Nebel: kehre zur\u00fcck zu mir, denn ich werde dich erl\u00f6sen!\u00ab<br>23 Jubelt, ihr Himmel, denn der HERR vollf\u00fchrt es! Jauchzet, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge, du Wald mit allen B\u00e4umen darin! Denn der HERR wird Jakob erl\u00f6sen und an Israel sich verherrlichen!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ank\u00fcndigung des gro\u00dfen g\u00f6ttlichen Planes<\/h3>\n\n\n\n<p>24 So hat der HERR gesprochen, dein Erl\u00f6ser, der dich von deiner Geburt an gebildet hat: \u00bbIch bin der HERR, der alles wirkt, der ich den Himmel ausgespannt habe, ich allein, die Erde ausgebreitet \u2013 wer war bei mir? \u2013;<br>25 der die Wunderzeichen der Schw\u00e4tzer vereitelt und die Wahrsager als Narren hinstellt; der die Weisen besch\u00e4mt abziehen l\u00e4\u00dft und ihr Wissen als Torheit erweist;<br>26 der das Wort seiner Knechte verwirklicht und den von seinen Boten verk\u00fcndeten Ratschlu\u00df vollf\u00fchrt; der von Jerusalem verhei\u00dft: \u203aEs soll wieder bewohnt werden!\u2039 und von den St\u00e4dten Judas: \u203aSie sollen neu aufgebaut werden!\u2039 und \u203aIch will ihre Tr\u00fcmmerst\u00e4tten wieder aufrichten!\u2039;<br>27 der zur Meerestiefe spricht: \u203aWerde trocken!\u2039 und \u203aIch will deine Fluten versiegen lassen\u2039;<br>28 der von Cyrus sagt: \u203aEr ist mein Hirt und soll all meinen Willen ausf\u00fchren\u2039, indem er f\u00fcr Jerusalem gebietet: \u203aEs soll wieder aufgebaut werden!\u2039 und f\u00fcr den Tempel: \u203aEr werde neu gegr\u00fcndet!\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 45<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gottes Erw\u00e4hlung des Cyrus zur Erl\u00f6sung Israels; Heilsverk\u00fcndigung f\u00fcr den Gotteshelden<\/h3>\n\n\n\n<p>1 So hat der HERR zu seinem Gesalbten gesprochen, zu Cyrus, den ich bei seiner rechten Hand ergriffen habe, um V\u00f6lker vor ihm niederzustrecken und den G\u00fcrtel von den H\u00fcften der K\u00f6nige zu l\u00f6sen, um T\u00fcren vor ihm aufzutun und Tore, damit sie ihm nicht verschlossen bleiben:<br>2 \u00bbIch will selbst vor dir hergehen und das Unwegsame ebnen; eherne Pforten will ich sprengen und eiserne Riegel zerschlagen;<br>3 ich will dir die im Dunkel verborgenen Sch\u00e4tze \u00fcbergeben und die wohlversteckten Kostbarkeiten, damit du erkennst, da\u00df ich, der HERR, es bin, der dich bei deinem Namen gerufen hat, der Gott Israels.<br>4 Um meines Knechtes Jakob und um Israels, meines Erw\u00e4hlten, willen habe ich dich bei deinem Namen gerufen und dir Ehrennamen verliehen, ohne da\u00df du mich kanntest.<br>5 Ich bin der HERR, und sonst ist keiner da: au\u00dfer mir gibt\u2019s keinen Gott. Ich habe dich geg\u00fcrtet, ohne da\u00df du mich kanntest,<br>6 damit man erkenne vom Aufgang der Sonne und von ihrem Niedergang her, da\u00df es au\u00dfer mir keinen Gott gibt. Ich bin der HERR, und sonst ist keiner!<br>7 Der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, der ich Heil verleihe und Ungl\u00fcck schaffe: ich, der HERR, bin es, der dies alles wirkt!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gottes Segensspruch \u00fcber das vollendete Werk<\/h3>\n\n\n\n<p>8 \u00bbLa\u00dft rieseln von oben, ihr Himmel, Segen, und die Wolken m\u00f6gen ihn herabstr\u00f6men lassen! Die Erde tue (ihren Scho\u00df) auf, damit Heil erbl\u00fche, und sie lasse Gerechtigkeit sprossen zugleich! Ich, der HERR, habe selbst es geschaffen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zur\u00fcckweisung der mit diesem Wege Gottes Unzufriedenen; Hinweis auf das f\u00fcr Israel erbl\u00fchende Heil<\/h3>\n\n\n\n<p>9 \u00bbWehe dem, der mit seinem Bildner hadert, er, eine blo\u00dfe Scherbe unter irdenen Scherben! Darf wohl der Ton zum T\u00f6pfer, der ihn formt, sagen: \u203aWas machst du da?\u2039 und \u203aDein Werk hat keine Handhabe\u2039?<br>10 Wehe dem, der zu einem Vater sagt: \u203aWarum setzest du Kinder in die Welt?\u2039 und zu einem Weibe: \u203aWarum wirst du Mutter?\u2039\u00ab<br>11 So hat der HERR gesprochen, der Heilige Israels und sein Bildner: \u00bb\u00dcber die kommenden Dinge befragt mich! Meine S\u00f6hne und das Werk meiner H\u00e4nde la\u00dft mir anbefohlen sein!<br>12 Ich bin es ja, der die Erde gemacht und die Menschen auf ihr geschaffen hat; ich bin es, dessen H\u00e4nde den Himmel ausgespannt haben, und sein gesamtes Sternenheer habe ich bestellt.<br>13 Ich habe ihn erweckt in Gerechtigkeit und will alle seine Wege ebnen: er wird meine Stadt wieder aufbauen und meine Weggef\u00fchrten freigeben weder um L\u00f6segeld noch um Geschenke\u00ab \u2013 der HERR der Heerscharen hat es ausgesprochen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Eine immer steigende Verherrlichung Israels (bzw. Jerusalems) und seines Gottes wird die Folge davon sein<\/h3>\n\n\n\n<p>14 So hat der HERR gesprochen: \u00bbDer Reichtum \u00c4gyptens und der Handelsgewinn \u00c4thiopiens und der Sab\u00e4er, der hochgewachsenen M\u00e4nner, werden auf dich \u00fcberstr\u00f6men und dir geh\u00f6ren; hinter dir her werden sie ziehen, in Ketten dahinschreiten und vor dir sich verbeugen, werden zu dir flehen: \u203aNur bei dir ist Gott, und sonst gibt es keinen, \u00fcberhaupt keinerlei Gottheit.\u2039\u00ab<br>15 Wahrlich, du bist ein sich verbergender Gott, du Gott Israels, ein Retter!<br>16 Zuschanden sollen sie alle werden und tief besch\u00e4mt; allesamt sollen sie schmachbedeckt abziehen, die G\u00f6tzenverfertiger!<br>17 Israel aber wird Rettung erlangen durch den HERRN, eine ewige Rettung; ihr sollt euch nicht zu sch\u00e4men brauchen und nicht in Schmach geraten bis in alle Ewigkeit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erneuter Aufruf an die ganze V\u00f6lkerwelt mit Hinweis auf den k\u00fcnftigen Segen des g\u00f6ttlichen Heilsplans<\/h3>\n\n\n\n<p>18 Denn so hat der HERR gesprochen, der Sch\u00f6pfer des Himmels, er, der (wahre) Gott, der die Erde gebildet und gemacht hat \u2013 er hat sie hergerichtet; nicht zu einer Ein\u00f6de hat er sie geschaffen, nein, um bewohnt zu werden, hat er sie gebildet \u2013: \u00bbIch bin der HERR und keiner sonst!<br>19 Nicht im Verborgenen habe ich geredet, nicht in einem dunklen Winkel der Erde; nicht habe ich zu den Nachkommen Jakobs gesagt: \u203aVergebens sollt ihr mich suchen!\u2039 Nein, ich, der HERR, rede Gerechtigkeit und verk\u00fcnde Aufrichtiges.<br>20 Versammelt euch und tretet herzu, n\u00e4hert euch insgesamt, ihr Heidenv\u00f6lker, die ihr (dem Untergang) entronnen seid! Unverst\u00e4ndig sind die, welche ihr G\u00f6tzenbild von geschnitztem Holz einhertragen und zu einem Gott beten, der nicht helfen kann.<br>21 Legt eure Sache dar und tragt sie vor! M\u00f6gen sie sich zusammen beraten! Wer hat dieses schon von alters her verlauten lassen, schon vor langer Zeit es angek\u00fcndigt? Bin nicht ich es gewesen, der HERR, au\u00dfer dem es keinen Gott weiter gibt? Au\u00dfer mir gibt es keinen gerechten und rettenden Gott.<br>22 Wendet euch zu mir und la\u00dft euch retten, alle ihr Enden der Erde! Denn ich bin Gott und keiner sonst!<br>23 Bei mir selbst habe ich geschworen, hervorgegangen ist aus meinem Munde Wahrheit und ein Wort, das unverbr\u00fcchlich ist: Vor mir soll jedes Knie sich beugen, mir jede Zunge schw\u00f6ren!<br>24 \u203aIm HERRN allein\u2039 \u2013 so wird man bekennen \u2013 \u203ahabe ich volle Gerechtigkeit und St\u00e4rke\u2039; zu ihm werden kommen und sich dabei sch\u00e4men alle, die ihm feindselig widerstrebt haben.<br>25 Im HERRN wird gerechtfertigt werden und seiner sich r\u00fchmen die gesamte Nachkommenschaft Israels.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 46<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das kl\u00e4gliche Ende der babylonischen G\u00f6tzen<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Bel ist niedergesunken, es kr\u00fcmmt sich Nebo: ihre G\u00f6tzenbilder werden den Saumtieren und dem Lastvieh zugewiesen, die Bilder, die ihr vordem umhertrugt, sind als Last dem m\u00fcden Vieh aufgepackt!<br>2 Ja, sie kr\u00fcmmen sich, sind allesamt niedergesunken, haben die Last nicht in Sicherheit zu bringen vermocht; und sie selbst m\u00fcssen mit in die Gefangenschaft wandern!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gottes Erinnerung an die seinem Volk bisher erwiesene Treue und die Torheit des gesamten G\u00f6tzenwesens<\/h3>\n\n\n\n<p>3 \u00bbH\u00f6ret mich an, ihr vom Hause Jakob und der gesamte Rest vom Hause Israel, die ihr vom Mutterleibe an mir aufgeladen, vom Mutterscho\u00dfe an von mir getragen worden seid!<br>4 Auch bis in euer Greisenalter bleibe ich derselbe, und bis ihr grau geworden seid, will ich als Last euch tragen; ich habe es bisher getan, und ich will euch auch fernerhin tragen, ja ich will beladen bleiben und erretten.<br>5 Wem wollt ihr mich vergleichen und an die Seite stellen und wem mich \u00e4hnlich erkl\u00e4ren, da\u00df wir einander glichen?<br>6 Da sch\u00fctten sie Gold aus dem Beutel und w\u00e4gen Silber mit der Waage ab, dingen sich einen Goldschmied, da\u00df er einen Gott daraus mache, den sie dann verehren, ja vor dem sie sich niederwerfen.<br>7 Sie heben ihn auf die Schulter, tragen ihn umher, stellen ihn dann an seinen Platz: da bleibt er stehen, ohne sich von seiner Stelle zu r\u00fchren; ruft man ihm auch zu, so antwortet er doch nicht, kann keinen aus seiner Not retten.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ermutigender Hinweis auf die N\u00e4he des Heils<\/h3>\n\n\n\n<p>8 \u00bbBedenkt das wohl und zeigt euch festen Sinnes, nehmt es zu Herzen, ihr Abtr\u00fcnnigen!9 Denkt an die fr\u00fcheren Geschehnisse zur\u00fcck von der Urzeit her, da\u00df ich Gott bin und sonst keiner, eine Gottheit, der nichts vergleichbar ist!10 Ich habe von Anfang an den Ausgang kundgetan und seit der Vorzeit das, was noch ungeschehen war; ich gebiete: \u203aMein Ratschlu\u00df soll zustande kommen!\u2039, und alles, was mir beliebt, f\u00fchre ich aus;11 ich rufe von Osten her den Sto\u00dfvogel herbei, aus fernem Lande den Mann meiner Wahl; wie ich es ausgesprochen habe, so lasse ich es auch eintreten; wie ich es mir vorgenommen habe, so f\u00fchre ich es auch aus.12 H\u00f6rt auf mich, ihr Starrsinnigen, die ihr fern seid von Gerechtigkeit!13 Ich habe meinen Gerechtigkeitserweis nahe gebracht: er ist nicht mehr fern, und meine Rettung l\u00e4\u00dft nicht auf sich warten; nein, in Zion will ich Rettung erscheinen lassen und f\u00fcr Israel meine Herrlichkeit.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 47<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erniedrigung der stolzen und \u00fcppigen Herrscherin zum Los einer Sklavin<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Herunter mit dir (vom Thron) und setze dich in den Staub, du jungfr\u00e4uliche Tochter Babel! Setze dich auf den Erdboden ohne Thron nieder, du Tochter der Chald\u00e4er! Denn in Zukunft wird man dich nicht mehr die Zarte und Feine nennen.<br>2 Nimm eine M\u00fchle und mahle Mehl, schlage deinen Schleier zur\u00fcck, hebe die Schleppe hoch, entbl\u00f6\u00dfe die Beine, wate durch str\u00f6mendes Wasser,<br>3 damit deine Bl\u00f6\u00dfe aufgedeckt wird und man auch deine Scham zu sehen bekommt! \u00bbRache will ich nehmen und schonungslos gegen alle vorgehen!\u00ab spricht unser Erl\u00f6ser:<br>4 HERR der Heerscharen ist sein Name, der Heilige Israels.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Dem\u00fctigung der Weltherrscherin zur Strafe f\u00fcr ihre Unbarmherzigkeit gegen Juda und f\u00fcr ihre ma\u00dflose Sorglosigkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>5 Setze dich schweigend nieder und tritt in die Dunkelheit ein, Tochter der Chald\u00e4er! Denn in Zukunft wird man dich nicht mehr Herrin der K\u00f6nigreiche nennen.<br>6 Als ich meinem Volke schwer z\u00fcrnte, mein Eigentumsvolk in Unehre fallen lie\u00df und es in deine Gewalt gab, da hast du ihnen kein Erbarmen erwiesen, nein, dein Joch \u00fcberschwer sogar auf Greisen lasten lassen<br>7 und hast gesagt: \u00bbEwig werde ich fortbestehen, eine Gebieterin f\u00fcr immer!\u00ab, so da\u00df du dir dies nicht zu Herzen genommen und an das Ende davon nicht gedacht hast.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das \u00fcber die gottlos hochm\u00fctige Herrin hereinbrechende Strafgericht<\/h3>\n\n\n\n<p>8 Nun aber h\u00f6re dieses, du an \u00dcppigkeit Gew\u00f6hnte, die du in Sorglosigkeit wohnst, die da in ihrem Herzen sagt: \u00bbMeinesgleichen gibt es sonst nicht! Ich werde nicht als Witwe dasitzen und Kinderlosigkeit nicht kennen lernen.\u00ab<br>9 Und doch wird dieses beides \u00fcber dich kommen pl\u00f6tzlich, an einem Tage, Kinderlosigkeit und Witwenschaft; nach ihrem vollsten Ma\u00df werden sie \u00fcber dich hereinbrechen trotz der Menge deiner Zauberk\u00fcnste, trotz der gewaltigen Zahl deiner Bannspr\u00fcche.<br>10 Und du hast dich in deiner Bosheit sicher gef\u00fchlt, hast gedacht: \u00bbNiemand sieht mich.\u00ab Deine Weisheit und Wissenschaft, die hat dich irregef\u00fchrt, so da\u00df du bei dir dachtest: \u00bbMeinesgleichen gibt es sonst keine!\u00ab<br>11 Und doch wird Ungl\u00fcck \u00fcber dich hereinbrechen, das du nicht wegzuzaubern verstehen wirst, und Verderben wird dich \u00fcberfallen, das du nicht zu beschw\u00f6ren vermagst, und unversehens wird Vernichtung \u00fcber dich kommen, von der du nichts ahnst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zauberk\u00fcnste und geheime Wissenschaften k\u00f6nnen das Verderben nicht abwenden<\/h3>\n\n\n\n<p>12 Versuche es nur mit deinen Bannspr\u00fcchen und mit deinen vielen Zauberk\u00fcnsten, mit denen du dich von Jugend auf abgem\u00fcht hast: vielleicht vermagst du dir damit Hilfe zu schaffen, vielleicht jagst du (mir) Schrecken ein.<br>13 Du hast es dir sauer werden lassen mit deinen vielen Ratgebern: la\u00df sie doch hertreten, da\u00df sie dich retten, die Himmelsvermesser, die Sterngucker, die nach den einzelnen Neumonden feststellen werden, was dich treffen wird!<br>14 F\u00fcrwahr, sie werden der Spreu gleichen, die das Feuer verzehrt hat: sie werden nicht einmal ihr eigenes Leben aus der Gewalt der Flammen retten \u2013 es wird ja keine Kohlenglut sein, an der man sich w\u00e4rmen kann, kein Herdfeuer, vor dem man sitzen kann.<br>15 So wird es dir mit denen ergehen, um die du dich gem\u00fcht hast, mit deinen Gesch\u00e4ftsfreunden seit deiner Jugend: sie werden auseinanderstieben, ein jeder nach seiner Richtung hin; keiner wird dir zu Hilfe kommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 48<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Harte Anrede an das verstockte Volk<\/h3>\n\n\n\n<p>1 H\u00f6ret dies, ihr vom Hause Jakob, die ihr nach Israels Namen benannt und aus Judas Leibe hervorgegangen seid, die ihr schw\u00f6rt beim Namen des HERRN und euch zum Gott Israels bekennt \u2013 doch nicht in Wahrhaftigkeit und nicht in Gerechtigkeit \u2013;<br>2 denn nach der heiligen Stadt haben sie sich den Namen beigelegt, und auf den Gott Israels st\u00fctzen sie sich, dessen Name \u203aHERR der Heerscharen\u2039 ist:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die fr\u00fcheren Weissagungen sind wirkungslos geblieben, und die neuen Heilsverhei\u00dfungen treffen ein ungel\u00e4utertes Volk an<\/h3>\n\n\n\n<p>3 \u00bbDie fr\u00fcheren Weissagungen habe ich vordem verk\u00fcndet, aus meinem Munde sind sie hervorgegangen, und ich habe sie kundgetan; pl\u00f6tzlich habe ich sie vollf\u00fchrt, so da\u00df sie eingetroffen sind.<br>4 Weil ich wu\u00dfte, da\u00df du hart bist und da\u00df dein Nacken eine Eisenspange und deine Stirn von Erz ist,<br>5 so habe ich es vordem dir kundgetan und es dich h\u00f6ren lassen, bevor es eintraf, damit du nicht sagen k\u00f6nntest: \u203aMein Gottesbild hat sie vollbracht, und mein Schnitzbild sowie mein Gu\u00dfbild hat sie geboten.\u2039<br>6 Du hast es geh\u00f6rt: betrachte es nun alles! Und ihr \u2013 wollt ihr es nicht bezeugen? Von nun an aber lasse ich dich Neues h\u00f6ren, und zwar Geheimgehaltenes, wovon du nichts gewu\u00dft hast.<br>7 Jetzt erst kommt es zur Ausf\u00fchrung und nicht schon vordem, und vor dem heutigen Tage hast du nichts davon geh\u00f6rt, damit du nicht sagen k\u00f6nntest: \u203aIch habe es ja schon gewu\u00dft!\u2039<br>8 Nein, du hast es weder geh\u00f6rt noch gewu\u00dft, noch ist dein Ohr vordem daf\u00fcr ge\u00f6ffnet gewesen; denn ich wei\u00df, da\u00df du gar treulos bist und da\u00df man dich \u203aabtr\u00fcnnig vom Mutterleibe an\u2039 genannt hat.<br>9 Um meines Namens willen halte ich meinen Zorn zur\u00fcck, und um meiner Ehre willen \u00fcbe ich Schonung dir zugute, da\u00df ich dich nicht ausrotte.<br>10 Wisse wohl: ich habe dich (allerdings) gel\u00e4utert, aber dich nicht als Silber erfunden; ich habe dich gepr\u00fcft im Glutofen des Leides.<br>11 Um meinetwillen, um meinetwillen vollf\u00fchre ich es \u2013 denn wie d\u00fcrfte mein Name entweiht werden! \u2013, und meine Ehre gebe ich keinem andern!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neuer Hinweis auf die Berufung des Cyrus und die \u00fcblen Folgen des fr\u00fcheren Ungehorsams<\/h3>\n\n\n\n<p>12 \u00bbH\u00f6re auf mich, Jakob, und du, Israel, den ich berufen habe! Ich bin derselbe, ich der Erste und ich auch der Letzte.<br>13 Hat doch meine Hand die Erde gegr\u00fcndet und meine Rechte den Himmel ausgespannt: rufe ich ihnen zu, so stehen sie allesamt da.<br>14 Versammelt euch alle und h\u00f6rt! Wer unter ihnen hat dieses vorausgesagt: \u203aEr, den der HERR liebt, wird seinen Willen an Babylon vollstrecken und seinen Arm an den Chald\u00e4ern wirken lassen\u2039?<br>15 Ich, ich habe es angek\u00fcndigt, habe ihn auch berufen; ich habe ihn auftreten lassen, und er wird sein Unternehmen siegreich durchf\u00fchren.<br>16 Tretet heran zu mir, vernehmt dieses! Ich habe von Anfang an nicht im Verborgenen geredet; nein, seit der Zeit, wo es vor sich geht, bin ich dabei gewesen.\u00ab Jetzt aber hat Gott der HERR mich gesandt und seinen Geist.<br>17 So hat der HERR gesprochen, dein Erl\u00f6ser, der Heilige Israels: \u00bbIch, der HERR, dein Gott, bin es, der dich lehrt zu tun, was dir zum Heil dient, der dich auf dem Wege leitet, den du gehen sollst.<br>18 Ach, da\u00df du auf meine Gebote geachtet h\u00e4ttest! Dann w\u00e4re deine Wohlfahrt geworden wie ein Strom und deine Gerechtigkeit wie die Wellen des Meeres;<br>19 dann w\u00fcrde deine Volksmenge dem Sande gleichen und deines Leibes Spr\u00f6\u00dflinge den Sandk\u00f6rnern, und ihr Name w\u00fcrde nicht ausgerottet und nicht vertilgt werden vor meinem Angesicht hinweg.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aufruf zur Heimkehr aus Babylon und Jubelruf der Erl\u00f6sten<\/h3>\n\n\n\n<p>20 Ziehet aus von Babylon hinweg, entflieht aus dem Chald\u00e4erlande! Mit Jubelschall verk\u00fcndet dies und la\u00dft es laut werden! La\u00dft die Kunde dringen bis ans Ende der Erde! rufet aus: \u00bbErl\u00f6st hat der HERR seinen Knecht Jakob!<br>21 Sie haben nicht Durst gelitten, als er sie durch W\u00fcsten f\u00fchrte: Wasser aus dem Felsen lie\u00df er ihnen rieseln und spaltete den Felsen, da\u00df Wasser hervorsprudelte.\u00ab \u2013<br>22 \u00bbKeinen Frieden\u00ab \u2013 sagt der HERR \u2013 \u00bbgibt es f\u00fcr die Gottlosen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 49<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">II. Das Wirken und Leiden des Knechtes Gottes zur Wiederannahme und innerlichen Erl\u00f6sung Israels und damit der ganzen Menschheit (Kap. 49-55)<\/h3>\n\n\n\n<p>1 H\u00f6ret auf mich, ihr Meeresl\u00e4nder, und merkt auf, ihr V\u00f6lker in der Ferne! Der HERR hat mich von Geburt an berufen, von meiner Mutter Scho\u00df an meinen Namen in Erinnerung gebracht.<br>2 Und er hat meinen Mund einem scharfen Schwerte gleich gemacht, im Schatten seiner Hand mich geborgen und mich zu einem auserlesenen Pfeil gemacht, in seinem K\u00f6cher mich sicher verwahrt<br>3 und zu mir gesagt: \u00bbMein Knecht bist du, Israel, an dem ich mich verherrlichen will.\u00ab<br>4 Ich aber sagte: \u00bbUmsonst habe ich mich gem\u00fcht, vergebens und erfolglos meine Kraft verbraucht; doch mein Recht steht bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott.\u00ab<br>5 Nun aber hat der HERR gesagt, der mich von meiner Geburt an zu seinem Knecht gebildet hat, damit ich Jakob zu ihm zur\u00fcckf\u00fchre und damit Israel zu ihm gesammelt werde \u2013 denn ich bin geehrt in den Augen des HERRN, und mein Gott ist meine St\u00e4rke geworden \u2013,<br>6 ja er hat gesagt: \u00bbEs gen\u00fcgt mir nicht, da\u00df du mein Knecht sein sollst, nur damit ich die St\u00e4mme Jakobs wiederherstelle und die geretteten Angeh\u00f6rigen Israels zur\u00fcckf\u00fchre; nein, ich bestimme dich (auch) zum Licht der Heidenv\u00f6lker, damit mein Heil bis ans Ende der Erde reiche.\u00ab<br>7 So hat der HERR, der Erl\u00f6ser Israels, sein Heiliger, zu dem gesprochen, den jedermann tief verachtet, den die Heidenwelt verabscheut, zu dem Knecht der Zwingherren: \u00bbK\u00f6nige werden es sehen und (vor ihm) aufstehen, F\u00fcrsten (werden es sehen) und sich niederwerfen um des HERRN willen, weil er treu ist, um des Heiligen Israels willen, weil er dich erw\u00e4hlt hat.\u00ab<br>8 Weiter hat der HERR so gesprochen: \u00bbIn der Zeit des Wohlgefallens habe ich dich erh\u00f6rt und am Tage des Heils dir geholfen und habe dich beh\u00fctet und dich zum Volksbund gemacht, um das Land wieder aufzurichten, um die verw\u00fcsteten Erblande wieder als Erbe auszuteilen,<br>9 um den Gefangenen zuzurufen: \u203aTretet heraus!\u2039 und zu den in Finsternis Sitzenden: \u203aKommt ans Licht!\u2039 Gleich an den Wegen sollen sie weiden und auf allen kahlen H\u00f6hen Weidepl\u00e4tze f\u00fcr sich finden;<br>10 sie sollen nicht hungern und nicht d\u00fcrsten, und weder der Glutwind noch der Sonnenbrand soll sie treffen, denn ihr Erbarmer wird sie f\u00fchren und sie an Wasserquellen ruhen lassen.<br>11 Und alle meine Berge will ich zu Wegen machen, und meine Stra\u00dfen sollen hoch gebaut sein.<br>12 Sehet, die einen werden aus weiter Ferne kommen, und jene dort von Norden und vom Westmeer her und wieder andere aus dem Lande der Siniter.\u00ab<br>13 Jubelt, ihr Himmel, und jauchze, du Erde, und ihr Berge, brecht in Jubel aus! Denn der HERR hat sein Volk getr\u00f6stet und seiner Gebeugten sich erbarmt.<br>14 Und trotzdem hat Zion geklagt: \u00bbDer HERR hat mich verlassen, und der Allherr hat meiner vergessen!\u00ab<br>15 Wird wohl ein Weib ihres Kindleins vergessen, so da\u00df sie sich nicht erbarmt \u00fcber das Kind ihres Mutterleibes? Und sollten selbst M\u00fctter seiner vergessen, so will ich doch deiner nicht vergessen;<br>16 siehe, auf meine beiden Handfl\u00e4chen habe ich dich gezeichnet: deine (neuzuerbauenden) Mauern stehen mir allezeit vor Augen.<br>17 Deine Erbauer eilen schon herbei, deine Zerst\u00f6rer und Verw\u00fcster aber ziehen weg aus dir.<br>18 Erhebe deine Augen und blicke rings um dich: sie haben sich alle schon versammelt und kommen zu dir! \u00bbSo wahr ich lebe\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013, \u00bbwie einen Schmuck wirst du sie alle dir anlegen und sie dir wie eine Braut als G\u00fcrtel umbinden.<br>19 Denn deine Tr\u00fcmmerst\u00e4tten und Ein\u00f6den und dein verw\u00fcstetes Land \u2013 fortan wird es zu eng sein f\u00fcr die Bewohner, und die dich jetzt verheeren, werden fern sein.<br>20 Du wirst noch mit eigenen Ohren die aus der Zeit deiner Vereinsamung dir gebliebenen S\u00f6hne sagen h\u00f6ren: \u203aDer Raum ist mir zu eng: schaffe mir Platz, da\u00df ich wohnen kann!\u2039<br>21 Da wirst du denn dir selbst die Frage vorlegen: \u203aWer hat diese da f\u00fcr mich erzeugt, w\u00e4hrend ich kinderlos und unfruchtbar war, in der Verbannung lebend und versto\u00dfen? Und wer hat mir diese da gro\u00dfgezogen? Ich war ja doch allein \u00fcbriggeblieben; diese also \u2013 wo waren sie?\u2039\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Heiden als unterw\u00fcrfige Diener und Pfleger des Gottesvolkes<\/h3>\n\n\n\n<p>22 So hat Gott der HERR gesprochen: \u00bbF\u00fcrwahr, ich will mit der Hand den Heiden winken und mein Panier (5,26) den V\u00f6lkern sichtbar aufpflanzen; dann werden sie deine S\u00f6hne im Gewandbausch herbeitragen, und deine T\u00f6chter wird man auf den Schultern herbringen.<br>23 Und K\u00f6nige werden deine Kinderw\u00e4rter sein und ihre f\u00fcrstlichen Gemahlinnen deine Ammen; das Antlitz zur Erde gewandt, werden sie sich vor dir niederwerfen und den Staub an deinen F\u00fc\u00dfen lecken; und du sollst erkennen, da\u00df ich, der HERR, es bin, an dem die, welche auf ihn harren, nicht entt\u00e4uscht werden.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der allm\u00e4chtige Gott selbst wird Israels Gewaltherrscher niederwerfen<\/h3>\n\n\n\n<p>24 Kann wohl einem Starken die Beute abgenommen werden, oder k\u00f6nnen die Gefangenen eines M\u00e4chtigen entrinnen?<br>25 \u00bbJa\u00ab; so hat der HERR gesprochen: \u00bbAuch die Gefangenen eines Helden k\u00f6nnen ihm abgenommen werden, und die Beute eines M\u00e4chtigen kann entrinnen, und ich selbst will mit deinen Widersachern streiten, und deine S\u00f6hne will ich selbst retten;<br>26 deine Peiniger will ich ihr eigenes Fleisch verzehren lassen, und wie an Most sollen sie sich an ihrem eigenen Blute berauschen; dann wird alles Fleisch erkennen, da\u00df ich, der HERR, dein Retter bin und ich dein Erl\u00f6ser, der starke Gott Jakobs.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 50<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gott hat sein Volk endg\u00fcltig weder versto\u00dfen noch verkauft; er hat das Recht und die Macht, es zu erl\u00f6sen<\/h3>\n\n\n\n<p>1 So hat der HERR gesprochen: \u00bbWo ist denn der Scheidebrief eurer Mutter, durch den ich sie versto\u00dfen h\u00e4tte? Oder wo ist einer unter meinen Gl\u00e4ubigern, an den ich euch verkauft h\u00e4tte? Nein, um eurer Verschuldungen willen seid ihr verkauft worden, und wegen eurer \u00dcbertretungen ist eure Mutter entlassen worden!<br>2 Warum war also kein Mensch da, wenn ich kam? Warum gab mir niemand Antwort, wenn ich rief? Ist mein Arm wirklich zu kurz, um zu erl\u00f6sen? Oder besitze ich nicht Kraft genug, um zu erretten? Ich lege ja doch das Meer durch mein Schelten trocken und mache Str\u00f6me zur W\u00fcste, so da\u00df ihre Fischbrut vor Wassermangel verfault und (ihr Getier) vor Durst stirbt.<br>3 Ich kleide den Himmel in Schwarz und mache Sackleinen zur H\u00fclle f\u00fcr ihn.\u00ab<br>4 Gott der HERR hat mir die Zunge von J\u00fcngern verliehen, damit ich den M\u00fcden durch Zuspruch aufzurichten wisse; er weckt mich alle Morgen, regt mir das Ohr an, damit ich aufmerke nach J\u00fcngerweise.<br>5 Gott der HERR hat mir das Ohr ge\u00f6ffnet, und ich habe mich nicht gestr\u00e4ubt, bin nicht zur\u00fcckgewichen.<br>6 Meinen R\u00fccken habe ich denen hingehalten, die mich schlugen; und meine Wangen denen, die mir den Bart rauften; mein Angesicht habe ich vor Beschimpfungen und Speichelwurf nicht verh\u00fcllt.<br>7 Doch Gott der HERR hilft mir: darum habe ich mich auch nicht entehrt gef\u00fchlt, darum hab ich mein Antlitz hart wie Kieselstein gemacht; ich wu\u00dfte ja, da\u00df ich nicht besch\u00e4mt werden w\u00fcrde.<br>8 Ja, nahe ist er mir, der mich gerecht spricht: wer will mit mir rechten? Wir wollen zusammen hintreten! Wer will mir mein Recht streitig machen? Er trete zu mir heran!<br>9 Seht, Gott der HERR hilft mir: wer will mich f\u00fcr schuldig erkl\u00e4ren? F\u00fcrwahr, sie werden allesamt zerfallen wie ein Kleid: die Motten werden sie fressen!<br>10 Wer unter euch f\u00fcrchtet den HERRN? Er h\u00f6re die Stimme seines Knechtes, der in tiefster Finsternis gewandelt ist und, w\u00e4hrend kein Lichtstrahl ihm gl\u00e4nzte, doch sein Vertrauen auf den Namen des HERRN gesetzt und sich auf seinen Gott gest\u00fctzt hat.<br>11 F\u00fcrwahr, ihr alle seid Leute, die Feuer anfachen und Brandpfeile in Flammen setzen. Fahrt hin in die Flammenglut eures eigenen Feuers und in die Brandpfeile, die ihr in Flammen gesetzt habt! Von meiner Hand wird euch dies widerfahren, da\u00df ihr zur Peinigung daliegen sollt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 51<\/h2>\n\n\n\n<p>1 H\u00f6ret auf mich, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, ihr, die ihr den HERRN sucht! Blickt hin auf den Felsen, aus dem ihr gehauen, und auf die Brunnenh\u00f6hlung, aus der ihr ausgegraben seid!<br>2 Blickt hin auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die unter Schmerzen euch geboren hat! denn er war nur ein einzelner, als ich ihn berief, aber ich habe ihn gesegnet und zahlreich gemacht.<br>3 Denn Trost hat der HERR f\u00fcr Zion, Trost f\u00fcr alle seine Tr\u00fcmmerst\u00e4tten und wird seine W\u00fcstenei zu einem Paradies machen und seine Steppe zu einem Gottesgarten: Jubel und Freude wird sich in ihm einfinden, Danklied und Saitenspiel.<br>4 Horcht auf mich, du mein Volk, und schenkt mir Geh\u00f6r, ihr meine Volksgemeinde! denn Belehrung wird von mir ausgehen, und mein Recht will ich zur Erleuchtung der V\u00f6lker feststellen.<br>5 Meine Gerechtigkeit ist nahe, mein Heil im Anzug, und meine Arme werden die V\u00f6lker richten; auf mich geht das Hoffen der Meeresl\u00e4nder und auf meinen Arm ihr Harren.<br>6 Hebt eure Augen zum Himmel empor und blickt zur Erde unten! Denn der Himmel wird wie Rauch zergehen und die Erde wie ein Kleid zerfallen, und ihre Bewohner werden wie M\u00fccken hinsterben; aber mein Heil wird ewig bestehen und meine Gerechtigkeit (V.5) nicht hinf\u00e4llig werden.<br>7 H\u00f6ret auf mich, die ihr die Gerechtigkeit kennt und liebt, du Volk, in dessen Herzen mein Gesetz wohnt! F\u00fcrchtet euch nicht vor dem Hohn von Menschen und erschreckt nicht vor ihren Schm\u00e4hreden!<br>8 Denn wie ein Kleid wird die Motte sie zerfressen und wie Wolle wird die Schabe sie verzehren; aber meine Gerechtigkeit (V.5) wird ewig bestehen und mein Heil von Geschlecht zu Geschlecht.<br>9 Werde wach, werde wach, waffne dich mit Kraft, du Arm des HERRN! Werde wach wie in den Tagen der Vorzeit, in den l\u00e4ngst vergangenen Zeitl\u00e4ufen! Bist du es nicht gewesen, der Rahab zerhauen, das Seeungeheuer durchbohrt hat?<br>10 Bist du es nicht gewesen, der das Meer, die Gew\u00e4sser der gro\u00dfen Urflut, trockengelegt und Meerestiefen wegsam gemacht hat, damit die Erl\u00f6sten hindurchz\u00f6gen?<br>11 So werden denn die vom HERRN Erl\u00f6sten heimkehren und mit Jubel nach Zion gelangen, und ewige Freude wird ihr Haupt umschweben: Frohlocken und Freude werden ihnen zuteil werden, Kummer und Seufzen entflohen sein.<br>12 Ich, ich bin es, der euch tr\u00f6stet! Wer bist du gewesen, da\u00df du dich vor Menschen gef\u00fcrchtet hast, die doch sterblich sind, und vor Menschenkindern, die wie Gras vergehen,<br>13 und da\u00df du den HERRN verga\u00dfest, deinen Sch\u00f6pfer, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegr\u00fcndet hat? Und da\u00df du immerfort, tagaus tagein, vor der Wut des Bedr\u00e4ngers bebtest, sooft er darauf ausging, dich zu verderben? Wo ist denn nun die Wut des Bedr\u00e4ngers?<br>14 Gar bald wird der Geknebelte entfesselt werden und wird nicht sterben, um zur Unterwelt hinabzufahren, wird auch an dem erforderlichen Brot keinen Mangel mehr haben,<br>15 so wahr ich der HERR, dein Gott, es bin, der das Meer aufw\u00fchlt, da\u00df seine Wogen brausen: HERR der Heerscharen ist sein Name \u2013<br>16 und ich habe meine Worte dir in den Mund gelegt und dich im Schatten meiner Hand geborgen \u2013, um den Himmel zu schaffen und die Erde zu gr\u00fcnden und zu Zion zu sagen: \u00bbMein Volk bist du!\u00ab<br>17 Erwache, erwache, stehe auf, Jerusalem, (du Stadt) die aus der Hand des HERRN den Becher seines Zornes getrunken, den Kelch des Taumeltranks bis zur Neige geleert hat!<br>18 Es war f\u00fcr sie von allen S\u00f6hnen, die sie geboren hatte, keiner da, der sie zum Ruheplatz f\u00fchrte, und keiner, der sie bei der Hand fa\u00dfte von allen S\u00f6hnen, die sie gro\u00dfgezogen hatte.<br>19 Ein zwiefacher Schicksalsschlag ist es, der dich getroffen hat \u2013 wer bezeigt dir Beileid? \u2013: Vergewaltigung und Verheerung, Hungersnot und das Schwert; wie k\u00f6nnte ich dich tr\u00f6sten?<br>20 Deine S\u00f6hne haben ohnm\u00e4chtig dagelegen, hingesunken an allen Stra\u00dfenecken, wie eine ins Netz geratene Antilope, voll getroffen vom Zorn des HERRN, vom Schelten deines Gottes.<br>21 Darum h\u00f6re doch dieses, du Ungl\u00fcckliche, die du trunken bist, doch nicht vom Wein!<br>22 So hat der HERR gesprochen, der H\u00f6chste und dein Gott, der seines Volkes Sache f\u00fchrt: \u00bbSiehe, ich nehme dir den Taumelbecher, den Kelch meines Grimmes, aus der Hand: du sollst nicht l\u00e4nger aus ihm trinken,<br>23 sondern ich gebe ihn deinen Peinigern in die Hand, die dir h\u00f6hnisch zugerufen haben: \u203aB\u00fccke dich, da\u00df wir \u00fcber dich hinschreiten!\u2039\u00ab Da mu\u00dftest du deinen R\u00fccken dem Erdboden gleich machen und wie zu einer Stra\u00dfe f\u00fcr die dar\u00fcber Hinschreitenden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 52<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Werde wach, werde wach, kleide dich in deine Kraft, Zion! Lege deine Prachtgew\u00e4nder an, Jerusalem, du heilige Stadt! Denn hinfort wird kein Unbeschnittener und kein Unreiner in dich eintreten!<br>2 Sch\u00fcttle den Staub von dir ab, stehe auf, du Gefangenenschar Jerusalems! Entledige dich deiner Halsfesseln, du Gefangenenschar Tochter Zion!<br>3 Denn so hat der HERR gesprochen: \u00bbOhne Entgelt seid ihr verkauft worden; so sollt ihr auch ohne Geld losgekauft werden!\u00ab<br>4 Denn so hat Gott der HERR gesprochen: \u00bbNach \u00c4gypten ist mein Volk im Anfang hinabgezogen, um dort in der Fremde zu weilen; dann haben die Assyrer es ohne Grund vergewaltigt.<br>5 Nun aber, was geschieht mir denn hier\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013, \u00bbda\u00df mein Volk mir ohne Entgelt weggenommen worden ist, da\u00df seine Zwingherren laut jauchzen\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013 \u00bbund mein Name immerfort, tagaus tagein, gel\u00e4stert wird?<br>6 Darum soll mein Volk meinen Namen kennenlernen, ja, darum an jenem Tage erkennen, da\u00df ich es bin, der da spricht: \u203aHier bin ich!\u2039\u00ab<br>7 Wie lieblich sind auf den Bergen die F\u00fc\u00dfe des Freudenboten, der Gl\u00fcck verk\u00fcndet, der Gutes als frohe Botschaft verk\u00fcndet und Heil zu melden hat, der zu Zion sagt: \u00bbDein Gott hat sein K\u00f6nigtum angetreten!\u00ab<br>8 Horch! Deine W\u00e4chter lassen schon ihren Ruf erschallen und jubeln allesamt; denn Auge in Auge sehen sie voll Freude, wie der HERR nach Zion zur\u00fcckkehrt.<br>9 Brecht in lauten Jubel aus insgesamt, ihr Tr\u00fcmmer (-st\u00e4tten) Jerusalems! Denn der HERR tr\u00f6stet sein Volk, hat Jerusalem erl\u00f6st!<br>10 Der HERR hat seinen heiligen Arm vor den Augen aller V\u00f6lker entbl\u00f6\u00dft, und alle Enden der Erde werden das von unserm Gott ausgehende Heil sehen.<br>11 Brecht auf, brecht auf, zieht aus von dort, r\u00fchrt nichts Unreines an! Zieht weg aus ihrer Mitte! Reinigt euch, die ihr die Ger\u00e4te des HERRN tragt!<br>12 Denn nicht in \u00e4ngstlicher Hast braucht ihr auszuziehen und nicht in eiliger Flucht zu wandern; denn der HERR zieht vor euch her, und die Nachhut eures Zuges bildet der Gott Israels.<br>13 Wisset wohl: mein Knecht wird Erfolg haben; er wird emporsteigen und erh\u00f6ht werden und hocherhaben dastehen.<br>14 Wie sich viele \u00fcber dich entsetzt haben \u2013 so entstellt, nicht mehr einem Manne \u00e4hnlich war sein Aussehen und seine Gestalt nicht mehr wie die der Menschenkinder \u2013,<br>15 ebenso wird er viele V\u00f6lker in Erstaunen versetzen, und K\u00f6nige werden \u00fcber ihn den Mund verschlie\u00dfen; denn was ihnen nie erz\u00e4hlt worden war, das sehen sie (nun), und wovon sie nie etwas geh\u00f6rt hatten, das nehmen sie (nun) wahr.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 53<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Wer hat unserer Verk\u00fcndigung Glauben geschenkt, und wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden?<br>2 Er wuchs ja vor ihm auf wie ein Sch\u00f6\u00dfling und wie ein Wurzelspro\u00df aus d\u00fcrrem Erdreich; er hatte keine Gestalt und keine Sch\u00f6nheit, da\u00df wir ihn h\u00e4tten ansehen m\u00f6gen, und kein Aussehen, da\u00df wir Gefallen an ihm gehabt h\u00e4tten;<br>3 nein, er war verachtet und gemieden von den M\u00e4nnern, ein Mann der Schmerzen und mit Krankheit vertraut, ja wie einer, vor dem man das Angesicht verh\u00fcllt, verachtet, so da\u00df wir ihn f\u00fcr nichts ansahen.<br>4 Jedoch unsere Krankheiten waren es, die er getragen hat, und unsere Schmerzen hatte er sich aufgeladen, w\u00e4hrend wir ihn f\u00fcr einen Gestraften, von Gott Geschlagenen und Gemarterten hielten.<br>5 Und doch war er verwundet um unserer \u00dcbertretungen willen und zerschlagen infolge unserer Verschuldungen: die Strafe war auf ihn gelegt zu unserm Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung zuteil geworden.<br>6 Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich seinem eigenen Wege zu; der HERR aber hat unser aller Schuld auf ihn fallen lassen.<br>7 Als er mi\u00dfhandelt wurde, ergab er sich willig darein und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtung gef\u00fchrt wird, und wie ein Mutterschaf, das vor seinen Scherern stumm bleibt; er tat seinen Mund nicht auf.<br>8 Aus der Drangsal und dem Gericht ist er hinweggenommen worden, doch wer unter seinen Zeitgenossen bedachte es, da\u00df er vom Lande der Lebenden abgeschnitten war? Wegen der Verschuldung meines Volkes hat die Strafe ihn getroffen.<br>9 Und man wies ihm sein Grab bei Frevlern an und bei Misset\u00e4tern seine Gruft, wiewohl er keine Gewalttat ver\u00fcbt hatte und kein Betrug in seinem Munde gewesen war.<br>10 Doch dem HERRN hatte es gefallen, ihn mit Krankheit zu zerschlagen; wenn er sein Leben als S\u00fchne einsetzen wird, soll er Samen sehen und lange Tage leben und der Wille des HERRN durch ihn gedeihen.<br>11 Infolge seiner Seelenqual wird er (Frucht erwachsen) sehen und satt werden; durch seine Erkenntnis wird als Gerechter mein Knecht den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, indem er ihre Verschuldungen auf sich l\u00e4dt.<br>12 Darum will ich ihm die Vielen zuteilen, und mit Starken soll er Beute teilen zum Lohn daf\u00fcr, da\u00df er sein Leben in den Tod hingegeben hat und unter die \u00dcbelt\u00e4ter gez\u00e4hlt worden ist, w\u00e4hrend er doch die S\u00fcnde der Vielen getragen hat und f\u00fcr die \u00dcbelt\u00e4ter f\u00fcrbittend eingetreten ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 54<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Juble, du Kinderlose, die nicht Mutter geworden ist; brich in Jubel aus und jauchze, die du keine Geburtsschmerzen hast kennengelernt! Denn \u00bbdie Kinder der Einsamen werden zahlreicher sein als die Kinder der Verehelichten\u00ab, ist der Ausspruch des HERRN.<br>2 Erweitere den Raum deines Zeltes, und man spanne die Decken deiner Wohnr\u00e4ume weit auseinander, ohne zu sparen! Mache deine Zeltseile lang und schlage deine Zeltpfl\u00f6cke fest ein!<br>3 Denn nach rechts und nach links wirst du dich ausbreiten, und deine Nachkommenschaft wird ganze V\u00f6lker beerben und ver\u00f6dete St\u00e4dte neu bev\u00f6lkern.<br>4 F\u00fcrchte dich nicht, denn du sollst nicht entt\u00e4uscht werden, und sch\u00e4me dich nicht, denn du wirst nicht wieder zu err\u00f6ten brauchen, sondern sollst die Schande deiner Jugendzeit vergessen und der Schmach deines Witwenstandes nicht l\u00e4nger gedenken m\u00fcssen.<br>5 Denn der dich geschaffen hat, ist dein Eheherr: \u203aHERR der Heerscharen\u2039 ist sein Name; und dein Erl\u00f6ser ist der Heilige Israels: er hei\u00dft \u203ader Gott der ganzen Erde\u2039.<br>6 Denn als die verlassene und im Herzen tiefbek\u00fcmmerte Gattin ruft dich der HERR zur\u00fcck: \u00bbWie k\u00f6nnte man auch die Jugendgeliebte versto\u00dfen?\u00ab spricht dein Gott.<br>7 \u00bbNur einen kurzen Augenblick lang habe ich dich verlassen, aber mit herzlichem Erbarmen will ich dich wieder heimholen;<br>8 in \u00fcberwallendem Zorn habe ich mein Angesicht einen Augenblick lang vor dir verh\u00fcllt, aber mit unendlicher Huld will ich mich deiner nun wieder erbarmen\u00ab, spricht der HERR, dein Erl\u00f6ser.<br>9 \u00bbDenn hierbei will ich\u2019s halten wie einst bei der Flut Noahs: Wie ich (damals) geschworen habe, da\u00df die Flut Noahs nie wieder die Erde \u00fcberschwemmen solle, ebenso habe ich jetzt geschworen, da\u00df ich nicht l\u00e4nger Zorn gegen dich hegen und dich nicht wieder schelten will.<br>10 Denn m\u00f6gen auch die Berge weichen und die H\u00fcgel wanken, so soll doch meine Gnade nicht von dir weichen und mein Friedensbund nicht wanken\u00ab, spricht der HERR, dein Erbarmer.<br>11 \u00bbDu Gebeugte, Sturmbewegte, nie Getr\u00f6stete! F\u00fcrwahr, ich will deine Steine in Bleiglanz einlagern und dich mit Saphirsteinen gr\u00fcnden<br>12 und will deine Mauerzinnen aus Rubinen herstellen und deine Tore aus Karfunkelsteinen und deine ganze Umfriedung aus Edelgestein.<br>13 Alle deine S\u00f6hne werden vom HERRN unterwiesen und das Wohlbefinden deiner S\u00f6hne wird reich gesegnet sein.<br>14 Durch Gerechtigkeit wirst du fest gegr\u00fcndet werden: entschlage dich der Angst, denn du hast nichts mehr zu f\u00fcrchten, und halte dich fern von Schrecken, denn er soll an dich nicht herankommen!<br>15 Wisse wohl: wenn man Angriffe auf dich macht, so geht das nicht von mir aus; wer zum Angriff gegen dich vorgeht, soll um deinetwillen zu Fall kommen.<br>16 Ich habe ja doch den Schmied geschaffen, der das Kohlenfeuer zur Glut entfacht und eine Waffe mit seiner Kunstfertigkeit herstellt; und ich bin es auch, der den Verderber geschaffen hat, um zu vernichten.<br>17 Keine Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll etwas ausrichten, und jede Zunge, die zum Rechtsstreit gegen dich auftritt, wirst du L\u00fcgen strafen: dies ist das Erbteil der Knechte des HERRN und die Gerechtigkeit, die ihnen von mir zuteil wird\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 55<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Ach ihr Durstigen alle, kommt her zum Wasser, und ihr alle, die ihr kein Geld habt, kommt herbei, kauft (Brot) und e\u00dft! Ja kommt, kauft ohne Zahlung und unentgeltlich Wein und Milch!<br>2 Warum wollt ihr Geld f\u00fcr das zahlen, was kein Brot ist, und euren sauren Verdienst f\u00fcr etwas, das nicht zur S\u00e4ttigung dient? H\u00f6rt doch auf mich, so sollt ihr Gutes zu essen haben, und laben soll sich eure Seele an fetter Speise!<br>3 Leiht mir euer Ohr und kommt her zu mir! H\u00f6rt, auf da\u00df eure Seele auflebt! Denn ich will mit euch einen ewigen Bund schlie\u00dfen, (will) die dem David gegebenen unverbr\u00fcchlichen Gnadenverhei\u00dfungen (verwirklichen).<br>4 Wisset wohl: ich habe ihn zum Zeugen f\u00fcr V\u00f6lker bestellt, zum F\u00fcrsten und Gebieter von V\u00f6lkerschaften.<br>5 Wisset wohl: Volksst\u00e4mme, die du nicht kennst, wirst du herbeirufen, und Volksst\u00e4mme, die auch dich nicht gekannt haben, werden zu dir herbeieilen um des HERRN, deines Gottes, willen und wegen des Heiligen Israels, weil er dich verherrlicht hat.<br>6 Suchet den HERRN, solange er sich finden l\u00e4\u00dft; ruft ihn an, solange er nahe ist!<br>7 Der Gottlose verlasse seinen Weg und der auf Frevel Bedachte seine Gedanken und kehre zum HERRN zur\u00fcck, da\u00df er sich seiner erbarme, und zu unserm Gott, denn er \u00fcbt reichlich Vergebung.<br>8 Denn \u00bbmeine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013;<br>9 \u00bbsondern soviel der Himmel h\u00f6her als die Erde ist, soviel h\u00f6her sind meine Wege als eure Wege und meine Gedanken h\u00f6her als eure Gedanken.<br>10 Denn gleichwie der Regen und der Schnee vom Himmel herabf\u00e4llt und nicht dorthin zur\u00fcckkehrt, er habe denn die Erde getr\u00e4nkt und befruchtet und sie zum Gr\u00fcnen gebracht, so da\u00df sie dem S\u00e4mann Samen und dem Essenden Brot gegeben hat \u2013<br>11 ebenso verh\u00e4lt es sich auch mit meinem Wort, das aus meinem Munde hervorgeht: es kehrt nicht leer zu mir zur\u00fcck, sondern erst dann, wenn es das ausgerichtet hat, was ich gewollt habe, und das zustande gebracht hat, wozu ich es gesandt habe.\u00ab<br>12 Denn mit Freuden sollt ihr ausziehen und in Frieden geleitet werden; die Berge und H\u00fcgel werden vor euch her in Jubel ausbrechen und alle B\u00e4ume des Gefildes in die H\u00e4nde klatschen;<br>13 statt des Dorngestr\u00fcpps werden Zypressen emporwachsen und statt der Nesseln Myrten sprie\u00dfen; und das wird f\u00fcr den HERRN zum Ruhme dienen, zu einem ewigen Denkzeichen, das nicht ausgetilgt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 56<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">III. Anh\u00e4nge zum zweiten Buche Jesajas (Kap. 56-66)<\/h3>\n\n\n\n<p>1 So hat der HERR gesprochen: \u00bbBeobachtet das Recht und \u00fcbet Gerechtigkeit! Denn nahe ist mein Heil, um einzutreffen, und meine Gerechtigkeit, um offenbar zu werden.\u00ab<br>2 Wohl dem Menschen, der solches tut, und dem Menschenkind, das hieran festh\u00e4lt: der den Sabbat beobachtet, so da\u00df er ihn nicht entheiligt, und seine Hand von jeder b\u00f6sen Tat fernh\u00e4lt!<br>3 Und der Fremdling, der sich an den HERRN angeschlossen hat, m\u00f6ge nicht sagen: \u00bbDer HERR wird mich sicherlich aus seinem Volk ausschlie\u00dfen!\u00ab Und der Verschnittene sage nicht: \u00bbAch, ich bin nur ein d\u00fcrrer Baum!\u00ab<br>4 Vielmehr so hat der HERR gesprochen: \u00bbDen Verschnittenen, die meine Sabbate beobachten und das erw\u00e4hlen, woran ich Wohlgefallen habe, und meinem Bunde treu bleiben,<br>5 denen will ich in meinem Hause und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen verleihen, der besser ist als S\u00f6hne und T\u00f6chter: einen ewigen Namen will ich ihnen verleihen, der nicht ausgetilgt werden soll!<br>6 Und die Fremdlinge, die sich an den HERRN anschlie\u00dfen, um ihm zu dienen und den Namen des HERRN zu lieben, um seine Knechte zu sein, alle, die den Sabbat unentweiht beobachten und meinem Bunde treu bleiben:<br>7 die will ich zu meinem heiligen Berge bringen und ihnen Freude gew\u00e4hren in meinem Bethause, ihre Brandopfer und ihre Schlachtopfer sollen mir wohlgef\u00e4llig sein auf meinem Altar; denn mein Haus soll ein Bethaus genannt werden f\u00fcr alle V\u00f6lker.\u00ab \u2013<br>8 So lautet der Ausspruch Gottes des HERRN, der die versto\u00dfenen Angeh\u00f6rigen Israels sammelt: \u00bbIch will ihm noch mehr hinzusammeln zu denen, die schon gesammelt sind.\u00ab<br>9 Alle ihr Tiere des Feldes, kommt herbei zum Fressen, alle ihr Tiere im Walde!<br>10 Die H\u00fcter meines Volkes sind blind, allesamt ohne Einsicht; alle sind sie stumme Hunde, die nicht bellen k\u00f6nnen; tr\u00e4umend liegen sie da und schlafen gern;<br>11 und dabei sind sie fre\u00dfgierige Hunde, die keine S\u00e4ttigung kennen. Und zugleich sind sie Hirten, die kein Verst\u00e4ndnis und keine Einsicht zeigen: alle gehen ihrem eigenen Wege nach, jeder ist auf seinen Vorteil bedacht, einer wie der andere.<br>12 \u00bbKommt her\u00ab (sagen sie), \u00bbich will Wein holen, und Rauschtrank wollen wir zechen! Und morgen soll es wieder so zugehen wie heute, herrlich \u00fcber alle Ma\u00dfen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 57<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Der Gerechte kommt um, ohne da\u00df jemand es sich zu Herzen nimmt, und die Frommen werden hinweggerafft, ohne da\u00df jemand es beachtet; denn der Gerechte wird infolge der herrschenden Bosheit hinweggerafft;<br>2 es geht (aber) ein zum Frieden, es ruht auf seiner Lagerst\u00e4tte aus ein jeder, der seinen Weg gerade vor sich hin gewandelt ist.<br>3 Ihr aber, tretet n\u00e4her hierher, ihr Kinder der Zauberin, Brut, die du Ehebruch und Unzucht getrieben hast!<br>4 \u00dcber wen macht ihr euch lustig? \u00dcber wen rei\u00dft ihr den Mund weit auf und streckt die Zunge lang heraus? Seid ihr nicht Kinder treulosen Abfalls, eine L\u00fcgenbrut?<br>5 Ihr, die ihr in Brunst gl\u00fcht f\u00fcr die G\u00f6tzen unter jedem dichtbelaubten Baum, die ihr Kinder in den T\u00e4lern schlachtet inmitten der Felsenkl\u00fcfte!<br>6 Mit den glatten Steinen des Talbaches hast du dir zu schaffen gemacht, sie sind dein Los gewesen; auch ihnen hast du Trankopfer ausgegossen, Speisopfer dargebracht: soll ich mich mit solchen Dingen zufrieden geben?<br>7 Auf jedem hohen und ragenden Berge hast du dein Lager aufgeschlagen; auch dort bist du hinaufgestiegen, um Schlachtopfer darzubringen;<br>8 und hinter der T\u00fcr und dem T\u00fcrpfosten hast du deinen Hausg\u00f6tzen untergebracht; denn mir untreu, hast du dein Lager aufgedeckt und bestiegen, hast es auch breit gemacht und dir den Buhlerlohn von ihnen ausbedungen, hast nach ihrer Umarmung Verlangen getragen und ihre Bl\u00f6\u00dfe geschaut.<br>9 Auch bist du mit \u00d6l zum Moloch gezogen und hast wohlriechende Salben in Menge mitgenommen, hast deine Boten weithin gesandt und dich erniedrigt bis zur Unterwelt.<br>10 Wurdest du auch m\u00fcde von deinem weiten Wandern, so hast du doch nicht gesagt: \u00bbIch gebe es auf\u00ab; nein, du gewannest immer neue Kraft in deinen Gliedern; darum wurdest du nicht matt.<br>11 Und vor wem hast du dich gescheut und dich gef\u00fcrchtet, so da\u00df du die Treue brachest und meiner nicht mehr gedachtest und ich dir nicht in den Sinn kam? Nicht wahr? Weil ich mich schweigend verhielt, und zwar seit undenklicher Zeit, darum f\u00fcrchtetest du dich nicht vor mir.<br>12 Aber ich will jetzt bekannt machen, wie es um deine Gerechtigkeit steht, und was deine Machwerke anlangt, so werden sie dir nichts n\u00fctzen.<br>13 Wenn du dann schreist, m\u00f6gen deine Haufen von G\u00f6tzen dir helfen! Doch ein Windsto\u00df wird sie alle davontragen, ein Hauch sie hinwegraffen. Aber wer auf mich vertraut, der wird das Land erben und meinen heiligen Berg in Besitz nehmen.<br>14 Und er (der HERR) wird gebieten: \u00bbSchafft Bahn, schafft Bahn, bereitet einen Weg! R\u00e4umt meinem Volke jeden Ansto\u00df aus dem Wege!\u00ab<br>15 Denn so hat der Hohe und Erhabene gesprochen, der da ewiglich thront und dessen Name \u203ader Heilige\u2039 ist: \u00bbIn der H\u00f6he und im Heiligtum wohne ich und bei denen, die zerschlagenen und gebeugten Geistes sind, um neu zu beleben den Geist der Gebeugten und zu erquicken das Herz der Zerschlagenen.<br>16 Denn nicht ewiglich will ich hadern und nicht immerdar z\u00fcrnen; es m\u00fc\u00dfte sonst ja jeder Geist vor mir verschmachten und die Lebensgeister, die ich selbst geschaffen habe.<br>17 Nur wegen seiner s\u00fcndhaften Habgier habe ich (dem Volk) gez\u00fcrnt und es strafend heimgesucht, indem ich zornig mich verbarg, w\u00e4hrend es abtr\u00fcnnig seinem selbstgew\u00e4hlten Wege nachging.<br>18 Seine Wege habe ich wohl gesehen, und doch will ich es heilen, will es leiten und ihm und zwar seinen Leidtragenden Trost als Vergeltung spenden,<br>19 indem ich als die Frucht der Lippen Frieden schaffe, n\u00e4mlich Frieden den Fernen und den Nahen!\u00ab spricht der HERR, \u00bbund ich will es heilen!\u00ab \u2013<br>20 Aber die Gottlosen gleichen dem aufgew\u00fchlten Meer, das nicht zur Ruhe kommen kann und dessen Wasser Schlamm und Schmutz aufw\u00fchlen.<br>21 \u00bbKeinen Frieden\u00ab, spricht mein Gott, \u00bbgibt es f\u00fcr die Gottlosen.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 58<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Rufe mit voller Kehle aus, ohne an dich zu halten, la\u00df deine Stimme laut erschallen wie eine Posaune und halte meinem Volk seine Untreue vor und dem Hause Jakobs seine S\u00fcnden!<br>2 Zwar befragen sie mich Tag f\u00fcr Tag und tragen Verlangen nach der Kenntnis meiner Wege; als w\u00e4ren sie ein Volk, das Gerechtigkeit ge\u00fcbt und das Recht seines Gottes nicht verlassen hat, fordern sie Gerichte der Gerechtigkeit von mir, erwarten ungeduldig das Nahen Gottes.<br>3 \u00bbWarum fasten wir\u00ab (sagen sie), \u00bbund du siehst es nicht? Warum kasteien wir uns, und du beachtest es nicht?\u00ab Bedenket wohl: am Tage, wo ihr fastet, geht ihr doch euren Gesch\u00e4ften nach und dr\u00e4ngt alle eure Leute zur Arbeit.<br>4 Bedenket wohl: nur zur Erregung von Streit und H\u00e4ndeln haltet ihr Fasten und um mit roher Faust dreinzuschlagen; ihr fastet zur Zeit nicht so, da\u00df ihr eurem Beten Erh\u00f6rung in der Himmelsh\u00f6he verschaffen k\u00f6nntet.<br>5 Soll dergleichen etwa ein Fasten sein, an dem ich Gefallen habe, ein Tag, an dem der Mensch sich wirklich kasteit? Da\u00df man den Kopf h\u00e4ngen l\u00e4\u00dft wie ein Binsenhalm und sich Sackleinen anlegt und sich auf Asche bettet: darfst du das ein Fasten nennen und einen dem HERRN wohlgef\u00e4lligen Tag?<br>6 Ist nicht vielmehr das ein Fasten, wie ich es liebe: da\u00df man ungerechte Fesseln l\u00f6st, da\u00df man die Bande des Knechtschaftjoches sprengt, Vergewaltigte in Freiheit setzt und jegliches Joch zerbricht?<br>7 Nicht wahr? Wenn du dem Hungrigen dein Brot brichst und ungl\u00fcckliche Obdachlose in dein Haus aufnimmst, wenn du einen Halbnackten siehst, ihn kleidest und dich deinem Volksgenossen nicht entziehst:<br>8 dann wird dein Licht wie das Morgenrot hervorbrechen und deine Heilung schnelle Fortschritte machen; und vor dir wird deine Gerechtigkeit hergehen und die Herrlichkeit des HERRN deine Nachhut bilden.<br>9 Wenn du dann rufst, wird der HERR dir antworten; und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: \u00bbSiehe, hier bin ich!\u00ab Wenn du die Knechtung, das h\u00f6hnische Fingerausstrecken und das Trugreden aus deiner Mitte wegschaffst<br>10 und dem Hungrigen das darreichst, wonach du selbst Verlangen tr\u00e4gst, und dadurch eine verzagte Seele s\u00e4ttigst, dann wird dein Licht in der Finsternis erstrahlen und dein Dunkel wie der helle Mittag werden;<br>11 und der HERR wird dich allezeit geleiten und deine Seele auch in d\u00fcrren Gegenden sich s\u00e4ttigen lassen und deine Glieder kr\u00e4ftig machen, so da\u00df du einem wohlbew\u00e4sserten Garten gleichst und einem Wasserquell, dessen Fluten nicht tr\u00fcgen.<br>12 Und die Deinen sollen die uralten Tr\u00fcmmerst\u00e4tten wieder aufbauen; die Grundmauern vieler fr\u00fcheren Geschlechter wirst du wieder aufrichten; und man wird dich den \u203aVermaurer von Rissen\u2039 nennen, den \u203aWiederhersteller bewohnbarer Stra\u00dfen\u2039.<br>13 Wenn du deinen Fu\u00df vom Sabbat zur\u00fcckh\u00e4ltst, so da\u00df du nicht deine Gesch\u00e4fte an dem mir heiligen Tage betreibst, sondern den Sabbat eine Wonne und den heiligen Tag des HERRN verehrungsw\u00fcrdig nennst und ihn dadurch ehrst, da\u00df du nicht deine G\u00e4nge an ihm abmachst, nicht deinen Gesch\u00e4ften nachgehst und leeres Geschw\u00e4tz verf\u00fchrst:<br>14 dann wirst du deine Lust am HERRN haben, und ich werde dich auf den H\u00f6hen der Erde einherfahren lassen und will dir das Erbe deines Vaters Jakob zu verspeisen geben; denn der Mund des HERRN hat es gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 59<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Wisset wohl: der Arm des HERRN ist nicht zu kurz, da\u00df er nicht helfen k\u00f6nnte, und sein Ohr ist nicht so taub, da\u00df er nicht h\u00f6rte;<br>2 nein, eure Verschuldungen bilden eine Scheidewand zwischen euch und eurem Gott, und eure S\u00fcnden haben sein Angesicht vor euch verh\u00fcllt, so da\u00df er nicht h\u00f6rt;<br>3 denn eure H\u00e4nde sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Verschuldung; eure Lippen reden L\u00fcge, und eure Zunge l\u00e4\u00dft Unwahrheit verlauten.<br>4 Keiner ladet den andern in Gerechtigkeit vor Gericht, und keiner f\u00fchrt einen Rechtsstreit in Treue; nein, man verl\u00e4\u00dft sich auf Trug und redet T\u00e4uschung, man geht schwanger mit Unheil und gebiert Verderben.<br>5 Basiliskeneier br\u00fcten sie aus, und Spinnef\u00e4den weben sie: wer eins von ihren Eiern i\u00dft, mu\u00df sterben, und wenn eins zerdr\u00fcckt wird, so f\u00e4hrt eine Otter heraus.<br>6 Ihre Spinngewebe taugen nicht zur Bekleidung, und in ihr Gewirk kann man sich nicht h\u00fcllen: ihre Werke sind Unheilswerke, und Gewaltt\u00e4tigkeit liegt in ihren H\u00e4nden.<br>7 Ihre F\u00fc\u00dfe laufen zum B\u00f6sestun und haben es eilig, unschuldiges Blut zu vergie\u00dfen; ihre Gedanken sind auf Unheil gerichtet, Verw\u00fcstung und Zerst\u00f6rung bezeichnen ihre Bahnen.<br>8 Den Weg des Friedens kennen sie nicht, und kein Recht gibt es in ihren Geleisen; sie schlagen krumme Pfade ein: wer immer sie betritt, lernt den Frieden nicht kennen.<br>9 Darum ist der Rechtsspruch fern von uns geblieben, und die Gerechtigkeit erreicht uns nicht; wir harren auf das Licht, aber ach! es bleibt dunkel, auf Tageshelle, aber in finsterer Nacht m\u00fcssen wir wandeln.<br>10 Wir tasten wie die Blinden an der Wand hin und tappen wie Augenlose umher; wir straucheln am hellen Mittag wie in der D\u00e4mmerung und sind unter den Wohlgen\u00e4hrten den Toten gleich.<br>11 Wir brummen alle wie die B\u00e4ren und girren ohne Unterla\u00df wie die Tauben; wir harren auf den Rechtsspruch, aber sie kommt nicht, und auf Rettung, aber sie bleibt fern von uns.<br>12 Denn gro\u00df ist die Zahl unserer \u00dcbertretungen vor dir, und unsere S\u00fcnden zeugen gegen uns; denn unserer \u00dcbertretungen sind wir uns bewu\u00dft, und unsere Verschuldungen kennen wir:<br>13 Treubruch und Verleugnung dem HERRN gegen\u00fcber und Abkehr von der Anh\u00e4nglichkeit an unsern Gott, Reden von Gewaltt\u00e4tigkeit und Abfall, Schwangergehn mit L\u00fcgenworten und sie gegen besseres Wissen aussprechen.<br>14 So ist denn das Recht zur\u00fcckgedr\u00e4ngt, und die Gerechtigkeit steht weitab; denn die Wahrheit wankt auf dem Markt, und die Redlichkeit findet keinen Einla\u00df.<br>15 So ist denn die Wahrheit verschwunden; und wer sich gegen das B\u00f6se auflehnt, mu\u00df sich auspl\u00fcndern lassen. Als der HERR das sah, mi\u00dffiel es ihm sehr, da\u00df nirgends Recht vorhanden war;<br>16 und weil er sah, da\u00df kein Mann (zur Rettung) da war, und er sich verwunderte, da\u00df niemand sich ins Mittel legte, da mu\u00dfte sein eigener Arm ihm helfen, und seine Gerechtigkeit mu\u00dfte seine St\u00fctze werden.<br>17 Er legte also die Gerechtigkeit als einen Panzer an und setzte sich den Helm des Heils aufs Haupt; er zog Rachekleider als Waffenrock an und h\u00fcllte sich in Zorneseifer wie in einen Mantel.<br>18 Ganz den ver\u00fcbten Taten entsprechend wird er vergelten: Zornglut seinen Widersachern, Rache seinen Feinden; den Meeresl\u00e4ndern wird er den verdienten Lohn zahlen.<br>19 Dann wird man im Westen den Namen des HERRN f\u00fcrchten und im Osten seine Herrlichkeit; denn er wird daherkommen wie ein eingezw\u00e4ngter Strom, gegen den der Hauch des HERRN anst\u00fcrmt.<br>20 \u00bbAber f\u00fcr Zion wird er als Erl\u00f6ser erscheinen, und zwar f\u00fcr die, welche in Jakob vom Treubruch sich bekehrt haben\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN.<br>21 \u00bbWas aber mich betrifft, so soll dies mein Bund mit ihnen sein\u00ab \u2013 so hat der HERR gesprochen \u2013: \u00bbMein Geist, der auf dir ruht, und meine Worte, die ich dir in den Mund gelegt habe, die sollen nicht aus deinem Munde weichen und auch nicht aus dem Munde deiner Kinder und nicht aus dem Munde deiner Kindeskinder\u00ab \u2013 so hat der HERR gesprochen \u2013 \u00bbvon nun an bis in alle Ewigkeit.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 60<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zion von Gottes Lichtglanz \u00fcberstrahlt<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Mache dich auf, werde licht! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des HERRN ist \u00fcber dir erstrahlt.<br>2 Denn wohl bedeckt Finsternis die Erde und Dunkel die V\u00f6lker, aber \u00fcber dir strahlt der HERR wie eine Sonne auf, und seine Herrlichkeit wird sichtbar \u00fcber dir.<br>3 V\u00f6lker wallen zu deinem Licht hin und K\u00f6nige zu dem Glanz, in dem du strahlst.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zion als Sammelplatz seiner unter die V\u00f6lker versprengten Kinder und der Sch\u00e4tze der Welt<\/h3>\n\n\n\n<p>4 Hebe ringsum deine Augen empor und blicke hin! Sie alle haben sich versammelt und kommen zu dir: deine S\u00f6hne kommen aus der Ferne, und deine T\u00f6chter werden auf den Armen getragen.<br>5 Da wirst du dann, sobald du das siehst, vor Freude strahlen, und dein Herz wird pochen und sich weit auftun; denn der Reichtum des Meeres wird sich dir zuwenden, die Sch\u00e4tze der V\u00f6lker dir zustr\u00f6men.<br>6 Ein Gewimmel von Dromedaren wird dich bedecken, die jungen Kamele von Midian und Epha; allesamt werden sie aus Saba herkommen, Gold und Weihrauch bringen und die Ruhmestaten des HERRN verk\u00fcnden.<br>7 Alle Herden von Kedar werden sich f\u00fcr dich sammeln, die Widder von Nebajoth (1.Mose 25,13) dir zu Diensten stehen: mir zum Wohlgefallen werden sie auf meinen Altar gebracht werden, und so mache ich meinen glanzvollen Tempel noch gl\u00e4nzender.<br>8 Wer sind diese da, die wie eine Wolke dahergeflogen kommen und wie Tauben zu ihren Schl\u00e4gen?<br>9 Ja, auf mich harren die Meeresl\u00e4nder, und die Tharsisschiffe segeln voran, um deine S\u00f6hne aus der Ferne herzubringen; ihr Silber und ihr Gold f\u00fchren sie mit sich f\u00fcr den Namen des HERRN, deines Gottes, und f\u00fcr den Heiligen Israels, weil er dich zu hohen Ehren bringt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zion als Herrin der Welt geehrt und geziert<\/h3>\n\n\n\n<p>10 Die S\u00f6hne fremden Stammes werden deine Mauern aufbauen und ihre K\u00f6nige dir dienstbar sein; denn in meinem Grimm habe ich dich (allerdings) geschlagen, aber in meiner Gnade mich deiner wieder erbarmt.<br>11 Deine Tore werden best\u00e4ndig offen stehen, bei Tag und bei Nacht unverschlossen bleiben, um in dich einzulassen den Reichtum der V\u00f6lker und ihre K\u00f6nige, die im Triumph aufgef\u00fchrt werden.<br>12 Denn jedes Volk und jedes Reich, die dir nicht dienen wollen, sollen untergehen, und die Heidenv\u00f6lker \u00fcberhaupt v\u00f6lliger Vernichtung anheimfallen.<br>13 Die Prachtb\u00e4ume des Libanons sollen zu dir gebracht werden, Zypressen, Platanen und Edeltannen zumal, um die St\u00e4tte meines Heiligtums zu zieren; denn ich will die St\u00e4tte ehren, wo meine F\u00fc\u00dfe ruhen.<br>14 Es sollen auch die S\u00f6hne (V.10) deiner (fr\u00fcheren) Bedr\u00fccker tiefgeb\u00fcckt zu dir kommen, und alle deine Ver\u00e4chter sich zu deinen Fu\u00dfsohlen niederwerfen und dich \u203adie Stadt des HERRN\u2039 nennen, \u203adas Zion des Heiligen Israels\u2039.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zion der Ruhm und die Freude der V\u00f6lker als friedlicher Mittelpunkt der Erde<\/h3>\n\n\n\n<p>15 Statt da\u00df du verlassen und verha\u00dft warst, so da\u00df niemand dich aufsuchte, will ich dich zu ewigem Stolz machen, zum Entz\u00fccken f\u00fcr alle k\u00fcnftigen Geschlechter.<br>16 Und du wirst die Milch der V\u00f6lker schl\u00fcrfen und dich an der Brust der K\u00f6nige n\u00e4hren und sollst erkennen, da\u00df ich, der HERR, dein Retter bin und da\u00df dein Erl\u00f6ser der starke Held Jakobs ist.<br>17 Anstatt des Kupfers will ich Gold herbringen und anstatt des Eisens Silber herbeischaffen, statt des Holzes Kupfer und statt der Steine Eisen. Und ich will zu deiner Obrigkeit den Frieden machen und zu deiner Regierung die Gerechtigkeit.<br>18 Nicht wird man k\u00fcnftig von Gewalttaten in deinem Lande h\u00f6ren, von Verheerung und Verw\u00fcstung innerhalb deiner Grenzen, sondern deine Mauern wirst du \u203aHeil\u2039 nennen und deine Tore als \u203aRuhm\u2039 bezeichnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Zion als gotterf\u00fcllte Lichtstadt herrlich erbl\u00fchend<\/h3>\n\n\n\n<p>19 Nicht mehr wird dir k\u00fcnftig am Tage die Sonne als Leuchte dienen, noch bei Nacht der Mond dir zur Erhellung scheinen; nein, der HERR wird dir zum ewigen Licht dienen und dein Gott zu deiner herrlichen Zier.<br>20 Nicht mehr wird k\u00fcnftig deine Sonne untergehen, noch dein Mond den Schein verlieren; denn der HERR wird dir zum ewigen Licht werden, und die Tage deiner Trauer sollen zu Ende sein.<br>21 Dann wird dein Volk in seiner Gesamtheit aus Gerechten bestehen; ewiglich werden sie das Land besitzen als der Spro\u00df der von mir angelegten Pflanzung, als das Werk meiner H\u00e4nde, zu meiner Verherrlichung:<br>22 der Kleinste wird zu einer Tausendschaft werden und der Geringste zu einem starken Stamm: ich, der HERR, habe es verhei\u00dfen und werde es zu seiner Zeit eilends verwirklichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 61<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Gottesbote (d.h. geistgesalbte Sprecher) verk\u00fcndet den Zweck seiner Sendung<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Der Geist Gottes des HERRN ruht auf mir, weil der HERR mich gesalbt hat, um den Elenden frohe Botschaft zu bringen; er hat mich ja gesandt, um die, welche gebrochenen Herzens sind, zu verbinden, den Gefangenen die Freilassung anzuk\u00fcndigen und den Gebundenen die Entfesselung,<br>2 ein Gnadenjahr des HERRN und einen Tag der Rache unsers Gottes auszurufen, um allen Trauernden Trost zu bringen,<br>3 den um Zion Trauernden als Gnadengeschenk zu verleihen Kopfschmuck statt der schmutzigen Asche, Freuden\u00f6l statt des Trauergewandes, Lobgesang statt eines verzagten Geistes, damit man sie nenne \u203aEichen der Gerechtigkeit\u2039, \u203adie Pflanzung des HERRN ihm zur Verherrlichung\u2039.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Darlegung der von Gott verhei\u00dfenen Herrlichkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>4 Dann werden sie die uralten Tr\u00fcmmerst\u00e4tten wieder aufbauen und, was in fr\u00fcheren Zeiten zerst\u00f6rt worden ist, wieder aufrichten; sie werden die ver\u00f6deten St\u00e4dte wiederherstellen, Pl\u00e4tze, die w\u00fcst dagelegen haben von Geschlecht zu Geschlecht.<br>5 Und fremde Leute werden antreten, um eure Herden zu weiden, und Ausl\u00e4nder werden eure Ackerleute und Weing\u00e4rtner sein;<br>6 ihr aber werdet \u203aPriester des HERRN\u2039 hei\u00dfen, und \u203aDiener unsers Gottes\u2039 wird man euch nennen; den Reichtum der Heidenv\u00f6lker werdet ihr genie\u00dfen und in ihre Herrlichkeit eintreten.<br>7 Die erlittene Schmach wird euch doppelt ersetzt werden, und zum Entgelt f\u00fcr erfahrene Schm\u00e4hung werden sie \u00fcber ihren Anteil jubeln; daher sollen sie doppelten Besitz in ihrem Lande erhalten, und ewige Freude wird ihnen zuteil werden.<br>8 Denn ich, der HERR, liebe das Recht und hasse frevelhaften Raub; so will ich ihnen denn ihren Lohn getreulich geben und einen ewigen Bund mit ihnen schlie\u00dfen.<br>9 Ihre Nachkommenschaft soll unter den V\u00f6lkerschaften wohlbekannt sein und ihre Spr\u00f6\u00dflinge inmitten der V\u00f6lker: alle, die sie sehen, werden sie anerkennen als ein vom HERRN gesegnetes Geschlecht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jubelruf der Gemeinde \u00fcber die gnadenreiche Verherrlichung<\/h3>\n\n\n\n<p>10 \u00bbLaut frohlocken will ich \u00fcber den HERRN, jubeln soll meine Seele \u00fcber meinen Gott! Denn er hat mich in Gew\u00e4nder des Heils gekleidet, mir den Mantel der Gerechtigkeit umgelegt wie einem Br\u00e4utigam, der sich den Kopfschmuck nach Priesterart zurichtet, und wie eine Braut, die ihr Geschmeide anlegt.<br>11 Denn wie die Erde ihr Gespro\u00df hervorbringt und wie ein Garten seine Aussaat sprossen l\u00e4\u00dft, so wird Gott der HERR Gerechtigkeit sprossen lassen und Ruhm angesichts aller V\u00f6lker.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 62<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gott verk\u00fcndet, er wolle nicht an sich halten, bis Zions Glanzzeit komme<\/h3>\n\n\n\n<p>1 Um Zions willen darf ich nicht schweigen und um Jerusalems willen mir keine Ruhe g\u00f6nnen, bis seine Gerechtigkeit aufgeht wie Lichtglanz und sein Heil wie eine brennende Fackel,<br>2 und bis die V\u00f6lker deine Gerechtigkeit sehen und alle K\u00f6nige deine Herrlichkeit und man dir einen neuen Namen beilegt, den der Mund des HERRN bestimmen wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gottes Ratschlu\u00df, seine Stadt zu verherrlichen und sicherzustellen, wird unfehlbar verwirklicht werden<\/h3>\n\n\n\n<p>3 Dann wirst du eine prachtvolle Krone in der Hand des HERRN sein und eine k\u00f6nigliche Kopfbinde in der Hand deines Gottes;<br>4 und man wird dich nicht mehr \u203adie Verlassene\u2039 nennen und dein Land nicht mehr als \u203aVer\u00f6dung\u2039 bezeichnen, sondern man wird dich \u203aMein Wohlgefallen haftet an ihr\u2039 nennen und dein Land \u203adie Verm\u00e4hlte\u2039; denn der HERR hat Gefallen an dir, und dein Land stellt seine Gattin dar.<br>5 Denn wie der J\u00fcngling sich mit der Jungfrau verm\u00e4hlt, so werden deine S\u00f6hne sich mit dir verm\u00e4hlen, und wie der Br\u00e4utigam seine Freude an der Braut hat, so wird dein Gott Freude \u00fcber dich empfinden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mahnung an die \u00fcber Jerusalem bestellten W\u00e4chter, dem Herrn keine Ruhe zu lassen, bis er seine Verhei\u00dfungen erf\u00fcllt habe<\/h3>\n\n\n\n<p>6 \u00bb\u00dcber deine Mauern, Jerusalem, habe ich W\u00e4chter bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht hindurch keinen Augenblick schweigen sollen.\u00ab Ihr, die ihr den HERRN erinnern sollt: g\u00f6nnt euch keine Ruhe<br>7 und gew\u00e4hrt auch ihm keine Ruhe, bis er sich dazu bereit macht und Jerusalem zu einer Ber\u00fchmtheit auf der Erde macht.<br>8 Geschworen hat der HERR bei seiner Rechten und bei seinem starken Arm: \u00bbIch will fortan dein Getreide deinen Feinden nicht mehr zur Nahrung hingeben, und niemals wieder sollen Ausl\u00e4nder deinen Wein trinken, um den du dich gem\u00fcht hast;<br>9 nein, die (das Korn) eingeerntet haben, sollen es auch verzehren und den HERRN dabei preisen; und die (den Wein) gelesen haben, sollen ihn auch trinken in den Vorh\u00f6fen meines Heiligtums.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aufruf zum Auszug aus dem Heidenlande nach der zu hohem Heil bestimmten Gottesstadt<\/h3>\n\n\n\n<p>10 Zieht aus, zieht aus durch die Tore! Bereitet dem Volk den Weg! Bahnet, bahnet die Stra\u00dfe, r\u00e4umt die Steine weg, pflanzt ein Panier f\u00fcr die V\u00f6lker auf!<br>11 Sehet, der HERR hat den Befehl bis ans Ende der Erde erschallen lassen: \u00bbSagt der Tochter Zion: \u203aSiehe, dein Heil kommt, siehe, sein Lohn kommt mit ihm, und seine Vergeltung geht vor ihm her!\u2039\u00ab<br>12 Und man wird sie nennen \u203adas heilige Volk\u2039, \u203adie durch den HERRN Erl\u00f6sten\u2039; dich selbst aber wird man nennen \u203adie Vielbesuchte\u2039, \u203adie nicht (mehr) verlassene Stadt\u2039.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 63<\/h2>\n\n\n\n<p>1 Wer ist es, der dort von Edom herkommt, von Bozra in hochroten Kleidern? Pr\u00e4chtig ist er in seinem Gewand, stolz schreitet er einher in der F\u00fclle seiner Kraft. \u00bbIch bin es, der mit Gerechtigkeit redet, der reiche Mittel hat zu retten.\u00ab<br>2 \u00bbWoher r\u00fchrt das Rot an deinem Gewande, und warum sehen deine Kleider aus wie die eines Keltertreters?\u00ab<br>3 \u00bbDie Kelter habe ich getreten, ich allein, denn von den V\u00f6lkern stand niemand mir bei; da habe ich sie in meinem Zorn niedergetreten und in meinem Grimm zerstampft; dabei ist ihr Lebenssaft an meine Kleider gespritzt, so da\u00df ich meine ganze Gewandung besudelt habe.<br>4 Denn ein Tag der Rache lag mir im Sinn, und das Jahr meiner Erl\u00f6sung war gekommen.<br>5 Ich schaute mich um, doch niemand war da, um zu helfen; ich blickte erstaunt umher, doch niemand war da, der mir beistand; da hat mein Arm mir geholfen, und mein Grimm, der hat mir Beistand geleistet.<br>6 So habe ich denn V\u00f6lker in meinem Zorn niedergetreten und sie in meinem Grimm zerschmettert und habe ihren Lebenssaft zur Erde rinnen lassen.\u00ab<br>7 Der Gnadenerweise des HERRN will ich gedenken, der Ruhmestaten des HERRN, wie sich\u2019s geb\u00fchrt nach allem, was der HERR an uns getan hat, und nach der gro\u00dfen G\u00fcte gegen das Haus Israel, dem er Gutes erwiesen hat nach seiner Barmherzigkeit und nach der gro\u00dfen Zahl seiner Gnadenverhei\u00dfungen.<br>8 Denn er sagte: \u00bbSie sind ja doch mein Volk, S\u00f6hne, die nicht treulos sein werden\u00ab; so erwies er sich ihnen denn als Retter.<br>9 In allen ihren Bedr\u00e4ngnissen f\u00fchlte (auch) er sich bedr\u00e4ngt, und der Engel seines Angesichts rettete sie; in seiner Liebe und Milde erl\u00f6ste er selbst sie und hob sie immer wieder empor und trug sie einher alle Tage der Vorzeit hindurch.<br>10 Sie aber waren widerspenstig und betr\u00fcbten seinen heiligen Geist, so da\u00df er sich ihnen in einen Feind verwandelte und selbst gegen sie stritt.<br>11 Da dachte sein Volk zur\u00fcck an die Tage der Vorzeit, an Mose: \u00bbWo ist der, welcher den Hirten seiner Herde aus dem Meer heraufgeholt hat? Wo ist der, welcher seinen heiligen Geist ihm ins Herz gab?<br>12 Welcher seinen gewaltigen Arm zur Rechten Moses einhergehen lie\u00df? Welcher die Wasser ihretwegen zerteilte, um sich einen ewigen Namen zu schaffen?<br>13 Welcher sie durch die Fluten ziehen lie\u00df wie Rosse in der Steppe, so da\u00df sie nicht strauchelten?<br>14 Gleich der Herde, die ins Tal hinabzieht, brachte der Geist des HERRN sie zur Ruhe.\u00ab So hast du dein Volk geleitet, um dir einen ruhmvollen Namen zu machen.<br>15 Blicke vom Himmel hernieder und schaue von deiner heiligen und pr\u00e4chtigen Wohnung her! Wo ist dein Eifer und deine Heldenkraft, der Drang deines Herzens und dein Erbarmen? Halte dich doch nicht zur\u00fcck (gegen mich)!<br>16 Denn du bist unser Vater. Abraham wei\u00df ja nichts von uns, und Israel kennt uns nicht: du, HERR, bist unser Vater; \u203aunser Erl\u00f6ser\u2039 ist von alters her dein Name.<br>17 Warum hast du uns abirren lassen, HERR, von deinen Wegen und unser Herz verh\u00e4rtet, so da\u00df es dich nicht mehr f\u00fcrchtet? Kehre zur\u00fcck um deiner Knechte willen, um der St\u00e4mme willen, die dein Eigentum sind!<br>18 Nur kurze Zeit ist das dir geheiligte Volk im Besitz seines Erbes gewesen, da haben unsere Widersacher dein Heiligtum zertreten.<br>19 Es ist uns ergangen wie solchen, \u00fcber die du nicht von alters her geherrscht hast und \u00fcber denen dein Name niemals genannt worden ist. O da\u00df du doch den Himmel zerrissest, herabf\u00fchrest, so da\u00df die Berge vor dir ins Wanken gerieten \u2013<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 64<\/h2>\n\n\n\n<p>1 wie Feuer Reisig in Brand setzt und Feuer das Wasser in Sieden versetzt \u2013, um deinen Namen deinen Widersachern kundzutun, damit die V\u00f6lker vor dir erzitterten,<br>2 indem du furchtbare Taten vollf\u00fchrtest, die unsere Erwartung \u00fcberstiegen! Ja, f\u00fchrest du herab, so da\u00df die Berge vor dir ins Wanken gerieten!<br>3 Hat man doch von alters her nicht geh\u00f6rt noch vernommen, hat doch kein Auge es je gesehen, da\u00df ein Gott au\u00dfer dir f\u00fcr einen auf ihn Harrenden Taten vollbringt.<br>4 Du kommst dem entgegen, der Freude daran hat, Gerechtigkeit zu \u00fcben, denen, die auf deinen Wegen deiner gedenken. Doch ach, du bist in Zorn geraten, denn wir haben ges\u00fcndigt durch unsere Untreue allezeit und unsern Abfall.<br>5 So sind wir denn allesamt einem Unreinen gleich geworden und alle unsere Gerechtigkeitserweise sind wie ein besudeltes Gewand; wir sind allesamt verwelkt wie Laub, und unsere S\u00fcnden haben uns mit sich fortgerissen wie der Wind;<br>6 und niemand ist da, der deinen Namen noch anruft, niemand, der sich aufrafft, um an dir festzuhalten; denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und l\u00e4\u00dft uns unter dem Druck unserer S\u00fcnden vergehen.<br>7 Nun aber, HERR \u2013 du bist ja unser Vater; wir sind der Ton, und du bist unser Bildner, und das Werk deiner H\u00e4nde sind wir alle \u2013:<br>8 Z\u00fcrne nicht unvers\u00f6hnlich fort, o HERR, und gedenke nicht ewiglich unserer Schuld! Ach, blicke doch her: dein Volk sind wir alle!<br>9 Deine heiligen St\u00e4dte sind zur W\u00fcste geworden: Zion ist zur W\u00fcste geworden, Jerusalem zur Tr\u00fcmmerst\u00e4tte!<br>10 Unser heiliger und herrlicher Tempel, wo unsere V\u00e4ter dir lobgesungen haben, ist in Flammen aufgegangen, und alle unsere Lieblingsst\u00e4tten liegen in Tr\u00fcmmern!<br>11 Willst du trotz alledem an dich halten, HERR? Willst du schweigen und uns erniedrigen bis zur Vernichtung?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 65<\/h2>\n\n\n\n<p>1 \u00bbIch bin zu erkunden gewesen f\u00fcr die, welche nicht (nach mir) fragten, und ich bin zu finden gewesen f\u00fcr die, welche mich nicht suchten; ich habe \u203aHier bin ich! Hier bin ich!\u2039 gesagt zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief.<br>2 Ich habe meine Arme den ganzen Tag ausgestreckt nach einem widerspenstigen Volk, das seinen eigenen Gedanken nachgeht auf unheilvollem Wege,<br>3 nach Leuten, die mich best\u00e4ndig in kr\u00e4nkender Weise erbittern, indem sie in den G\u00e4rten Schlachtopfer und auf (Alt\u00e4ren von) Ziegelsteinen Rauchopfer darbringen,<br>4 die in den Gr\u00e4bern sitzen und an geheimnisvollen Orten n\u00e4chtigen; die Schweinefleisch essen und Br\u00fche von unreinen Dingen in ihren Gef\u00e4\u00dfen haben;<br>5 die da sagen: \u203aBleibe mir vom Leibe, komm mir nicht nahe, denn ich bin f\u00fcr dich heilig!\u2039 Solche Leute sind Rauch in meiner Nase, wie loderndes Feuer den ganzen Tag.<br>6 Wisset wohl: aufgeschrieben liegt das vor mir, und ich werde nicht schweigen, es sei denn, da\u00df ich es vergolten habe; ja, vergelten will ich es und es in ihren Scho\u00df heimzahlen (V.7),<br>7 eure Verschuldungen und die Verschuldungen eurer V\u00e4ter zugleich!\u00ab \u2013 so hat der HERR gesprochen \u2013, \u00bbweil sie auf den Bergen geopfert und mich auf den H\u00fcgeln entehrt haben; ja, ihnen will ich zuv\u00f6rderst den verdienten Lohn in ihren Scho\u00df hineinmessen!\u00ab<br>8 So hat der HERR gesprochen: \u00bbWie man von einer Traube sagt, solange sich noch Saft in ihr findet: \u203aVerderbe sie nicht, denn es ist ein Segen in ihr!\u2039, so will auch ich es halten um meiner Knechte willen, um nicht das Ganze zu verderben.<br>9 Darum will ich aus Jakob einen Samen hervorgehen lassen und aus Juda einen Erben meines Berglandes, damit meine Erw\u00e4hlten das Land ererben und meine Knechte daselbst wohnen.<br>10 Da wird dann die Saronebene zu einer Trift f\u00fcr Schafherden werden und das Tal Achor zum Lagerplatz der Rinder f\u00fcr mein Volk, soviele ihrer mich gesucht haben.<br>11 Ihr aber, die ihr den HERRN verlassen, die ihr meinen heiligen Berg vergessen habt, die ihr dem Gl\u00fccksgott den Tisch herrichtet und der Schicksalsg\u00f6ttin W\u00fcrzwein (als Trankopfer) einschenkt:<br>12 euch bestimme ich f\u00fcr das Schwert, und zwar sollt ihr allesamt zur Schlachtung niederknien, zur Strafe daf\u00fcr, da\u00df ihr, als ich gerufen hatte, nicht geantwortet habt, und als ich redete, nicht h\u00f6ren wolltet, sondern das getan habt, was b\u00f6se ist in meinen Augen, und euch f\u00fcr das entschieden habt, woran ich kein Wohlgefallen finde.\u00ab<br>13 Darum hat Gott der HERR so gesprochen: \u00bbF\u00fcrwahr, meine Knechte werden essen, ihr aber sollt hungern! F\u00fcrwahr, meine Knechte werden trinken, ihr aber sollt Durst leiden! F\u00fcrwahr, meine Knechte werden sich freuen, ihr aber sollt besch\u00e4mt dastehen!<br>14 F\u00fcrwahr, meine Knechte werden jubeln vor Herzenslust, ihr aber sollt schreien vor Herzeleid und laut wehklagen in Verzweiflung!<br>15 Au\u00dferdem sollt ihr euren Namen meinen Erw\u00e4hlten zum Fluchwort hinterlassen: \u203aGott der HERR m\u00f6ge so dich t\u00f6ten!\u2039 Seinen Knechten aber wird er einen andern Namen beilegen,<br>16 so da\u00df, wer sich segnen will im Lande, sich mit dem Gott der Wahrhaftigkeit segnen wird, und wer im Lande schw\u00f6rt, beim Gott der Treue schw\u00f6ren wird; denn die fr\u00fcheren Drangsale werden vergessen sein und verborgen vor meinen Augen.\u00ab<br>17 \u00bbDenn wisset wohl: ich werde einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, so da\u00df man der fr\u00fcheren Zust\u00e4nde nicht mehr gedenken wird und sie keinem mehr in den Sinn kommen sollen.<br>18 Nein, freuet euch und jubelt immerdar \u00fcber das, was ich schaffe; denn wisset wohl: ich will Jerusalem umschaffen zum Jubel und das Volk darin zum Frohlocken;<br>19 und ich will selbst \u00fcber Jerusalem jubeln und \u00fcber mein Volk frohlocken, und es soll hinfort kein Laut des Weinens und kein Laut des Wehgeschreis in ihm vernommen werden.<br>20 Es soll dort alsdann keinen S\u00e4ugling von nur wenigen Tagen und keinen Greis mehr geben, der seine Tage nicht voll auslebt; sondern als J\u00fcngster wird der Hundertj\u00e4hrige sterben und wer nur hundert Jahre alt wird, als ein vom Fluch getroffener S\u00fcnder gelten.<br>21 Wenn sie H\u00e4user bauen, werden sie auch darin wohnen und, wenn sie Weinberge anlegen, auch deren Ertrag genie\u00dfen;<br>22 sie werden nicht bauen, da\u00df ein anderer darin wohne, und werden nicht pflanzen, da\u00df ein anderer die Fr\u00fcchte genie\u00dfe; nein, gleich der Lebenszeit der B\u00e4ume soll auch die Lebenszeit meines Volkes sein, und was ihre H\u00e4nde erarbeitet haben, sollen meine Erw\u00e4hlten auch selbst verbrauchen.<br>23 Nicht vergeblich sollen sie sich abm\u00fchen und nicht Kinder f\u00fcr j\u00e4hen Tod zeugen; nein, sie werden ein Geschlecht der vom HERRN Gesegneten sein und ihre Spr\u00f6\u00dflinge ihnen erhalten bleiben.<br>24 Und geschehen wird es: ehe sie rufen, will ich schon antworten, und w\u00e4hrend sie noch reden, will ich sie schon erh\u00f6ren.<br>25 Wolf und Lamm werden beisammen weiden, und der L\u00f6we wird Stroh fressen wie ein Rind und die Schlange sich von Staub n\u00e4hren: sie werden nichts B\u00f6ses mehr ver\u00fcben und kein Unheil mehr anrichten in meinem ganzen heiligen Berglande: der HERR hat es verhei\u00dfen!\u00ab<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Jesaja Kapitel 66<\/h2>\n\n\n\n<p>1 So hat der HERR weiter gesprochen: \u00bbDer Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner F\u00fc\u00dfe: was f\u00fcr ein Haus w\u00e4re es, das ihr mir bauen k\u00f6nntet, und welches w\u00e4re die St\u00e4tte, wo ich ruhen soll?<br>2 Hat doch meine Hand dies ganze Weltall geschaffen, so da\u00df dies alles entstanden ist\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN. \u00bbIch blicke aber nach dem hin, der dem\u00fctig und zerschlagenen Geistes ist und der (in Ehrfurcht) bebt beim Gedanken an mein Wort.<br>3 Wer ein Rind schlachtet, zugleich aber ein Menschenm\u00f6rder ist; wer ein St\u00fcck Kleinvieh opfert, zugleich aber einem Hund das Genick bricht; wer ein Speisopfer darbringt, aber Schweinsblut dazu verwendet; wer Weihrauch als Duftopfer anz\u00fcndet, zugleich aber einen G\u00f6tzen verehrt \u2013 nun, wie diese ihre eigenen Wege erw\u00e4hlt haben und ihr Herz Wohlgefallen an ihren Scheusalen hat,<br>4 ebenso will ich mir Qualen f\u00fcr sie erw\u00e4hlen und das, wovor ihnen graut, (als Vergeltung) \u00fcber sie kommen lassen, weil niemand, als ich gerufen hatte, mir Antwort gegeben und niemand, als ich redete, auf mich geh\u00f6rt hat, sondern sie das getan haben, was b\u00f6se ist in meinen Augen, und sich f\u00fcr das entschieden haben, woran ich kein Wohlgefallen habe.\u00ab<br>5 H\u00f6ret das Wort des HERRN, ihr, die ihr (in Ehrfurcht) bebt beim Gedanken an sein Wort: \u00bbGesagt haben eure Br\u00fcder, die euch hassen, ja die euch aussto\u00dfen um meines Namens willen: \u203aDer HERR m\u00f6ge doch seine Herrlichkeit sichtbar werden lassen, damit wir eure Freude zu sehen bekommen!\u2039 Aber die sollen entt\u00e4uscht werden.\u00ab<br>6 Horch! Get\u00f6se erschallt von der Stadt her! Horch, vom Tempel her! Horch, der HERR zahlt seinen Feinden den geb\u00fchrenden Lohn heim!<br>7 Ehe sich Wehen bei ihr einstellten, ist sie Mutter geworden; ehe Geburtsschmerzen sie ankamen, ist sie eines Knaben genesen.<br>8 Wer hat so etwas je geh\u00f6rt, wer dergleichen je gesehen? Kann denn ein Land an einem einzigen Tage ins Dasein gerufen oder ein Volk mit einem Mal geboren werden? Und doch ist Zion in Wehen gekommen und hat zugleich auch ihre Kinder geboren.<br>9 \u00bbSollte ich es bis zum Durchbruch des Mutterscho\u00dfes kommen lassen, dann aber die Geburt nicht zu Ende f\u00fchren?\u00ab spricht der HERR; \u00bboder sollte ich, der ich geb\u00e4ren lasse, die Geburt verhindern?\u00ab spricht dein Gott.<br>10 Freuet euch mit Jerusalem und jubelt \u00fcber sie, ihr alle, die ihr sie lieb habt! Seid mit ihr hocherfreut, ihr alle, die ihr Trauer um sie getragen habt,<br>11 auf da\u00df ihr an ihrer trostspendenden Brust saugt und euch satt trinkt, auf da\u00df ihr euch an der F\u00fclle ihrer Herrlichkeit erlabt!<br>12 Denn so hat der HERR gesprochen: \u00bbWisset wohl: ich leite das Heil zu ihr hin wie einen Strom und die Herrlichkeit der V\u00f6lker wie einen flutenden Bach; da sollt ihr wie S\u00e4uglinge gen\u00e4hrt, sollt auf den Armen getragen und auf den Knien gewiegt werden.<br>13 Wie einen seine Mutter tr\u00f6stet, so will ich euch tr\u00f6sten; und zwar in Jerusalem sollt ihr Trost empfangen.<br>14 Wenn ihr es seht, wird euer Herz frohlocken, und eure Leiber werden sprossen wie junges Gr\u00fcn; und die Hand des HERRN wird sich an seinen Knechten zu erkennen geben, sein Groll aber an seinen Feinden.<br>15 Denn wisset wohl: der HERR wird im Feuer daherkommen und seine Wagen wie der Sturmwind, um seinen Zorn sich auswirken zu lassen in Verderben und sein Schelten in Feuerflammen.<br>16 Denn mit Feuer wird der HERR ein Strafgericht (an der ganzen Erde) vollziehen und mit seinem Schwert an allem Fleisch, und gro\u00df wird die Zahl der vom HERRN Erschlagenen sein:<br>17 \u00bbAlle, die sich f\u00fcr die G\u00e4rten heiligen und sich reinigen hinter einem in der Mitte (dem G\u00f6tzenpriester) her, alle, die Schweinefleisch, M\u00e4use und andere Greuel essen, die sollen allesamt ein Ende nehmen!\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN.<br>18 \u00bbDenn ich kenne ihr ganzes Tun und ihre Gedanken und werde kommen, um alle V\u00f6lker und Sprachen zu versammeln; und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.<br>19 Ich werde dann ein warnendes Beispiel an ihnen vollziehen und einige von ihnen Entronnene zu den V\u00f6lkern senden: nach Tharsis (23,1), Put und Lud, die den Bogen spannen, nach Thubal (1.Mose 10,2) und Jonien, nach den fernen Meeresl\u00e4ndern, die von mir noch keine Kunde vernommen und von meiner Herrlichkeit noch nichts gesehen haben, damit sie meine Herrlichkeit unter den V\u00f6lkern verk\u00fcnden.<br>20 Sie werden dann alle eure Br\u00fcder aus allen V\u00f6lkern als Weihgeschenk f\u00fcr den HERRN auf Rossen und auf Wagen, in S\u00e4nften und auf Maultieren und Dromedaren hinauf zu meinem heiligen Berge nach Jerusalem bringen\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013, \u00bbgleichwie die Israeliten das Speisopfer in reinem Gef\u00e4\u00df in das Haus des HERRN bringen.<br>21 Und auch aus ihnen werde ich mir einen Teil zu den levitischen Priestern hinzunehmen\u00ab \u2013 so hat der HERR gesprochen.<br>22 \u00bbDenn wie der neue Himmel und die neue Erde, die ich schaffen will, vor mir Bestand haben werden\u00ab \u2013 so lautet der Ausspruch des HERRN \u2013, \u00bbso soll auch eure Nachkommenschaft und euer Name Bestand (vor mir) haben.<br>23 Und es soll dahin kommen, da\u00df monatlich am Neumond und w\u00f6chentlich am Sabbat alles Fleisch sich einfindet, um vor meinem Angesicht anzubeten\u00ab \u2013 so hat der HERR gesprochen.<br>24 \u00bbSie werden dann auch (aus der Stadt) hinausgehen und sich die Leichname der Menschen ansehen, die von mir abgefallen sind; denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erl\u00f6schen, und sie werden ein Abscheu sein f\u00fcr alles Fleisch.\u00ab<\/p>\n\n\n<style>.wp-block-kadence-spacer.kt-block-spacer-722_b84e87-0c .kt-block-spacer{height:60px;}.wp-block-kadence-spacer.kt-block-spacer-722_b84e87-0c .kt-divider{border-top-width:1px;height:1px;border-top-color:#eee;width:80%;border-top-style:solid;}<\/style>\n<div class=\"wp-block-kadence-spacer aligncenter kt-block-spacer-722_b84e87-0c\"><div class=\"kt-block-spacer kt-block-spacer-halign-center\"><hr class=\"kt-divider\"\/><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow 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Erster Hauptteil des Buches (Kap. 1-39)I. 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