Das 61. Buch der Bibel, das 22. im Neuen Testament
Der zweite Brief des Petrus war auch gleichzeitig der letzte, den der Apostel kurz vor seinem „Tod“, als eine Art „Abschiedsbrief“ geschrieben hatte.
Er wird von manchen auch als das Testament des Petrus bezeichnet.
Bezeichnend ist, dass der Apostel dabei nicht von Tod oder Sterben, sondern von „heimgehen“ und dem „Ablegen des Zeltes oder der Leibeshütte“, spicht.
Entstanden ist der zweite Petrusbrief, abhängig vom genauen Zeitpunkt dieses Ereignisses, in den Jahren zwischen 64 und 67 nach Christus.
Der Überlieferung nach wurde der Apostel Petrus, auf seinen eigenen Wunsch hin, mit dem Kopf nach unten gekreuzigt, da er sich selbst nicht für würdig erachtete, auf dieselbe Weise wie sein Herr, Jesus Christus, zu sterben.
Einen Empfänger nennt der zweite Brief des Petrus uns nicht.
Deshalb und weil er nicht lange nach seinem ersten Brief verfasst wurde, geht man davon aus, dass er an dieselben Gemeinden in Kleinasien gerichtet ist wie der erste Petrusbrief, und wie dieser betrifft auch er die ganze Christenheit.
Inhaltlich werden im zweiten Brief von Petrus keine neuen Lehren vermittelt.
Er dient zur Warnung und Ermahnung der Gemeinden, ergänzt hierin die Briefe des Paulus und bestätigt deren Autorität.
Es waren Irrlehrer aufgetreten, die eine Wiederkehr Christi, das kommende Gericht und das Eintreffen der prophezeiten Ereignisse der Bibel leugneten.
Petrus widerspricht diesen falschen Lehren scharf.
Er weist darauf hin, dass die Apostel selbst Augenzeugen des Lebens und des Dienstes Jesu gewesen sind, und unterstreicht die Unfehlbarkeit biblischer Prophezeiung, welche durch die Inspiration des Heiligen Geistes erfolgt ist.
Dabei erinnert er auch daran, dass sich Gottes Zeitvorstellung gänzlich von der menschlichen unterscheidet: Für den HERRN ist ein Tag wie 1000 Jahre und 1000 Jahre wie ein Tag (Psalm 90, Vers 4).
Was die Menschen für Verzögerung halten und sie zweifeln lässt, ist lediglich ein Zeichen für Gottes Güte und Geduld mit der Menschheit.
ER gibt damit noch mehr Personen die Möglichkeit, die Errettung in Jesus zu ergreifen, und die Zeit, ihr jetziges Leben zu ändern.
Im zweiten Kapitel des Briefes rechnet der Apostel anhand vieler Beispiele mit diesen Irrlehrern ab.
Er zeigt auf, wie man diese Leute nicht nur an ihren verkehrten Lehren, sondern auch an ihrem eigenen Lebenswandel erkennen kann.
Der Schluss des Briefes widmet sich den Ereignissen der letzten Zeit, bis zum Vergehen und der neuen Schöpfung des Universums, und ermahnt uns, dies geduldig und in einem heiligen Lebensstil zu erwarten.
Gliederung des zweiten Petrusbriefs:
Kapitel 1 – Geistliches Wachstum in der Erkenntnis und das Festhalten an der Wahrheit des Glaubens
Kapitel 2 – Gegen Irrlehren – das Aufkommen falscher Lehrer, ihre Überheblichkeit, ihr Lebensstil und ihr Ende
Kapitel 3 – Irrlehre der Verleugnung von Jesu Wiederkunft, die Gewissheit darüber und die Konsequenzen für die ganze Welt und unser persönliches Leben
