Das 3. Buch der Bibel, das Buch der Versöhnung
Gleich als Einführung in Levitikus, der für uns gebräuchliche, Titel des dritten Buches von Moses, wurde ebenfalls von der lateinischen Vulgata übernommen. In diese, wurde der Begriff aus dem Griechischen „Leueitikon“ der Septuaginta übernommen.
Levitikus leitet sich vom jüdischen Stamm Levi ab. Für die Nachkommen von Levi war kein eigenes Erbteil im verheißenen Land Israel vorgesehen, der ganze Stamm wurde von Gott zu seinem Priestertum bestimmt.
Um diese Priester und ihre Familien dennoch ernähren zu können, wurde von Gott das Prinzip des „Zehnten“ eingeführt.
Danach war der 10. Teil jedes Ertrages von Vieh, Früchten und Acker des ganzen Volkes Israel Gott geweiht.
Mose und sein Bruder Aaron, der zum ersten Hohenpriester Israels ernannt wurde, gehörten zu den Nachkommen Levis, einem der zwölf Söhne Israels, oder wie er ursprünglich genannt wurde, Jakobs.
Levitikus kann sinngemäß mit „das Priesterliche“ übersetzt werden, und entsprechend handelt das dritte Buch Moses auch vor allem vom levitischen (aaronitischen) Priesterdienst, der beim Bundesschluss Gottes mit dem Volk Israel am Berg Sinai, wo Mose auch die Tafeln mit den 10 Geboten erhalten hatte, eingesetzt wurde.
Die Juden selbst nennen die dritte Schriftrolle der Tora „Wajiqra“ (auf Deutsch „Und er rief“), nach den ersten darin geschriebenen Worten.
Geschrieben wurde diese Schriftrolle ebenfalls von Moses, während der 40-jährigen Wüstenwanderung Israels, vermutlich kurz nach seinem zweiten Buch Exodus, das von dem Auszug aus Ägypten gehandelt hatte.
Das vierte Buch Mose kann in zwei große Teile gegliedert werden.
In seinem ersten Teil enthält es vor allem die Anweisungen für den priesterlichen Dienst mit den Opfern.
Dieser Opferdienst mutet uns heute archaisch an, dabei dürfen wir aber zwei Dinge nicht vergessen.
Erstens ist der Opfergedanke archäologisch in allen Völkern und allen Religionen von Anbeginn der Menschheit bezeugt, und wir lesen schon in der Genesis von den Opfern von Kain und Abel.
Zweitens opfern wir heute noch genauso wie zu allen Zeiten. Auch wenn es jetzt nicht mehr die Tieropfer sind, spenden wir deren Gegenwert, unser Geld, in alle möglichen Projekte, oft auch, um unser Gewissen zu beruhigen.
Wie erwähnt diente der Opferdienst in Israel vor allem der materiellen Versorgung eines ganzen Stammes. Auch gab es bei den Opferpraktiken keine Menschenopfer und magischen Vorstellungen wie in den Heidenvölkern.
Generell kann man bei den alttestamentlichen Opfervorschriften zwei Arten von Opfern unterscheiden:
Ein Opfer zur Wiederherstellung der durch Sünde zerstörten Beziehung mit Gott – als Beispiel seien das Schuld- und das Sündopfer genannt.
Das andere Opfer, um die Beziehung mit Gott zu erhalten, wie beispielsweise in der Anbetung beim Speis-, Brand- und Heilsopfer.
All diese verschiedenen Arten weisen lediglich auf das vollkommene Opfer durch das Lamm Gottes, Jesus Christus, hin, der durch seinen Tod alle weiteren Opfer hinfällig gemacht und für jeden Menschen einen Weg zu Gott geöffnet hat.
Der zweite Teil des Buches ist auch als das Heiligkeitsgesetz bekannt, nach der Kernaussage:
„Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig (Kapitel 19, Vers 2)„.
Hier werden weitere Gebote für das ganze jüdische Volk genannt.
Dazu gehören Gesetze gegen Unzucht und Götzendienst, Speisevorschriften und die Ordnung der Feste für Israel.
Den Gipfel jedoch finden wir im Gebot der Nächstenliebe, das auch Jesus als höchstes Ideal hervorhebt.
In Kapitel 19, Vers 18 steht: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“.
Gliederung des dritten Buches Mose:
Erster Teil, die Kapitel 1 bis 16 – der Weg des Volkes Israel zu Gott
Kapitel 1 bis 7 – Die verschiedenen Opfer und jeweiligen Anweisungen
Kapitel 8 bis 10 – Einsetzung der levitischen Priester
Kapitel 11 bis 15 – Vorschriften über die Reinheit der Priesterschaft
Kapitel 16 – Ritual des alljährlichen Versöhnungstages
Zweiter Teil, die Kapitel 17 bis 27 – die Gemeinschaft mit Gott zu erhalten
Die Trennung von der Sünde, Vorschriften zu Festen, Sabbat- und Halljahr, Anbetung, Gottesfurcht, das Achten auf Gebote und Verheißungen, das Halten von Gelübden und Treue im Zehntengeben
Inhaltsverzeichnis des dritten Buches von Mose, oder Levitikus:
- Das dritte Buch Mose / Levitikus
- 3. Mose Kapitel 1
- 3. Mose Kapitel 2
- 3. Mose Kapitel 3
- 3. Mose Kapitel 4
- 3. Mose Kapitel 5
- 3. Mose Kapitel 6
- 3. Mose Kapitel 7
- 3. Mose Kapitel 8
- 3. Mose Kapitel 9
- 3. Mose Kapitel 10
- Nadabs und Abihus Versündigung und Tod
- Vorschriften für die Priester betreffs Ausübung von Trauergebräuchen
- Verbot des Weingenusses für die Priester während ihrer amtlichen Tätigkeit
- Über das Verzehren des Priesteranteils an Speis- und Friedensopfern
- Über den Genuß des Fleisches des für das Volk dargebrachten Sündopferbockes
- 3. Mose Kapitel 11
- 3. Mose Kapitel 12
- 3. Mose Kapitel 13
- 3. Mose Kapitel 14
- 3. Mose Kapitel 15
- 3. Mose Kapitel 16
- 3. Mose Kapitel 17
- 3. Mose Kapitel 18
- 3. Mose Kapitel 19
- 3. Mose Kapitel 20
- 3. Mose Kapitel 21
- 3. Mose Kapitel 22
- 3. Mose Kapitel 23
- Der Sabbat
- Das Passah und das Fest der ungesäuerten Brote
- Darbringung der Erstlingsgarbe (in der Woche des Festes der ungesäuerten Brote)
- Das Wochen- oder Pfingstfest
- Der Neumondstag des siebenten Monats (oder das Neujahrsfest)
- Der große Versöhnungstag
- Das Laubhüttenfest (oder: das Fest der Lese)
- Nachträgliche Bestimmungen über das Laubhüttenfest
- 3. Mose Kapitel 24
- 3. Mose Kapitel 25
- 3. Mose Kapitel 26
- 3. Mose Kapitel 27
