Das Neue Testament – Gottes Bund mit der ganzen Menschheit

Das Neue Testament - Gottes Bund mit der ganzen Menschheit

Das Neue Testament, den Bund, den Gott der ganzen Menschheit anbietet, verdanken wir, was die Herkunft betrifft, größtenteils unseren jüdischen Geschwistern.

Bis auf das Evangelium nach Lukas und die ebenfalls von ihm verfasste Apostelgeschichte, wurden sämtliche Teile von messianischen Juden, also den ersten Christen, die alle dem Volk Israel entstammten, geschrieben.

Soweit uns bekannt ist, wurden alle Bücher und Briefe in der griechischen Umgangssprache „Koine“ verfasst, das bedeutet „Allgemeiner Dialekt“.
Dieser hatte während der Zeit des Hellenismus langsam das Aramäische als Verkehrssprache im östlichen Teil des römischen Imperiums verdrängt.
Lediglich Matthäus soll, nach dem Hinweis eines uns nicht bekannten Gemeindeleiters, sein Evangelium ursprünglich in Hebräisch geschrieben haben.

Ich denke, hier ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass diese „Koine“, das Altgriechisch, in dem das Neue Testament geschrieben wurde, eine „tote“ Sprache ist, ebenso wie das „klassische“ Hebräisch, in dem das Alte Testament größtenteils geschrieben wurde – oder, unserem Kultur- und Sprachraum näher, das Latein, von dem wir heute noch das Alphabet und die Buchstaben benutzen.

Was sich zunächst so negativ anhört – „tot“ – ist dabei für uns ein Segen!

„Lebendige“ Sprachen verändern sich ständig, die Bedeutung der Wörter ändert sich wie sich, genau wie sich die Vorstellungen und die Werte in der Gesellschaft verändern, wie der Zeitgeist gerade wirkt.
Viele Worte geraten völlig in Vergessenheit, und selbst der Gebrauch, die Nutzung der Worte, wie wir Sätze bilden und die Aussage, die wir damit treffen wollen, hat sich geändert.

Das Deutsch, das ich als Kind lernte, hatte schon viele Worte „vergessen“ die ich in Büchern las, die gerade einmal 50 Jahre alt waren – und heute?
Wir nutzen in jedem 2. Satz Begriffe, die in meiner Jugend noch in keinem Wörterbuch zu finden waren, und wenn ich Gesprächen unter Jugendlichen zuhöre, habe ich teilweise Mühe, dem Inhalt und der Bedeutung der Unterhaltung, zu folgen.

Im Gegensatz dazu gibt es keine Änderungen an einer „toten Sprache“ mehr.
Jedes Wort in der Bibel – zumindest wenn wir es in der jeweiligen Ursprache lesen – hat genau die gleiche Bedeutung, die es schon damals hatte.
Ob das nun vor 3500 Jahren oder erst vor 1930 Jahren geschrieben wurde …

Gottes Wort ändert sich nicht und behält seine Gültigkeit auf ewig!

Gottes Bund mit der ganzen Menschheit steht fest – aber jeder Mensch entscheidet selbst, ob er „nur“ ein Geschöpf Gottes bleiben will –
oder ob er zu einem Kind Gottes werden will – den Weg dazu finden wir hier im Neuen Testament!

Über die Zeit der Entstehung des Neuen Testamentes gibt es bis heute eine wissenschaftliche Kontroverse, aber gute Gründe legen die Entstehung, für alle diese 27 Bücher, in den Zeitraum zwischen den Jahren 40 und 98 nach Christus nahe.

Die Sammlung der christlichen Schriften war bereits um die Mitte des 2. Jahrhunderts beendet. Kurz nach diesem Zeitpunkt kam die Bezeichnung Altes-
und danach auch Neues Testament in Gebrauch, um eine Unterscheidung der älteren, jüdischen Bücher von den christlichen Schreiben vorzunehmen.

Die Entscheidung, welche aus der Vielzahl frühchristlicher Schriften als kanonisch anzusehen sind, also als unmittelbar von Gott inspiriert und damit in das Neue Testament aufgenommen werden, wurde erst auf dem dritten Konzil von Karthago im Jahr 397 getroffen – und 419 vom Konzil in Hippo bestätigt.
Ein Teilnehmer des Konzils hatte gefordert, dass nur solche – authentische Schriften – in den christlichen Gemeinden verlesen werden sollten.

Als Maßstab für die Rechtmäßigkeit wurden auf dem Konzil vier Kriterien vorausgesetzt:

  • War der Schreiber selbst ein Jünger oder Apostel, oder hatte er zumindest einen engen und langjährigen Kontakt mit diesen wie Markus und Lukas?
  • Weist der Inhalt der Schrift wirklich einen hohen geistigen Gehalt und die Prägung durch den Heiligen Geist auf?
  • Beinhaltet das Buch allgemeine Anweisungen und Anliegen, die für die gesamte christliche Gemeinde gültig sind?
  • Erkennt man an der Schrift eindeutig die Inspiration durch den Heiligen Geist und bezeugt dieser es den Christen auch?

Allerdings: Viel wichtiger als Fragen nach den Zeiträumen und Verfassern, ist die Botschaft Gottes, die uns hier begegnet!

Das Alte Testament bietet uns – neben einem kurzen Überblick über die Entstehung des Universums, unseres Planeten und der Menschheit, als SEINEN Geschöpfen – im Besonderen die Geschichte und den Bund Gottes mit dem Volk Israel.
Ein Hauptthema jedoch ist die Zukunft des Volkes Israel und der „Nationen“, also der Völkern die zu jener Zeit noch nichts vom Gott Israels wussten.
Das ganze Alte Testament ist voll von Prophezeiungen über einen kommenden Messias, den Heiland und König der Welt.

Im Neuen Testament sehen wir, wie die Verheißungen auf das erste Kommen des Messias erfüllt werden.
Wir lernen diesen Gesalbten, was Messias auf Deutsch bedeutet – unseren Retter, Jesus den Christus – näher kennen und wir erfahren, wie wir in Gottes Heilsplan, in Gottes eigene Familie, eintreten – und zu SEINEN Kindern werden können!

Darüber hinaus ist in diesem Teil der Bibel alles enthalten, was ein Christ wissen sollte, um auch als ein solcher zu leben 🙂


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