Einführung in den Brief an die Römer
Das 45. Buch der Bibel, das 6. im Neuen Testament
Der Römerbrief gehört zu den längsten und wichtigsten Briefen von Paulus, dem ersten und gleichzeitig vielleicht dem größten Werk über christliche Theologie.
Er ist auch das früheste Zeugnis für das Bestehen einer christlichen Gemeinde in der Hauptstadt des römischen Reiches, welches zu dieser Zeit Teile von Europa, Asien und Afrika beherrscht.
Es erstaunt mich persönlich nicht, dass Gott diesen Brief als das sechste Buch, in Seinen Bund mit uns Menschen aufgenommen hat.
Nach den Evangelien, den Berichten über das Leben und Wirken Jesu – dem Fundament – und dann der Apostelgeschichte – der Geschichte über den Beginn der Christenheit, unseres Glaubens, – müssen ja logischerweise auch die Auslegung und die Grundlagen für unser ganzes Glaubensleben, folgen!
Paulus kannte die Gemeinde in Rom noch nicht persönlich, und deshalb stellt er ihnen das ganze Evangelium von Gottes Sohn, Jesus Christus, welches für alle Menschen weltweit Gültigkeit besitzt, ausführlich dar.
Diese lehrmäßige Auslegung der Bedeutung des Sühnetods Jesu, hat durch die ganze Geschichte des Christentums bis heute eine besondere Bedeutung. Sie war und ist ein Schutz gegen alle verkehrten Lehrinhalte, gleich welcher Ideologie oder Glaubensrichtung auch immer.
Am Anfang trifft er die Aussage, dass überhaupt kein Mensch, weder aus den Juden noch aus den Heiden, aus eigenen Bemühungen ein gottgefälliges Leben führen kann.
Als Ausweg aus diesem zwangsläufigen Wege ins Verderben, schickt Gott seinen Sohn Jesus Christus, der mit seinem Tod am Kreuz die Sünde jedes Einzelnen, der dieses Geschenk im Glauben annimmt, auslöscht, damit er aus reiner Gnade Errettung empfängt und zu einem Kind Gottes wird.
Weiter beschreibt Paulus, wie nun das Leben eines solchen Nachfolgers Jesu aussehen soll, dass die Annahme des Opfers von Christus kein Freibrief für weiteres Sündigen und einen egoistischen Lebensstil ist.
Eine echte Bekehrung hat auch eine Änderung des Verhaltens zur Folge, ein Leben in Liebe, Rücksicht und gegenseitigem Beistand für einander.
Der Prozess der Heiligung ist eine lebenslange Aufgabe für jeden wirklichen Christen –
darüber können wir in den folgenden Briefen noch mehr lernen 🙂
Vermutlich schrieb Paulus seinen Brief an die Römer aus Korinth, am Ende seiner dritten Missionsreise im Winter zwischen den Jahren 55 und 56 n. Chr.
Die Sammlung der christlichen Gemeinden in Kleinasien und Griechenland für die bedrängte Gemeinde in Jerusalem war abgeschlossen und Paulus plante, nach der Überbringung der Spenden, eine Reise nach Spanien zu machen, wo er auch eine Zwischenstation in Rom einlegen wollte.
Der Römerbrief kann in drei Hauptbestandteile gegliedert werden:
1. Einen Teil der Lehre über die gute Nachricht und die Gnade Gottes
Kapitel 1,1 bis 17 – Vorstellung von Paulus und Einführung
Kapitel 1,18 bis 3,20 – Die generelle Sündhaftigkeit der Menschen
Kapitel 3,21 bis 5,21 – Die Rechtfertigung des sündigen Menschen
Kapitel 6,1 – 8,39 – Die Heiligung des gläubigen Menschen
2. Einen geschichtlichen Teil in Bezug auf Israel – das ursprüngliche Bundesvolk Gottes
Kapitel 9,1 bis 33 – Die ursprüngliche Absicht Gottes mit Israel
Kapitel 10,1 bis 21 – Die gegenwärtige Absicht Gottes mit Israel
Kapitel 11,1 bis 36 – Die zukünftige Absicht Gottes mit Israel
3. Einen praktischen Teil über die Rechte und Pflichten der Gläubigen
Kapitel 12,1 bis 13,14 – Der generelle Dienst eines Christen
Kapitel 14,1 bis 15,3 – Der christliche Dienst und strittige Dinge
Kapitel 15,4 bis 13 – Der christliche Dienst und die weltumspannende Herrlichkeit Gottes
Kapitel 15,14 bis 16,27 – Der christliche Dienst und die Gemeinschaft untereinander