Einführung in die Klagelieder


Das 25. Buch der Bibel in Kapiteln

Fünf Klagelieder über Israel und Jerusalem


Auch das Buch der „Klagelieder des Jeremia“ wird zu den „großen“ Propheten gezählt.

Die hebräische Bezeichnung für das Buch der Klagelieder lautet „Echa“, es bedeutet einen klagenden Ausruf wie das deutsche „Oh Weh“ oder „Ach“.

Wie Textfunde im babylonischen Reich belegen, scheint diese Form der Literatur im ganzen „Alten Orient“ verbreitet gewesen zu sein.
Sie wurden sowohl als „Bittgebete“ in Notlagen Einzelner oder ganzer Völker verfasst und gesungen – als auch, in anderer Weise, zur „Totenklage“ für Personen, Orte und Nationen.

Es kann kaum einen Zweifel daran geben, dass der Prophet Jeremia ebenfalls der Verfasser der Klagelieder ist.
Zur Zeit Jesu waren das Prophetenbuch des Jeremia und die Klagelieder im Tanach (Jüdisches Altes Testament) noch in einer Schriftrolle vereint, bevor die Klagelieder separiert und den „Fest-Rollen“ zugeordnet wurden.
In der Septuaginta (die griechische Übersetzung der heiligen jüdischen Schriften), steht in der Einführung, dass sich Jeremia weinend setzte und in dieses Klagelied über Jerusalem ausbrach.

Damit datieren die Klagelieder in oder an das Jahr der Zerstörung des Salomonischen Tempels und dem Untergang Jerusalems durch babylonische Heere im Jahr 586 vor Christus – und diese „Vernichtung“ Jerusalems ist auch das große Thema der Klagelieder des Propheten Jeremias.

Eine Prophetie ist nur dann eine Prophetie wenn sie auch einen Ausblick auf die Zukunft bietet 🙂

Jeremia sah das niedergerissene und brennende Jerusalem direkt vor seinen Augen – eine Folge des unbeirrbaren Götzendiensts und der Sünde des Volkes, trotz vieler mahnender Rufe der Propheten nach Buße, die Gott dem Volk in Seiner Liebe gesand hatte – die Erfüllung der Flüche welche in der Thora für solches Verhalten angekündigt waren – aber Jeremias Schau reicht weit über seine eigene Zeit hinaus.

Gut 650 Jahre später, im Jahr 70 nach Christus, erfolgte die zweite, schon lange und oft angekündigte Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Römer unter Titus, der kurz darauf Cäsar wurde – weil das jüdische Volk den Messias, Jesus den Christus verworfen hatte.

Nach dieser, unserer, Gnadenzeit und den darauf folgenden dreieinhalb Jahren der „Stunde der Versuchung“, zu Beginn der „großen Drangsal“, wird die Welt eine dritte Verwüstung Jerusalems, durch den „König des Nordens“ erleben – die Gründe sind wiederum „Götzendienst“ und weil das Volk Israel diesmal gar den falschen Christus, den Antichristen, als Messias annimmt

Der zentrale Kernpunkt der Prophezeiungen in Jeremia’s Klageliedern liegt jedoch wieder auf Jesus Christus, dem „Mann der Schmerzen“, der damit die Erlösung für jeden der sie annimmt, „erkauft“ hat!

Von all den vielen Lehren die wir aus diesem Buch ziehen können sprechen mich diese drei Erkenntnisse ganz besonders an:

  • Gott muss andauerndes Sündigen bestrafen wenn keine Umkehr folgt –ER ist gerecht!
  • Nur wenn wir wirklich Buße tun, kann eine Wiederherstellung für uns erfolgen!
  • Gott will uns immer wiederherstellen, heilen, versorgen – ER ist barmherzig! – Jesus weinte selbst über Jerusalem und ER half jedem der IHN darum bat – und genau so möchte ER dass wir uns unseren Mitmenschen, unserem Nächsten, gegenüber verhalten!

Die Klagelieder bestehen aus fünf Gedichten – oder Kapiteln, insgesammt 7 mal 22 Verse – entspechend den 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets.
Historisch wurde die vollständige Existenz dieser Gedichte der Klagelieder bereits vor der Zeit Jesu nicht nur durch die Septuaginta, sondern auch durch zahlreiche Funde in Qumran bestätigt.


Gliederung der Klagelieder:


Kapitel 1 – Jerusalem ist verzweifelt, sie wird als Witwe dargestellt deren Kinder geraubt wurden. Es gibt keinen Trost, keinen Frieden und keinen Helfer

Kapitel 2 – Gott selbst (hier steht adonaj), der einzige der über alle wahre Macht verfügt, hat Jerusalem zerschlagen

Kapitel 3 – Weissagungen über die Leiden des Christus und Hoffnung wegen Gottes Gnade

Kapitel 4 – Das grausame Gericht mit seinen schrecklichen Auswirkungen, als „Lohn“ für das hartnäckige Verharren in Sünde trotz vieler Ermahnungen

Kapitel 5 – Fürbitte, ja inständiges Flehen um Gnade für das Volk und die Wiederherstellung Jerusalems


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