Einführung in den Propheten Daniel
Das 27. Buch der Bibel mit 12 Kapiteln
Ein Schlüssel zu biblischer Prophetie
Das 27. Buch der Bibel –
Daniel, was „Gott ist Richter“ oder auch „Gott richtet“ bedeutet, stammte aus königlichem Geschlecht und wurde mit dem König, Jojakim von Juda und weiteren sorgfältig ausgesuchten jungen Männern, von dem babylonischen König Nebukadnezar II in die Verbannung geführt.
Dies geschah im Jahr 605 vor Christus und war die erste der vier Wellen an Verschleppungen nach Babylon – was zu dieser Zeit als das führende Weltreich bezeichnet werden kann.
Daniel war damit ein Zeitgenosse der Propheten Jeremia und Hesekiel der ihm 9 Jahre später ins Exil folgte und zählt mit diesen beiden und gemeinsam mit Jesaja, der 100 Jahre zuvor auftrat, als letzter zu den großen Propheten.
Aber auch der Prophet Habakuk wirkte noch in Juda als Daniel berufen wurde.
Am Ende seines langen prophetischen Dienstes erlebt er noch den Erlass zur Erlaubnis zur Rückkehr der Juden nach Jerusalem.
Diesen Entschluss traf der inzwischen herrschenden persischen König Kyros II, der das bis dahin größte Weltreich begründete – und die Propheten Haggai und Sacharja begannen mit ihrem Dienst für Gott.
Jesus selbst bestätigt Daniel als Propheten (Matthäus 24, Vers 15) – und gibt dabei weitere Anweisungen für die Gläubigen Juden in Israel zu Daniels Prophezeiung über den Beginn der Großen Drangsal am Ende der „Zeit der Nationen“.
Das Buch des Propheten Daniel ist mit Abstand, das am meisten apokalyptische Buch des ganzen Alten Testaments – die „Offenbarung“ in den heiligen jüdischen Schriften, dem Tanach.
Für uns, 2600 Jahre später, ist es ein Schlüssel zu den Prophezeiungen der ganzen Bibel!
Durch Daniel hat Gott uns hunderte von Prophezeiungen über die kommenden Jahrtausende geschenkt. Davon handeln sehr viele über Machtverhältnisse – über die welt- und geopolitisch kommenden Ereignisse bis über unsere Zeit hinaus.
Von diesen hunderten an Voraussagen Daniels haben sich inzwischen bereits hunderte erfüllt – und viele von diesen erfüllten Prophezeiungen gehören zu den Grundlagen in jedem Geschichtsunterricht unserer Schulen 🙂
Es ist bittere Ironie und doch eine Tatsache, dass viele religiöse jüdische Gemeinschaften bei den Schriftlesungen aus dem Tenach in den Synagogen das Buch Daniel vermeiden – ein kluger Hörer könnte ja, wenn er oder sie beginnt mit Daniels „Jahrwochen“ nachzurechnen, zu dem Ergebnis kommen, dass der Messias doch eigentlich schon vor zweitausend Jahren hätte kommen sollen …
Aber Daniel verheißt auch für den gläubigen Überrest von Israel die Umkehr und Rettung.
Mit der Wiederkehr von Jesus als Überwinder, als Löwe aus dem Stamme Juda, oder englisch – Lion of Judah 🙂 – nach Jerusalem und SEINER beständigen Gegenwart dort, wird Israel zur führenden oder vielleicht besser ausgedrückt, der wichtigsten Nation der ganzen Welt aufsteigen.
Dabei ist Daniels Leben – und auch das seiner Freunde – selbst ein Sinnbild für diesen gläubigen Überrest Israels und die Errettung aus der Not.
Die Geschichte von Daniels Freunden im Feuerofen aus Kapitel 3 haben wohl die meisten von uns schon gehört, sie alle gehörten zur jüdischen „Elite“, wurden zusammen mit Daniel nach Babylon entführt und teilten sein Schicksal.
Sie alle waren für einen Staatsdienst im babylonischen Verwaltungsapparat vorgesehen und sollten dazu eine 3-jährige Ausbildung erhalten. Zuerst erhielten sie babylonische Namen, mit Bezug zu deren Göttern – auch um ihre jüdische Identität – nur der eine Gott – auszulöschen.
Aus Daniel wurde Beltschazzar, Hananja zu Schadrach, Mischael wurde Meschach genannt und Asarja wurde in Abed-Nego umbenannt.
Dennoch keiner von diesen vier Männern war dazu bereit den Gott Israels zu verleugnen.
Daniels bewies seinen Glauben und seine Treue in einer Löwengrube und seine drei Freunde wurden in einem Feuerofen geprüft – dabei durfte sogar König Nebukadnezar einen vierten Mann erkennen der sie bewahrte – seine Beschreibung lässt vermuten, dass er Jesus sah 🙂
Noch viel bekannter als die Männer im Feuerofen bei dem Propheten Daniel ist jedoch:
Nebukadnezars Traum …
Die bekannteste Prophetie aus dem Propheten Daniel findet sich im Traum des Königs Nebukadnezar über eine gewaltige Statue – eine Bildsäule die die kommenden Weltreiche symbolisierte und gleichzeitig auch ihr Wesen charakterisierte.
Weitere Details darüber finden sich im Buch Daniel in einer weiteren Schau nach Nebukadnezars Regierungszeit – aber diesem Tier, welches da beschrieben wird, begegnen wir auch in der Offenbarung des Jüngers Johannes wieder…
Besonders bemerkenswert an dem Bild welches Nebukadnezar in seinem Traum sah finde ich, dass wir daraus lernen müssen in jeder Prophetie auch auf die Kleinigkeiten zu achten um sie richtig zu deuten.
Wenn Gott uns etwas zeigen möchte steckt wirklich ALLES darin was wir wissen müssen, wir müssen nur lernen es zu „lesen“, dazu ein kleiner Ausschnitt des Traums als Beispiel:
Der Kopf, welcher das Neu-babylonische Reich symbolisiert, ist nicht nur aus Gold und damit so glänzend wie es sich unter Nebukadnezars Herrschaft dargestellt hat – wie der Kopf ist Babylon auch das kleinste und am kürzesten andauernde dieser Weltreiche, sein Untergang erfolgte nach nicht einmal 100 Jahren, um 539 vor unserer Zeitrechnung durch den erwähnten Perser Kyros.
Unter dem Kopf beginnen die Arme, Schultern und Brust aus Silber, die das Medo-persische Reich darstellen.
Sie sind nicht sehr viel höher oder länger als der Kopf, jedoch schon viel weiter ausgebreitet,
allerdings auch nicht mehr so prachtvoll wie das glänzende Babylon.
Gleichzeitig gibt es jeweils einen linken und rechten Arm – ebenso wie dieses Weltreich ein Doppel-Reich aus den Völkern der Meder und der Perser war.
Ihre Herrschaft hatte zumindest über etwa 200 Jahre bis 330 vor Christus Bestand.
Dann folgen Bauch und Hüften aus Kupfer, welche das Griechische Reich ab seiner Expansion unter Alexander dem Großen symbolisiert – die Zeit des Hellenismus.
Der Bauch mit dem Unterleib ist etwas „länger“ als die Brust und so hatte dieses 3. Weltreich mit 300 Jahren auch wieder eine etwas längere Dauer als das medopersischen Reich.
Es begann mit Alexanders Eroberungen im Osten, von 336 vor Christus, bis es um 30 v. Chr. mit Ägypten – und Kleopatra – von dem vierten Weltreich unter Oktavian geschluckt wurde.
Diese Beine die auf die Hüften folgen bestehen aus Eisen und versinnbildlichen Rom – Rom mit dem Beginn seiner Kaiserzeit, den Cäsaren – ab hier existierte es eine Kontrolle durch den Senat und damit dem Volk, nur noch zum Schein.
Der erste römische Kaiser war der eben genannte Octavian, unter seinem Ehrennamen Augustus, was übersetzt Ehrwürdiger oder Erhaben bedeutet, ist er uns besser bekannt.
Als dieser Augustus sein Reich endlich konsolidiert und von allen Feinden „gereinigt“ hatte, veranlasste er eine Volkszählung in seinem ganzen Imperium.
Vermutlich um zu erfahren über wie viele Menschen er überhaupt herrscht, die Bevölkerungs-dichte in den vielen unterschiedlichen Provinzen des römischen Reiches und um abschätzen zu können welche Steuereinnahmen zu erwarten sind.
Diesem Befehl nachzukommen war übrigens der Grund, warum sich ein Mann namens Josef mit seiner schwangeren Frau Maria aus Galiläa auf den langen Weg nach Betlehem machen mussten um …
Aber diese Prophezeiung finden wir ja nicht nur bei Daniel und den anderen Propheten, sondern davon lesen wir schon im ersten Buch des Mose 🙂
Das Eisen aus welchem die Beine bestehen, spiegelt meiner Meinung nach die Härte, Brutalität und Unnachgiebigkeit dieses vierten Weltreiches wieder.
Die Beine haben wir ebenfalls in doppelter Ausführung – wie sich das römische Reich gut 400 Jahre später im Jahr 395 – und nun zum ersten Mal nach der Geburt des Christus 🙂 – in einen West- und einen Oströmischen Teil spaltete.
Aber die gesamte Dauer dieses Reiches – die Beine sind nun einmal unser längster Körperteil – währte auch bei weitem am längsten.
Ostrom, das Byzantinische Reich fiel über 1000 Jahre nach dieser Spaltung, im Jahr 1453 an die Türken – und damit an den Islam. Es wurde zum Zentrum des osmanischen Reiches und aus Konstantinopel, dem ehemaligen Byzanz wurde Istanbul.
Im Westen existierte mit dem „Heiligen Römischen Reich deutscher Nation“, einem Zusammen-schluss mehrerer Völker Europas, der Nachfolger des römischen Reiches bis in die Moderne.
Am Ende dieses Reiches, den Füßen, wird es nur noch aus einer Mischung von Eisen und Ton bestehen, Stärke und Schwäche oder Zerbrechlichkeit mit einander vermischt.
Wir finden wir den Nachfolger oder das Ende dieses vierten Weltreiches in unserer Europäische Union – oder vielleicht besser, in unserer ganzen „westlichen Kultur“, mit all den Resten seines Kolonialismus auf anderen Kontinenten – wieder 🙁
Also, die Deutung von Nebukadnezars Traum ist für uns im Nachhinein kein Problem mehr!
Was daran offen bleibt ist nur noch eine einzige Frage – wann wird dieser Felsen, der Jesus den wiederkehrenden Christus symbolisiert, dieses bestehende Welt- und Machtsystem zertrümmern?
Wir können diesen Traum in gewisser Weise als eine Art „Sanduhr“ betrachten, einem Anzeiger wie weit unsere Zeit schon fortschritten ist, denn er gibt uns einen Überblick über die „Zeit der Nationen“.
Diese „Zeit der Nationen“ – die Zeit in der Israel nicht mehr der souveräne Herr über sein eigenes Land ist – hat mit der Zerstörung Jerusalems unter Nebukadnezar begonnen und wird auch mit einem großen „Knall“ wieder beendet – um in das 1000-jährige Friedensreich mit Jesus als „König“ in Israel überzugehen.
Aber mit diesem Traum eines babylonischen Königs beginnt das Buch Daniel ja eigentlich erst …
Gliederung des Propheten Daniel:
Hier verweise ich auf das Inhaltsverzeichnis des Prophetenbuches und will es bei diesen zwei Teilen belassen 🙂
A. Kapitel 1-6 – Die Geschichte von Daniel und seinen Freunden im babylonischen Exil
B. Kapitel 7-12 – Prophetischer Teil über zukünftige Ereignisse und über die geistige Welt