Einführung in den Propheten Obadja
Das 31. Buch der Bibel mit nur einem Kapitel
Gericht in einem Kapitel, das kürzeste Buch im alten Testament
In der Reihenfolge der „kleinen“ Propheten folgt er als Vierter im Zwölf-Prophetenbuch.
Dabei war Obaja, was „Knecht des HERRN“ bedeutet, der erste von ihnen, er trat im Südreich Juda auf.
Im Nordreich Irsrael dienten zeitgleich die Propheten Elia und Elisa, von denen wir vor allem in den beiden Büchern der Könige lesen.
Er hatte zu Zeiten der Könige Josapht, Joram, Ahasja, Athalia und Joas, Beginn bis Mitte des
9. vorchristlichen Jahrhunderts, das Wort Gottes zu verkündigen.
Im Gegensatz zu den nachfolgenden Propheten hatte er das Volk Gottes nicht einmal zu warnen, sondern er sollte Israel Trost spenden und ihm eine glorreichen Zukunft verheißen.
Obadjas Botschaft richtet sich vor allem gegen das „Brudervolk“ Israels, die Edomiter.
Seine Vision reicht jedoch – von seiner Zeit gesehen – weit voraus, in Vers 15 verkündet Obadja den kommenden „Tag des HERRN“.
Der „Tag des HERRN“ bedeutet auch das Gericht über alle Heidenvölker, die „Zeit der Nationen“ liegt dann in der Vergangenheit, die „Gnadenzeit“ ist abgelaufen.
Dieser „Tag des HERRN“ beendet die „großen Drangsal“ welche über dem ganzen Planeten Erde herrscht und läutet den Beginn des 1000-jährigen Friedensreiches unter der Herrschaft des zurückgekehrten Messias – Jesus Christus – in Jerusalem ein.
Das Volk der Edomiter stammt von Esau, dem „älteren“ Zwillingsbruder Jakobs, welcher von Gott später in Israel umbennant wurde, ab.
Wir können darüber im ersten Buch Mose in den Kapiteln 27 bis 33 lesen.
Jener Esau siedelte sich im Bergland des heutigen Südjordanien, südöstlich des Toten Meeres an.
Edom war etwa eineinhalb Jahrtausende zuvor noch als Seir bekannt und war damals die Heimat von Hiob, wie uns die Bibel berichtet.
Vater der beiden Brüder Esau und Jakob war Isaak und sie waren dabei die Enkel Abrahams – neben ihrer engen Verwandschaft kannten und beteten also beide den gleichen, den einzigen Gott an, der ihren Großvater aus Ur in Chaldäa heraufgeführt hatte.
Die daraus entstandene Verantwortung begründet das strenge Urteil über Edoms Verrat, seine Grausamkeit und Freude über Judas Unglück.
Vorausgegangen war ein gemeinsamer Einfall von Philistern und Arabischen Stämmen in das Südreich Juda unter König Joram, dabei wurde auch die Hauptstadt Jerusalem geplündert.
Während dieser Ereignisse ware die Edomiter ihren Stammverwandten in den Rücken gefallen und hatten sich von Judas Oberherrschaft befreit.
Gliederung des Propheten Obadja:
Eine Gliederung für ein einziges Kapitel mit 21 Versen 🙂