Wenn poetische Bücher im Alten Testament unserer Bibel genannt werden, sind das Buch Hiob, die Psalmen und von König Salomo, die Sprüche Salomos, der Prediger und das Hohelied gemeint.
Sie sind in der Literaturform der Dichtung geschrieben, wobei in der hebräischen Poesie – im Gegensatz zu unserer europäischen Kultur – es keine Rolle spielt, ob sich die Verse auch miteinander reimen. 🙂
Die Basis dieser Form der Poesie ist der sogenannte Parallelismus, bei dem ein einziger Sinninhalt durch zwei verschiedene, aufeinanderfolgende Aussagen bekräftigt wird.
Dabei können diese beiden Aussagen einander ergänzen, steigern, den Gedanken fortführen – oder sogar einen Gegensatz ausdrücken.
Ziel dabei ist es sicher auch, den Leser zu einer eigenen geistigen Beschäftigung mit dem Sachverhalt anzuregen.
Dazu wird in der hebräischen Dichtung oftmals eine sehr bildhafte Beschreibung oder ein bildhafter Vergleich genutzt.
Das Buch Hiob, die Sprüche und der Prediger werden häufig auch als Weisheitsliteratur bezeichnet, da in diesen Büchern praktische Erfahrungen und Weisheiten vermittelt werden, die dazu dienen sollen, ein sinnvolleres, glücklicheres und vor allem erfülltes Leben zu führen.
Natürlich finden wir auch außerhalb dieser poetischen Bücher viele Lieder und Gedichte in der Bibel – selbst wenn wir diese, in unseren Übersetzungen, oder besser Übertragungen der hebräischen Schriften in unsere verschiedenen Sprachen, oft nicht als solche wahrnehmen können.
